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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wuster bis wüst-guckig (Bd. 6, Sp. 1507 bis 1508)
 
   Wuster m.:
1. 'Menge ungeordneter Dinge, Plunder, Durcheinander', Wuschder (wūdər) [ KL-Heilmosch]; Zs.: PfWB Gewuster; Syn. s. PfWB Wirrwarr. —
2. 'wer rastlos arbeitet, arbeitsversessener Mensch' [ KL-Katzw]; vgl. PfWB Hawuster, PfWB wustern. — RhWB Rhein. IX 676 and. Bed.
 
 
Wüster m.: 'Seitenraum in der Scheune zum Aufsetzen von Getreide, Stroh', Wischder (widər) [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; vgl. PfWB Rewüster. RhWB Rhein. IX 676 und K. IX 3, IX N23.
 
  
wusterig Adj.: 'arbeitsversessen'; wuschderich (wūdəriχ) [ KL-Hirschhn]. Die Leit seimer se w. [ KL-Hirschhn].
 
  
wusterlich, wüsterlichAdj.:
1.
a. 'von unschönem Aussehen, widerwärtig, häßlich, garstig', wuschderlisch [Vogelgesang Bliesmg 179], wieschderlich (wīdərliχ) [mancherorts, Juner 104 PfId. 152]. Fascht grad so w. beschaff / Als wie e

[Bd. 6, Sp. 1508]
Orang-Utan-Aff, nämlich der Urmensch [Münch Werke I 35]. —
b. 'ungeschlacht, unkultiviert, roh, rüpelhaft, unverschämt' [verbr., Kühn Hamet 143 Müller Dietschw 72 Lambert Penns 178]. Sei doch net so w. [Kaislt]. Redd net so w., Jakob! [Müller Lottche 16]. Du bischt e wieschterlicher Borsch [Münch Werke II 301]. Pfui dr Schanne Schann, wan die Leur (Leute) so w. un neirig (neidisch) uff enanner senn [PfId. 180]. —
2. '(charakterlich) schlecht, niederträchtig, böse' [ KU-Kaulb]. —
3. der Steigerung dienend 'sehr, arg, intensiv' [vereinzelt, PfId. 154]; w. voll 'sehr betrunken' [ GH-Westh]. De Acker es w. braat (breit) [ KU-Kaulb]. Er hat w. gesoff [Wilms Alph. 56]. Han ich glei w. geschännt 'gescholten' [Münch Werke I 195]. — RhWB Rhein. IX 676; LothWB Lothr. 551; ElsWB Els. II 878.
 
  
Wüsterlichkeit f.: 'Rüpelhaftigkeit, Unfreundlichkeit, Unverschämtheit', Wieschderlichkäät, -keet [KL-Hirschhn KB-Kriegsf, Lambert Penns 178], -kaat [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Wustheit. Es kummen deer nor Wieschderlichkeede aus deim Maul eraus [ KB-Kriegsf].
 
 
wustern schw.: 'rastlos, flüchtig arbeiten, unüberlegt herumwirtschaften', wuschdere (wūdərə) [KU-Bechb RO-Messbhf KL-Hirschhn Katzw Stelzbg PfId. 154]. RhWB Rhein. IX 676.
 
 
Wust-feld n.: = PfWB Wustland. »Ausfelder oder Wilderungen (Willerungen) ... Auch der Name Wustfeld findet sich dafür« [Zink FlN 23]; Syn. s. PfWB Driesch 1.
 
 
wüst-garstig Adj.: 'sehr garstig', wieschtgaschdich [Lambert Penns 178]. Sie schnärrt ihn aa as wie en Hund, / Verschelld ihn ganz w. [Birmelin Penns Gezw. 61].
 
  
Wüst-gesicht n.: 'häßliches Gesicht', auch Mensch mit einem solchen, Wieschtgesicht [ KU-Kaulb Obw/Tiefb NW-Elmst]. Du W.! [ NW-Elmst]. RA.: Hewerswiller W., Bez. für häßliche Person [ KU-Obw/Tiefb].
 
  
wüst-gesichtig Adj.: 'häßlich', wieschtgesichdich [ KU-Kaulb]. — -guckig Adj.: 'häßlich, schlecht aussehend', -guckich [Beam Penns 109 Buffington Penns Var. 247].