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Pfälzisches Wörterbuch 
 
spulen bis Spüllumpen-fresser (Bd. 6, Sp. 373 bis 375)
 
spulen, schw.
spülen, schw.
Spuler, m.
spulgen, schw.
Spül-hafen, m.
Spülich, m.
spulieren, schw.
Spül-kanne, f.
Spül-kant, f.
Spül-kübel, m.
Spül-lumpen, m.
Spüllumpen-fresser, Pl.
Spüllumpen-suckler, Pl.
Spüllumpen-zuckler, Pl.
Spül-maschine, f.
Spul-rad, n.
Spül-schüssel, f.
Spül-schwenke, f.
Spül-sprenke, f.
Spül-stande, f.
Spül-tisch, m.
Spül-trog, m.
Spül-tüpfen, m.
Spül-wanne, f.
Spül-wasser, n.
Spülwasser-brühe, f.
Spülwasser-schüssel, f.
Spul-wurm, m.
Spül-zuber, m.
Spund1, m.
Spunden1, m.
Spund2, m.
Spund3
Spund-axt, f.
Spund-daube, f.
Spunden1
Spunden2, m.
spunden, schw.
Spunden-bohrer, m.
spunden-faul, Adj.
Spunden-loch, n.
spunden-voll, Adj.
Spunden-zapfen, m.
Spund-holz, n.
Spund-kuchen
Spund-loch, n.
spund-voll, Adj.
Spur, f.
Spor, f.
Spur-biene, f.
spuren, schw.
spüren, schw.
Spur(en)-hund, m.
Spür-, m.
spurig
Spurkel, m.
Spürkel, m.
Spurkel-macher, m.
Spürkel-, m.
Spürkelsin, f.
Spürklersin, f.
Spürklerin, f.
Spurkes, m.
Spür-nase, f.
Spur-schlitter, m.
Spur-schnee, m.
spurteln
Spurzen, Pl.
sputen, schw.
Sputz, m.
Spuz, m.
sputzen
Spuzen
ss, Interj.
Staat, m.
staateln
staatlich, Adj.
Staats-akt, m.
Staats-anwalt, m.
Staatsbettel-kor, n.
Staatsbettel-leute, Pl.
Staatsbettel-zeug, n.
Staats-bettler, m.
Staats-bock, m.
Staats-böhl, m.
Staats-bursche, m.
Staats-decke, f.
Staats-finanzen, Pl.
Staats-futter, n.
Staats-gaul, m.
Staats-gewalt, f.
Staats-kerl, m.
Staats-kleid, n.
Staats-köchin, f.
Staats-kopf, m.
Staats-krüppel, m.
Staats-kunst, f.
Staats-leute, Pl.
Staatsleute-weib, n.
Staats-mädchen, n.
   spulen schw.:
1. 'eine Spule auf- oder abwik-

[Bd. 6, Sp. 374]
keln', spule (būlə) [verbr., Karch Gimmdg/ Muttstdt 41 Lambert Penns 140 Krämer Gal 205]; Zs.: PfWB ab-, PfWB zusammenspulen; Nähts (Zwirn) sp. [Krämer Gal 205]. —
2.
a. 'tüchtig, mit vollem Munde essen' [KU-Schmittw/O RO-Odh KL-H'spey Kaislt Olsbr FR-Beindh NW-Deidh Hardbg LA-Eschb Insh Venn Bernhard 153 Hartmann Kinnerspr. 62 Hebel 28 Höh 122 Kieffer 66 Müller Dietschw 61 Schandein Sprachsch. 66 Thielen 106]; Syn. s. PfWB essen, PfWB vollfressen, PfWB wamschen. Der kann awwer sp.! [ KU-Schmittw/O]. Mer hän allminanner astännig gespult [Feierowend 20/1962]. Noochher duhn se mol waß schbuule [Kunnrädel 84]. Rein nix zum Schpule! Schad defor! [Kühn Palz 45]. Sie schbuult for drei, duut b'stännig kaue [Keiler 127]. Du Faulpelz willscht ganz eenfach nix schaffe, / als saufe un spule un Zigarre paffe [Münch Werke I 457]. —
b. 'tüchtig trinken' [Don-Lenauheim]. —
3. 'sich beeilen'. Spul dich! [ ZW-Käshf]; vgl. PfWB sputen. —
4. 'verhauen'. Er werd gespult, daß er 's Fier (Feuer) sieht [ IB-Bliesmg]; Zs.: PfWB herabspulen; Syn. s. PfWB verhauen. — RhWB Rhein. VIII 461; LothWB Lothr. 490; ElsWB Els. II 540.
 
  
spülen schw.: 'im Wasser oder durch Übergießen von Wasser reinigen', bes. Geschirr, spiele (bīlə) [mancherorts ges. Pf, Christmann Kaulb 38 Mang 140 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 139 Krämer Gal 205]; vgl. PfWB abwäschen, PfWB Geschirrspülen. Un dann, wann mer gesse henn, misse mer 's G'scherr sp. [ LU-Muttstdt]. RA.: Ferdich mein Kich, saat die Maad, wie se gespielt hat, sagt man bei Beendigung irgend einer Arbeit [ KU-Kaulb]. RhWB Rhein. VIII 462/63.
 
  
Spuler m.: 'tüchtiger Esser', Spuler (būlər) [ KU-Schmittw/O BZ-Billh]; vgl. PfWB spulen 2 a.
 
 
spulgen schw.: 'die Gewohnheit haben, zu tun pflegen'. a. 1360: zu Ebsteyn in dem bachuse, in dem man spulget gerichte zu habene [PfWeist. 421 (FR-Eppst)]. a. 1464: das Allmusen, so man Jars von vnsen wegen spulget [GLArch. Cop. B. 296 (Spey)]. — Mhd. spulgen 'pflegen, gewohnt sein, gebrauchen' ( Lexer Lexer II 1122). — DWB DWb. X, II,1 226.
 
  
Spül-hafen m.: 'Gefäß zum Geschirrspülen', Spielhawe [mancherorts mittl. WPf NWPf], -hawwe [ LU-Opp]; vgl. PfWB Spülschüssel.
 
 
Spülich m.: 'Rückstand beim Destillieren, Schlempe', Spielich [Lambert Penns 139].
 
 
spulieren schw.: 'neugierig herumschnüffeln, ausfindig machen', spuliere (buˈlīrə) [Spey LA-Mörzh Venn Land Germh, Keiper 74 Guentherodt Frz. 9/10]; vgl. PfWB spekulieren 2 a; Zs.: PfWB aus-, PfWB herumspulieren; Syn. s. PfWB auskundschaften. — Wohl nicht aus spekulieren, wie Keiper und Guentherodt annehmen, sondern zu spolieren 'plündernd herumziehen' < lat. spoliare 'berauben' ( DWB DWb. X 2673), so auch RhWB Rhein. VIII 395 spolieren 'etwas durchsuchen und stehlen, auskundschaften'.
 
  
Spül-kanne, -kantf.: 'Gefäß zum Geschirrspülen', -kann [ LU-Iggh LA-O'hochstdt Wey], -kannt

[Bd. 6, Sp. 375]
[ SP-Harths]; vgl. PfWB Spülschüssel. — -kübel m.: 'Gefäß zum Geschirrspülen', -kiwwel [verbr. SOPf mancherorts mittl. VPf, Bertram § 311], Dim. -kiwwele [ GH-Knitth]; vgl. PfWB Spülschüssel. ElsWB Els. I 418. — -lumpen m.:
1. 'Lappen zum Abwischen des Geschirrs beim Spülen', -lumpe [verbr., Don-Schowe Torscha Lambert Penns 139 Krämer Gal 205]; vgl. Abwäsch-, PfWB Schüssellumpen. RA.: Aus dem kammer Spiellumpe ziehge, von einem Dummen [ FR-Beindh]. Des macht dich so lummerich 'schlaff' wie 'n nasser Sp. [Reichard Penns 428]. Volksgl.: Wer Warzen hat, holt heimlich den Sp. aus der Küche und versteckt ihn unter die Dachtraufe, wobei die drei höchsten Namen gerufen werden [PfH 1931 Nr. 16]. Wammers Maul abbutzt mit em Sp., kriggt mer e hoorich Maul [Fogel Beliefs Penns Nr. 2067]. Stehl en Sp. un wickel en me lahme Gaul ums Been [Fogel Beliefs Penns Nr. 774]. Wann en Kuh der Iddrich (das Wiederkäuen) verlore hot, soll mer 'n Sp. stehle un en re fiedre [Fogel Beliefs Penns Nr. 725]. Mer soll der Kaffi därich der Sp. seihe, no kriggt mer kenn Heemweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 715]. Wann em der Sp. fallt, is es erscht, wu kummt en Schlapp, oder 's geht eni fert (fort) oder wann keni kummt, is mer sie selwert [Fogel Beliefs Penns Nr. 353]. —
2.
a. nur in Wend. 'aus der Hose hängender Hemdzipfel, Teil der Unterhose, das aus einem Loch, Riß hervorschaut' [mancherorts, Bernhard 152]. De Sp. hängt eraus [ KL-Hütschhs, mancherorts]. Dem guckt de Sp. hinne raus [ LU-Alsh, mancherorts]. Ägsch, de Sp.! [ KU-Bedb]. Er hot seiner Modder de Sp. gestohl [Kühn Hamet 135, NW-Neidfs]. —
b. 'schwarzes Tuch, das über eine Brauchgestalt am Sonntag Lätare gestülpt wird' [Stoll 49, 188]. —
3. 'Fettschicht auf der Milch' [ KU-Kollw RO-Schmalfhf]. —
4.
a. 'Mensch, der sich alles gefallen läßt' [ KU-Schmittw/O KL-Wörsb LU-Opp]. Er muß de Sp. mache [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'Feigling' [ KL-Ottb FR-Hettldh]; Syn. s. PfWB Feigling. —
5. Neckname für die Bewohner von HB-Jägb KB-Bischh Gauh, Spiellumpe Pl. [ KB-Bischh Gauh Morschh]; vgl. PfWB Spüllumpensuckler. — RhWB Rhein. VIII 464.
 
  
Spüllumpen-fresser Pl.: Neckname für die Bewohner von RO-Schmalfhf, Spiellumpefresser [ RO-Schmalfhf]. —