| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Wunde bis wunder-gut (Bd. 6, Sp. 1469 bis 1472) | |||
Wunde, f. Wunder, n. (m.) wunder, Adv. wunders(t), Adv. Wunder-apfel, m. Wunder-balsam, m., n. wunderbar, Adj. wunder-fein, Adj. Wunder-fitz, m. wunder-fitzig, Adj. wunder-geben, st. wunder-gut, Adj. wunderig, Adj. Wunder-kerze, f. Wunder-kind, n. wunderlich, Adj. wunder-lieblich, Adj. Wunder-mittel, n. wundern, schw. Wunder-nase, f. wunder-nasig, Adj. wunder-nehmen, st. Wunder-rübe, f. wunders wunder-schön, Adj. wunder-selten, Adj. wunder-stolz, Adj. wunder-süß, Adj. Wunder-tuns, n. wunder-tuns, Adv. Wunder-tute, f. Wund-fieber, n. wundig, Adj. wund-kratzen, schw. Wund-kraut, n. wund-laufen, st. wund-liegen, st. Wund-mal, n. Wund-pflaster, n. Wund-rand, m. wund-reiben, st. Wund-rose, f. Wund-rotlauf, m. Wund-salbe, f. wund-scheuern, schw. Wund-schmerz, m. Wund-segen, m. Wund-starrkrampf, m. Wund-trank, m. Wünn-bach, f. Wunne, f. Wünne, f. Wünne-hübel, m. Wunsch, m. Wünschel-gänger, m. Wunschel-knochen, m. Wünschel-rute, f. wünschen, schw., st. Wünschens, n. wünschens-wert, Adj. Wünscher, m. wunsch-los, Adj. Wünschung, f. Wunsch-zettel, m. wunzig wuplee Wupp, m. wupp, Interj. wuppchen, schw. Wuppcherns, n. Wupp-dich, m. wupp-dich, Interj. Wuppdizität Wuppe, f. wuppeln, schw. wuppen, schw. Wuppen-holz, n. Wupper1, f. Wupper2 Wupps, m. wupps, Interj. wuppsch, Interj. Wupptizität, f. Wupptrizifupp, f. würdig, Adj. Wurf, m. (f.) Würfel, m. würfelig, Adj. würfeln, schw. Würfel-zucker, m. Wurf-garn, n. Wurf-schaufel, f. Wurf-schüppe, f. Wurf-stange, f. würgeln, schw. wurgen, schw. würgen, schw. Würg-engel, m. Würger, m. wurgsen, schw. | [Bd. 6, Sp. 1470] eischmiere odder zubinne, noo heelt die W. glei [Fogel Beliefs Penns Nr. 1578]. Brauchsprüche zur Heilung von Wunden: Frisch ist die Wund, glücklich die Stund, glücklich ist der Tag, das dir Wunde + + + [Pirmas]. Schriftlich Anf. 19. Jh.: Unser lieber Herr Jesus Christ hat viel Beulen und Wunden gehabt und doch keine verbunden, sie jähren nicht, sie geschwähren nicht, es gibt auch kein Eiyter nicht. Jonas war blind, sprach ich das himmlische Kind, so wahr wie die heilige 5 Wunden sein geschlagen, sie gerinnen nicht, sie geschwähren nicht, daraus nehm ich Wasser und Blut, das ist vor alle Wunden Schaden gut. Heilig ist der Name, der alle Schaden un Wunden heilen kann + + + Amen [ KB-Kriegsf]. a. 1469: wan zwen einander schlagen in diesem gericht, das da gibt meissel (vgl. PfWB Meißelwunde) vnnd wunden [PfWeist. 108 (KU-Berzw)]. a. 1483: Auch wyset mann hie zuryssen waytt 'zerrissene Kleidung' und bluodigen wonnen für ein frevel [PfWeist. 166 (FR-Bockh), ähnl. Grimm Weist. V 637]. RhWB Rhein. IX 646; LothWB Lothr. 549, ALLG I 213; ElsWB Els. II 838. 1. 'außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder der Erfahrung zuwiderlaufendes (Gott oder übernatürlichen Mächten zugeschriebenes) Ereignis', Wunner (wunər, wunÄr) [verbr., Christmann Kaulb 50 Mang 109 Müller Dietschw 72 PfId. 154 Lambert Penns 180 Krämer Gal 244]; Pl. wie Sg. Nur noch än W. kann Rettung bringe [Schneider Singersepp 9]. RA.: sei blooes W. erlewe 'eine böse Überraschung erleben' [KL-Ottb, verbr., Münch Werke I 512]; de Wunner määne, was (wer) ..., von übersteigerten (Selbst)einschätzungen [ KU-Schmittw/O KL-Hirschhn LU-Opp], z. B.: Er hot sich oongeduun (angezogen), mer mäint de Wunner, wer er wär [ KU-Schmittw/O]. Kää W. 'Dies ist ganz natürlich, nicht verwunderlich' [verbr.], z. B. Wenn de unnerscht Stän nit halt, kän Wunner, wenn de Turm umfallt [Kraus Pädcher 61]. Was W., dass. [mancherorts]. a. 1407: gots wonder [Bestätigung der Bruderschaft des hl. Philipp von Zell]. — 2. 'was Bewunderung, Staunen erregt' [mancherorts]; Zs.: PfWB Meer-, PfWB Weltwunder. Des (die Minieisenbahnen) warn jo schun Wunner an Präzisjon [Kröher Lyoner 139]. RA.: aus (mit) W. 'aus (mit) Neugierde' [Beam Penns 111]. Er hot de griene Wunner (Gen. m.!) devun verzehlt 'Er hat ganz Erstaunliches davon erzählt' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. Einen VR. s. PfWB Mädchen 1 a. — 3. Neckname für die Bewohner von KU-Eschau, nur Pl.: Die Wunner [Braun Neckn. 256]. Zur Herkunft: »Bei einer Überschwemmung soll die Brücke bei der Eschenauer Mühle weggerissen und fortgeschwemmt worden sein. Drei Orte glanaufwärts war eine Brücke angeschwemmt worden, und die Eschenauer behaupteten steif und fest, daß dies ihre Brücke sei. Na, wenn das kein Wunder war!« [Braun Neckn. 256]. — RhWB Rhein. IX 646/47; LothWB Lothr. 549; ElsWB Els. II 838/39. [Bd. 6, Sp. 1471] bzw. Gen. entstanden, in subst. Bed. jedoch verblaßt), drückt im Zusammenhang mit Fragewörtern (wie, was u. a.) aus, daß etwas für wunderbar, außergewöhnlich, besonders gehalten wird, wunner [ PS-Rodalb GH-Nd'lustdt], wunners [RO-Obd NW-Haßl Spey, Lambert Penns 180], wunnersch [ZW-Bottb Bergz (Kamm 70) NPfGV 8/1934], wunnerscht [Hussong Kirkel 176 PS-Rodalb (Bernhard 190)]; vgl. PfWB wundertuns; Zs.: PfWB gottswunder. Der wääß gar nit, wie er de Kopp stelle sell, mer määnt wunner, wem der g'hert, der Groußmougel, der närrisch Aff! [ GH-Nd'lustdt]. Der meent scheint's, wunner was das wär [Münch Werke I 160]. Do lejt ma, bild sich wunnersch in, wie die jetzt all so närrisch sinn [Kraus Gloori Bagaasch 5]. Ich hab sie aageguckt fer wunners [Beam Penns 111]. RhWB Rhein. IX 647 (Wunder 2c); LothWB Lothr. 549, ElsWB Els. II 839 (unter Wunder). 1. 'Neugierde', Wunnerfitz [Lambert Penns 180 Danner Penns 24]. Der Aadam hot sei Druwwel ghatt, des war mit sellem Abbel / Die Eva bloogt der Wunnerfitz, er harricht 'hört' uf ihr Gebabbel [Birmelin Penns Poems 43]. — 2. 'neugierige, vorwitzige Person', Wunnerfitz [ PS-Fischb Nothw]. Ich denk ich waar en rechder gleener Wunnerfitz. Ich hab alles wisse wolle [Journal of The Center For Pennsylvania German Studies 1996 Nr. 4 S. 12]. — Das Grundwort des seit dem 16. Jh. im Südwestoberdeutschen bezeugten Wortes ist nach DWB DWb. XIV, II 1873/74 etymologisch von dem im östl. Oberdeutschen vorkommenden Wunderwitz zu trennen; vgl. PfWB wunderfitzig. — LothWB Lothr. 549/ 50 Wunnerfitzel; ElsWB Els. II 839, ALA I 340; Schwäb. VI 975; Schweiz. I 1151. [Bd. 6, Sp. 1472] Lambert Penns 180 Danner Penns 24]; vgl. PfWB wundernasig. Das esch emol en wunnerfitzicher Bu! [ BZ-Dernb]. Sie is en wunnerfitzich Weibsmensch [Danner Penns 55]. — Die Herkunft des Grundwortes und sein Verhältnis zu wunderwitzig (Bayer. II 956, DWB DWb. XIV, II 1998), wunderfutzig (ALA I 339) und wunderfixig (Schweiz. I 1152) ist nicht erklärt. Schweiz. I 1152 und LothWB Lothr. 550 gehen von Fitze 'Gerte, Schlag mit der Gerte' bzw. fitzen 'mit einer Gerte schlagen, reizen', im Sinne von 'aufgepeitscht vor Neugier' u. ä. aus. — ElsWB Els. II 840, ALA I 339; Schwäb. VI 975; Schweiz. I 1152. — -geben st.: 'verwundern'. Gäbbt mich wunner, / daßse net die / Fahne verbrennt hann [Damm Schoggelgaul 23]. — -gut Adj.: 'ganz besonders gut', wunnergut [ KU-Börsbn].
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||