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Pfälzisches Wörterbuch 
 
zaubeln bis Zau-kette (Bd. 6, Sp. 1542 bis 1543)
 
   zaubeln, zäubelnschw.:
1. 'zupfen, zausen, zerren, schütteln', zauwele (dsauwələ) [IB-Hass Ingb Ommh ZW-Battw Bechhf Bottb Lambsbn Zweibr, Müller Dietschw 73 PfId. 155], zaiwele (dsaiwələ) [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB zupfeln; die Ohre z., eine tätliche Zurechtweisung (durch den Lehrer) [ ZW-Lambsbn, Bottb]. Er zauwelt an de Hoor [Wilms Alph. 57]. Er hot em die Ohre gezaiwelt [ BZ-Dernb]. —
2. 'einen trinken', zaubele [ HB-Höch]; Syn. s. PfWB trinken 1 a. — Wohl Iterativbildung zu mhd. zûwen 'ziehen' ( Lexer Lexer III 1203) oder später belegtem zûfen ( DWB DWb. XV 397 zaufen). — RhWB Rhein. IX 719/20.
 
  
Zauber m.:
1. 'magisches Tun, magische Kraft', Zauwer (dsauwər) [vereinzelt]; näheres s. PfWB zaubern. —
2.
a. 'zweifelhafte Angelegenheit, Schwindel', nur in den Wend. fauler Z. [mancherorts]; blinner Z., dass. [ BZ-Dernb]. Des is alles fauler Z.! [ NW-Hardbg]. —
b. 'Zeug, Kram' [vereinzelt]. Was koscht de ganze Z.? [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. IX 720; ElsWB Els. II 890.
 
  
Zauberei f.: 'schwarze Magie, Hexerei, magische oder unerklärliche Fähigkeiten bzw. Vorgänge', Zauwerei [mancherorts]. Er treibt Z. [ LU-Opp]. Das isch Z. [ LA-Gommh]. RhWB Rhein. IX 720; ElsWB Els. II 890.
 
  
Zauberer m.:
1. 'wer über magische Kräfte verfügt, magische Praktiken anwendet', bes. im Märchen, Zauwerer [vereinzelt], Zauwrer [ LA-Wollmh]. Der isch de reinscht Z. 'Er leistet Unvorstellbares' [ LA-Gommh]. —
2. 'wer zur Unterhaltung verblüffende Kunststücke vorführt, Zauberkünstler' [mancherorts].
 
  
zaubern schw.:
1. 'magische Praktiken anwenden; Zaubersprüche oder Zaubermittel gebrauchen', zauwere (dsauwərə) [mancherorts, Christmann Kaulb 25 Höh 62], zauwre (dsauwrə) [LA-Wollmh, Otterstetter 71], zaubre (dsaubrə) [ BZ-Dierb]; zu magischen Praktiken und Zaubermitteln in Volksgl., Volksmed. und Brauchtum vgl.

[Bd. 6, Sp. 1543]
PfWB Amulett 2, PfWB bannen, PfWB beschrauen, PfWB beschreien, PfWB besprechen, PfWB brauchen 1 c, Erdspiegel, PfWB verhexen, PfWB verwünschen, PfWB Gichtbrief, -ring, PfWB Hexe, PfWB Hexenfuß, PfWB Hexenzettel, PfWB Kreis 2 e, PfWB Sympathie 1, PfWB Zauberspruch und Becker Vk. 130 ff.; Zs.: PfWB ver-, PfWB fort-, PfWB herzaubern. RA.: Ich kann net zauwere!, abschlägige Entgegnung im Sinn von 'Ich kann nicht schneller, verlang nichts Unmögliches!' [ LU-Oggh]. —
2. 'Zauberkunststücke, Taschenspielertricks vorführen' [mancherorts, Krämer Gal 246]. Do steht de Hokuspokusmann, / wu Feier freßt un zauwre kann [Wilms Land und Lewe 92]. — RhWB Rhein. IX 720; ElsWB Els. II 890.
 
  
Zauber-spruch m.: 'Formel, die im Zusammenhang mit magischen Praktiken gesprochen wird', Zauwerspruch [ NW-Frankeck BZ-Dernb]; Beispiele, nämlich Brauchsprüche, s. unter PfWB brauchen 1 c (mit weiteren Verweisen).
 
 
zaudern schw.: 'zögern, unschlüssig sein', zaudere [Lambert Penns 182], zauðere (dsauðərə) [Christmann Kaulb 20], zaurere (dsaurərə) [Mang 125].
 
  
Zaue1 f.:
1.
a. 'Kette zur Befestigung des Vorderpfluges am Hinterpflug', Zau (dsau) [ZW-Battw PS-Gersb, PfId. 155]; vgl. PfWB Zaukette, Zogekette. —
b. 'Zugkette mit Haken vorn an der Egge', Zoub (dsǫub) [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Zoge. —
2. 'Haken, Bügel an der Zugkette des Pflugs', Zau [IB-Ensh »SPf« Klein Wag. 118]. — Wohl zu mhd. zûwen 'ziehen' ( Lexer Lexer III 1203); das auslautende -b in WD-Niedkch ist aus dem Verschluß der Spirans entstanden: *Zauwe > Zaub, analog Löwe > Leb, Hefe > Heb u. a. — ElsWB Els. II 893 Zaüdel, 899 Zauk.
 
  
Zaue2 f.: 'Hündin', Zau (dsau) [ KU-Heinzhs]; vgl. PfWB Zaupe 1 a.
 
  
Zauke f.: 'Hündin', Zauk (dsaug) [ KB-Eisbg NW-Forst Gönnh LA-O'hochstdt, mancherorts Don]; vgl. PfWB Zaupe 1 a, PfWB Zecke 3 a.
 
 
Zau-kette f.: 'Kette zur Befestigung des Vorderpfluges am Hinterpflug', Zaukett [IB-Ensh ZW-Dietriching PS-Steinalb Wallhalb Klein Wag. 118], Saukett [PS-Burgalb (Klein Wag. 118)]; vgl. PfWB Zaue1 1 a, Zogekette. ElsWB Els. I 480 Zaugelkett.