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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Stall bis Stall-bühl (Bd. 6, Sp. 409 bis 412)
 
Stall, m.
Stall-anzug, m.
Stall-bammel, m.
Stall-besen, m.
stall-blind, Adj.
Stall-blindheit, f.
Stall-bock, m.
Stall-boden, m.
Stall-bollen, m.
Stall-bube, m.
Stall-bühl, FlN
Stall-bursche, m.
Stall-bürste, f.
Stall-dach, n.
Stall-dünger, m.
Stall-eimer, m.
stallen, schw.
Staller
Stall-fenster, n.
stall-fromm, Adj.
Stall-funzel, f.
Stall-gang, m.
Stall-gasse, f.
Stall-gaul, m.
Stall-gerüst, n.
Stall-halfter, n.,  m.
Stall-hase, m.
stall-hasen, schw.
Stallhasen-gedanke, m.
Stallhasen-volk, n.
stallieren, schw.
Stall-kitsche, f.
Stall-kleid, n.
Stall-kluft, f.
Stall-knebel, m.
Stall-knecht, m.
Stall-korb, m.
Stall-krampen, m.
Stall-kratze, f.
Stall-krücke, f.
Stall-kuh, f.
Stall-laden, m.
Stall-lampe, f.
Stall-lanter, f.
Stall-laterne, f.
Stall-luzerne, f.
Stall-licht, n.
Stall-lozerne
Stall-luft, f.
Stall-luzerne
Stall-magd, f.
Stall-messer, n.
Stall-mist, m.
Stall-mops, m.
Stall-mücke, f.
Stall-mut, f.
Stall-peitsche, f.
Stall-pferd, n.
Stall-pfosten, m.
Stall-ratte, f.
Stall-reff, n.
Stall-schlüssel, m.
Stall-schuber, m.
Stall-schuh, m.
Stall-schurz, f.,  m.
Stall-schürze, f.,  m.
Stall-schwalbe, f.
Stall-trampel, m.
Stall-tür, f.
Stalltür-zapfen, m.
Stall-vieh, n.
Stall-wand, f.
Stalpfe, f.
stalpfen, schw.
Stalpfer, m.
Stam-bach, ON
Stamm, m.
Stamm-baum, m.
stammeln, schw.
stammen, schw.
Stamm-feuer, n.
Stamm-gast, m.
Stamm-glas, n.
stamm-haftig, Adj.
Stamm-halter, m.
Stamm-holz, n.
Stammholz-wagen, m.
stämmig, Adj.
Stamm-kneipe, f.
Stammler, m.
Stamm-lokal, n.
Stamm-mutter, f.
Stamm-rose, f.
Stamm-tisch, m.
Stammtisch-bruder, m.
Stamm-vater, m.
Stamm-wagen, m.
Stamm-wirtschaft, f.
Stampen, m.
Stampen-rod, n.
   Stall m.:
1. 'Gebäude, Verschlag zum Unterstellen von Tieren', manchmal auch als Speicherplatz für Heu, Holz usw., Stall (dal, dḁl) [allg., Christmann Kaulb 77, 88 Glass 96 Karch Jockgr/

[Bd. 6, Sp. 410]
Nd'horb 164 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Krämer Gal 205]; Pl. Ställ [mancherorts ges. Pf, Henn Mda.-Int. 281]; Dim. Ställche (dęlχə, sdęlə) [PS-Erfw, mancherorts ges. Pf, Glass 95 Krämer Gal 205]; Zs.: PfWB Affen-, Agenen-, PfWB Bock-, PfWB Enten-, PfWB Färner-, PfWB Farren-, PfWB Fasel-, PfWB Fohlen-, PfWB Füllen-, PfWB Futter-, PfWB Gänse-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Glucken-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Heiden-, Hengst-, PfWB Heu-, PfWB Hirten-, PfWB Holz-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, Hünkel-, PfWB Juden-, PfWB Kälber-, PfWB Kuh-, PfWB Moken-, PfWB Ochsen-, PfWB Pferds-, PfWB Sau-, Schaf-, PfWB Schweine-, PfWB Vieh-, PfWB Wagen-, Wutzenstall (-ställchen); uffem St., Vorratsplatz für das Heu [ FR-Gerolsh]; in de St. gehe [ NW-Haßl]; die Hinkel in de St. dun [ NW-Deidh]. Dann misse mer in de St., dann misse mer im St. helfe [Karch Gimmdg/Muttstdt 164]. Ich muß en de St. helfe fiedere (füttern) [ LA-Gommh]. Soi Haus duft inne wie e Schtall [Damm Nachtdischlamp 36]. Drauße em Schdall schloft schun 's Kälbche [Burgey Keschte 41]. Er hat a for sei Viehzeig all / Eningebaut e extra Stall [Münch Werke I 39]. De Stall un aach die Scheier, / Die sollen ruhisch verfalle [Ranssweiler 93]. RA.: Die hän en St. voll Kinner, viele Kinder [LA-Gommh, mancherorts ges. Pf., Feierowend 1950 40 S. 5 Krieger 53]. Bei dem sin St. un Scheier angebaut, von einem mit ausgeprägtem Hinterkopf [ KU-Diedk HB-O'bexb]. Do sieht's aus wie in em St., von einem großen Durcheinander [ ZW-Battw, KB-Kriegsf]. Es werd gemacht, un wann's die scheenscht Kuh im St. koscht 'Die Sache wird in jedem Fall gemacht' [ BZ-Albw]. 's 13. Männche findt net sein Ställche 'Spinnereien im Kopf haben' [ PS-Geisbg]. De Gaul war in keim schlechte St. 'ist gut gefüttert worden' [ KU-Schmittw/O]. Der kummt net weirer wie in de St. un uf die Mescht 'Der sieht und weiß nichts von der Welt, weil er immer zu Hause bleibt' [ PS-Schmalbg, WD-Niedkch]. SprW.: Wann die Kuh fort is, macht de Bauer de St. zu 'Das Notwendige wird oft zu spät gemacht' [ RO-Obd]. Wer's Glick hat, dem kalbt sogar de Ochs im St. 'Dem Glücklichen gerät alles zum Besten' [Krieger 30]. Es gin viel gedulliche Schoof in ee St. 'Wenn sie wollen, können viele Menschen auch auf engem Raum zusammensein (Versammlungen, Bahnabteil usw.); wenn Menschen sich für eine gemeinsame Sache begeistern, sind sie leicht unter einen Hut zu bringen' [PS-Schmalbg, mancherorts ges. Pf, Gal-Obl]; auch mit dem Zusatz: ... un ungedulliche noch mihn [ KU-Kaulb, Gal-Dornf]. WR.: Nach (auf) Sankt Gall (16. Oktober) / bleibt die Kuh im St., wegen Gefahr von zu großer Kälte, s. PfWB Gall [ZW-Stamb PS-Geisbg]. Volksgl.: Mittwochs derf mer die Ställ net ausmischte [Fogel Beliefs Penns 1348]. Mer hot ken Glick mit em Vieh wammer die Ställ zwische Chrischttag un Neijohr ausmischt [Fogel Beliefs Penns 1349]. Rätsel vom Mund: 's hocken zwäedreißich G'selle em St. un ee rotbäckich Mädel debei, Zähne und Zunge [ LU-Böhl]. Var.: Zweiundreißich

[Bd. 6, Sp. 411]
Ellercher / stehen in eem Ställerche / es reent net druff un schneet net druf / un sin doch immer naß [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Ellellell, PfWB Ellerchen. Weitere Var.: E rotes Ställche, voll weißer Hühnerche [Hebel 114]. AR.: Hickel - hickel - Haisje / im Schtall do hockt e Maisje, / im Schtroh do schteht e Kälbche drin, / dort grawwelt als 's Maisje nin - / hickel - hickel - Haisje - / im Schtall do hockt e Maisje! [Damm Schoggelgaul 45]. Ene mene Bohneblaat / unser Keenich hat gesaat / siwwe Gääße un en Kuh, / Peter, schließ de Stall zu. / Werf de Schlissel iwwer de Rhein, / morje soll's gut Wedder sein [ RO-Obd NW-Frankeck]. KR.: De Perer (Peter), wo stehrer? Im Stall. Was durer? Er gebt de Gail Furer. Was noch? Er putzt de Gail 's Loch [ KU-Reiffb, KU-Kaulb LA-Essing Gal-Dornf]. Ein weiterer KR. s. PfWB Katzuff. a. 1342: domo z dem stalle [Lam 1 S. 2r]. a. 1493: Peter Boheler hat ... daruf gebawet ein Stelchin [Glasschröder (LU-Mundh)]. —
2. 'der Chorstuhl in der Kirche, der Platz des Pfarrers', Ställche Dim. [KL-Obernh, Umg. des Potzbergs im Glantal]; vgl. PfWB Premjeeställchen. —
3. 'das hölzerne, viereckige Gitter, in das man Kleinkinder setzt', Ställche [Kaislt]; Zs. PfWB Laufställchen. —
4. 'der vordere Schlitz in einer Hose', Stall [ IB-Ensh ZW-Gr'bundb]; Zs.: PfWB Hosenstall, PfWB Saustall 2, PfWB Stall-laden 2, PfWB -tür 2; Syn. s. PfWB Hosenschlitz. RA.: de St. uffschdehn honn 'mit geöffnetem Hosenschlitz herumlaufen' [IB-Ensh (Glass 96)]. —
5. Neckname für die Bewohner von LU-Muttstdt, aus em große St. [ LU-Rh'gönh]. Neckvers für die Bewohner von GH-Hay: Hayna ist ein großer St. [Seebach Neckn. 35]. —
6. FlN, Stall, neben der Johanniskreuzer Hochstraße [W.Albert in: PfH 1952 S. 109]; Zs.: Hengst-, PfWB Herd-, PfWB Hunds-, PfWB Moor-, PfWB Saustall. — Mhd. stal 'Ort zum Einstellen des Viehes' ( Lexer Lexer II 1130). — RhWB Rhein. VIII 502 ff.; LothWB Lothr. 492; ElsWB Els. II 588; Kluge-Seebold22 694.
 
  
Stall-anzug m.: 'Arbeitskleidung, die im Stall getragen wird', Stallanzuch (ˈdal̩āntsūx) [ LU-Alsh]. — -bammel m.: 'die Magd, die das Vieh melkt', -bammel [ KU-Kollw]. — -besen m.:
1. 'Besen, mit dem der Stall gekehrt wird', -besem, -bessem, -bese, s. PfWB Besem [mancherorts], manchmal aus Birkenreisern [ PS-Erfw NW-Frankeck]. —
2. übertr.
a. 'ein Mann mit einer unansehnlichen Freundin'. De Fronnz isch wie e alder Schdallbäsemm, onn demm bliwwe all Knoddele hängge! [IB-Ensh (Glass 96), Glass Klutzkopp 104]. —
b. Neckname für die Bewohner von KU-Rudkch, Stallbese [ KU-Nußb], -basem [ KU-Reipkch]. — RhWB Rhein. VIII 504; Hess.-Nass. III 724.
 
  
stall-blind Adj.: 'nicht an das Tageslicht gewöhnt sein', vom Vieh, das nach langer Zeit aus dem dunklen Stall gehen soll und an der Stalltür scheut, stallblind [ ZW-Bechhf], -blend [ WD-Niedkch], -blinn [ LU-Alsh, mancherorts], s. PfWB blind; vgl. PfWB stockblind. 's Rind (Kuh, Kalb, Stück Vieh) is st. [ LU-Alsh, mancherorts]. Wird auch als Krankheit

[Bd. 6, Sp. 412]
des Rindviehes angegeben [ KU-Gumbsw, vereinzelt]. RhWB Rhein. VIII 504; LothWB Lothr. 492 stallbland; ElsWB Els. II 162; Hess.-Nass. III 724.
 
  
Stall-blindheit f.: 'Augenerkrankung beim Stallvieh, das lange Zeit nicht ans Tageslicht gekommen ist', Stallblindheit [ KU-Odb PS-Geisbg KB-Kriegsf BZ-Albw Klingmst GH-Max'au], -blindheet [ KL-Reichb]. — -bock m.:
1. 'ein Stalltier (Rind, Schwein), das nicht aus dem Stall kommt und dadurch steifbeinig wird', -bock [ KU-Schmittw/O ZW-Battw]. —
2. Neckname für die Bewohner von IB-Blieskst, Stallbeck Pl. [ HB-Kirrbg IB-Ballw Bierb Blieskst Heckdh]. — Rhein. VIII 504; Hess.-Nass. III 724. — -boden m.: 'Boden des Stalles', -borrem [ WD-Niedkch, vereinzelt]. De St. es met Backstein orrer Sandstein gemacht, bei de Per aus Plaschderstein [ WD-Niedkch]. — -bollen m.: 'Frau, die gerne im Viehstall herumwirtschaftet', -bolle [Ph. Gimmel in: Der Wasgau-Bote 11/1934]. — Gleichzeitige Anspielung auf bollern 'poltern' und PfWB Bollen 'Klumpen, unordentliche Frau'. — -bube m.: 'junger Bursche, der bei der Stallarbeit aushilft', -buub [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Stallknecht. RhWB Rhein. VIII 505; Hess.-Nass. III 724. — -bühl FlN s. PfWB Stahlbühl. —