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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Winde bis Winde-löffel (Bd. 6, Sp. 1365 bis 1367)
 
Winde, f.  (m.)
Wind-eck, n.
Winde-holz
Winde-hölzer
Wind-ei, n.
Windel, f.
Windel-bote, m.
Windel-hose, f.
Windel-kind, n.
windel-lederweich, Adj.
windel-naß, Adj.
Winde-löffel
Windel-placken, m.
Windel-rock, m.
Windel-spelle, f.
windel-weich, Adj.
Winden, ON
winden, st.
Winden-blatt, n.
Winden-blüte, f.
Winden-kraut, n.
Winde-reitel
Winde-spange
winde-weh
Wind-fahnen, m. f.
Wind-fahne, m. f.
Wind-fall, m.
wind-fällig, Adj.
Wind-fang, m.
Wind-fege, f.
Wind-flügel, m.
Wind-galle, f.
wind-gebrochen, Adj.
Wind-hafer, m.
Wind-hahn, m.
Wind-haken, m.
Wind-hals
Wind-hauch, m.
Wind-haufen, m.
Wind-haus, n.
Wind-hebel, m.
Wind-hexe, f.
Wind-hof, m.
Wind-hölzer, Pl.
Wind-horst
Wind-hose, f.
Wind-hübel, m.
Wind-hund, m.
windig1, Adj.
windig2
windisch
Wind-jacke, f. m.
Wind-jack(en), f. m.
Wind-kasten, m.
Wind-kessel, m.
Wind-kette, f.
Wind-knaller, m.
Wind-knebel, m.
Wind-kolik, f.
Wind-kupper, m.
Wind-latte, f.
Wind-licht, n.
Wind-lippes, m.
Wind-loch, n.
Wind-löffel, m.
Wind-macher, m.
Wind-macherin, f.
Wind-mühle, f.
wind-mühlen, schw.
Windmühlen-flügel, m.
Windmühls-kasten, m.
Wind-nabel, m.
Wind-rad, n.
Wind-rähe, f.
wind-rähe, Adj.
Wind-rech, m.
wind-reh(e)
Wind-reitel, m.
Wind-richtung, f.
wind-rissig, Adj.
Wind-rose, f.
Wind-rutsche, f.
Wind-sack, m.
wind-sauer, Adj.
Winds-berg, ON
Winds-braut, f.
windsch
Wind-schatten, m.
Wind-schaufel, f.
Windsch-hut, m.
wind-schief, Adj.
Wind-schnärre, f.
wind-schnell, Adj.
Wind-schnur, f.
Wind-schnurre, f.
Wind-seil, n.
windseln
Wind-spange, f.
Wind-spraus, m.
Wind-sprauz, m.
   Winde f. (m.):
1.
a. 'Gerät zum Heben schwerer Lasten', bes. von Fuhrleuten, Waldarbeitern, Weinschrötern gebraucht, Winn [mancherorts Bertram § 235 Heeger 30 Mang 100 Lambert Penns 179], Wenn [WD-Niedkch LA-Walsh Land BZ-Annw

[Bd. 6, Sp. 1366]
GH-Nd'lustdt Bertram § 81 Heeger 9, 30]; vgl. PfWB Aufzug, PfWB Geiß 3 h β, PfWB Hebebaum 3, PfWB Hebeeisen 3, PfWB Hebegeschirr, PfWB Hebelade, PfWB Hebestock, PfWB Hebezeug, PfWB Karchschmierbock, PfWB Kelterhaspel, PfWB Spindel 1 b; Zs.: PfWB Bau-, PfWB Bohr-, PfWB Faß-, PfWB Fuhr-, PfWB Holz-, PfWB Lade-, PfWB Seil-, PfWB Wagenwinde. a. 1537: Item zwo wein laittern, Vnd Ein winden [SpeyTreudInv. (Spey)]. a. 1793: Ein Winn [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. —
b. 'eine Art Haspel zum Aufwinden von Fäden' Winn [ KU-Schmittw/O], Wenn [ KB-Bubh]. —
c. 'hölzerne Achse hinten am Wagen zum Spannen der Wiesbaumseile', Winn [mancherorts SPf vereinzelt übrige Pf Klein Wag. 113], Wind [ IB-Lautzkch PS-Hirschth], Wenn [vereinzelt lothr. SWPf ZW-Schmitshs KB-Kriegsf NW-Iggb GH-Rülzh]; Zs.: PfWB Heuwinde; Syn. s. PfWB Bindachse und K. 49. —
d. 'Bremse am Hinterwagen', Winn [Bertram § 271]; Syn. s. PfWB Mechanik. —
e. = PfWB Windlöffel, Winne [ BZ-Hermbghf]; Syn. s. Bindelöffel u. K. 399. —
2. Pflanzenname.
a. 'Acker- oder Zaunwinde (Convolvulus arvensis bzw. sepium)', meist im Pl., Winne [mancherorts, Wilde 274 Lambert Penns 179], Wenne [mancherorts NPf südl. VPf vereinzelt übrige Pf Thielen 122 Wilde 274 Krämer Gal 243], lange Wenne [ LU-Iggh], Gen. m.: der Wenn [ KU-Brück Diedk Herchw WD-Niedkch KL-Morb PS-Schopp], der Winn [ KU-Adb Bedb Odb]; vgl. PfWB Bettseicher 2 d, PfWB Tutenblume 2, Vieruhrblume, PfWB Fingerhut 3 d, PfWB Kapuziner 2 b, PfWB Kletterblume (s. Nachtrag), PfWB Ohrlausblume, PfWB Schirm 2 c, PfWB Sonnenschirm 2 b, PfWB Wicke 3, PfWB Wickenblume, PfWB Windenkraut; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Pfahl-, PfWB Pfau- (s. Nachtrag), PfWB Trichter-, PfWB Herbst-, PfWB Zaunwinde; Wenn roppe 'Winden ausreißen' [ HB-Webh]. Vk.: Winden dienten als Futter für Vieh, Ziegen, Kaninchen [vereinzelt]. VR.: Dischtele und Wenne / Was brauchste do ze flenne; / Nemmt dein Schatz e annere, / Gehste wirre wannere [»Westrich« (Wilde 274)]. a. 1577: Gegenwürtige Winde oder Glockenblmen, wiewol sie gemein vnd jeder man bekandt, werden sie doch selten inn der artzney genützet [Bock Kreutterbuch 286v]. —
b. 'Steinkraut (?)'. Ma sidd ball känn Zunn (Zaun) meh voor ludder Wänn [Glass 129]. —
c. 'Kornrade (Agrostemma githago)', de Wenn Gen. m. [ KU-Rutsw/G]; Syn. s. PfWB Kornrade. —
d. 'Quecke (Agriopyrum repens)', Wenne Pl. [ RO-Börrstdt]; Syn. s. PfWB Quecke 1. —
3. weitere Zs. s. PfWB Gewinde. — RhWB Rhein. IX 545/46; LothWB Lothr. 543 Wing, Winn; ElsWB Els. II 838.
 
  
Wind-eck n.: 'windreiche Stelle', Windeck [ LA-Ranschb].
 
 
Winde-holz, -hölzer 'Hebel zum Drehen der Windachse' s. PfWB Windhölzer.
 
  
Wind-ei n.:
1. 'Ei ohne feste Kalkschale', -aij [ Gal-Dornf]; vgl. Schalchens-, PfWB Unglücksei 1. —
2. 'unbefruchtetes Ei' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Unglücksei 2.
 
  
Windel f.:
1. 'Tuch zum Aufnehmen von Urin

[Bd. 6, Sp. 1367]
und Stuhl des Säuglings', ursprünglich schmale Tuchstreifen, die um den Unterleib des Kindes gewunden wurden, Winnel (winəl) [verbr., Castleman Zwbr. 31 Hussong Kirkel 172 Kamm 69 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 46 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243]; Pl. Winn(e)le [verbr., Glass 131]. 's Kind hot in die Winnele gemacht [ LA-Gommh]. Im Goldne Ochs e Brändche lesche, isch scheener als wie Winnle wäsche [Kraus Gutsjer 38]. Noh wescht e're noch die W. [Birmelin Penns Gezw. 61]. RA.: in de Winnele leie 'noch sehr jung sein' [ KU-Schmittw/O]. Der hat die W. noch hinne (am Arsch, am Hinnere) hänge 'ist noch jung, unreif' [ KB-Albish FR-Tiefth]. Volksgl.: Die Mudder muß sich mit der erschde W., as es Kind naß macht, wäsche, no werd sie net fleckich [Fogel Beliefs Penns Nr. 1860]. Me Kind wann's uff die Welt kummt, muß mer 'n aldi W. aadun odder 's gebt en Dieb [Fogel Beliefs Penns Nr. 73]. Me Kind sei erschdi W. soll mer verbrenne fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 74]. AR.: 1, 2, 3, / in der Müllerei / ist ein kleines Kind geboren, / wie soll es heißen? / Anna Maria Rumpelkasten, / wer will die Windeln waschen, / Ich oder du? / Wir kaufen eine Kuh, / was die Kuh am Schwanz hat, / das bekommst du [ ZW-Gr'steinhs]; Var. s. PfWB Rumpelkasten 2. VR. s. PfWB Brunnen 2. Zungenbrecher: Wo wollten Weiber Windeln waschen, wenn Wasser Wein wär? [ LA-Herxh]. a. 1587: 11 wintlin zum kindt [West-Pfälz. GeschichtsBl. 1903 S. 48 (ZW-Hornb)]. —
2. 'das Bett', scherzh., Pl. Winnele [ PS-Hengsbg]. — RhWB Rhein. IX 547; LothWB Lothr. 537 Wendel, 543 Wingel; ElsWB Els. II 838 Windle.
 
 
Windel-bote m.: 'Aufseher bei der Traubenernte'. a. 1464: Wendelbotten: Item in der Erne, im Herbst, Im Heuwemonatd auch zu zeschen das es redlichen zugee vnd getruwe windenbotten, vnd knechte zu haben, vnd das die windelbotten, vnd stromeyer druber globen vnd sweren [GLArch. Cop. B 296 Bl. 199 (Bistum Spey)]. — Mhd. wimmelbote 'Aufseher bei der Weinernte' ( Lexer Lexer III 896); das Bestimmungsw. zu mhd. windemen 'Weinlese halten' aus lat. vindemiare ( Lexer Lexer III 900). — Schwäb. VI 833 wimmlen; DWB DWb. XIV, II 283; WKW 86.
 
  
Windel-hose f.: 'unterer Teil der Säuglingskleidung', Winnelhose, -hosse [ KU-Bedb HB-Kirrbg ZW-Bechhf RO-Alsbr KL-Lind BZ-Albw]; Dim. -heesle [ LA-Gommh]. — -kind n.: 'Kind, das noch Windeln trägt', -kind [ KU-Schmittw/O FR-Tiefth]; vgl. PfWB Wickelkind 1.
 
 
windel-lederweich Adj.: 'weich wie Leder', nur in der Wend.: winnellerrerwääch schlaa(ch)e 'tüchtig verhauen' [VPf]; vgl. PfWB durchwimmeln, PfWB windelweich; Syn. s. PfWB durch- 2, PfWB verhauen 1. — -naß Adj.: 'triefend naß'. Mit windelnasse Gleeder (Kleider), verschwitzt bis in dei Schuh [Birmelin Penns Poems 110].
 
 
Winde-löffel 'Hebel zum Drehen der Windachse' s. PfWB Windlöffel.