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zeicheln bis zeigen (Bd. 6, Sp. 1563 bis 1565) | |||
zeicheln, schw. zeichnen, schw. Zeichel-papier, n. Zeichen-, n. Zeichel-seite, f. Zeichel-stunde, f. Zeichen, n. Zeichen-läuten Zeichen-saal, m. Zeichen-schule, f. Zeichnung, f. Zeige-finger, m. zeigen, schw. Zeiger, m. zeihen, st. Zeil-acker, m. Zeilands-blume, f. Zeil-baum, m. Zeile, f. Zeil-eiche, f. Zeilen-macher, m. Zeilen-mittel, n. Zeil-weck, m. Zeine, f. zeinen, schw. Zeinen-macher, m. Zein-holz, n. Zeinser Zeise, f. Zeisel zeiselig, Adj. zeiserlich, Adj. Zeisig, m., n. Zeiser(l), m., n. Zeiskam, ON Zeiß, m.? Zeit, f. Zeiten-rös'chen, n. zeiten-weise, Adj. Zeit-genug, m. zeitig, Adj. zeiti(n)gen, schw. Zeit-lang, f. Zeit-lauf, m. zeit-lebens, Adj. zeitlich, Adj. zeit-los, Adj. Zeit-lose, f. Zeitung, f. Zeitungs-frau, f. Zeitungs-geld, n. Zeitungs-mädchen, n. Zeitungs-mann, m. Zeitungs-papier, n. Zeitungs-träger, m. Zeitungs-verkäufer, m. Zeit-vertreib, m. zeit-weilig, Adj. zeit-weils, Adj. zeit-weise, Adj. Zelch Zelchen Zelem-mochem, ON Zelge(n), m. Zelg-holz, n. Zell, ON Zelle, f. Zellerie Zeller-weg, m. Zelluloid-kragen, m. Zelt, n. Zement, m. Zement-auge, n. Zement-faß, n. Zement-fuß, m. zementieren, schw. Zement-klicker, m. Zement-knorzen, m. Zement-kopf, m. Zement-kugel, f. Zement-plombe, f. Zement-spritze, f. Zendel, m. Zender Zenderling, m. Zeng-nessel Zensor, m. Zenta, f. Zentifolie, f. Zenti-meter, m., n. Zentner, m. Zentner-gewicht, n. Zentner-last, f. Zentner-sack, m. zentner-schwer, Adj. Zentner-stein, m. zentrieren, schw. Zentrifuge, f. Zentrum, n. Zepf(en) | 1. '(mit einem Stift) zeichnen, abbilden', zeichele (dsaiχələ) [KU-Rothsbg (Mang 131)], zaaichle (dsāiχlə) [ KU-Brück], zeechele, -ää-, -äi- (dsēχələ, --, -ęi-) [mancherorts, »Landmda.« (Otterstetter 105) Müller Dietschw 73 Schandein Ged. 253 Krämer Gal 246], zeechle, -ää- (dsēχlə, --) [mancherorts, Bergz (Kamm 70) Heeger Südostpf. 29 Juner 107 Karch Gimmdg/Muttstdt 238 Schandein Bav. IV,2 241], zaachele (dsāχələ) [KU-Altkch Christmann Kaulb 94], zeichene (dsaiχənə) [vereinzelt], zeichne (dsaiχnə) [vereinzelt »Stadtmda.« (Otterstetter 105) Krämer Gal 246], zääschne [Hussong Kirkel 180], zeeschene [Schneckenburger 30, 34]; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB herum-, PfWB nach-, PfWB unterzeicheln 2; auch subst. 'Zeichenunterricht' [mancherorts]; sauber uf Papier gezeechelt [Münch Werke I 152]. Fä guud zäächle se kenne, mußmer hald de Vorddl haushaa [Braun Lääsebuuch II 286]. Zu gere hert er 's Orjelschlah', / Dut zēchele, dut schreiwe [Schandein Ged. 21]. — 2. a. 'mit Zeichen versehen, kennzeichnen', die Hemder z. 'Namensschildchen einnähen' [Krämer Gal 246]. Bei de Gluck hat mer die Aajer gezaachelt [ KU-Altkch]. SprW.: De Wolf frißt aach gezäächelde Schoof 'Auch was gekennzeichnet ist, ist nicht sicher' [vereinzelt]. a. 1792: Ausgabe der Gemeinde für Holtz zu Zeigeln [Zweibr I A. 743]. — b. 'unterschreiben, unterzeichnen' [vereinzelt]. Un alle deitsche Leit han glei / Gezeechelt uf die Kriegsanleih [Münch Werke I 148]. — 3. a. 'prügeln' [KU-Herschw/Petth ZW-Hengstb RO-Obd KL- Enkb Fischb Mehling Mölschb Wörsb PS-Glashtt NW-Haardt Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 11]; Syn. s. PfWB verhauen 1. Den han ich emol gezäächelt [ PS-Geisbg]. Wart, Kerl, ich z. dich! [ BZ-Dernb]. — b. 'kratzen'. Die Katz zäächelt dich! [ LU-Alsh]. — 4. von einem behinderten, mißgebildeten Menschen, dem man oft auch einen schlimmen Charakter nachsagt, nur Part. Perf., gezäächent [Rockhs], gezeechelt, -ää-, -ei-, -äi- [mancherorts], auch subst. de Gezäichelde [ KU-Schmittw/O]; e gezäächeldi Stern (Stirne) [ LU-Alsh]. Hitt dich vor eme Gezeichelde 'Hüte dich vor einem Menschen, der ein Mal hat' [ WD-Niedkch]. RA.: e gezäächelt Schoof 'Mensch mit einem Mal' [ NW-Frankeck]. Er isch gezäächelt, sagt man von einem mit einer übergroßen Nase [Der [Bd. 6, Sp. 1564] Wasgau-Bote 1934 Nr. 11]. Dene hot unser Herrgott gezäichelt 'Dessen wahren Charakter erkennt man an seinem Gebrechen' [ KU-Schmittw/O]. Der isch gezäächelt for sei Lebdaa [ZW-Battw PS-Rodalb (Bernhard 191)]. Die Jurre (Juden) sinn all gezeechelt [BZ-Dernb um 1930]. Volksgl.: Vor rode Hoor soll mer sich hiede, dann das sinn die Gezeichelde [ Buch-Illisch]. — RhWB Rhein. IX 739; LothWB Lothr. 555 zeichen; ElsWB Els. II 892 zeichnen, zeichlen. 1. a. allg. 'Erkennungsmerkmal, Kennzeichen', z. B. Kerbe im Holz, Kreidezeichen, Zeiche (dsaiχə) [KB-Dreis Harxh Standbl Stett Weitw FR-Mühlh Mang 131], Zaaiche (dsājχə) [mancherorts westl. WPf südl. NPf GH-Wörth], Zääche (dsχə) [mancherorts ges. Pf außer westl. NPf Bernhard 191 Müller Dietschw 73 Schandein Ged. 253 Lambert Penns 182 Krämer Gal 246], Zeeche (dsēχə) [ KU-Diedk IB-Heckdh Zweibr RO-O'mosch KL-Katzw Rodb Steinwd LU-Hochd BZ-Schweig], Zeesche (dsēə) [Schneckenburger 30, 44, 53], Zaache (dsāχə) [Christmann Kaulb 24, 73], Zḁḁsche [Hussong Kirkel 180], Zaaije (dsājə) [mancherorts NPf PfId. 155], Zääije (dsjə) [ RO-Dielkch]; Zs.: PfWB An-, PfWB Bettler-, PfWB Butter-, PfWB Dorf-, PfWB Frage-, PfWB Hammer-, PfWB Hand-, PfWB Haus-, PfWB Hunds-, PfWB Lese-, Letzen-, PfWB Unter-, PfWB Wahrzeichen. a. 1560: Auch wer do bauhen will in den ghanerben, der soll ein Zeichen heissen (heischen) von seinem Schultheisen ... vnnd das holtz bescheitten in dem wald vnd soll sein zeichen daruff hauen [PfWeist. 557/58 (NW-Freinsh)]. — b. 'Narbe, Wundmal' [Zweibr LU-Fußgh Limbghf GH-Berg Minf]; Zs.: PfWB Denk-, PfWB Kains-, PfWB Leimen-, PfWB Mutterzeichen; en schän Z. [ LU-Alsh]; Syn. s. PfWB Narbe 1. — c. 'Uhrzeiger' [Buffington Penns Var. 224 Lambert Penns 182 PSA 78]; Zs.: Sekundenzeichen. — d. 'von wo aus beim Klickern geworfen wird' [ FR-A'lein]; Syn. s. PfWB Anmal1. — 2. übertr. a. 'Anzeichen, Hinweis' [mancherorts]; Zs.: PfWB Lebens-, PfWB Wetter-, PfWB Wortzeichen. Daß der so auswerft, is kee gut Z. [ KL-Reichb]. Mei Liedche wär es Zääche, / daß ich dich gäre han [Kraus Pat 24]. RA.: E Piff is e Z. vun Schwachheed, Feigheed un Laxheed 'Ein Achtel Wein ist ein Zeichen von Schwäche, gewöhnlich trinkt man viel mehr' [Krieger 38]. WR.: De Himmel war heit morje so rot, dar ere (das ist ein) schlecht Z. [ KU-Roßb]. Volksgl.: Die hänn e Dorekopp (Totenkopf) gefunn, des is kään gut Z. [ RO-Semb]. Mer sagt als, schlechte Kinner wäre ime schlechte Z. gebore [Fogel Beliefs Penns Nr. 1]. — b. 'Sternzeichen' [Lambert Penns 182]; Zs.: PfWB Himmelszeichen. Mer solls Fleesch net ausem Schmokhaus 'Räucherkammer' nemme ime lebendi- [Bd. 6, Sp. 1565] che Z., schunscht krigt's Werm 'Maden' [Fogel Beliefs Penns Nr. 1274]. — c. 'Glockenläuten', bes. wegen eines Todesfalles, Z. leire (leite) [mancherorts, Hussong Kirkel 19, 180 Küchler 55]; vgl. PfWB ausläuten, PfWB Ende 2 d, PfWB Verscheid, PfWB Verscheidung, PfWB Glocke 1, PfWB läuten 1, PfWB Schaub 2, PfWB Scheide 2 d, PfWB Schiedung 2; Zs.: PfWB Toten-, PfWB Drei-, PfWB Feuer-, PfWB Grab-, PfWB Scheide-, PfWB Sterbezeichen; s. K. 411. Es hot Z. genn (gegeben) 'Die Totenglocke hat geläutet' [Kus u. Umg.]. 's leit drei Zääche 'dreimaliges Läuten mit kurzem Abstand' [ LU-Oggh, KU-Schmittw/O BZ-Albw]. For wenn hot's 'n drei Zääche geleit? [ NW-Freinsh]. Z. brauchen er, Gott sei dank, heit noch net for mich se leite! [JKurpf. 1934 88]. RA.: Unn ball werd's aach for ihn vumm Kerchturm Z. leite 'Er wird bald sterben' [PfRSch. 30. 12. 1926]. Volksgl.: »Sitzt man am Tisch und läutet es Zeichen für ein Verstorbenes, so soll man die Gabel weglegen« [Vogelsgesang 23]. Volksbr.: »Ist der Tod vor 5 Uhr eingetreten, so wird noch am Abend in einigen Gemeinden drei Zeichen geläutet« [Vogelsgesang 34]. »(Nach eingetretenem Tod) gibt die kleine Glocke mit dreimaligem Absatze das Zeichen; man läutet die üblichen drei Letzten für Personen, welche die erste heil. Kommunion empfangen haben, mit zwei Glocken; für Kinder mit einer. Zinkt die kleine Glocke zuerst, so ist die verstorbene Person weiblich, umgekehrt männlich« [Schandein Bav. IV,2 407]. Läuten der großen Glocke beim Tod eines Erwachsenen, einer kleinen bei einem Kind [Ecker 134/35 LU-Opp]. VR.: »Christus ist gestorben, / Er hat uns Heil erworben, / die Glocken müssen schweigen / drum geben wir das Zeichen« (singen die Ratscherbuben am Karfreitag um drei Uhr) [ GH-Hatzbühl]. a. 1602: Ein glöckner solle alle zeichen zu gebürlicher zeit leutten [PfWeist. 63 (LU-Altr)]. a. 1629: Er solle ... zu Winterszeit vmb 8 Uhr ein Zeichen leudten [Niedhammer 176]. — RhWB Rhein. IX 738/39.; LothWB Lothr. 555; ElsWB Els. II 892. 1. 'vorweisen, vorführen, vorzeigen', zeiche (dsaiχə) [mancherorts, Höh 63 Karch [Bd. 6, Sp. 1566] Jockgr/Nd'horb 124], zeische (dsaiə) [RO-Als Schneckenburger 30], zeije (dsajə) [Christmann Kaulb 26 Henn Mda.-Int. 101], zaaije (dsājə) [NPf (PfId. 155) Mang 135], zääche (dsχə) [LA-Venn Land]; Part. Perf. gezeicht [vereinzelt], gezeit [Henn Mda.-Int. 101], st.: gezische [ LA-Gommh]; Zs.: PfWB an-, PfWB erzeigen; mda. gebräuchlicher ist PfWB weisen. Morje gehsche zu doiner Mudder! / Die soll ders zeiche wie's geht [Damm Dreifaltichkäät 16]. Zeig mer emol dein Speck!, Aufforderung an ein Kind, sein Ärmchen o. ä. zu zeigen [ KU-Bedb]. RA.: einem die Zähn z. 'Widerstand leisten' [vereinzelt]. Dem Grindkopp werr ich's z. [Krieger 51]. Dem will ich z., was die Glock geschlage hat 'Standpunkt klarmachen' [ LU-Opp]; ... wo de Barthel de Moscht holt, dass. [Kamm 77 Krieger 12 Wilde 263]; ... wo de Zimmermann 's Loch geloßt hat 'aus dem Haus werfen' [Bergz (Kamm 98)]. Hosch de de Besem gezeicht kriet? 'Bist du hinausgeworfen worden?' [ FR-Albsh]. Dem will ich's emol z., den bring ich vor de Assise (Assisen) 'vors Gericht' [Guentherodt Frz. 79]. WR.: Wie de Freidach sich neicht, so de Sunndach sich zeicht [ BZ-Stein]. Einen KR. s. PfWB Schnecke 1. VR. (Kirchweihlied): Gude Owend Lisabeth, / zeich mer, wu dein Bettlaad steht, / hinerm Ofe an de Wand, / wu im Knecht sein Hosse hangt [ LA-Wollmh]. Kinderspiel: ääm de Großvadder z., dabei hebt das größere Kind das kleinere am Kopf hoch [Land]. — 2. a. 'mit dem Finger deuten' [vereinzelt]. Er hot noch ihm gezeigt [Beam Penns 113]. RA.: mit'm Finger uf jemand z. 'jemanden anprangern' [ LU-Opp LA-Maik]. — b. 'sich im Unterricht mit Fingerzeig melden' [ KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. — RhWB Rhein. IX 740; LothWB Lothr. 555 zeijen, ALLG I K. 154; ElsWB Els. II 893.
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