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Zwiebel bis Zwieb(e)ler (Bd. 6, Sp. 1744 bis 1749) | |||
Zwiebel, f. Zwiebel-acker, m. Zwiebel-bahn, f. Zwiebel-beet, n. Zwiebel-blume, f. Zwiebel-bock, m. Zwiebel-bord, n. Zwiebel-brett, n. Zwiebel-brühe, f. Zwiebel-brut, f. Zwieb(e)ler, m. Zwiebel-füllsel, n. Zwiebel-gasse, f. Zwiebel-geschmälzte, Pl. Zwiebel-gesichter, Pl. Zwiebel-hacke, f. Zwiebel-händler, m. Zwiebel-haut, f. Zwiebel-hengst, m. zwiebelig, Adj. Zwiebel-kam, ON Zwiebel-könig, m. Zwiebel-kopf, m. Zwiebel-korb, m. Zwiebel-kratze, f. Zwiebel-kuchen, m. Zwiebel-mädchen, n. Zwiebel-markt, m. zwiebeln, schw. Zwiebel-nase, f. Zwiebel(n)-bauer, m. Zwiebel(n)-esser, m. Zwiebel(n)-land, n. Zwiebel-patscher, Pl. Zwiebel-peter, m. Zwiebel-röhre, f. Zwiebel-saft, m. Zwiebel-salat, m. Zwiebel-samen, m. Zwiebel-schale, f. Zwiebel-schlotte, f. Zwiebelschlotten-land, n. Zwiebel-soße, f. Zwiebel-stück, n. Zwiebel-suppe, f. Zwiebel-tee, m. Zwiebel-tunkes, n. Zwiebel-turm, m. zwiebel-zwerch, Adj. Zwiechen, m. zwie+-fältig, Adj. zwie-genäht, Adj. Zwie-gespräch, n. Zwie-licht, n. Zwie-schoppen, m. Zwiesel, m., n. Zwie-spalt, m. zwie-spältig, Adj. Zwie-tracht, f. zwie-trächtig, Adj. Zwilch zwillern, schw. Zwillich, m. zwillichen, Adj. Zwillich-hose, f. Zwillich-kittel, m. Zwillich-kleid, n. Zwillich-mutzen, m. Zwillich-sack, m. Zwilling, m. Zwillings-ähre, f. Zwillings-bruder, m. Zwillings-quetschen, Pl. Zwillings-schwester, f. Zwing-auf, m. Zwing-baum, m. Zwinge, f. Zwingel, m. Zwingel-bühl, m. zwingen, st. Zwinger, m. Zwinger-platz, m. Zwing-mich, m. Zwing-weiler, ON Zwinken, m. zwinkern, schw. Zwinser(t), m. Zwirbel, m. Zwirbeler, m. zwirbelig, Adj. Zwirbel-kopf, m. zwirbeln, schw. Zwirbel-wind, m. Zwirn, m. zwirnen, schw. Zwirn-wirbel, m. Zwischeling zwischen, Präp., Adv. zwischen-darin, Adv. zwischen-durch, Adv. | 1. a. 'die Lauchpflanze Allium cepa', Zwiwwel (dswiwəl) [verbr. ges. Pf außer NWPf u. SOPf, Altenhofer 13 Castleman Zwbr. 33 Glass 136 Höh 84 Hussong Kirkel 180 Juner 108 Karch Gimmdg/Muttstdt 59 Schneckenburger 23, 42 Wilde 279 Wilms Alph. 57 Lambert Penns 187 Krämer Gal 250], Zwewwel (dswewəl) [verbr. NWPf SOPf, Bertram § 75 Christmann Kaulb 14, 66 Heeger Südostpf. 9 Mang 99, 150 Müller Dietschw 74 Runck Hand 30], Zwiewel (dswīwəl) [mancherorts SWPf nördl. VPf PfId. 157], Ziwwel (dsiwəl) [ WD-Niedkch IB-Gersh Herbh Reinh PS-Schönau LU-Maud BZ-Schweig Schweighf Steinf GH-Scheibhdt], Zewwel [WD-Niedkch [Bd. 6, Sp. 1745] ![]() [Bd. 6, Sp. 1746] Aage [ LU-Alsh]. Nor Schnittlaach dran un recht viel Zwiwwele / e bissel Salz for dran ze riwwele [Krieger 47]. Mit Kimmel, Zwiwele un Salz, / es bescht Gemies en unsre Palz [Burgey Keschte 45]. Die Z. in de Pälzer Kich / is aach gesund, des sin kee Sprich [Wilms Land und Lewe 79]. T is far Z., en Appel im Grund; Der Geruch macht em ummechtig, der Gschmack macht em gsund [PennsDeitschEck 14. 9. 1935]. RA.: dick (rund) wie e Z. 'korpulent' [ LU-Opp]. Der kann in Zäskämm Zwewwele trere (Das Grüne der Zwiebeln wird umgetreten, damit die eigentlichen Zwiebeln ausreifen) [Hebel 20]. Die Eh' iss e Z., sie schmackt bitter un die Aage gehn em iwwer [Kühn Kumödi 10]. Ruf der Zeiskamer Händler: Zwäwle, Knowlich un Maraun / Soll ich's [Bd. 6, Sp. 1747] mol es raus daun? [Wilde 281]. BR.: Im Zeichen des Steinbocks gesteckte Zwiebeln werden »lauter Narren«: sie schießen ins Kraut anstatt in die Zwiebel [Carl Pfalz im Jahr 284]. Willscht Gerscht, Erbs un Zwiwwele dick, / dann sää se an Sankt Benedik (21. März) [Krieger 42]. Benedik macht die Zwiwwele dick [SP-Mechth »Neustadter Ggd.« (Wilde 281)]. Peter un Paul (29. Juni) macht die Zwiwwele faul [ LU-Alsh]. Volksgl.: En Weibsmensch därf zu Zeite 'während der Menstruation' ken Rettich oder Zwible esse, es macht sie krank [Fogel Beliefs Penns Nr. 1865]. Wammer vier Zwible namt (benamt) un legt sie oweds unners Bett oder unnich der Ofe, selli, wu mergets (morgens) ausgewachse is, hot der Name vum Mann as mer krigt [Fogel Beliefs Penns Nr. 184]. In der heiligen Nacht werden 12 Getreidekörner (= 12 Monate) in eine Z. gesteckt. Die Länge der ausschlagenden Keime deutet auf die Fruchtbarkeit des betreffenden Monates hin [ GH-Hatzbühl]; vgl. Sebastianszwiebel. Ein Mann will mit Hilfe von durchgeschnittenen Zwiebeln, die er in der Neujahrsnacht an das Fenster legt, die nassen und trokkenen Monate des kommenden Jahres voraussagen [ GH-Mindlach]; vgl. PfWB Zwiebelschale 2. E Deel, die traage juscht en Z., / Un sell is aa gewiss net iwwel (gegen Pocken) [PennsDeitschEck 13. 8. 1938, Fogel Beliefs Penns Nr. 1402]. Volksmed.: Gegen Augenleiden: e Z. drufgeleet, beißt's eweg [ ZW-Bechhf]. Gegen Insektenstiche: mit Z. einreiben, mit Essig abreiben [ NW-Wachh]. Gegen Warzen: Zwiwwele bähen und auflegen [RO-Sippf NW-Frankeck]. Mer schneidt en Z. in zwee, reibt die Warz mit de Sticker vun der Z., steckt sie noo widder zamme un vergrabt sie unner der Dachtraaft [Fogel Beliefs Penns Nr. 1675]. Gegen schlecht heilende Wunden: Man geht zu einer bestimmten Frau. Diese nimmt eine Z., fährt damit über die Wunde. Dann legt sie die Z. unner de Dach. Wenn die Z. verfault ist, ist auch die Wunde geheilt [ KU-Lohnw, KL-Fischb]. En weißi Z., des iss g'sund, / Die ziegt der's Gift aus jedrer Wund [Birmelin Penns Gezw. 67]. Gegen Würmer: a. 1577: Die alten Weiber schneiden die rohen Zwibeln inn frisch brunnen wasser, lassens vber nacht stehen, den andern tag geben sie gemelt wasser den Kindern z trincken, das tödet vnd treibet gewaltig die Splwürm [Bock Kreutterbuch 263v]. »Zwiebel, roh und nüchtern gegessen, bilden ein Mittel gegen Würmer« [KL-Ottbg (Wilde 282)]. Gegen Zahnschmerz: e Zwiwwelche in de hohle Zahn stecke [ KB-Zell]. Spottvers auf Juden (um 1930): Wärener g'bliwwe in Ächibde (Ägypten), häddener g'habt Zwiwwlich (Dim. Pl.) un Knowwlich die Masse [ LU-Opp]. Rätsel von der Z.: Schulze Mahd vun Bacharach / hot e Ding mit neun Gefach; / m'r kann e Pund Salz nein reiwe / un kann ehr 's Beiße net vertreiwe [Hebel 121]. Es wachst im Garde, / hott viele Häute, / beißt alle Leute [Hebel 120]. Kinderpredigt: Hier steh ich uf de Kanzel / un prellich wie e Amschel / aus de dicke Bibel / vun [Bd. 6, Sp. 1748] Maria Z. [ KU-Bedb]. a. 1444: Item 4 frauwen uß dem dal hant zwiebeln helfen geden (jäten) [KellR Lichtenberg bei Kus]. a. 1521: 2 mltr. zwebbeln [LandsbgKellR]. a. 1521: zwobeln zu graben zu jeden vnd in zu ziehen [GgHospR]. a. 1577: Die besten Zwibelen inn vnserem Land seind rund, vnnd von farben rot [Bock Kreutterbuch 262v]. — b. Z. als Anlaß für Neckname u. Neckverse für die Bewohner von GH-Zeisk: Zeiskämer Zwiwwel [ GH-Zeisk Germh], von KB-Einsth [ KB-Weihf]. »Bekannt ist ja das fruchtbare Kraut- und Gartenland von Lustadt und Zeiskam, in dem neben Knowloch un Maraun auch die Zwewle üppig gedeihen. Die neidischen Nachbarn heißen die Bewohner dieser Gauorte deshalb Zwewwelhengscht und den Zeiskamern zum Spott singen sie die bekannte Parodie: O Zeskem, o Zeskem, / du ligscht so noh am Wald, / die Zwewwle sin verfrore, / fer de Knowlich esch's zu kalt« [F. Heeger in: Feierowend 1954 Nr. 17 S. 1, KU-Diedk GH-Nd'lustdt Hebel 94 PfL (Landauer Anzeiger) 14. 10. 1933 Wilde 281]. Var.: O Zeskam, o Zeskam, / Du wunnerschener Ort, / Darinne gibts viel Zwiwwle, / De Knowloch stinkt aach dort [PS-Rodalb (Wilde 281)]. Zeeskäm phlanzed in de Gärde / Zwiwle, Gnowloch, Gälerübe [Vogel 148/ 49]. — 2. in weiteren Pflanzennamen. a. 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', Gifdichi Zwiwwel [GH-Neubg Wilde 103]; Zs.: PfWB Toten-, PfWB Juchten-, PfWB Oktoberzwiebel; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. — b. Weitere Zs.: PfWB Dullen-, PfWB Gladiolen-, PfWB Meer-, PfWB Sauzwiebel. — 3. übertr. nach der Zwiebelform. a. 'dicke, breite Nase' [mancherorts ges. Pf Kühn Kumödi 2 Wilde 281]; Syn. s. PfWB Nase I 1. Aa mancher Name steht ihr gut: Gurk, Gummer, Zinke, Giwwel, / ... / Rieb, Knolle, Grumbeer, Z. [Wüst 79]. — b. 'ein nestartiger Haarknoten aus einem gedrehten und aufgesteckten Haarstrang' [verbr., Kamm 71 Wilde 281]; vgl. PfWB Zopf 1 a; Zs.: PfWB Haarzwiebel. Die hot e dick Z. uffem Kopp [ KU-Schmittw/O]. De Deiwel krallt sich in ihr Zepp / Un in ihr Zwiwwle uf de Kepp [Münch Werke I 90]. — c. 'kugelförmiger Teil des (barocken) Kirchturmes' [ KL-Fischb]. — d. 'besonders dicker Klicker' [ LA-Mörzh]; Syn. s. PfWB Schießklicker. — 4. 'Taschenuhr', bes. wenn sie falsch oder nicht geht [verbr., Hussong Kirkel 180 PfId. 157 Thielen 126 Wilde 281 Wilms Alph. 57]; vgl. PfWB Sackuhr, PfWB Uhr 1 a. Die alt Z. geht nimmi! [ LU-Assh]. Wiffel (Wieviel) Uhr hoschde uf deiner Z.? [KU-Schmittw/O, Bernhard 195]. Guck emol uff dei Z. [Krieger 47]. RA.: Die Z. is von Dumbach (Tombak, Dummbach) [Krieger 47]. Die Z. geht nom Mond [Thielen So rerre mer 129]. — 5. a. 'eine alte Frau' [ NW-Geinsh]. — b. 'rothaariger Mensch', rori Z. [ NW-Lambr Neidfs]. — RhWB Rhein. IX 902 ff. u. K. IX 8; LothWB Lothr. 559 Ziwel; ElsWB Els. II 890 Zibel(e); FrkSA K. 5. [Bd. 6, Sp. 1749] diente dem Transport der Zeiskamer Zwiebelernte, -bahn [KU-Schmittw/O Wilde 283]. — -beet n.: 'Gartenbeet für den Zwiebelanbau', -beet [vereinzelt]. — -blume f.: 'aus einer Blumenzwiebel gezogene Zierpflanze', bes. Amaryllis, Tulpe, Gladiole, Hyazinthe, -blum [vereinzelt Krämer Gal 250]. — -bock m.: 1. 'samentreibender Zwiebeltrieb', -bock [ KU-Schmittw/O]; Pl. -beck [KB-Otth (Wilde Notizen)]. — 2. Neckname (nur im Pl.) für die Bewohner von FR-Eppst [ FR-Eppst], von FR-Lambsh [Wilde 281], von FR-Flomh u. FR-Maxd [FR-Flomh Frankth Lambsh Studh LU-Oggh Hebel 89 Feierowend 1954 Nr. 17 S. 1]. — -bord n.: 'Regal zum Lagern der Zwiebeln', -bord [ KU-Brück]. — -brett n.: 'Brett, auf dem man Zwiebeln schneidet', -brett [ KB-Kerzh]. — -brühe f.: 1. 'Soße mit Zwiebeln', -brih [ KU-Bedb LU-Opp NW-Kallstdt]. — 2. Neckname für die Bewohner von KB-Einsth: Zwiwwelbrih [ KB-Albish Bubh Einsth Harxh Stett Zell]. — -brut f.: 'kleine Brutzwiebeln, z. B. an Lilien', -brut [ KU-Schmittw/O]. 1. 'wer in großer Menge Zwiebeln anbaut, bes. in der Gegend um GH-Zeisk', Zwewler [Wilde 280]. — 2. 'wer andere quält', Zwewweler (dswewelər) [ KU-Schmittw/O].
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