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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Zappel-peter bis zart (Bd. 6, Sp. 1537 bis 1538)
 
   Zappel-peter m.: = PfWB Zappelfilipp, Zawwelpeder [ KU-Diedk].
 
  
zappen-duster Adj.:
1. 'stockfinster', zappeduschder [mancherorts, Hussong Kirkel 180]. 's is schun z. drauß [Kaislt]. —
2. 'hoffnungslos, am Ende aller Möglichkeiten' [vereinzelt, Thielen 125]. Bei meer is es z. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ RO-Teschmosch]. Bei dem isses immer z. mit de Ärwet 'Er arbeitet ungern' [Krieger 52]. —
3. in der Wend.: Er isch net ganz z. do owwe 'Er ist verrückt' [ HB-Alth]. — Der erste Wortteil wird teils zu westjidd. zophon 'Mitternacht' (Kluge-Seebold23 903) gestellt, teils in Zusammenhang mit dem Zapfenstreich gesehen, im Sinne von 'so dunkel wie nach dem Löschen des Lichts nach Zapfenstreich' (Duden Wb. VI 2980). — RhWB Rhein. IX 712 zapfendüster.
 
 
Zappler m.: 'unruhige, fahrige, sich ständig bewegende Person', Zawwler [LU-Alsh, Schandein Sprachsch. 50]; vgl. PfWB Zappel1 1.
 
 
Zard 'Streifen gemähten Grases' s. PfWB Zatte; Zarei 'Einfassung' s. PfWB Zargung.
 
  
Zarg m., Zarge, +Zärge f.:
1. 'seitliche Einfas-

[Bd. 6, Sp. 1538]
sung'.
a. 'erhöhter Holzrand rings um das runde Getreide-, Ähren-, Mehlsieb', der Zarg [ FR-Albsh BZ-Dernb], der Sarg [ LU-Friesh Opp GH-Nd'lustdt], der Zarich [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Zargung; Zs.: PfWB Siebzarg. —
b. 'Seitenwand von Gefäßen', der Zarch [ KU-Rutsw/G], die Zarch [Kus und Umg.]. —
c. '(vorstehender) Rand am Faß', der Zarich [ BZ-Dernb]. a. 1596: Item 21 alb. dem Sieber von Adweiller für ein Zärg zu einem Sarbrucker faß [WerschwSchR 311r]. —
d. 'Seitendielen an der alten Holzkelter', Sarg [ BZ-O'ottb]. —
e. 'Rahmen am Tisch, der die Platte trägt und in dem die Beine befestigt sind', der Zarg [ BZ-Dernb], die Zarche, Pl. [Kus]; Zs.: PfWB Tischzarg. Der Disch is aus em Z. [ BZ-Dernb]. —
f. 'Holzeinfassung um den Mühlstein', der Zarch [ KU-Diedk]. a. 1425: die Zargen in der selben Mühlen [Vogel 50 (GH-Zeisk)]. a. 1492: dasz die mühl recht stehen soll zwischen der zargen und dem stein eines gleichs weit [Grimm Weist. V 579 (NW-Haßl)]. a. 1535: Item 1 gulden vor ein geflechte zerg in die mul vmb zwen stein [ZweibrLSchR]. a. 1709: des Obergangs Zarg ... des Scheelgangs Zarg [Kurpf. 1443 2a (LU-Rehhtt)]. —
g. 'Seitenteile der Violine', Zarche, Pl. [Schandein Sprachsch. 50]. —
2. 'junge, kleine Steckzwiebeln', nur Pl.: Zeärge, Seärge [GH-Zeisk, Wilde 280], rglich, Dim. [Wilde 280]; Benennung zu Bed. 1, weil sie in Rahmen oder Kästen zum Trocknen den Winter über aufbewahrt wurden. —
3. 'festungsartige Ummauerung'. a. 1355: daz die zarge gemein sol sin, die uf dem ... velse gebwet wirt [MüPfUrk., Fasz. 183 Nr. 2617]. a. 1540 (Abschr. 1596): Die rienkmauren vnd das groß tor zum leichtwege, das ist die ganz zarg des kirchhoffs [PfWeist. 529 (Flurskapelle zwischen KU-Ulm und Rathsw)]. —
4. FlN. amtl.: Grabgärten auf der Sarg [Dimel 194 (IB-Alschb)]. — Mhd. zarge 'Seiteneinfassung, -wand' ( Lexer Lexer III 1031/32). — RhWB Rhein. IX 715/16; ElsWB Els. II 914.
 
  
Zargung f. (m.):
1. 'erhöhter Holzrand rings um das runde Getreide-, Ähren-, Mehlsieb', Zaring (dsāriŋ) [ RO-Dielkch Obd], Zärung [ WD-Niedkch], Zarei (dsārai) [ KU-Bedb], Zari (dsāri) [ FR-Albsh]. —
2. 'Seitenwand von Gefäßen', Zaring [Kus und Umg.]. —
3. 'Brunneneinfassung, steinerne Brüstung um den Brunnen', Zaring [Mayweilerhof bei KU-Erdb Gal-Brig Bruckenthal Dornf], Zaling [ Gal-Dornf], Zarei [ KU-Bedb]. —
4. 'Einfassungsrand des Tisches', Zaring [Krämer Gal 246]. —
5. 'Holzeinfassung um den Mühlstein', der Zaring [ KU-Diedk], Zarey, Zary [Weber Mühlen 26]. a. 1741: am Mühlengeschirr: die Zahrung [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. — RhWB Rhein. IX 718 Zarung.
 
 
Zaring 'Einfassung' s. PfWB Zargung; zarrieren, zärrieren 'zerren, streiten' s. PfWB zertieren; Zart 'Streifen gemähten Grases' s. PfWB Zatte.
 
  
zart, zärtAdj.:
1.
a. 'von angenehm weicher, geschmeidiger, lockerer oder mürber Beschaffenheit', bes. von Fleisch, Teig, Boden gesagt, zart

[Bd. 6, Sp. 1539]
(dsārd, dsrd, dsād) [verbr., Christmann Kaulb 85 Lambert Penns 182 Krämer Gal 246], zort (dsrd) [ KU-Schmittw/O PS-Erfw], rt (dsrd) [Mang 83]; zardi Haut [ NW-Kallstdt]; e zardi Luft [ PS-Windsbg]. Klaaderberschte, fein un gut, / Un so z. wie Buttermillich [Kühn Schnitze II 57]. Grumbeere gebt's vun aller Art, ob rötlich, mehlich, fescht un zart [Krieger 47]. RA.: so z. wie's Wullche [NPfGV]. Heit is es Gemies werrer so z. wie Hawwerstroh, iron. [Westricher Kalender 1957 102]. Die Beere sein so z. wie Bodder [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Rode Backe hot jedi Kihdrecksmaad, / Weiß un z. is Herreart, d. h. blasser und zarter Teint gilt als vornehm (um 1920) [ NW-Haßl]. —
b. 'angenehm zu trinken, süffig' [vereinzelt]. De Beerewein is z. [ KU-Bedb]. Der laaft so zartche dorch de Hals [Münch Werke II 301]. —
2. 'sanft, empfindsam, gefühlvoll', von menschlichem Tun, Charakter [mancherorts]. Er hot zarde Nerve [ KB-Kriegsf]. Er kloppt ganz zartche an die Deer [Albert Bei uns 19]. Mein Freind Dibbelmaier war z. angeleet wie e Butterschmier [Kühn Palz 99]. — RhWB Rhein. IX 717; LothWB Lothr. 553; ElsWB Els. II 915.