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Pfälzisches Wörterbuch 
 
wupps bis Wurf-schaufel (Bd. 6, Sp. 1481 bis 1483)
 
wupps, Interj.
wuppsch, Interj.
Wupptizität, f.
Wupptrizifupp, f.
würdig, Adj.
Wurf, m.  (f.)
Würfel, m.
würfelig, Adj.
würfeln, schw.
Würfel-zucker, m.
Wurf-garn, n.
Wurf-schaufel, f.
Wurf-schüppe, f.
Wurf-stange, f.
würgeln, schw.
wurgen, schw.
würgen, schw.
Würg-engel, m.
Würger, m.
wurgsen, schw.
Wurgser, m.
Wurm, m.
Wurm-ameise, f.
wurm-äßig, Adj.
wurm-ätzig, Adj.
Wurm-berg, m.
Wurm-dreck, m.
wurmen, schw.
wurm-etzich
Wurm-farn, m.
Wurm-hütchen, n.
wurmig, Adj.
Wurm-kraut, n.
Wurm-kuchen, m.
Wurm-kugel, f.
Wurm-kur, f.
Wurm-loch, n.
Wurm-mehl, n.
Wurm-mittel, n.
Wurm-pulver, n.
Wurm-samen, m.
Wurm-schokolade, f.
Wurm-stich, m.
wurm-stichig, Adj.
wurm-stürzig, Adj.
Wurm-tänzer, m.
wurreln
wurres
wurri, Interj.
Wurr-schaufel
Wurst, f.,  m.
Wurst-athlet, m.
Wurst-bändel, m.
Wurst-becher, m.
Wurst-brenke, f.
Wurst-brett, n.
Wurst-brot, n.
Wurst-brühe, f.
Würstchen-macher, m.
wurst-egal, Adj.
Wurst-eisen, n.
Wursteler
wursteln, schw.
wursten, schw.
Wursten-brot
Wursten-fett
Wurst-fabrik, f.
Wurst-fasel, m.
Wurst-fett, n.
Wurst-finger, m.
Wurst-flecken, Pl.
Wurst-fleisch, n.
Wurst-fresser, Pl.
Wurst-füller, m.
Wurst-füllsel, n.
Wurst-gabel, f.
Wurst-garn, n.
Wurst-griebe, f.
Wurst-hannes, m.
Wurst-haut, f.
Wurst-horn, n.
wurstig, Adj.
Wurst-kammer, f.
Wurst-kessel, m.
Wurst-kordel, f.
Wurst-kraut, n.
Wurst-küche, f.
Wurst-kuh, f.
Wurst-laden, m.
Wurstler, m.
Wurst-macherei, f.
Wurst-markt, m.
wurst-markts, Adv.
Wurst-maschine, f.
Wurst-maß, n.
Wurst-mulde, f.
Wurst-muster, n.
Wurst-narten, m.
Wurst-platte, f.
Wurst-sack, m.
  wupps, wuppsch Interj.: = PfWB wupp, wupps [ KU-Jul], wuppsch [Lambert Penns 180]; vgl. PfWB schwupps, PfWB wuppdich. Do, wupps, rast schun wirrer än Has [Schneider Dillje 112]. Un wupsch! Do hot se sich verschluppt 'versteckt' [Birmelin Penns Gezw. 84]
 
  
Wupptizität f.: 'Schwung, Energie', Wuppdizidät [RO-Obd PS-Geisbg Pirmas (Kieffer 82) LU-Opp NW-Kallstdt LA-Mörzh BZ-Dernb, Weber 137], Wupptrizidät [Ingb], Wuppdichedät [ LU-Limbghf]. Do is W. dehinner [Ingb]. RhWB Rhein. IX 651.
 
 
Wupptrizifupp f.: = PfWB Wupptizität, Wupptrizifupp [Thielen 124].
 
 
würdig Adj.: 'geeignet, würdevoll', werdich [KL-Ottb, Lambert Penns 172]; Zs.: PfWB bau-, PfWB ehr-, PfWB liebens-, PfWB merkwürdig.
 
  
Wurf m. (f.):
1. 'Vorgang und Ergebnis des Werfens', Worf [mancherorts, Müller Dietschw 72], Wurf [mancherorts SOPf NWPf vereinzelt ges. Pf]; Pl. Werf [ KU-Hundh LU-Böhl]; Zs.: PfWB An-, PfWB Aus-, PfWB Be-, PfWB Besen-, PfWB Ein-, PfWB Kell-, PfWB Spritz-, PfWB Windwurf; e gure W., beim Kegeln, Würfeln [ LA-Mörzh]; RA.: e (gude) W. mache 'ein gutes Geschäft, eine gelungene Aktion vollbringen' [ LA-Mörzh]. Jeder hot drei Wurf 'Unerfahrene dürfen üben' [Thielen So rerre mer 125]. —
2.
a. 'Sensenstiel mit allen daran befindlichen Holzteilen (Griffe, Krücke und ggf. Auffangvorrichtung)', Worf [verbr. NWPf WPf nördl. und mittl. VPf mancherorts übrige Pf, Bertram § 307], Wurf [mancherorts SOPf MPf SPf vereinzelt übrige Pf], Warf [mancherorts NWPf vereinzelt SOPf, Lambert Penns 173], Warref [Lambert Penns 173], rf [ KU-Wahnwg PS-Ruhbk]; Zs.: PfWB Frucht-, PfWB Klee-, PfWB Sensenwurf. a. 1756: an Schiff und Geschirr 3 Sensen samt Wurf [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. a. 1775: 1 alte senß mit wurff [Kurpf. 1375 (KL-Mackb)]. —
b. 'was mit einem Sensenhieb fällt', Wurf [PS-Rodalb (Bernhard 191)]. —
c. 'hölzerne Wurfschaufel', hier Gen. f.: die Worf [KU-A'glan Don-Lenauheim], wohl verkürzt aus PfWB Wurfschaufel. —
d. 'Wurfnetz'? a. 1580: haben die armen leuthe zu fischen mit einem wurf, mit angel, mit einem Hebgarn [PfWeist. 148 (IB-Bliesmg/Bolch)]. —
e. 'Gitter zum Durchwerfen des Sandes', Worf [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Durch-, PfWB Sandwurf. —
f. nur Dim., Werfche 'kleines Trinkglas, bzw. dessen Inhalt, der auf einmal heruntergestürzt wird' [vereinzelt NWPf, Thielen 122]. —
3.
a. 'Geschlechtsteil der Kuh', Wurf [ NW-Geinsh], Worf

[Bd. 6, Sp. 1482]
[ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Werfe; Syn. s. PfWB Schluß 1 a. —
b. 'gemeinsam geworfene Jungtiere', Ferkel, Katzen, Hunde, Hasen usw. Worf, Wurf [mancherorts]; e W. junge Hunn (Hunde) [ KU-Schmittw/O]. BR.: Wann de erscht W. Hase devunkummt, kann's e gut Hasejohr gewwe [ KU-Schmittw/O]. —
4. Mengenbezeichnung, urspr. 'was man mit einer Hand fassen kann', daher bei Eiern = 3 Stück [Kus], bei kleineren Gegenständen wie Nüsse, Zwetschgen, Bohnen, Kaffeebohnen = 5 Stück, Worf [KU-A'glan Schmittw/O Kus NW-Dürkh Haßl Kallstdt Spey BZ-Dernb, Schandein Notizen]; e W. Niß [ BZ-Dernb]. —
5. nur Pl., Werf 'alte Worte und Ausdrücke', im Sinn von 'treffend Hingeworfenes' [RO-Odh, Thielen 122]; vgl. PfWB Ein- 2, PfWB Vorwurf.
6. vgl. PfWB Maulwurf. — RhWB Rhein. IX 652/53; LothWB Lothr. 550; ElsWB Els. II 849.
 
  
Würfel m.:
1. 'Spiel-, Loswürfel', Werfel (węrfəl, wrfəl) [verbr., Christmann Kaulb 22 Höh 60 Mang 113 Lambert Penns 172 Krämer Gal 246], Wirfel [ NW-Frankeck LA-Wollmh], Pl. wie Sg.; die Aage uf'm W. [Frankth]. RA.: De W. is gefall [ KU-Schmittw/O]. a. 1485: Item ob einer spillt mit wirffeln, kartten oder sunst, der hatt verbrochen zu bueß dreisig schillingk heller [PfWeist. 656 (KU-Glmünchw)]. Brauchtum: Im Ostertal wurden noch Anfang des 20. Jh. Waldnutzungsrechte mit Hilfe von Würfeln verlost, auf denen Hausmarken der Familien eingeschnitten waren. Zu jedem zu verlosenden Landstück wurde in einen Sack gegriffen und ein Würfel hervorgeholt. Wessen Hausmarke darauf stand, dem fiel das Stück zu [A. Bekker in: PfW Jg. 11. 1910, S. 155]. —
2. 'Würfelförmiges', z. B. geschnittene Speck-, Kartoffelstückchen, [mancherorts]; Zs.: PfWB Suppenwürfel; in Werfel schneide, z. B. Kartoffeln, Speck [Land] RhWB Rhein. IX 654; LothWB Lothr. 544 Wirfel; ElsWB Els. II 850.
 
  
würfelig Adj.: 'würfelförmig', werfelich [ KU-Bedb Kaulb WD-Niedkch RO-Dielkch Pirmas LU-Oggh NW-Kallstdt Wachh LA-Gommh], werfelisch [Henn Mda.-Int. 62], werflich [PS-Gersb LU-Opp, Lambert Penns 172]; Zs.: PfWB feinwürfelig; die Grumbeere w. schneide [Pirmas].
 
  
würfeln schw.:
1. 'den Spielwürfel werfen, ein Würfelspiel spielen', werfele (węrfələ, wrfələ) [verbr. WPf NOPf mancherorts übrige Pf, Müller Dietschw 71 Krämer Gal 245], werflə (węrflə, wrflə) [mancherorts VPf SPf vereinzelt übrige Pf, Karch Gimmdg/Muttstdt Lambert Penns 172]. Die Kinner hen Werfle g'spielt [PfRh. 1977 78]. Wer beim Werfele die mihnschde Aue hot, gewinnt [ KU-Schmittw/O]. —
2. vgl. PfWB gewürfelt. — RhWB Rhein. IX 654; LothWB Lothr. 544; ElsWB Els. II 850.
 
  
Würfel-zucker m.: 'würfelförmig gepreßter Zucker', Werfelzucker [mancherorts, Krämer Gal 245], -zocker [ KB-Kriegsf]. Brauchtum: Wenn Kinder ein Geschwisterchen wollen, so müssen sie für den Klapperstorch W. auf die Fensterbank legen [BZ-Ingh Hussong Kirkel 93]. Rhein. IX 654.

[Bd. 6, Sp. 1483]

 
   Wurf-garn n.: 'Wurfnetz zum Fischfang', Wurfgarn [ LU-Altr Opp], -gaar [ IB-Gersh]. — -schaufel f.:
1. 'hölzerne Wurfschaufel', früher zum Worfeln des Getreides, dann auch zum Schaufeln des Druschgutes auf die Windmühle, zum Umschaufeln des Getreides aber auch zum Schaufeln von Kartoffeln, Obst, Malz u. a., vgl. Abb. 69 Nürst, Worfschaufel [mancherorts SOPf, mancherorts Gal Don-Tscherwk Buch-A'frat Illisch Tereblestie], -schauwel [ PS-Bobth], Worreschaufel [ LU-Neuhf], Worr-, Wor- [verbr. mittl. WPf mittl. VPf mancherorts SOPf vereinzelt SPf, Heeger Südostpf. 14 Gal-Dornf Obersdorf], Borr- [ LA-Venn], Worscheffel [PfId. 153], Worrscherfel [ NW-Lambr], Wurrschaufel [vereinzelt SOPf KU-Nanzw IB-Wolfh ZW-Marthh KL-Nanzdzw PS-Th'frösch], Wurf- [ FR-Dirmst LU-Mundh LA-Göckling BZ-Eußth Ingh Kapswey Klingmst Münchw GH-Mindlach], Wurfschuffel [ HB-Nd'gailb IB-Bebh], Warfschaufel [KU-Bledb LA-Herxh, Lambert Penns 173], Warr- [KL-Schrollb PS-Donsied Th'eischw BZ-Pleisw/O'hf Queichhmb GH-Sondh], Waschaufel [ KU-Breitb ZW-Dellf], Werfschaufel [ PS-Schindhd], Werr- [ KU-Brück Kübbg KL-Lind LA-Mörzh Queichh BZ-Dimb W'rohrb Germh], Wirf- [ BZ-Stein]; Verbr. s. K. 305; Syn. s. PfWB Nürst. a. 1761: 2 wurfschaufflen [Kurpf. 940-924 (KU-Einöll)]. a. 1790: eine worfschaufel [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. —
2. Neckname für die Bewohner von BZ-Nd'horb, nur Pl.: Worrschaufle, Wurr- [ BZ-Nd'horb Pleisw/O'hf], Horbacher Wurfschaufle [BZ-Gleisz/Gleishb Bergz (Kamm 126)]. — RhWB Rhein. IX 654; ElsWB Els. II 400. —