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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Sprüh-regen bis Sprung-fessel (Bd. 6, Sp. 367 bis 369)
 
Sprüh-regen, m.
Sprung, m.
Sprung-brett, n.
Sprung-deckel, m.
sprung-fähig, Adj.
Sprung-farren, m.
Sprung-fasel, m.
Sprung-feder, f.
Sprungfeder-matratze, f.
sprung-fertig, Adj.
Sprung-fessel, f.
Sprung-geld, n.
Sprung-gelenk, n.
sprung-haft, Adj.
Sprung-hengst, m.
sprüngig, Adj.
Sprung-ochse, m.
sprung-reif, Adj.
sprungs, Adv.
Sprung-seil, n.
Sprung-stand, m.
sprung-weise, Adv.
Sprunkert, n.
sprusen
sprusig
Sprutz, m.
Sprutzel-wasser, n.
Sprutz-tuch, n.
Spuchtel, m.
Spuchtel-macher, m.
Spuchtement, n.
Spüchtement, n.
Spuchten, m.
Spüchten, m.
Spuchten-franz, m.
Spuchten-macher, m.
Spüchten-, m.
Spuchten-macherei, f.
Spuchten-michel, m.
Spuchtes, m.?
Spucke, f.
spucken1, schw.
spucken2
Spuck-hafen, m.
Spuk, m.
spuken, schw.
Spuker, m.
Spukes, m.
Spukes-macher, m.
Spuksel, n.
spukseln, schw.
Spukte
Spuktenmacher
Spül-bank, f.
Spül-brenke, f.  (n.)
Spül-brühe, f.
Spül-bütte, f.
Spule, f. m.
Spulen, f. m.
spulen, schw.
spülen, schw.
Spuler, m.
spulgen, schw.
Spül-hafen, m.
Spülich, m.
spulieren, schw.
Spül-kanne, f.
Spül-kant, f.
Spül-kübel, m.
Spül-lumpen, m.
Spüllumpen-fresser, Pl.
Spüllumpen-suckler, Pl.
Spüllumpen-zuckler, Pl.
Spül-maschine, f.
Spul-rad, n.
Spül-schüssel, f.
Spül-schwenke, f.
Spül-sprenke, f.
Spül-stande, f.
Spül-tisch, m.
Spül-trog, m.
Spül-tüpfen, m.
Spül-wanne, f.
Spül-wasser, n.
Spülwasser-brühe, f.
Spülwasser-schüssel, f.
Spul-wurm, m.
Spül-zuber, m.
Spund1, m.
Spunden1, m.
Spund2, m.
Spund3
Spund-axt, f.
Spund-daube, f.
Spunden1
Spunden2, m.
spunden, schw.
Spunden-bohrer, m.
spunden-faul, Adj.
Spunden-loch, n.
   Sprüh-regen m.: 'feiner, leichter, nieselnder Regen', Sprühreje [ PS-Geisbg FR-Tiefth].
 
  
Sprung m.:
1.
a. 'rasche Bewegung nach vorne durch kräftiges Wegdrücken von der Unterlage', Sprung (bruŋ) [mancherorts, Christmann Kaulb 19 Henn Mda.-Int. 111 Karch Gimmdg/Muttstdt 55 Mang 109 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 56 Buffington-Barba Penns 158 Lambert Penns 140 Krämer Gal 204], Sprunk (bruŋg) [lothr. SWPf]; Pl. Spring (briŋ) [Verbr. wie Sg., Mang 112 Krämer Gal 204]; Dim. Springel [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Satz 6; Zs.: Advokaten-, PfWB Bei-, PfWB Bock-, PfWB Vor-, PfWB Füllen-, PfWB Hasen-, PfWB Kopf-, PfWB Luft-, Risen-, PfWB Seitensprung; e Sp. mache [Krämer Gal 204]. Der Gaul hot en Sp. gemacht [ BZ-Dernb]. Die Turner sin fertich zum Sp. [ BZ-Dernb]. Üwwer denne

[Bd. 6, Sp. 368]
Graawe musch een großer Sp. mache [ PS-Erfw]. Mit Ringelreihe, Dänz un Spring [Münch Werke II 258]. RA.: Spring mache 'über die eigenen Verhältnisse leben' [ NW-Hardbg]; dumme Spring mache 'unsinniges Zeug treiben' [ KB-Marnh]; uffem Sp. stehe (sein) 'bereit sein zum Aufbruch, zur Tat' [ FR-Bockh]. Er macht Spring wie e Gääßbock [ LU-Opp]. Jetz esch er uf em Sp. 'Nun ist er auf der richtigen Fährte' [ BZ-Dernb]. Helf em uf den Sp. 'Hilf ihm, die Sache richtig zu durchschauen' [ BZ-Dernb]. Der kann kä große Schpring mache 'Er muß sehr sparen' [Krieger 45]. Die Spring sin vorbei 'So kann man das nicht mehr machen' [ LU-Limbghf]. Do helfe alle Spring nix 'Da ist alle Mühe vergebens' [ KU-Schmittw/O]. Er macht Spring hin un her 'Er sucht allerlei Ausreden, Ränke, Schliche' [ KU-Schmittw/O]. Ja, demm vergehn die Spring 'wird sich wundern' [Braun Neckn. 271]. Das is e Sp. ins Dunkele 'Das ist eine Sache mit ungewissem Ausgang' [ KU-Schmittw/O]. Der macht scheene Spring 'Der macht unbegreifliche Sachen' [ LU-Altr]. Der esch immer uf em Sp. 'Er ist immer in Eile' [ BZ-Dernb]. Der werd kän grouße Sp. mehn mache, sein greeschde Spring hot der gemacht 'Er ist sehr alt' [BZ-Dernb, Klein Prov. 164]. Die greeschde Spring hummer gemacht 'Wir haben die längste Zeit gelebt' [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'Besuch von kurzer Dauer, meist von keiner großen Entfernung' [ LU-Altr]; Zs.: PfWB Katzensprung. Ich geh uf en Sp. zum Nochber [ RO-Obd]. Er esch noch uf en Sp. zu uns kumm [ BZ-Dernb]. —
2. 'Deckakt der Tiere' [ FR-Bockh LU-Altr]; vgl. PfWB sprengen 3, PfWB springen 1 b. Der Gaul hat beim dritte Sp. erscht ufgenumm 'Die Stute ist erst beim dritten Deckakt trächtig geworden' [ RO-Obd]. Der Farren esch gezogen for uf de Sp. 'Der Stier soll der Zucht dienen' [ BZ-Dernb]. —
3. 'Riß oder Spalte durch Aufplatzen, durch einen Stoß', in Geschirr, im Gestein [verbr. ges. Pf]; Zs.: PfWB Felsensprung; e Sp. im Felse [ HB-Nd'bexb], im Schädel [Frankth]. Der Felsen hot e Sp. geschlaa [ KU-Heinzhs]. Die Wand hat en Sp. [ LA-Herxh]. De Staan (Stein) hor 'n Sp. [ RO-Rehborn]. Kän Tass meh ohne Sprung, de Kaffee angebrennt [Kraus Putscheblum 59]. RA.: Mei' Herz krieht Spring 'bin betrübt' [Schneider Dillje 74]. —
4. FlN. amtl. und mda. im Sprung [ PS-Dahn]; vgl. PfWB Spring, PfWB Springe; Zs.: PfWB Ein-, PfWB Hasen-, PfWB Hirsch-, PfWB Husaren-, PfWB Jungfern-, PfWB Roß-, PfWB Schneckensprung; s. E. Christmann: Flurnamen der Pfalz und ihrer Nachbarschaft. In: Beiträge zur Namenforschung. NF. 7/1972 Heft 1 S. 33/34. a. 1747: im sprung, Acker [SpeyHochst. 3481, Bl. 5v (PS-Dahn)]. — RhWB Rhein. VIII 447 ff.; LothWB Lothr. 490; ElsWB Els. II 560; DWB DWb. X, II,1 190 ff.
 
   Sprung-brett n.:
1. 'die federnde Absprunghilfe beim Turnen', Sprungbrett [ BZ-Dernb, mancherorts]. —
2. übertr. 'der günstige Ausgangspunkt für eine bessere (berufliche) Position' [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb]. — RhWB Rhein. VIII 450. — -deckel m.: 'der Deckel der Taschenuhr, der nach Lösen einer Feder

[Bd. 6, Sp. 369]
aufspringt', -deckel [ KU-Schmittw/O RO-Odh NW-Frankeck].
 
  
sprung-fähig Adj.: 'zum Deckungsakt bereit', bes. vom Stier, seltener von der Kuh gesagt, sprungfeehich (ˈbrunŋ̩fēiχ) [ KU-Schmittw/O Frankth LU-Alsh]; vgl. PfWB sprungfertig, PfWB -reif und K. 364; Syn. s. PfWB stierig. De Farre ('s Rind) is sp. [ LU-Alsh]. In der Zeitung wird ein sprungfähiger Fassel zum Verkauf ausgeschrieben [Frankth]. RhWB Rhein. VIII 450; DWB DWb. X, II,1 204.
 
  
Sprung-farren m.: 'der Zuchtstier', Sprungfarre [ KU-Schmittw/O ZW-Dietriching KL-Lind]; Syn. s. PfWB Farren 1. — -fasel m.: 'der Zuchtstier', -fassel (-fasəl) [ ZW-Dietriching KL-Hütschhs Frankth LU-Opp]; Syn. s. PfWB Farren 1. — -feder f.: 'die elastische Stahlspirale in der Matratze', -ferrer (-fęrər) [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. PfWB Springfeder 1, PfWB Stahlfeder 2. Sprungfeddre stehn in die Heh, dricke off s'Krejz, in die Bän [Kraus Putscheblum 55]. RhWB Rhein. VIII 450.
 
  
Sprungfeder-matratze f.: 'die Schlafunterlage mit elastischen Stahlspiralen', Sprungferrermadratz [ BZ-Dierb].
 
  
sprung-fertig Adj.: 'zum Deckungsakt bereit', bes. vom Stier, seltener von der Kuh gesagt, sprungferdich [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb]; vgl. PfWB sprungfähig, PfWB -reif und K. 364; Syn. s. PfWB stierig. De Farren esch sp. [ BZ-Dernb].
 
  
Sprung-fessel f.: 'der Strick um die Vorderbeine eines Tieres, der nur kleine Schritte erlaubt', angewandt beim Führen wilder Bullen über die Straße oder beim Weiden der Rinder, Sprungfessel [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Sprungseil. —