| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Seih+-wald bis Seil-knopf (Bd. 6, Sp. 37 bis 39) | |||
Seih+-wald, m. Seih-wiese, f. Seil1, n. Seil2 seilen, schw. Seil-ende, n. Seiler, m. Seiler-bahn, f. Seilers-busch, m. Seil-huppsen, n. Seil-knopf, m. Seil-macher Seil-stroh, n. Seil-tanzen, n. Seil-tänzer, m. f. Seil-tänzerin, m. f. Seiltänzers-kost, f. Seil-winde, f. Seim, m. seimen sein1 sein2 seiner-zeit, Adv. seines-gleichen, Pron. seinet-wegen, Adv. sein-lassen sein-lebtag Seira, Gen.? seirer seirerie seit, Präp., Konj. seiter, Präp., Konj. sitter, Präp., Konj. sint, Präp., Konj. sinter, Präp., Konj. seit-dem, Adv., Konj. seiter-dem, Adv., Konj. sinter-dem, Adv., Konj. Seite, f. Seiten-altar, m. Seiten-aufsteller, m. Seiten-bahn, f. Seiten-blatt, n. Seiten-bord, n. Seiten-dauge, f. Seiten-diel, m. Seiten-eingang, m. Seiten-galgen, m. Seiten-gang, m. Seiten-geschirr, n. Seiten-gewände, n. Seiten-gewehr, n. Seiten-haken, m. Seiten-kammer, f. Seiten-keller, m. Seiten-mauer, f. Seiten-schelle, f. Seiten-speck, m. Seiten-sprung, m. Seiten-stechen, n. Seiten-stich, m. Seiten-straße, f. Seiten-stück, n. Seiten-tasche, f. Seiten-teil, n. Seiten-trieb, m. Seiten-wand, f. Seiten-weg, m. Seiten-wind, m. Seiten-wurzel, f. seiter seiter-dem seitern Seiters, f. Seiters-äcker, Pl. Seiters-berg, m. Seiters-birne, f. Seiters-born, m. Seiters-busch, m. Seiters-feld, n. Seiters-gewanne, f. Seiters-graben, m. Seiters-hang, m. Seiters-wald, m. Seiters-weg, m. Seiters-wiese, f. seit-her, Adv. sinder-her, Adv. seitig seitlich, Adv. seitlings, Adv. seitrie seit-wärts, Adv. seit-wegs, Adv. seit-werks, Adv. Sei-weberei, f. sekedieren Sekes, m. Sekret, n. (f.) Sekretär, m. | 1. 'aus Fasern, Strohhalmen gedrehter Strang zum Binden oder Ziehen', im Ggs. zu PfWB Bändel, PfWB Bindfaden, PfWB Fissel, PfWB Garn, PfWB Kordel, PfWB Schnur bezeichnet das Wort die dickere, stärkere Ausführung, im Vergleich zu PfWB Strick meist die dünnere, schwächere. Gegenüber Tau2, PfWB Leine, PfWB Strang, die meist auf spezielle Verwendungsweisen eingeschränkt sind, gilt es als allgemeiner Ausdruck, Sääl (sl) [verbr. (außer Teilen der NOPf NWPf), Altenhofer 19 Glass 92 Müller Dietschw 58 Krämer Gal 196], Sääil (sil) [KU-Nußb Odb Schmittw/O WD-Niedkch HB-Einöd RO-Münstapp], Seel (sēl) [mancherorts NOPf mittl. WPf SOPf vereinzelt übrige Pf, Beam Penns 99 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196], Saal (sāl, sl) [NOPf mancherorts NWPf PS-Bundth LU-Altr, Christmann Kaulb 24 Mang 131 Krämer Gal 196], Saael (sāəl) [ KU-Albess Breitb Dunzw Konk RO-Kalkof Wintbn KL-Wörsb], Saail (sāil) [RO-Schiersf GH-Neubg, Krämer Gal 196]; Pl. -er [ KU-Erdb Krottb Rammb IB-Erfw/Ehling ZW-Käshf Zweibr Frankth LU-Altr Opp Schauh NW-Duttw Elmst Frankeck LA-Diedf BZ-Dörrb Nd'ottb GH-Kand], Sääl [ KU-Bedb RO-Als KL-Matzb PS-Wallhalb KB-Gauh BZ-Dernb GH-Kand], Saal [ KU-Adb RO-Rehborn FR-Albsh], Sääle [ KL-Weltb]; Zs.: Bickel-, Trag-, Draht-, Trückel-, Tücher-, Garten-, Gerüte-, Glocken-, Harz-, Keller-, Kelter-, Leit-, Narren-, Rollen- 1, Rüst-, Ruten-, Scheuer-, Schrot-, Spann-, Sprung-, Stufen-, PfWB Wäscheseil. Sin uf de Asselstää mit Sääl un Hoke gekrawwelt [Kröher Lyoner 124]. RA.: an aam (einem) S. ziehe 'gemeinsam handeln' [PfMHk. 1925 175]. 's rechent an ääm S. (fort) 'Es regnet ununterbrochen' [GH-Nd'lustdt, mancherorts mittl. u. südl. VPf]. Der loßt sich liewer (erschder) e hoorich (fusserich) S. dorch de Arsch (dorchs Arschloch, dorch de Hinnere, dorchs Maul) ziehe, als wie er eem ebbes (en Penning) gebt, von einem Geizhals [ ZW-Hornb, mancherorts]. Der kennt aa nimmi uf 'm S. danze, von einem Betrunkenen [ KL-Reichb]. SprW.: Wen unser Herrgott am Sääl hat, den braucht mer nimmi ze stumbe [Heimatkalender Kaislt 1973 30]. Volksbr.: Bei Hochzeiten wird das aus der Kirche kommende Brautpaar durch ein über die Gasse gespanntes Seil aufgehalten und erst nach Abgabe eines Trinkgeldes o. ä. [Bd. 6, Sp. 38] wird der Weg freigegeben [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. a. 1550: hen wir geben vor sel zu sant Ulrich zu glocken [Wenz 291]. a. 1679: dem Seiler vor ... Seiler vndt wagengeschirr [GgHospR]. — Im Bes. a. 'Seil zum Niederbinden des Heubaumes' [mancherorts]; Zs.: Bind-, Ernte-, Heubaum-, Heu-, Rollen- 2, Wagen-, Wiesbaum-, Wiesen-, PfWB Windseil; Syn. s. PfWB Ernteseil. — b. 'Strohseil zum Zusammenbinden der Garben' [mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs.: Garben-, PfWB Strohseil. — 2. a. Maß für eine Getreidegarbe (mit einem Seil von vorgeschriebener Länge); vgl. PfWB Seil 1 b und DWB DWb. X, I 213 Seil 3bδ; um 1532: Der buttell soll auch inn meines hern beunnen (s. PfWB Beunde) genn, wilch frucht hant, vnnd soll zweyvnndfunfftzig seyll korens darinn nemen ongeferlich, die soll er heimschaffenn [PfWeist. 265 (KB-Dreis)]. — b. ' Teil des Zehnts'. »Der Mutterstadter Zehnte wurde dabei in gleichgroße Teile gegliedert und diese hinfort Seile (Saile, Seyle, Sayle usw.) genannt« [Eyselein 53, 165]. — 3. FlN, amtl. Im Seil [ KL-Enkb]. a. 1784: am Seil [BrPr. 184 Nr. 17 (KL-Enkb)]. Kann auch zu Seigel2, PfWB Seihel gehören. — 4. vgl. PfWB Stockseil. — RhWB Rhein. VIII 52 ff.; LothWB Lothr. 426 Säl; ElsWB Els. II 350; Eichhoff WA 51 'Springseil'; 74 'Bindfaden'. 1. 'Reben anbinden', sääle (slə) [NW-Haardt, Schandein Bav. IV,2 376], seele (sēlə) [Neustdt]. a. 1514: Item 12 ½ ß δ vor 15 tage zu seyln im wingarten zu berghußen [GgHospR 12]. a. 1514: vor 18 tage zu seylen im wingart uff der leymgruben [GgHospR 13]. a. 1531: ußgeben zu taglohn von den ... Weingartten ... zu schneyden, Richten Seylen Hakken, biß zum Herbst [GgHospR]. a. 1652: diesen Wingert zu seillen [GgHospR]. a. 1679: (Ausgaben für Weinbergsarbeiten) ... zu hacken ... zu Lauben ... zu Seilen [GgHospR]. — Bassermann-Jordan Weinbau 57 stellt das Wort zu lat. salix 'Weide'; vergleichbar Frings GermRom 64 f., Christmann Namen von Winzergeräten, in: Mitteilungsblatt der Rheinischen Vereinigung für Volkskunde 1950 59 und Alanne I 41, die das Wort ahd. salaha 'Weide', mhd. salhe, selhe 'Weide' zuordnen. Diese Etymologien beziehen sich auf die Weidenruten, mit denen die Reben angebunden werden. Dem entgegen ist das Wort nach Aufweis der oben zitierten historischen Belege und wegen des Stammsilbenvokalismus, der auf mhd. ei verweist, zu PfWB Seil zu stellen. So auch DWb X/1 220 seilen 3bββ die Reben seilen 'Winzerausdruck'; Schweiz. VII 759 seilen 1aγ 'Sachen, z. B. Getreidegarben mit einem Strohseil binden'; mhd. seilen 'mit einem Seil binden' ( Lexer Lexer II 857). — 2. vgl. PfWB verseilen. — 3. 'verhauen, verprügeln', sääle [Land]; Syn. s. PfWB verhauen. — 4. 'gehen' [ ZW-Bottb]; vgl. RhWB Rhein. VIII 55 seilen 2d 'herumschlendern'; Syn. s. PfWB schlendern. [Bd. 6, Sp. 39] Lyoner 70]. 1. 'wer berufsmäßig Seile herstellt', Sääler [ KL-Reichb], Seeler [ Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Seilmacher. RA.: Er hat merrem S. sei Dochter Hochzet gemach 'hat sich erhängt' [ KL-Reichb]. — 2. 'ungehobelter, nörglerischer Mensch', Sääler [ ZW-Mauschb]. — RhWB Rhein. VIII 56; LothWB Lothr. 426.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||