| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Zünd-holz bis Zunft-buch (Bd. 6, Sp. 1680 bis 1682) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Zünd-holz, n. Zünd-hütchen, n. Zünd-kerze, f. Zünd-pfanne, f. Zünd-schnur, f. Zünd-strick, m. zu-nehmen, st. zu-neiningen, Adv. zu-nesteln, schw. Zunft, f. Zunft-buch, n. Zunft-geld, n. Zunft-haus, n. zünftig, Adj. Zunft-meister, m. Zunft-stube, f. Zunge, f. züngeln, schw. Zungen-band, n. Zungen-bein, n. Zungen-blase, f. Zungen-drescher, m. Zungen-fehler, m. zungen-fertig, Adj. zungen-fix, Adj. zungen-gewandt, Adj. Zungen-krebs, m. Zungen-liese, f. Zungen-lutscher, m. Zungen-poche, f. Zungen-schlag, m. Zungen-schläger, m. Zungen-schnellerer, m. Zungen-spitze, f. Zungen-wurst, f. Zungen-zieher, m. zu-nicken, schw. zu-nucken, schw. zunig, Adj. Zunken Zunsel, f. zu-oberst, Adv. zu-öberst, Adv. zu-packen, schw. zu-pappen, schw. zu-paß, Adv. zu-patschen, schw. zu-pechen, schw. zu-peilen, schw. zu-petschieren, schw. zu-pfahlen, schw. Zupfel-bajaß, m. zupfeln, schw. züpfeln, schw. zu-nucken zupfen, schw. Zupfer, m. Zupferei, f. zu-pfetzen, schw. Zupf-haube, f. zu-pflästern, schw. zu-pinseln, schw. zu-pitschieren zuppern, schw. zu-putzen, schw. zu-räh, Adj. Zu-rand, m. zu-raten, st. zu-recheln, schw. zurechnungs-fähig, Adj. zurecht-kommen, st. zurecht-legen, schw. zurecht-machen, schw. zurecht-rücken, schw. zurecht-setzen, schw. zurecht-stellen, schw. zu-reden, schw. zu-reiben, st. zu-reichen, schw. zu-reifen, schw. zu-reisen, schw. zu-rennen, schw. Zures zu-richten, schw. Zuricht-stube, f. zu-riegeln, schw. zürnen, schw. Zurrand Zurrl Zurr-stange, f. zu-rück, Adv. zurück-bäffen, schw. zurück-bezahlen, schw. zurück-bläffen, schw. zurück-blasen, st. zurück-bleiben, st. zurück-brennen, schw. zurück-bringen, st. zurück-drehen, schw. zurück-drücken, schw. | 1. 'kleine Zündkapsel zum Entzünden einer Pulverladung', Zindhietche, -hiedel [mancherorts], Zinntietche, Zinntiedel [vereinzelt]. Frieher, wie ma alsemool Reijwer un Schonndarm gespielt honn, honnich e Browwing 'Pistole' medd Zinntietche gehaad [IB-Ensh (Glass 135)]. — 2. a. 'kleiner Hut' [ ZW-Bechhf]. — b. 'Kopf' bzw. 'Nase' in Drohungen: Ich haach der uf's Z. [ LU-Neuhf, PS-Zesbg Pirmas]. — 3. 'leicht aufbrausende Person, Hitzkopf' [ SP-Berghs]. — RhWB Rhein. IX 868. — -kerze f.: 1. 'Vorrichtung in Motoren, die durch elektrische Funken das Kraftstoffgemisch entzündet', -kerz [mancherorts]. — 2. 'Nase', scherzh. [ RO-Hochst KL-Wörsb]; Syn. s. PfWB Nase I 1. Dem han ich uf die Z. geschlaa, daß [Bd. 6, Sp. 1681] die Funke gefahr sinn [ KL-Wörsb]. — -pfanne f.: 1. 'mit Pulver gefüllte Vertiefung an Steinschloßgewehren, in der der Funke das Schießpulver zündet', veraltet, Zindpann [LA-Venn, Lambert Penns 184, PennsDeitschEck 12. 7. 1947], Zinnpann [ LA-Venn]. RA.: 's kummt net uf die Zinnpann 'Das ist nicht der Rede wert' [Fogel Prov. Penns Nr. 1881]. — 2. 'Kopf' bzw. 'Nase' in Drohungen: Ich schlag d'r uf die Zinnpann [Hebel 33, vereinzelt]. — -schnur f.: wie schd., Zinnschnur [ LA-Venn]. — -strick m.: 'Lunte'. a. 1597: wan sie die Hacken 'Hakenbüchsen' laden, daß keiner kein bleienj kugell laden soll, sonder erdenj kugeln, auch nit mit schwam schissen sondern mit zinstricken [SSp Fasz. 636 Kriegs- und Militärwesen]. 1. 'sich an Gewicht, Abmessungen, Anzahl, Dauer vergrößern', zunemme [verbr., Lambert Penns 185 Krämer Gal 249]. 's Kind nimmt zu 'wächst, wird kräftiger' [ KB-Kriegsf]. De Mond nimmt zu [NW-Kallstdt, verbr.]. 's es zunemmend Licht, dass. [ RO-Bistschd, Duchr KB-Harxh FR-Beindh Bockh NW-Kallstdt Ruppbg Ungst Wachh GH-Leimh], de zunemmende Schein, dass. [NW-Duttw, mancherorts VPf]. Die Daa nemme zu 'werden länger' [RO-Dielkch, verbr.]. Ich mään als, du hättsch e bißje zugenumm, zu jemandem, den man länger nicht gesehen hat [ KL-Ottb]. RA.: Der nemmt zu, scherzh. bei geschwollener Wange [Kus]. Du nemmsch zu wie e Abreißkalenner (im Dezember), iron. 'Du nimmst ab' [Kaislt, mancherorts], wie e Schleifstään, dass. [ HB-Kirrbg]. BR.: Beim zunemmende Schein (Mond) gebt's besser Wedder [ LA-Freimh, KB-Mauchh LU-Altr]. Grummbiere blanzt mer im zunemmende im Leeb 'Sternbild Löwe' [Fogel Beliefs Penns Nr. 942]. Volksmed.: Der bloo Huschde dauert 18 Woche, 9 Woche nemmt er zu un 9 Woche ab [ PS-Erfw]. Brauchformel: Was ich seh, soll abnemme, un was ich streich, soll z. [ LU-Friesh]. Volksgl.: Hoor losst mer immer im Zunemmende abschneide [Fogel Beliefs Penns Nr. 1826]. — 2. 'beim Stricken zusätzliche Maschen aufnehmen' [verbr.]. Am Rand muschde sechs Masche z. [Kaislt]. — RhWB Rhein. VI 137. — -neiningen Adv.: 'eigens, absichtlich, zum Trotz', senäninge [Bayer Hackm. 66]; vgl. PfWB zuleids. Er wäß, das Raache kenn ich nit verbutze; jetzt raacht er grad s. [Bayer Hackm. 66]. — -nesteln schw.: 'zuschnüren', zuneschdele [ IB-Blieskst], -nischdele [Kaislt]. So faul, fer sich die Schuhbennel zuzenischtele [Damm Schoggelgaul 46]. 1. 'Zusammenschluß von Handwerkern, Kaufleuten', Zunft [vereinzelt], meist nur zum Beschreiben historischer Zustände (vgl. Becker Vk. 243, 272; M. Cappel: Die Landzünfte im Eßweiler Tal, in: Westrich-Kalender Kusel 1996 55 ff.); Zs.: PfWB Binder-, PfWB Fischer-, PfWB Kannen-, PfWB Kürschner-, PfWB Reb-, PfWB Schmiedezunft. Wer kennt dann heit noch die Zunft vun dene Facharweider? [Kröher Lyoner 89]. Ende 14. Jh.: Diz sint der zunfte [Bd. 6, Sp. 1682] penen 'Strafen' [StArch. Kaislt Zunftordnung]. Ende 14. Jh.: Item wer geswerzet werg machet, de(r) verluset 'verliert' sine zunft [StArch. Kaislt Zunftordnung]. a. 1446: in der zonfft vnd bruderschaft [Kuseler Chronik. Zunftordnung]. a. 1481: dieser ordenunge vnd zonfft züm besten hanthaben [ZweibrUrkb. 77]. — 2. a. 'Gesellschaft'. Kletterer, des war immer e besondri Z. [Kröher Lyoner 125]. — b. 'verächtliche Gesellschaft, Sippschaft'; die ganz Z. [ KU-Eschau]; Syn. s. PfWB Gesindel. — RhWB Rhein. IX 869.
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||