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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Zauber-spruch bis Zaum-geld (Bd. 6, Sp. 1543 bis 1544)
 
   Zauber-spruch m.: 'Formel, die im Zusammenhang mit magischen Praktiken gesprochen wird', Zauwerspruch [ NW-Frankeck BZ-Dernb]; Beispiele, nämlich Brauchsprüche, s. unter PfWB brauchen 1 c (mit weiteren Verweisen).
 
 
zaudern schw.: 'zögern, unschlüssig sein', zaudere [Lambert Penns 182], zauðere (dsauðərə) [Christmann Kaulb 20], zaurere (dsaurərə) [Mang 125].
 
  
Zaue1 f.:
1.
a. 'Kette zur Befestigung des Vorderpfluges am Hinterpflug', Zau (dsau) [ZW-Battw PS-Gersb, PfId. 155]; vgl. PfWB Zaukette, Zogekette. —
b. 'Zugkette mit Haken vorn an der Egge', Zoub (dsǫub) [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Zoge. —
2. 'Haken, Bügel an der Zugkette des Pflugs', Zau [IB-Ensh »SPf« Klein Wag. 118]. — Wohl zu mhd. zûwen 'ziehen' ( Lexer Lexer III 1203); das auslautende -b in WD-Niedkch ist aus dem Verschluß der Spirans entstanden: *Zauwe > Zaub, analog Löwe > Leb, Hefe > Heb u. a. — ElsWB Els. II 893 Zaüdel, 899 Zauk.
 
  
Zaue2 f.: 'Hündin', Zau (dsau) [ KU-Heinzhs]; vgl. PfWB Zaupe 1 a.
 
  
Zauke f.: 'Hündin', Zauk (dsaug) [ KB-Eisbg NW-Forst Gönnh LA-O'hochstdt, mancherorts Don]; vgl. PfWB Zaupe 1 a, PfWB Zecke 3 a.
 
 
Zau-kette f.: 'Kette zur Befestigung des Vorderpfluges am Hinterpflug', Zaukett [IB-Ensh ZW-Dietriching PS-Steinalb Wallhalb Klein Wag. 118], Saukett [PS-Burgalb (Klein Wag. 118)]; vgl. PfWB Zaue1 1 a, Zogekette. ElsWB Els. I 480 Zaugelkett.
 
  
Zauketten-haken m.: 'Haken an der Zaukette', Zauketthoke [ PS-Steinalb]; vgl. PfWB Zogethaken.
 
 
Zau-loch n.: 'Loch im Pflugsgrindel, in das ein Haltestift für die Zugkette gesteckt wird', Zauloch [Klein Wag. 119]; vgl. PfWB Zogetloch.
 
  
Zaum m.:
1. 'um den Kopf angebrachtes Geschirr zum Führen und Lenken von Reit- und Zugtieren', Zaam (dsām, dsm) [verbr. (außer SOPf NWPf), Christmann Kaulb Höh 62 Müller Dietschw 3 Otterstetter 71 PfId. 155 Lambert Penns 181], Zoom (dsm, dsōm) [vereinzelt NOPf IB-Ommh Glass II 83 Krämer Gal 246], Zääm (dsm) [mancherorts SOPf NWPf, Heeger Südostpf. 13], Zäim (dsęim) [ KU-Schmittw/O]; zur

[Bd. 6, Sp. 1544]
Verbr. des Stammvokals vgl. die Entsprechung bei Baum, K. 26; Pl. Zääm [verbr.]; im bäuerlichen Bereich hierfür meist PfWB Kopfengestell 1; Zs.: PfWB Kapp(en)-, PfWB Reit-, PfWB Stangenzaum. Du dem Gaul de Z. an [ LA-Gommh]. RA.: im Z. halle 'beherrschen', z. B. die Zunge, das Mundwerk, übermütige Jugend [KU-Bedb, verbr.]; de Z., awwer nit de Gaul hun 'nur Nebensächliches besitzen' [Thielen So rerre mer 128]. Hot de Deiwel de Gaul g'hoult, kann er ach de Z. nemme 'Wenn schon ein großer Verlust, dann kommt es auch auf ein bißchen nicht mehr an' [LA-Impfl, Land GH-Kand Glass II 83]. a. 1521: dem settler von setteln, zeymen vnd kometen zu machen [GgHospR]. a. 1695: die pferdt sollen sie auf ihre cösten halten vnd ahn die zeum bindten [PfWeist. 620 (NW-Geinsh)]. a. 1773: 1 drenß 1 Zaum 2 Schelln [Kurpf. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. —
2. 'bei Zahn-, Ohrenweh um den Kopf gebundenes Tuch', Zaam [ KU-Frohnf], Zääm [ KU-Erdb]. — RhWB Rhein. IX 722; ElsWB Els. II 903/04.
 
  
zaumen, zäumenschw.: 'einem Tier den Zaum 1 anlegen', zaame (dsāmə) [Christmann Kaulb 26], zääme (dsmə) [ZW-L'wied BZ-Stein Höh 63], zäime (dsęimə) [ KU-Schmittw/O], zaime (dsaimə) [ ZW-Bechhf]; Zs.: PfWB ab-, auf-, aus-, PfWB einzaumen; -zäumen. RhWB Rhein. IX 723.
 
  
Zaum-geld n.: 'Trinkgeld für den Knecht beim Pferdehandel', Zaamgeld [ RO-Schweisw]; vgl. PfWB Koppelgeld. —