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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wirk-bank bis Wirk-mehl (Bd. 6, Sp. 1402 bis 1403)
 
Wirk-bank, f.
Wirk-bord, n.
Wirk-brett, n.
Wirk-diel(en), m.
wirken1, schw.
wirken2
Wirk-holz, n.
Wirk-kleider, Pl.
wirklich, Adj.
Wirklich-keit, f.
Wirk-mehl, n.
Wirkung, f.
wirr, Adj.
Wirr-bau, m.
Wirr-boßen, m.
Wirre, f. m. n.  m.
Wirren, f. m. n.  m.
Wirres, f. m. n.  m.
Wirrem
wirren, schw.
Wirr-geiß, f.
Wirr-haar, n.
Wirr-kopf, m.
wirr-köpfig, Adj.
Wirr-ringel, m.
Wirr-schädel, m.
Wirr-stroh, n.
Wirr-warr, m.
Wirr-wesen, n.
Wirrwesen-kopf, m.
Wirr-wickel, m.
Wirr-wisch, m.
Wirr-zeug, n.
Wirsing, m.
Wirsing-gemüse, n.
Wirsing-haupt, n.
Wirsing-kopf, m.
Wirsing-kraut, n.
Wirsing-stiel, m.
Wirt, m.
Wirtei, f.
Wirtel, m.
Wirtel-strang, m.
Wirtin, f.
Wirts-bank, f.
Wirtschaft, f.
wirtschaften, schw.
wirtschaftlich, Adj.
Wirts-delle, f.
Wirts-frau, f.
Wirts-gasse
Wirts-haus, n.
Wirtshaus-bank, f.
Wirtshaus-bruder, m.
Wirtshaus-essen, n.
Wirtshaus-gänger, m.
Wirtshaus-gast, m.
Wirtshaus-geher, m.
Wirtshaus-geherei, f.
Wirtshaus-gepappel, n.
Wirtshaus-hocker, m.
Wirtshaus-kost, f.
Wirtshaus-läufer, m.
Wirtshaus-luft, f.
Wirtshaus-schild, n.
Wirts+-hof, m.
Wirts-köchin, f.
Wirts-leute, Pl.
Wirts-lokal, n.
Wirts-mädchen, n.
Wirts-saal, m.
Wirts-schulden, Pl.
Wirts-stube, f.
Wirts-stuhl, m.
Wirts-tochter, f.
Wirts-zimmer, n.
wisawi, Adv.
Wisch, m.
Wischel, m.
wischeln, schw.
wischen, schw.
Wischer, m.
Wisch-gummi, n.
Wischi-waschi, n.
Wisch-lappen, m.
Wisch-leder, n.
Wisch-lumpen, m.
wischt
Wisch-tuch, n.
Wiseraport, m.
Wispel1
Wispel2, f.
Wispel3, m.
wispelig
wispeln1
wispeln2, schw.
Wispelnest
wispern, schw.
Wissel, n.(?)
wissen
   Wirk-bank f.: = PfWB Wirkdielen, auch in Tischform, Werkbank (węrgbaŋg) [ KU-Adb Einöll Frankb Kaulb LA-Queichh]. a. 1571: Im Backhauß ... Item 1 wirkbank [ZweibrKellR]. a. 1702: auf der würckbanck das überblibene würckmehl [PfWeist. 365 (KB-Eisbg)]. RhWB Rhein. IX 574. — -bord n.: = PfWB Wirkdielen, -bord [vereinzelt VPf (Bertram § 313)]. — -brett n.: = PfWB Wirkdielen, -brett [Hombg ZW-Battw KB-Kriegsf FR-Beindh LU-Oggh Opp NW-Kallstdt Bertram § 313], -breet [ KU-Theisbgstg]; Dääg uffm W. auswerke [ LU-Oggh]. RhWB Rhein. IX 575; LothWB Lothr. 544; ElsWB Els. II 203. — -diel(en) m.: 'Brett, auf dem Brot-, Kuchen-, Nudelteig geknetet, geformt, verarbeitet wird', -diel [mancherorts, Krämer Gal 243], -diele [ PS-Gersb Saalstdt LA-Wollmh BZ-Dierb], -deel [ KL-Hirschhn], -deele [ KU-Herschw/Petth PS-Erfw], -dill [ Gal-Falkenstein], Wargdiele [vereinzelt südl. VPf (Bertram § 313)]; Dim. -deelche [ KU-Adb Bedb KL-Pörrb]; Syn.: PfWB Backbord, PfWB -brett, -diel, PfWB Brotdiel, PfWB Diel(en) 1 c, Kuchen-, Nudel-, Walger-, Wälgerbrett, Walger-, Wälgerdielen, PfWB Wärgelbrett, PfWB Wirkbank, PfWB -bord, PfWB -brett; ( Teig) uff dem W. verschaffe [ PS-Gersb]. Auf dem W. wurden auch Brote oder Kuchen zum Backen ins Backhaus getragen [ KL-Hirschhn]. Dann wurden auf dem großen Wergdiele die Brote geformt [L. Höh: Im Tal der Kirschenbauern. Altenkirchen 1995 152 (KU-Frohnhf)]. RA.: awer Händ - sou bräät wie en Wirkdiele [PfRSch. 15. 9. 1927]. a. 1750: 1 würkdielgen [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. RhWB Rhein. IX 575; ElsWB Els. II 677.
 
  
wirken1 schw.:
1. 'tun, arbeiten, schaffen', wirke (wirgə) [vereinzelt, Höh 94 Schneckenburger 42, 54]. Heit hammer schwer gewirkt 'viel gearbeitet' [vereinzelt, Otterstetter 206]. Ende 14. Jh.: Item wer um lon wyrket, der sol an sime lone nid anders nemen da gelt, korn und wyn [StArch. Kaislt Zunftordnung]. —
2. ' Teig kneten und verarbeiten', werke (węrgə) [mancherorts, Höh 128 Schmitt Billh. 107 Krämer Gal 243]; Brot w. [ LA-Queichh]. De Deech ( Teig) werd gewerkt [ KU-Diedk]. a. 1532: do soll die frauw nachgenn mit dem wyrckmell vnnd helffen das brott wurckenn vnnd inn den oben (Ofen) schaffen [PfWeist. 267 (KB-Dreis)]. —
3. 'weben, Garn spinnen' [ KU-Frankb KL-Hütschhs PS-Th'eischw]; Zs. PfWB blauwirken; gewerkt Duuch 'älterer Tuchstoff' [ KL-Hütschhs]. a. 1537: Drey Stulküssen gewirkt [SpeyTreudInv.]. —
4. 'eine Wirkung ausüben, bewirken' [mancherorts]; Zs.: aus-, PfWB verwirken. Die Kur hot gut gewirkt [ RO-Dielkch]. Die Troppe wirken iwwerhaupt net [Kaislt]. Des wirkt ganz ulgisch [Karch Gimmdg/Muttstdt 138]. Das werkt net [Krämer Gal 243]. Unn rickt gleich e Faß

[Bd. 6, Sp. 1403]
an, dann wärkt das noch besser [Christmann Grummet 45]. — In der Bed. 1 'tun, arbeiten' nicht immer sicher von werken zu trennen ( DWB DWb. XIV, II 552). — RhWB Rhein. IX 572 ff.; LothWB Lothr. 544; ElsWB Els. II 852/53.
 
 
wirken2 'aus Werg gefertigt' s. PfWB wergen.
 
  
Wirk-holz n.: 'Rolle zum Auswalzen des Teiges', Wirkholz [ LA-Edk], Werk- [ NW-Lambr]; s. K. 378 Wälgerholz. RhWB Rhein. IX 575. — -kleider Pl.: 'Arbeitskleidung'. Ende 14. Jh.: Item wer an ein wynhus barfus oder in eins bidermans hus ußer der gazzen bit den wyrkecleidern oder uber dasel (Dinzeltag 'Festtag einer Handwerkerzunft') ginge I sol [StArch. Kaislt Zunftordnung]. RhWB Rhein. IX 575.
 
  
wirklich Adj.:
1. 'tatsächlich, in der Tat', werklich [verbr., Müller Dietschw 71 Krämer Gal 243], wäärglisch [Hussong Kirkel 169], wärriklich [Lambert Penns 172], werklie [SOPf (Nachl. Heeger)]; vgl. PfWB währlich. Mir han for w. die Nas voll [Kraus Putscheblum 42]. Heit lääft doch w. alles schief [Ranssweiler 100]. Die Zwee hens w. gut gemeent [PennsDeitschEck 27. 5. 1939]. Un w., in der nächscht Sekunn / Do kumme a die Zwockel schun [Münch Werke I 144]. Wann Se w. 'n Floh verschbürt hawwe, werr ich'n schun verwische! [Sommer Humor 49]. —
2. 'augenblicklich, momentan' [ GH-Neubg]. — RhWB Rhein. IX 575; LothWB Lothr. 544; ElsWB Els. II 853; Schwäb. VI 874.
 
 
Wirklich-keit f.: 'Realität', Werklichkeit, -keet [vereinzelt, Lambert Penns 172], meist in der RA.: in W. 'tatsächlich' [mancherorts]. In W. warn's bloß drei Pund [Wilms Land und Lewe 37].
 
 
Wirk-mehl n.: 'Mehl auf dem Wirkbrett, um das Festkleben des Teiges beim Kneten zu verhindern'. a. 1450: bedeucht sie, dasz der becker zu sehr in dasz wirkmehl griff [Grimm Weist. V 628 (KB-Göllh)]. 16. Jh.: Item wann eynner beckt ein halb maltter, so ist er vor das wirckmell dem becker schuldig ein heller [PfWeist. 822 (FR-Gr'niedh)]. a. 1629: Virdens ein ider gemeinsman sol sein wurckmel, wans brott im offen ist, mit einem kherwisch vfzukehren macht haben [PfWeist. 771 (FR-Gr'karlb)]. a. 1702: Es hat auch der nachbar die macht und die gerechtigkeit, daß er auf der würckbanck das überbliebene würckmehl, soweit sein brodt gereichet und gelegen hat, mit der hant abzustreichen und ohne hinderung des beckers zu sich nehmen [PfWeist. 365 (KB-Eisbg)]. RhWB Rhein. IX 575.