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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Stahl bis stahlen2 (Bd. 6, Sp. 404 bis 406)
 
Stahl, m.
Stahlen, m.
Stahl-arm, m.
Stahl-baum, m.
Stahl-berg, m.
Stahl-bühl, m.
Stahl-bürste, f.
Stahl-busch, m.
Stählchen
Stahle
stahlen1, schw.
stahlen2, Adj.
Stahl-feder, f.
Stahlfeder-gesteck, n.
Stahlfeder-stange, f.
Stahlfeder-stock, m.
Stahl-gabel, f.
Stahl-geißel, f.
Stahl-halter, m.
Stahl-hausen, ON
Stahl-helm, m.
Stahl-helmer, m.
stahlig, Adj.
Stählingen, FlN
Stahl-klicker, m.
Stahl-kugel, f.
Stahl-peitsche, f.
Stahl-stange, f.
Stahl-stock, m.
Stahl-weck, m.
staken, schw.
Staken-haken, m.
Staket, n. f.
Stakete, n. f.
Staketen-zaun, m.
Stal, m.
Stalen1, m.
Stalen2, m.
Stalf
Stall, m.
Stall-anzug, m.
Stall-bammel, m.
Stall-besen, m.
stall-blind, Adj.
Stall-blindheit, f.
Stall-bock, m.
Stall-boden, m.
Stall-bollen, m.
Stall-bube, m.
Stall-bühl, FlN
Stall-bursche, m.
Stall-bürste, f.
Stall-dach, n.
Stall-dünger, m.
Stall-eimer, m.
stallen, schw.
Staller
Stall-fenster, n.
stall-fromm, Adj.
Stall-funzel, f.
Stall-gang, m.
Stall-gasse, f.
Stall-gaul, m.
Stall-gerüst, n.
Stall-halfter, n.,  m.
Stall-hase, m.
stall-hasen, schw.
Stallhasen-gedanke, m.
Stallhasen-volk, n.
stallieren, schw.
Stall-kitsche, f.
Stall-kleid, n.
Stall-kluft, f.
Stall-knebel, m.
Stall-knecht, m.
Stall-korb, m.
Stall-krampen, m.
Stall-kratze, f.
Stall-krücke, f.
Stall-kuh, f.
Stall-laden, m.
Stall-lampe, f.
Stall-lanter, f.
Stall-laterne, f.
Stall-luzerne, f.
Stall-licht, n.
Stall-lozerne
Stall-luft, f.
Stall-luzerne
Stall-magd, f.
Stall-messer, n.
Stall-mist, m.
Stall-mops, m.
Stall-mücke, f.
Stall-mut, f.
Stall-peitsche, f.
Stall-pferd, n.
Stall-pfosten, m.
Stall-ratte, f.
Stall-reff, n.
   Stahl, Stahlenm.:
1. 'gehärtetes Eisen', Stahl (dāl, dl) [verbr. ges. Pf, Christmann Kaulb 73, 77, 88 Henn Mda.-Int. 304 Mang 116 Schneckenburger 17, 56 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Krämer Gal 205]. RA.: Der hat Nerve vun Eise un St., von einem unempfindlichen Menschen [ LU-Opp]. a. 1425: kein isen dar zugeben odir

[Bd. 6, Sp. 405]
stahel [LeinArch. Löhne]. —
2. aus Stahl hergestellte Geräte.
a. 'runder Stab mit Griff (und feinen Rillen) zum Schärfen von Messern; Metzgerstahl', Stahl [RO-Dielkch, mancherorts ges. Pf], Stahle (dālə) [ KU-Bedb RO-Als]; Pl. Stähl (dl) [ KU-Kaulb Kreimb]; Zs.: PfWB Metzger-, PfWB Wetzstahl. De Metzger braucht de St. [ HB-Kirrbg]. —
b. 'Stahl, mit dem man aus einem Stein Funken schlägt', Stahle [ KU-Bedb]; Zs.: PfWB Feuerstahl. —
c. 'ein spitzes Werkzeug zum Kratzen, Gravieren'. a. 1600: ... so in sich einen sehr großen Felsen, daran man noch Herzog Johann Casimirs seligster Gedächtnis löblichen Namen mit einem Stahl geschrieben findet [Vellmann Waldfischb 252]. —
d. 'Federhalter mit Stahlfeder' [ LU-Rh'gönh]; Dim. Stehlche [ KB-Otth]; Syn. s. PfWB Federhalter. — Mhd. stahel, stâl 'Stahl' ( Lexer Lexer II 1128). — RhWB Rhein. VIII 496/97; ElsWB Els. II 588; Hess.-Nass. III 722; Kluge-Seebold22 694.
 
  
Stahl-arm m.: 'starker, kräftiger Arm', Stahlarm [ NW-Geinsh]. — -baum m.: FlN, amtl. Stahlbaum [KL-Erzhs, Zink FlN 127]. — -berg m.: ON, aus einem Bergnamen hervorgegangener Name einer Siedlung im Kr. Rockhs, Stahlberg [RO-Stahlbg Dielkch]. Neckname für die Bewohner von RO-Stahlbg: Stahlberger Herrgott [RO-Ransw Stahlbg, Seebach Neckn. 60], Bergmannsschnippel [RO-Stahlbg, Seebach Neckn. 35]. WR.: De Stahlberger Wind bringt Regen [ RO-Obd]. a. 1545: gutter so neben vnnd vmb den Stalberg naher Ranßwiller zu gelegen [SSp C 14/951 164v (Dolch-Greule SN 442)]. RhWB Rhein. VIII 497; Christmann SN I 570; Zink FlN 67. — -bühl m.: FlN, amtl. Im Stahlbühl [ FR-Dirmst LA-Godrst GH-Scheibhdt]. Der alte erste Gerichtsplatz des leiningischen Landgerichts am »Stahlböhel« oder »Stachelböhl« [G. Biundo, Roxheim, aus der Geschichte eines Rheindorfes. Kaiserslautern 1926, S. 97]. Auf dem Stahelbühel im Lutramsforst bei Frankweiler [Müller: Geschichte der pfälzischen Geraidewaldungen, in: PfW 6/1905 83]. a. 1306: Konrad gen. Schatz von Bobinheim nimmt vom Kloster Frankenthal Güter beim Stachelböhl für 6 Malter zu Lehen [StArch. Luzern Urkunde Nr. 320 (FR-Bobh)]. a. 1340: ame Rnse ī stalbuhel grnde [Lam 1 99v (LA-Godrst)]. a. 1398: Landgericht der ligt eyns zuschen Wormse und Spir, daz heisset off dem Stahelbuhel [Koch-Wille I Nr. 5925 (FR-Dirmst)]. 2. Hälfte 14. Jh.: ī dem stahelbuhel [Lam 1 27r (LA-Godrst)]. a. 1402: vff dem Stahelboel [SSp Dirmsteiner und Laumersheimer Zinsbuch (FR-Dirmst)]. 16. Jh. Wingerte am Staelbuhel [SSp Lgb. Nr. 134/5 (FR-Dirmst)]. — Nach E. Christmann (in: Beiträge zur Namenforschung 7/1972 S. 35) ist das Bestimmungswort zu mhd. stal 'Steh-, Sitz-, Wohnort' ( Lexer Lexer II 1130) zu stellen. — Zink FlN 70/71. — -bürste f.: 'Bürste mit Metallborsten', -berscht [ LU-Opp]. — -busch m.: FlN, amtl. Im Stachelbusch, mdal. em Stachelbosch [ LA-Nußd], Stoolbusch [RO-Dielkch, Zink FlN 114]. a. 1585: Zum andern hätte sie ihr Buhle des nachts hernacher

[Bd. 6, Sp. 406]
daheim geholt, auf eine Katze gesetzt und mit ihr davon gefahren zu einem Tanz, welcher gehalten wurde beim Stahlbusch [StArch. Land (LA-Nußd)].
 
 
Stählchen 'Probe' s. PfWB Stal, PfWB Stalen1; Stahle 'Bolzen im Bügeleisen' s. PfWB Stalen2.
 
  
stahlen1 schw.:
1.
a. 'eine abgenutzte Axt (Beil) durch Anschweißen eines Stahlstückes verlängern', Arbeit des Schmiedes; die Axt stahle [ KU-Bedb]; Zs.: PfWB anstahlen. —
b. 'mit dem Wetzstahl schärfen' [Beam Penns 87]. —
2. übertr. 'schlagen, hauen, jemanden durch Schlagen abhärten wollen' [KL-Fockbg/Limb Heimkch NW-Esth Kühn Kumödi 2]; Part. Perf. gestahlt [ KL-Fockbg/Limb]; Zs.: PfWB verstahlen; Syn. s. PfWB verhauen 1. RA.: die Ohre (Leffel 'Ohren', Nas) st. [ KU-A'glan Erdb O'eisb Patb KL-Mehling PS-Geisbg]; ääm die Schnuß schtahle 'jemanden auf den Mund schlagen' [Kühn Palz 124]. Jesses, wann d' Mensch kää Vordel (Vorteil 'Geschick') hot, do g'heert 'm d' Hernschädel gestahlt [ NW-Gimmdg]. Er stahlt sein Anzuch 'schont seine Kleider nicht' [ BZ-Gossw]. — RhWB Rhein. VIII 498, Hess.-Nass. III 722 stählen.
 
 
stahlen2 Adj.: 'aus Eisen oder Stahl', stahle [Lambert Penns 142]. So'n stahlener Esel 'Traktor' hot kee Gefiehl, / Er geht druff nei wie'n Glebbermiehl (Kläppermühle) [Birmelin Penns Poems 27]. RhWB Rhein. VIII 498; Els. II stähleren.