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Wisch bis Wisch-tuch (Bd. 6, Sp. 1413 bis 1415) | |||
Wisch, m. Wischel, m. wischeln, schw. wischen, schw. Wischer, m. Wisch-gummi, n. Wischi-waschi, n. Wisch-lappen, m. Wisch-leder, n. Wisch-lumpen, m. wischt Wisch-tuch, n. Wiseraport, m. Wispel1 Wispel2, f. Wispel3, m. wispelig wispeln1 wispeln2, schw. Wispelnest wispern, schw. Wissel, n.(?) wissen Wissen-gückel Wissenschaft, f. wisserig, Adj. Wiß-wässer, Pl. wist, Interj. Wit-frau, f. witgewit Witib Wit+-leute, Pl. Wit-mann, m. witribit Witscheler, m. witschen, schw. Witschen-gückel, m. Witscherle-wetsch, n. witt1, Adj. witt2 witt3 Witte witten Witten-kopf wittern, schw. Witters-heim, ON Witterung, f. witte-witt witt-gewitt Witt-hau, m.(?) witt-ribitt Wittum, m., n., f. Wittum(s)+-acker, m. Wittum(s)-gut, n. Wittum(s)-hof, m. Wittum(s)-hube, f. Wittum(s)-recht, n. Witu, m. Witwe, f. Witib, f. Wit-weib, n. Witwen-macher, m. Witwer, m. Witz, m. Witz-bold, m. witzern, schw. witze-wälen-blau, Adj. witzig, Adj. Witz-macher, m. Witz-vogel, m. wiwerach, Adj. wo, Adv., Konj., Interj. Woal, m. woala, Interj. wo-ane, Adv. Wobe woch-aus, Adv. Woche, f. woch-ein, Adv. Wochen-anfang, m. Wochen-arbeit, f. Wochen-bett, n. Wochenbett-fieber, n. Wochen-blatt, n. Wochen-ende, n. Wochen-fieber, n. Wochen-geld, n. Wochen-hannes, m. Wochen-karte, f. wochen-lang, Adj. Wochen-lohn, m. Wochen-markt, m. Wochenmarkts-korb, m. Wochen-michel, m. Wochen-tag, m. wöchentlich, Adj. Wochen-zoll, m. Wöchnerin, f. Wocken, m. Wodan, m. | 1. was gebündelt, gebüschelt ist. a. 'Büschel aus Stroh, Ähren, kleine Garbe', wird nicht mit Strohseil, sondern mit dem Getreide selbst gebunden, Wisch [mancherorts im Gebiet zwischen Rockhs Neustdt Lu'haf vereinzelt übrige Pf Christmann Kaulb 89 Müller Dietschw 72], Wischel (wiəl) [RO-Sippf KB-Bubh Gauhh FR-Höning Kirchh N'lein NW-Bobh Elmst Lambert Penns 179]; Dim. Wischelche (wiəlχə) [ KU-Kaulb RO-Duchr/O'hs]; vgl. K. 146 u. PfWB Garbe1, PfWB Wispel3; Zs.: PfWB Korn-, PfWB Strohwisch 1. — b. 'gebüscheltes Stroh, Zweige o. ä., um das obere Ende eines in den Boden gesteckten Pfahles gewikkelt', als Warnungs-, Verbotszeichen, einen Acker, Wiese, Weinberg, Weg zu betreten, abzuernten, hier Schafe zu weiden u. ä., [mancherorts, WKW 71 Stoll 51, 179 Krämer Gal 243]; vgl. PfWB wischen 3, PfWB Wischer 2; s. Abb. 95; Zs.: PfWB Ab-, PfWB Sperr-, PfWB Strohwisch 2. Er hot en W. gesteckt [ LA-Gommh]. RA.: Der kriet e W. in de Hawe (Hafen) gesteckt, sagt man, wenn einer zu spät (zum Essen) kommt [ KU-Bedb Diedk Kaulb ZW-O'hs]. a. 1549: Item so ein gemeinsman ein eygert 'Brachland' hat in der mark zwuschen den wingarten ... und er begert dieselbig geheuet 'gehackt' zu haben, sol derselbigk ein wsch uff gemelt eygert stecken [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. a. 1747: Die hier eingeführte Weis zu zehnten ist folgende: Der Ackersmann fängt an zu binden, wo er den Acker mit dem Pflügen anfängt, fort zurück die Garben zu zählen und die zehnte mit einem von der Garb aufgezogenen Wisch zu zeichnen und liegen zu lassen [Kreuter Haust. 46]. a. 1768: Weisung, daß ... diese überflüsig und schädliche Weeg alsogleich abstellen, und das dis falltige Verbott durch ... gräben, auch aufstellende Wüsche ... bekannt machen [Kurpf. 1648/8 (NW-Wachh)]. — 2. was zum Wischen dient. a. 'Putzlappen' [ FR-Bockh]; Syn. s. PfWB Aufwäschlumpen. — b. 'abgeschnittener Vogelflügel', zum Abkehren von Mehl usw. [ FR-Bockh Lu'haf]; Zs.: PfWB Feder-, PfWB Flatter- 1 a, PfWB Flätt-, PfWB Fleder- 1 a, PfWB Gänsewisch. — 3. '(unordentliche) Haare, Frisur, Haarsträhne' [ KL-Katzw PS-Erfw LU-Opp NW-Elmst]; Zs.: PfWB Hudel- 2 a, PfWB Strubbelwisch 1. Hasch än rechder W. uffem Kopp! [ PS-Erfw]. RA.: ene am W. packe (krieje) 'einen festhalten' [ RO-Schweise KL-Katzw]. Volksgl.: Wann en Gaul g'faundert is 'lahmt', nemm en Appel oder Grumbier, schneid sie in der Mitt darich, du drei Wischel Hoor nein vume verbergne Platz un fieders 'm Gaul [Fogel Beliefs Penns Nr. 728]. — 4. 'ringförmiges Kissen als Unterlage für Kopflasten' [ HB-Alth Nd'gailb Peppk Seyw Utw IB-Bebh Bliesmg Gersh Habkch Reinh Rubh Witth PS-Hilst GH-Berg Büchbg Neubg Scheibhdt]; Syn. s. PfWB Ring 1 b. — 5. 'Schreiben, Brief, Zettel', verächtlich, bes. für schlecht geschriebenes oder amtli- [Bd. 6, Sp. 1414] ches Schreiben [mancherorts, Klein Prov. 234 Thielen 123]. Vom Vet'rinäramt kam ein W. [Albert Oppschuhmacher 39]. Uff dene W. war se ganz besunnersch stolz [Schneider Singersepp 27]. Noht awer, wenn ma »jo« gesaht hat, / wenn ma der Wisch unnerschrieb hat [Kraus Putscheblum 42]. — 6. 'unordentliche, flatterhafte Frau' [LU-Friesh Opp SOPf (Heeger Nachl.)]; Zs.: PfWB Flatter- 2 a, PfWB Fleder- 3, PfWB Hudel- 2 b, PfWB Irr- 2 a, PfWB Strubbel- 2, PfWB Urrwisch; Syn. s. PfWB Drecksack. E iwwerzwerges weiblich Wese / Hääßt Goje, Sorle, W. und Bese [Kühn Kumödi 2]. — 7. Weitere Zs.: PfWB Abkehr-, PfWB Arsch-, PfWB Ballen-, PfWB Palmen-, Bart-, PfWB Brimmen-, PfWB Flatter-, PfWB Fleder-, PfWB Gewürz-, PfWB Heft-, PfWB Heu-, PfWB Hudel- 1, PfWB Irr-, PfWB Kehr-, PfWB Kirbe-, PfWB Laub-, PfWB Mai-, PfWB Nacht-, PfWB Strudel-, PfWB Weihwasser-, PfWB Weih-, PfWB Zottelwisch. — RhWB Rhein. IX 582 ff. Wisch; 585 Wischel; VII 740 K. VII 14 Büschel aufgelesener Ähren; LothWB Lothr. 545; ElsWB Els. II 873 ff. 1. 'mit kleinen, raschen Bewegungen wischen', bes. vom Aufwischen, wischele (wiələ) [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn Katzw]; Syn. s. PfWB scheuern 1. Mer hat gewienert un gewischelt [Damm Nachtdischlamp 32]. — 2. 'schlecht, flüchtig arbeiten' [ RO-Callb]; Syn. s. PfWB pfuschen, PfWB schnudeln 1; e bissi im Garde gewischelt [ RO-Callb]. — RhWB Rhein. IX 586. 1. 'mit der Hand, einem Lappen o. ä. leicht reibend über etwas fahren, putzen, trocknen', wische (wiə) [verbr., Karch Gimmdg/ Muttstdt 54 Schneckenburger 49 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243]; Zs.: PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darüber-, PfWB durch-, PfWB ent-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB zusammenwischen; Syn. s. PfWB scheuern 1; mit 'm Lumbe iwwer de Disch w. [Krämer Gal 243]. Wisch dem Kind sein Nas [ BZ-Dernb]. Er wischt sich die Aage [ LU-Alsh]. Sie wischt geren [ LU-Alsh]. VR.: Un hanns Fenschter net g'wischt, Forts. s. PfWB Saustall 1 [Schandein Sprachsch.]. SprW.: Schwarz gebore esch W. un Wäsche verlore 'Man muß sich mit seinen Naturanlagen abfinden' [ BZ-Dierb]. — 2. 'eine Ohrfeige geben' [mancherorts]; Syn. s. PfWB ohrfeigen; e paar (eeni) w. [mancherorts, Kamm 69 Kühn Kumödi 2]. Ich häb dem Lausbuu enni gewischt for sein Frechheit [ BZ-Dernb]. Ich unn mein Freind hätten 'm schun eeni gewischt, wann er 's Maul uffgerisse hätt! [PfRSch. 24. 3. 1927]. RA.: Er hot em eeni gewischt, daß er die zwett nimmi will [ LU-Neuhf]. — 3. 'einen Wisch 1 b als Verbotszeichen aufstellen' [ KU-Bedb Rockhs]. Der Acker werd gewischt [Rockhs]. Wee'e (Wege) werre gewischt [ RO-Odh]. — 4. a. 'beim Kartenspiel Kreidestriche entfernen, mit denen Stiche angezeigt werden' [ BZ-Dernb]. Er hot sein Kaart gut gespeelt, wisch em zwee, un mir schreib eens dazu [ BZ-Dernb]. — b. ein nicht näher erläuterter Ausdruck beim Kegelspiel, wische [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. IX 585/86; ElsWB Els. II 873. 1. 'Putzlappen, -tuch, Abstreifer, [Bd. 6, Sp. 1415] Bürste', zum Abwischen von Boden, Schultafel usw., Wischer (wiər) [mancherorts, Lambert Penns 179]; Zs.: PfWB Aus-, PfWB Back-, PfWB Tinten-, PfWB Kanonen-, PfWB Lampen-, PfWB Salbandwischer; Syn. s. PfWB Aufwäschlumpen. — 2. = PfWB Wisch 1 b [Schandein Sprachsch. 96]. — 3. 'Saugläppchen des Kleinkindes' [ PS-Windsbg]; Syn. s. PfWB Schnuller 1. — 4. 'Tadel, Verweis' [ KU-Schmittw/O FR-Bockh BZ-Dernb]. Der harren (hat einen) W. kriet [ FR-Bockh]. — RhWB Rhein. IX 586.
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