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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Spinner bis Spinnrädels-markt (Bd. 6, Sp. 292 bis 294)
 
Spinner, m.
Spinnerei, f.
Spinnerin, f.
Spinn-gewebe
Spinn-haus, n.
spinnig, Adj.
Spinn-kopf
Spinn-kranz, m.
Spinn-lappen
Spinn-rad, n.
Spinnrädels-markt, m.
Spinn-reihe, f.
Spinn-rocken, m.
Spinn-seide, f.
Spinnsel, m.
spinnsen
spinnsig
Spinn-stecken, m.
Spinn-stube, f.
Spinnstuben-recht, n.
Spinn-webe
Spinn-wirtel, m.
Spinn-wurzel, f.
Spint, m.
spintisieren, schw.
Spint-wurm, m.
Spinz
Spinzeler
spinzelig
Spion, m.
spionen, schw.
spionieren, schw.
Spionierer, m. f.
Spioniererin, m. f.
Spiral-bohrer, m.
Spirale, f.
Spiral-feder, f.
Spiranzel
Spirit, m.
Spiritus, m.
Spirkel
Spirkel-bach, f.
Spital, n.  (m.)
Spital-brunnen, m.
Spitäler, m.
Spital-fratze, f.
Spital-garten, m.
Spital-gasse, f.
Spital-halde, f.
Spital-kirche, f.
Spital-meister, m.
Spital-mühle, f.
Spital-straße, f.
Spital-stück, n.
Spital-suppe, f.
Spital-wiese, f.
Spittel1
Spittel2, m.
Spittel-reihe, f.
Spitz, m.
spitz, Adj.
Spitz-acht, f.
Spitz-acker, m.
Spitz-arsch, m.
spitz-arschig, Adj.
spitz-ärschig, Adj.
Spitz-bart, m.
Spitz-bauch, m.
Spitz-bickel, m.
Spitz-blatt, n.
Spitz-bohnen, Pl.
Spitzbohnen-kaffee, m.
Spitz-bohrer, m.
Spitz-bube, m.
spitz-buben, schw.
Spitzbuben-auge, n.
Spitzbuben-bart, m.
Spitzbuben-fänger, m.
Spitzbuben-geschäft, n.
Spitzbuben-gesellschaft, f.
Spitzbuben-gesicht, n.
Spitzbuben-glas, n.
Spitzbuben-knopf, m.
Spitzbuben-krämer, m.
Spitzbuben-laden, m.
Spitzbuben-licht, n.
Spitzbuben-maul, n.
Spitzbuben-mensch, n.
Spitzbuben-pfeife, f.
Spitzbuben-rabe, f.
Spitzbuben-sack, m.
Spitzbuben-säckel, m.
Spitzbuben-tier, n.
Spitzbuben-wirt, m.
Spitz-buberei, f.
Spitzbuberei-händler, m.
Spitzbuberei-kram, m.
Spitzbuberei-krämer, m.
Spitzbuberei-laden, m.
Spitzbuberei-ware, f.
   Spinner m.:
1.
a. 'wer Fäden spinnt, ein Gespinst anfertigt', Spinner [ LU-Oggh], kaum gebr., meist nur zur Bez. von Spinnraupen in den Zs.: PfWB Reben-, PfWB Ringel-, PfWB Schwammspinner. —
b. 'Wickelranke' [Lambert Penns 140]. —
2. 'Mensch mit sonderbaren, verrückten Ideen und entsprechendem Benehmen', auch Schimpfw. [verbr., Thielen 105]. Du Sp.! [ KU-Diedk]. So e Sp.! / Der iss dodal verrickt! [Damm Dreifaltichkäät 38]. Mer sin kee Hoschpes un kee Spinner [Münch Werke II 374]. —
3. Neckname für die Bewohner von RO-Obd, Owerdorfer Spinner [ RO-Als]. — RhWB Rhein. VIII 362; LothWB Lothr. 487; ElsWB Els. II 544; WKW 11.
 
  
Spinnerei f.:
1.
a. 'abendliche Zusammenkunft zum gemeinsamen Spinnen', Spennerei [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Spinnstube. —
b. 'Betrieb, in dem Garne, Wolle usw. gesponnen werden', Spinnerei [Kaislt]. —
2. 'verrücktes, närrisches Tun' [vereinzelt]. Der hat nor Spinnereie im Kopp [Kaislt]; Syn. s. PfWB Narrheit. — RhWB Rhein. VIII 362; LothWB Lothr. 487.
 
 
Spinnerin f.: 'Frau, die Wolle, Hanf, Flachs spinnt', Spinnerin [Grünenwald 26 Don-Gottlob Liebl]. SprW.: Is die Sp. a faul un krank, hot se uf Martini doch e Strang. (Is se awwer fleißich, hat se Sticker dreißich) [ Don-Liebl, Gottlob].
 
 
Spinn-gewebe s. PfWB Spinnengewebe. — -haus n.: 'Haus, in dem man zum gemeinsamen abendlichen Spinnen zusammenkommt', Spinnhaus [KU-O'staufb]; vgl. PfWB Maihaus 1, PfWB Spinnstube.
 
  
spinnig Adj.: 'mannstoll'; e spinniches Weibsbild [ KU-Ginsw]; Syn. s. PfWB mannstoll. RhWB Rhein. VIII 363 and. Bed.
 
 
Spinn-kopf s. PfWB Spinnenkopf. — -kranz m.: 'Kreis von Mädchen, Frauen, die sich zum gemeinsamen abendlichen Spinnen treffen', Spinnkranz [Schandein Bav. IV,2 363 Stoll 41, 198]; vgl. PfWB Spinnstube. — -lappen s. PfWB Spinnenlappen. — -rad n.:
1. 'Gerät zum Spinnen von Wolle, Hanf, Flachs', wichtigste Bestandteile sind ein Fußtritt, mit dem über eine Kurbelstange (vgl. PfWB Knecht 2 b α) das Schwung- und Antriebsrad in Bewegung gehalten wird. Von diesem aus wird über einen Treibriemen (vgl. PfWB Saite 2) die Spule mit den Flügeln angetrieben, auf der sich der gesponnene Faden aufwickelt. In der Pf finden sich zwei Haupttypen, bei dem einen, langgebauten, befindet sich die Spule neben dem Schwungrad (vgl. PfWB Geiß 3 a, PfWB Schubkarch 2 a), bei dem anderen, hochgebauten jedoch über dem Schwungrad (vgl. PfWB Bock 4 f, PfWB Schleifstein 2); vgl. Abb. 90 a und b, Spinnrad, -radd [verbr., Lambert Penns 140 Krämer Gal 202], Spenn- [mancherorts SOPf westl. WPf], Pl. -räder, -rärer, -rädder, -rärrer, Verbr. der einzelnen Formen wie PfWB Rad. Bei dem flackeriche Feierlicht hann dann die

[Bd. 6, Sp. 293]

Alte ehr Spinnrärrer schnurre losse [Schneider Singersepp 9]. Was iss dann dess heut mit meim Spinnerad? Dess geht jo gar nett erum! [Kühn Kumödi 73]. RA.: Dem sei Maul geht wie en Spinnrä- rel (Dim.), von einem Geschwätzigen [ PS-Erfw]. Die is so derr wie e Sp., von einer sehr Mageren [ LU-Opp]. Sie nimmt ein wie e Sp., wohl vom Bild des Spinnrades, das fortwährend Spinngut einzieht und aufwickelt [Schandein Sprachsch. 65 Hebel 17]. Volksgl.: »Wer in der Weihnachtszeit oder gar an einem Adventssonntage geboren ist ... hört auch wie an Samstagabenden die Spinnräder der Geister schnurren, ganz besonders auch am Heiligen Abend« [PfMus. 1889, 68]. a. 1761: Ein Köst (Kiste) habe die sembtl. Geschwister der Jüngste Schwester Catarina ohne Vergeltung zukommen laßen, gleich einem Spinnrath [LeinGbl. 1911 75 (RO-Gonb)]. —
2. Neckname für die Bewohner von Kaiserslautern (wegen der dort bis 1984 existierenden Spinnerei), nur Dim. Pl. Spinnrädcher [Pirmas]. — Rhein. VIII

[Bd. 6, Sp. 294]
357/58; LothWB Lothr. 487; ElsWB Els. II 232.
 
  
Spinnrädels-markt m.: ehemaliger Name des Andreasmarktes, Spinnrädelsmarkt [ ZW-Walshs].