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Pfälzisches Wörterbuch 
 
wimmeln1 bis Wind-achse (Bd. 6, Sp. 1359 bis 1364)
 
wimmeln1, schw.
wimmeln2, schw.
wimmern, schw.
Wimpel, m.
wimpel, Adj.
wimp(e)lig, Adj.
Wimper, f.
Wimper-haar, n.
Wind1, m.
Wind2, m.,  f.
Wind-achse, f.
Windachsen-löffel, m.
Windachsen-spange, f.
Wind-beutel, m.
Wind-blaser, m.
Wind-blume, f.
Wind-bord, n.
Wind-braus(e)
Wind-braut
Wind-bruch, m.
Wind-büchse, f.
Wind-dach, n.
Wind-drille, f. m.
Wind-driller, f. m.
Wind-drilles, f. m.
Wind-dürre, f.
Winde, f.  (m.)
Wind-eck, n.
Winde-holz
Winde-hölzer
Wind-ei, n.
Windel, f.
Windel-bote, m.
Windel-hose, f.
Windel-kind, n.
windel-lederweich, Adj.
windel-naß, Adj.
Winde-löffel
Windel-placken, m.
Windel-rock, m.
Windel-spelle, f.
windel-weich, Adj.
Winden, ON
winden, st.
Winden-blatt, n.
Winden-blüte, f.
Winden-kraut, n.
Winde-reitel
Winde-spange
winde-weh
Wind-fahnen, m. f.
Wind-fahne, m. f.
Wind-fall, m.
wind-fällig, Adj.
Wind-fang, m.
Wind-fege, f.
Wind-flügel, m.
Wind-galle, f.
wind-gebrochen, Adj.
Wind-hafer, m.
Wind-hahn, m.
Wind-haken, m.
Wind-hals
Wind-hauch, m.
Wind-haufen, m.
Wind-haus, n.
Wind-hebel, m.
Wind-hexe, f.
Wind-hof, m.
Wind-hölzer, Pl.
Wind-horst
Wind-hose, f.
Wind-hübel, m.
Wind-hund, m.
windig1, Adj.
windig2
windisch
Wind-jacke, f. m.
Wind-jack(en), f. m.
Wind-kasten, m.
Wind-kessel, m.
Wind-kette, f.
Wind-knaller, m.
Wind-knebel, m.
Wind-kolik, f.
Wind-kupper, m.
Wind-latte, f.
Wind-licht, n.
Wind-lippes, m.
Wind-loch, n.
Wind-löffel, m.
Wind-macher, m.
Wind-macherin, f.
Wind-mühle, f.
wind-mühlen, schw.
Windmühlen-flügel, m.
Windmühls-kasten, m.
Wind-nabel, m.
Wind-rad, n.
Wind-rähe, f.
   wimmeln1 schw.: 'sich lebhaft hin- und herbewegen, durcheinanderlaufen', von großen Mengen Insekten, Menschen usw., wimmele (wimələ) [mancherorts WPf Lambert Penns 179 Krämer Gal 243], wimmle (wimlə) [mancherorts VPf]; vgl. PfWB Gewimmel, PfWB wabbeln, PfWB wiebeln; Zs.: ab-, durch-, hinaus-, PfWB wegwimmeln. Do wimmelt's vun Schnoke [ KL-Stelzbg]. ... un wimmelt vun Forelle [PfMda.-Wettstreit 103]. De Kääs wimmelt vun Mare (Maden) [ FR-Bockh]. Un alles wimmelt, wusselt, zawwelt [Münch Werke I 67]. De Haufe wimmelt, / die Kass, die bimmelt [Kraus Pat

[Bd. 6, Sp. 1360]
8]. RA.: wimmelt voll Lais wie e Emetzehaufe, von einem verlausten Kopf [ PS-Geisbg]. 's wimmelt wie uffem Worschtmark [ LU-Alsh]. 's wimmelt un wammelt vun Ametze [ KB-Bennhs]. RhWB Rhein. IX 528; ElsWB Els. II 826.
 
  
wimmeln2 schw.: 'wimmern, jammern', wimmele [Lambert Penns 179], wimmle [ GH-Schwegh]; Syn. s. PfWB greinen.
 
  
wimmern schw.: 'leise jammern', wimmere (wimərə) [RO-Dielkch NW-Frankeck, Krämer Gal 243], wimmre [ LU-Opp]; Syn. s. PfWB greinen. Dann iss's Jammere un Wimmere weirergang [Schneider Singersepp 10]. Un heilt un wimmert Weh un Ach: / »Jetzt krie't es reemisch Reich die Krach« [Münch Werke I 49].
 
  
Wimpel m.:
1. 'kleinere Fahne', Wimpel (wimbəl) [vereinzelt]. Die Fahne bamble un die Wimple [Münch Werke I 210]. —
2.
a. = PfWB Wimper 1, Wimpele (wimbələ) [ RO-Breunigw LU-Assh]; Dim. Pl. Wimpelcher [ PS-Th'frösch]. —
b. 'das Stirnhaar des Pferdes' [ KB-Zell]; in dieser Bed. wohl eine Variante zu PfWB Simpel2. — RhWB Rhein. IX 529.
 
  
wimpel Adj.: 'übel, weh, beklommen, schwindlig', wimpel (wimbəl) [LA-Siebdg BZ-Dernb »SOPf« (Heeger Nachl.)]; vgl. PfWB wimpelig. Mer esch ganz w. worren [ BZ-Dernb]. — Etym. unklar: »dunkler Herkunft« ( DWB DWb. XIV, II 227). — ElsWB Els. II 826; Schwäb. IV 398 wampel, wimpel.
 
  
wimp(e)lig Adj.: 'übel, weh, beklommen, schwindlig', wimplich (wimbliχ) [SOPf (Heeger Nachl.)], wimpelich (wimbəliχ) [ LA-Venn]; vgl. PfWB wimpel. Mer esch's ganz w. vor de Aage [ LA-Venn].
 
  
Wimper f.:
1. 'Haar am Augenlid', Wimper (wimbər) [verbr., Christmann Kaulb 94 Müller Dietschw 72 Krämer Gal 243], Wibber (wibər) [ KL-Fockbg/Limb]; Pl. Wimp(e)re [mancherorts], Wempere [ PS-Windsbg]; vgl. PfWB Augenbraue 2, PfWB Wimpel 2 a; Zs.: PfWB Augenwimpern 1. RA.: Ich loss mer net an die Wimpere klimpere 'Ich lasse mir nichts gefallen' [FR-Bockh, Kus Frankth, Krieger 11 Feierowend 5/1953 Nr. 35 S. 7]. Er zuckt mit keener W. 'Er beherrscht sich (auch bei großem Leid)' [ GH-Schwegh]. —
2. 'Augenbraue', Pl. Wimpere [mancherorts NPf vereinzelt übrige Pf], Wimmere [ KL-Dansbg]; Zs.: PfWB Augenwimpern 2; Syn. s. PfWB Augenbraue 1 und Karten 20 u. 21. — RhWB Rhein. IX 529.
 
  
Wimper-haar n.: 'Haar am Augenlid', Wimper- hoor (wimbərr) [ KU-Elzw PS-Vinn Don-Gert]. RhWB Rhein. IX 529.
 
  
Wind1 m.:
1. 'Luft in Bewegung', Wind (wind) [allg., Heeger Südostpf. 30 PfId. 152 Schneckenburger 24, 42, 46 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243], Wend (wend, węnd) [KU-Brück WD-Bub Hoof IB-Blickw ZW-Schmitshs RO-Hochst Mannw FR-Kindh NW-Deidh Elmst Esth Forst Gönnh Hamb Königsb Lach/Speyd Niedkch Rödh LA-Birkw Bornh Dammh Frankw Gr'fischl Ilbh

[Bd. 6, Sp. 1361]
Insh Maik Mörzh Nd'hochstdt Nußd Roschb Siebdg Venn Walsh BZ-Bergz Gossw Silz Stein V'weidth W'rohrb Wilgws GH-Bellh Westh Bertram § 81 Heeger Südostpf. 9, 30 PfId. 152]; Zs.: Aprilen-, Berg-, Preußen-, Tal-, Tau-, Driller-, Trudel-, Gegen-, Ge-, Hembach-, Herbst-, Hexen-, Höhen-, Märzen-, Morgen-, Nieder-, Nord-, Ober-, Ost-, Regenwetter-, Regen-, Rhein-, Rücken-, Schnee-, Seiten-, Sommer-, Sturm-, Süd-, Unter-, Wald-, West-, Wirbel-, PfWB Zwirbelwind; W. ze Berg 'W. das Rheintal aufwärts' [ LU-Altr]; 'n haler W. 'ein trockener W.' [RO-Sippf NW-Kallstdt]; hinner W. stelle 'in den Windschatten' [ LU-Altr]. De W. geht [vereinzelt]. In dem Loch fingt (fängt) sich de W. 'eine windreiche Stelle' [ KU-Roßb]. De W. kimmt aus em Wetter 'bringt ein Unwetter näher' [ GH-Leimh]. RA.: schnell (fix, flink) wie de W. [mancherorts]; bei W. un Werrer drauß sein 'bei jeder Witterung', bes. von Unermüdlichen gesagt [verbr., Kraus Naube 44]; Var.: es W. un Werrer gewehnt [ FR-Bockh]; in de W. schlaae 'etwas ablehnen' [Bernhard 188]; ebbes im W. sei 'in der Luft liegen' [Beam Penns 110]; voll W. sei 'nicht viel los mit einem' [Beam Penns 110]; mit em W. geh 'wankelmütig sein' [Beam Penns 110]; meileweit (siwwe Meder) geje de W. stinke [vereinzelt, Thielen So rerre mer 124]; e warmer W. unner's Dach 'Feuer legen' [ NW-Hardbg]; vum W. lewe 'genügsam' [ KU-Kollw]; Geld in de W. schmeiße 'sinnlos ausgeben' [ KU-O'alb]; e Loch in de W. schlaae 'sinnlose Tätigkeit' [ PS-Geisbg]. Der is wie de W. 'aufbrausend' [ LU-Alsh]. Wie de W. is er fort 'schnell' [ KL-Reichb]. Das geht wie de W. 'schnell' [mancherorts]. Der fahrt (laaft) wie de W. [ ZW-Bechhf KL-Reichb]. Der W. geht durch Mark unn Bään 'eisiger Wind' [ LU-Alsh]. Dem sein W. hot sich geleet 'Er hat sich wieder beruhigt' [ FR-Carlsbg]. Der macht (nix wie) W.; dud W. mache 'schwätzt, gibt an, prahlt, kleidet sich auffällig' [mancherorts, Bernhard 188 Kraus Naube 9 Beam Penns 110]; Var.: W. kenne se mache, awwer ken Ree [ KB-Kerzh, KU-Diedk GH-Vollmw]; macht W. wie e Dudelsack [Hebel 19]. Der hot W. devun kriet 'Er hat es gemerkt' [FR-Bockh, ZW-Bechhf RO-Sippf NW-Forst Frankeck Lambert Penns 179 Fogel Prov. Penns Nr. 1848]. 's geht käin gurer W. 'Die Aussichten sind schlecht' [ KU-Schmittw/O]. Aha, doher bloost de W.! 'Rechtzeitig erkannt!' [Krieger 15]. Jetzt bloost (geht) e annerer W. 'Jetzt werden härtere Maßnahmen ergriffen' [Krieger 15, vereinzelt]; Var.: 's peift de W. ball aus em annere Eck (Loch), dass. [ LU-Alsh, vereinzelt]. Der merkt, was far e W. geht, dass. [ KU-Körbn]. Des esch alles en d'W. geredt (gebabbelt, geblose, gesproocht) 'vergebens, erfolglos' [mancherorts, Bernhard 188 Ranssweiler 44]; Var.: in de W. geredd ist erfolglos awwer nid gans sou uuaagenehm wie geche de W. gebrunsd! [Braun Lääsebuuch 164]. Er dreht (richt)

[Bd. 6, Sp. 1362]
sich geren noch em W. 'ist kein fester Charakter, redet heute so, morgen so' [ LU-Alsh GH-Vollmw]. Der redt (babbelt, plaurert, sproocht), wie sich de W. dreht, dass. [ GH-Vollmw Zeisk]; Var.: ... wie de W. geht (weht) [verbr.]. Er setzt de Hut (sein Kapp) no'm W. (wie de W. geht), dass. [ FR-Bockh, KU-Obw/T WD-Niedkch LU-Altr]. Bei dem hääßt's: (dennoh) wie de W. geht, so dreht sich (dreh ich, setz ich, driller ich) mein Hut, dass. [ PS-Vinn, ZW-Gr'bundb KL-Siegb KB-Albish NW-Ellstdt GH-Vollmw]; Var.: Wie de Wind geht, / so hängk ich mein Sack [ FR-Bockh]. Der hängt de Mantel ('s Mäntelche, es Fähnche) noo'm W., dass. [verbr., Krieger 35 vereinzelt Don Gal]. Er macht alles geje de W. 'spricht und handelt immer anders als die Mehrheit' [ LU-Alsh]. Der lebt in de W. (enin) 'lebt sorglos in den Tag hinein' [ KB-Lauth, ZW-Mauschb]. Der schlaat (butzt, jaat) alles in de W. 'verschwendet alles' [mancherorts]; Var.: 'weist Rat und Hilfe zurück' [mancherorts]. Wenn en de W. aabläst, isch'r krank 'Er ist sehr empfindlich' [ ZW-Battw]. 's derf kään W. an se kumme, dass. [ PS-Erfw]. Dart kumme die siwwe Wind zamme, von einem windigen Ort gesagt [Beam Penns 110]. Mir hän de W. uffem Bukkel 'Mit Rückenwind arbeitet es sich leichter' [ ZW-Bechhf]. Do peift de W. durch die Houhlziechle 'Die Scheune ist leer' [ GH-Bellh]. Der blost alles in de W. 'Er raucht viel' [ BZ-Stein]. Mach's Maul zu, sunscht geht d'r W. nein! 'Schweige!' [ SP-Harths]. Von zu hochbeinigem Rindvieh heißt es: 's geht zu veel W. unne durch [ ZW-Battw]. SprW.: W. sääe, Sturm ernte [ NW-Frankeck GH-Vollmw]. Wann kee W. geht, wackle aa kee Blädder 'Keine Wirkung ohne Ursache' [ Don-Gottlob]. Was kammer geje Gottes Gewalt, wann sogar de W. Bääm umschmeißt 'Gegen höhere Gewalt ist man machtlos' [Pirmas]. Wetterbeobachtungen und WR.: de kalte W. 'Ostwind' [ ZW-L'wied]; de unnere W. (bringt Regen, Kälte) 'Ostwind' [ LA-Gommh, LU-Altr Opp]; Germerscher W. 'Germersheimer W.' [ LA-Gommh]. Lauterschmer (KB-Lauth) W. bringt Schnee [ KB-Eisbg]. E kleene Reen macht e große W. still [ KU-Bedb]. Entwedder bringt er (der W.) was odder jaacht er's fort [Bergz (Kamm 97)]. Was de Reche naß gemacht hot, macht de W. wirrer trocke [ BZ-Dierb]. Der W. kummt von drauße 'von Osten, von der VPf' [ PS-Donsied]. Kummt de W. vum Rhein, rächent's glei [ GH-Vollmw]. Wann de W. weht vum Rhein, dann kann mer die Blick (Pflüge) stelle hinner die Zein [ KL-Weilb]. Die Krabbe (Krähen) fliege so owwe rum, die wolle W. [ LU-Neuhf]. De W. geht iwwer die Hawwerstobbele 'Es wird bald Herbst' [ KU-Bedb Schmittw/O PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Alsh Friesh GH-Nd'lustdt Vollmw]. Morchenrot bringt W. un Kot [ BZ-Münchw]. Wo de W. in de Karwoch herkimmt, doher kimmt er's ganz Johr [ KU-Bedb, FR-Bockh]; Var.: wie de W. an Karfreidag geht ... [ KB-Bennhs, PS-Geisbg KB-Stett]. Berufsneckerei auf den Schneider: muß achtgeben,

[Bd. 6, Sp. 1363]
daß ihn de W. net umschmeißt [PfMus. 1925 176]. Neckverse auf die Mundarteigentümlichkeit (Senkung des i) von Nachbarorten: Wend, Kend, Rend [mancherorts VPf]. Kend, gäij erenn, de Wend gäijt [ FR-Kindh]. Ehr Kenn, gehn reen, de Wend jächt eich Stääb en d' Ääche [ NW-Lach/Speyd]. De Wänn hots Känn umgerännt, gilt für die Dörfer zwischen Bergzabern und Landau [Kamm 125]. Neckfrage: Wie weit geht de Wind? Bis uff Bornem (LA-Bornh) (Speyerdorf, Lache), vun do ab hääßt er Wend [ GH-Nd'lustdt, NW-Lach]. Volksgl.: Starker Wind ist ein Hinweis auf baldiges Sterben eines Erhängten: Der Wind weht und heult, damit der Erhängte baumelt [KL-Wörsb Schandein Bav. IV,2 406]; vgl. PfWB windig 1. VR.: Wie de W. geht, wie de W. geht, / so dreh ich mein Hut. / Alleweil kommt mein Schätzje / das kenn ich so gut [ KU-Diedk]. Es reent, es schneet, es geht e kalter W., / die arme Soldate verfrieren mit ehrer Flint [ KU-Bedb]. Schuck - schuck - schuck, der Wind geht kalt, / Bauer, flick dei' Hosse ball; / Wann die Hosse verrisse sin, / Blost der Winn zum Loch enin! [Schandein Bav. IV,2 352]. a. 1565: vnnd des scheffers wonhauß zwo (zu) windt am wetter gebell (Giebel) vnd ein andere mit solchen schindeln beschlagen [WerschwSchR]. —
2.
a. 'leichtlebiger, unzuverlässiger Mensch' [ GH-Minf]. —
b. Neckname für die Bewohner folgender Orte: KU-Einöll RO-Semb KL-Samb LA-Herxh GH-Bellh Hay Knitth Max'au: Wind [KU-Einöll Reipkch RO-Semb KL-Neukch Samb GH-Max'au Wörth Seebach Neckn. 15], von RO-Duchr: Duchroder W. (weil sie sich angeblich gerne vornehm geben) [ RO-Odh], von FR-Hettldh: Hett(e)remer (Hettemer) W. [ KB-Eisbg FR-Hettldh Merth], von RO-O'mosch: Moscheler W. [ RO-Nd'mosch O'mosch], von RO-Semb: Sembacher W. [ KL-Baalbn], von LA-Herxh: Herxemer W. [ LA-Herxh]. Neckvers auf die Bewohner von KL-Samb: Sambacher Wind, flieh in die Luft, / flieh net so hook / sunscht beißt dich e Flook! [KL-Mehling Seebach Neckn. 15]; von HB-Alth: Althemer W. un keen Rään [ HB-Medh]; von KU-Einöll: Aneller W. geiht so geschwind [ KU-Einöll]. Weitere Neckverse: Wer durchs Weidfeld geht und spürt kein W. ... [PfL 14. 10. 1933, Hebel 92], Forts. u. eine Var. s. PfWB Pleisweiler, PfWB Lemberg 2, PfWB Reiterhof.
3. 'Blähungen, Verdauungsgase', Wind [Beam Penns 110], sonst nur im Pl., Winn (win) [verbr., Christmann 84 Schnekkenburger 46]; vgl. PfWB Furz I; Zs.: Darm-, Magenwind(e). Die Winn gehe (losse) [mancherorts, Beam Penns 110]. Die Winn hän sich gestellt (gehe net) [mancherorts, Pauli Heilm. 27/28, 68]. Die Winn blohe (plagen) (treweleere) mich [ KU-Bedb WD-Niedkch]. Meer fahren e paar Winn im Bauch rum [ LU-Dannstdt]. Ich muß naus, mich verlaafe, daß die Winn besser gehe [ ZW-Battw]. Wann nor alsmol wirre die Winn gäin beim Perd, dann hat's es gepackt [ ZW-Gr'bundb]. Das hott's met Winn, geh, ruf de Jerch, / Er soll dem Kiehche

[Bd. 6, Sp. 1364]
brauche [Müller Luscht un Lewe 67]. SprW.: Viel Kepp, viel Sinn; viel Ärsch, viel Winn [ Buch-A'frat]. Volksgl.: (Brauchspruch) »Mittel fürs Vieh: Aus unsern Herrn Jesu Grab da wuchsen drei nelgen, die eine heißt lieb, die andere heißt güt und die dritte stillet dem Vieh Wind und Geblüt, es sei an der Zung oder an der Lung« [NPfGV 5/1929 38 (KU-Nußb)]. Volksmed.: »Die Winde sind an vielen Krankheiten schuld. Wenn sie sich stellen, rufen sie Koliken oder Seitenstechen hervor. Noch schlimmer ist es, wenn sie sich verstecken oder verschlagen (d. h. einen falschen Weg nehmen); darauf werden Schmerzen im Buckel und zuweilen Gliederreißen zurückgeführt. Die scherzhafte Äußerung: Er hat einen ... im Hirn deutet darauf hin, daß man früher glaubte, daß sich Winde auch in den Kopf ziehen könnten« [Heeger Vhk. 6, 60]. Bei Brucheinklemmung sagt man: innere Wind hän sich gschtellt [Heeger Vhk. 65]. —
4. 'Alkoholrausch'. Er hot en bissel W. [ LU-Alsh]. — RhWB Rhein. IX 530 ff.; LothWB Lothr. 543; ElsWB Els. II 836, ALA II 293.
 
 
Wind2 m., f.: 'großer, kräftiger Jagdhund'; vgl. PfWB Windhund 1. a. 1521: Forter so hebe eyn vaugt zu Kyrckell mit sym fogell, hamen vnd wenden ... zu fogelln, zu fischen vnd zu jagen [PfWeist. 427 (HB-Erb)]. a. 1621: Item 1 malter korn wurdt hiermit in außgab gesetzt, so mit Vfferziehung einer windt, welche J. Bockh Jägermeister vffs Closter bracht, vffgangen [WerschwSchR Bl. 289]. — Ahd. wint (Ahd. GlossWb. 733), mhd. wint 'Windhund' ( Lexer Lexer III 914/15); urspr. Bed. 'der Wendische (Slavische)' nach dem Volksnamen der Wenden (Kluge-Seebold23 892 Windhund). — DWB DWb. XIV, II 266/67.
 
  
Wind-achse f.: 'drehbare Walze zum Niederziehen des Heubaumes', um die W. wickelt sich beim Winden das Ernteseil, Winnachs (winags) [KU-Schmittw/O mancherorts OPf außer nördl. u. südl. Streifen u. Gebiet um Land, Kleeberger 121 Klein Wag. 113], Wenn- (wen-) [mancherorts NPf u. Gebiet um Land Klein Wag. 113 PfId. 151 Krämer Gal 243], Winnahs (winās) [PS-Hintwdth Steinalb Thielen 123 Gal-Beckersdorf], Wennahs (wenās) [ RO-Feilbg Rehbn], Wennass (wenas) [ RO-Odh]; Verbr. und Syn. s. K. 48 u. 49 u. PfWB Bindachse; s. Abb. 24. a. 1793: ein Winas [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 Inventarium BZ-Wernbg]. RhWB Rhein. IX 546 Windeachse.