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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Zeil-weck bis Zeiskam (Bd. 6, Sp. 1569 bis 1570)
 
   Zeil-weck m.: 'Wasserweck', Zeilweck [ RO-Feilbg].
 
  
Zeine f.: 'Korb, Weidengeflecht, geflochtener Wagenaufsatz', Zeen (dsēn) [KL-Trippstdt Schandein Sprachsch. 50], Zahn [Klein Prov. 241], Zähne [Kleeberger 121], Zoon [ Gal-Josbg], bis etwa Anf. des 20. Jh. gebräuchlich [ KL-Trippstdt]; vgl. PfWB langenzeinig; Zs.: Äber-, Pflugskarch-, Vor-, Karch-, Korb-, PfWB Markt-, Wagenzain(e), -zein(e). a. 1580: Reißwagen mit ... Zeinen [Vogel 69]. a. 1588: gertten zu zweien Zeinen [WerschwSchR]. a. 1786: 1 Karch mit Zähn [Wihr Rehhütter Chronik 1937 S. 132]. — Mhd. zeine 'Korb' ( Lexer Lexer III 1051). — RhWB Rhein. IX 742/43; ElsWB Els. II 906; DWB DWb. XV 210/11 Zaine; SSA/IV/4.09.
 
 
zeinen schw.: 'flechten'. a. 1592: vor ein großen gezeunten brotkorb [HornbSchR].
 
 
Zeinen-macher m.: 'Korbmacher'. a. 1604: Ein halb Jahr hernach, ist ein Zähnenmacher, nahmens Bonhard, ... hingerichtet worden [Niedhammer 249]. DWB DWb. XV 212.
 
 
Zein-holz n.: 'Reisig'. a. 1599 Kop. nach 1601: Item wo einer an der Ganerben Zein holz Zue der notturfft bedürffen würdt [DirmstAWeist.]. DWB DWb. XV 213.
 
 
Zeinser s. PfWB Zeisig.
 
  
Zeise f.: 'von einem Wiesengraben abzweigende

[Bd. 6, Sp. 1570]
Nebenrinne', Zeis [Bergz (PfId. 155)]; sonst nur Dim.(?) Zeisel (dsaisəl) [ PS-Burgalb Donsied Fehrb Geisbg Glashtt Heltbg Hintwdth Ruhbk Ruppw Vinn W'fischb BZ-Gossw Münchw O'schlettb V'weidth]; Dim. Pl. Zeiselcher [ KL-Trippstdt PS-Gersb Steinalb], Zeisele [ PS-Glashtt]; Zs.: PfWB Wiesenzeisel. a. 1788: Der Steiger ist schuldig alles in Schemel zu 21 Werkschuh breit mit Zeußlen u. Faulgräben einzuteilen [SSp Markgrafschaft Baden Nr. 35 Bl. 74]. DWB DWb. XV 516 Zeise f.; Zeis m. n. und 518/19 zeisen.
 
 
Zeisel s. PfWB Zeisig.
 
  
zeiselig, zeiserlichAdj.:
1. 'schmächtig, mager, zierlich', zeiserlich (dsaisərliχ) [SOPf (Heeger Nachl.) Heeger Tiere II 11]. —
2. 'wählerisch, heikel im Essen', zeiserlich [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB schnäkig 1 a. Das Kind esch z. [ BZ-Dernb]. —
3. 'verkümmert, schlecht entwickelt', von Pflanzen, zeiser- lich [ LA-Hainf GH-Zeisk], zeiselich (dsaisəliχ) [ NW-Haßl Spey], zeislich [ GH-Freisb]. Die Planz geht z. uf [ GH-Freisb]. — Mhd. zeiz 'zart, anmutig, angenehm, lieb' ( Lexer Lexer III 1052), vielleicht beeinflußt von Zeisig.RhWB Rhein. IX 744 zeise, zeisig; ElsWB Els. II 915 ziserlig, zislich.
 
  
Zeisig, Zeiser(l)m., n.:
1. Vogelname.
a. eine Finkenart (Fringillidae), 'Erlenzeisig (Fringilla spinus)', Zeisich (dsaisiχ) [mancherorts, Krämer Gal 246], Zeisel [LU-Oggh NW-Haßl Spey Heeger Tiere II 11 Mang 121]; Pl. Zeiselcher [LA-Altd (PfId. 155)]. Schpechte, Drossel, Lerche, Zeisich, / zwitschern schun so fescht und fleißich [Damm Nachtdischlamp 67]. —
b. 'Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)', Zeisel [ SP-Schiffstdt], Zeinser [ GH-O'lustdt]; Dim. Zeiserle [ LA-Venn]; Syn. s. PfWB Zaunkönig u. K. 408. —
2. 'schwach entwickelte Pflanze', z. B. spärliche, kleine Beeren einer Traube, Zeinserle (Pl.?) [ SP-Harths], Zeiserla [GH-Zeisk (Wilde 285)]; Dim. Pl. Zeiserlich [ GH-Zeisk]. Der hot Z.!, von magerem, schlechtem Getreide [ GH-Zeisk]. —
3.
a. 'schmächtiges Kind', Zeisel [Keiler 177]; Dim. Zeiserle [GH-Zeisk, SOPf Heeger Tiere II 11 Klein Prov. 244], Zeiselche [Germh]. Das esch noch e Z.! [ GH-Zeisk]. —
b. 'schlechter Esser' [ LA-Essing]. —
c. Kosename für junges Mädchen, Zeisel [ LA-Wollmh].
4. 'windiger, leichtsinniger Bursche', e lockerer Zeisich [ RO-Obd BZ-Dernb]. — Mhd. zîse, zîsec, zîsic 'Zeisig' ( Lexer Lexer III 1135) entlehnt aus dem Tschechischen (Kluge-Seebold23 906). n-Einschub ist sekundär, vgl. hierzu PfWB Meise, PfWB Meister. — RhWB Rhein. IX 744/45; LothWB Lothr. 555 Zeizler; ElsWB Els. II 915 Ziserle; Suolahti 118/19; DWB DWb. XV 519/20.
 
  
Zeiskam ON: Name eines Dorfes im Kr. GH, Zääskäm (dsskęm) [VPf Bertram § 175], bekannt vor allem für Zwiebelanbau; subst. Zääskämmer 'Zwiebelhändler (weil viele Zwiebelhändler von Z. kommen)' [ KL-Fischb]; Zääskämmer Wind 'Südwestwind' [ GH-Nd'lustdt]. Z. phlanzed in de Gärde / Zwiwle, Gnowloch, Gälerübe [Vogel 148/49]. In Zeeskäm wachst e feini Zwiwwel [Hartmann Kin-

[Bd. 6, Sp. 1571]
nerspr. 40]. RA.: Der kann in Z. Zwiwwele trere [Hebel 20]. Necknamen u. -verse für die Bewohner: Knoblauchhengste, Krautstorzen, Spelz 1, Zwiebelgesichter-, -hengste, -schlotten; Neckvers: O Z., o Z., du liggscht so noh am Wald, die Zwiwwle sinn verfrore, fer de Knowwloch (Merredich) isch's so kalt [vereinzelt Hebel 94 PfL 14. 10. 1933]. Frage: Wie weit geht de Newwel (Nebel)? Antwort: Bis Z., dort heißt er Nawwel [ GH-Schwegh]. a. 1109: Ceisenckeim [Dolch-Greule SN 503/04]. Christmann SN I 644.