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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Zeichen-läuten bis Zeil-baum (Bd. 6, Sp. 1565 bis 1569)
 
  Zeichen-läuten 'Trauergeläute' s. PfWB Zeichen 2 c. — -saal m.: 'Schulzimmer für Kunstunterricht', Zeichensaal [ LU-Friesh]. — -schule f.: 'Schule für Bildende Kunst', -schul [ RO-Obd NW-Frankeck]. Rhein. IX 739.
 
  
Zeichnung f.: 'gezeichnete Abbildung', Zeichnung [vereinzelt], Zääschnung [Hussong Kirkel 180 Henn Mda.-Int. 109], Zäächling [ LA-Venn], Zäächeling [ BZ-Dernb]. RhWB Rhein. IX 740.
 
  
Zeige-finger m.: 'Finger neben dem Daumen', Zeichefinger [mancherorts, Schneider Dillje 120], Zääche- [ LU-Alsh Maud], Zeeche- [ FR-Tiefth], Zeije- [ KU-Schmittw/O HB-Kirrbg], Zaaije- [ KU-Bedb], Zei- [ KU-Obw/T ZW-Battw], Zeichefenger [ WD-Niedkch]. Klicker ... han gut zwische de Daume un de Zeichefinger gebaßt [Kröher Lyoner 62]. RhWB Rhein. IX 741.
 
  
zeigen schw.:
1. 'vorweisen, vorführen, vorzeigen', zeiche (dsaiχə) [mancherorts, Höh 63 Karch

[Bd. 6, Sp. 1566]
Jockgr/Nd'horb 124], zeische (dsaiə) [RO-Als Schneckenburger 30], zeije (dsajə) [Christmann Kaulb 26 Henn Mda.-Int. 101], zaaije (dsājə) [NPf (PfId. 155) Mang 135], zääche (dsχə) [LA-Venn Land]; Part. Perf. gezeicht [vereinzelt], gezeit [Henn Mda.-Int. 101], st.: gezische [ LA-Gommh]; Zs.: PfWB an-, PfWB erzeigen; mda. gebräuchlicher ist PfWB weisen. Morje gehsche zu doiner Mudder! / Die soll ders zeiche wie's geht [Damm Dreifaltichkäät 16]. Zeig mer emol dein Speck!, Aufforderung an ein Kind, sein Ärmchen o. ä. zu zeigen [ KU-Bedb]. RA.: einem die Zähn z. 'Widerstand leisten' [vereinzelt]. Dem Grindkopp werr ich's z. [Krieger 51]. Dem will ich z., was die Glock geschlage hat 'Standpunkt klarmachen' [ LU-Opp]; ... wo de Barthel de Moscht holt, dass. [Kamm 77 Krieger 12 Wilde 263]; ... wo de Zimmermann 's Loch geloßt hat 'aus dem Haus werfen' [Bergz (Kamm 98)]. Hosch de de Besem gezeicht kriet? 'Bist du hinausgeworfen worden?' [ FR-Albsh]. Dem will ich's emol z., den bring ich vor de Assise (Assisen) 'vors Gericht' [Guentherodt Frz. 79]. WR.: Wie de Freidach sich neicht, so de Sunndach sich zeicht [ BZ-Stein]. Einen KR. s. PfWB Schnecke 1. VR. (Kirchweihlied): Gude Owend Lisabeth, / zeich mer, wu dein Bettlaad steht, / hinerm Ofe an de Wand, / wu im Knecht sein Hosse hangt [ LA-Wollmh]. Kinderspiel: ääm de Großvadder z., dabei hebt das größere Kind das kleinere am Kopf hoch [Land]. —
2.
a. 'mit dem Finger deuten' [vereinzelt]. Er hot noch ihm gezeigt [Beam Penns 113]. RA.: mit'm Finger uf jemand z. 'jemanden anprangern' [ LU-Opp LA-Maik]. —
b. 'sich im Unterricht mit Fingerzeig melden' [ KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. — RhWB Rhein. IX 740; LothWB Lothr. 555 zeijen, ALLG I K. 154; ElsWB Els. II 893.
 
  
Zeiger m.: 'Zeiger an der Uhr oder an sonstigen Meßgeräten', Zeicher (dsaiχər) [mancherorts, Mang 131], Zeijer (dsajər) [mancherorts WPf NPf vereinzelt übrige Pf Bernhard 191 Glass II 79 Müller Dietschw 73 PfId. 155 Schneckenburger 30 Krämer Gal 246], Zäächer (dsχər) [VPf], Zääjer (dsjər) [ KU-Bedb], Zoijer [Lambert Penns 184 PSA 78], Zääche (dsχə) [ LU-Alsh Böhl Opp LA-Gommh Maik Mörzh BZ-Albw]; Zs.: PfWB Minuten-, PfWB Sekunden-, PfWB Stunden-, PfWB Uhrenzeiger. De Z. laaft [ LU-Opp]. Drum frei dich, daß die Zeier gehn! [Kraus Arwed 42]. RA.: De Z. steht uf Mittach 'Ich bin hungrig' [ BZ-Schweighf]. Drohung: Ich schlag der uf's Zifferblatt, daß de Z. letzrum springt [ LA-Wollmh], .. de Z. wackelt [ LA-Wollmh]. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Alleweil geht de Z. ums Eck rum [ PS-Erfw GH-Kand]. Volksgl.: Mer soll heire, wann die Zoijer vun re Uhr ebberschich (nach oben) gehne, also noch de sechs Uhr [Fogel Beliefs Penns Nr. 211]. RhWB Rhein. IX 741; LothWB Lothr. 555 Zeijer; ElsWB Els. II 894.
 
 
zeihen st.: 'bezichtigen, beschuldigen'. 16. Jh.: So aber ein mensch daß ander seiner ehren beflecket oder freuenlicher bößer vnd schnöder sachen zieche

[Bd. 6, Sp. 1567]

[Bd. 6, Sp. 1569]
[KL-Erlb (PfWeist. 441)]. DWB DWb. XV 509 ff.
 
   Zeil-acker m.: FlN; amtl. Zeilacker [ LA-Gleisw]. a. 1587: Wingart Im Zilacker [Kurpf. Fasz. 1088 Bl. 24].
 
 
Zeilands-blume f.: 'Seidelbast (Daphne mezereum)', Zeilandsblumm [Wilde 226]; vgl. PfWB Zilander. Marzell II 32.
 
 
Zeil-baum m.: FlN; a. 1477: bey den Zylbamen [NUrkKG 156 (NW-Deidh)]. a. 1577: 1 morgen vnden an den Zeil Baumen [Zweibr I A. 136 3/2 Bl. 15r (HB-Walsh)].