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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wies-bach bis Wies-born (Bd. 6, Sp. 1328 bis 1332)
 
Wies-bach, ON
Wies-baden, ON
Wies-baum, m.
Wiesbaum-binder, m.
Wiesbaum-halter, m.
Wiesbaum-kopf, m.
Wiesbaum-leiter, f.
Wiesbaum-seil, n.
Wiesbaum-strang, m.
Wiesbaum-strick, m.
Wies-born, m.
Wiese, f.
Wiesel1, n.
Wiesel2
Wiesel-fell, n.
Wiesel-haut, f.
Wiesels-pelz, m.
wiesel-wohl, Adj.
Wiesen-bart, m.
Wiesen-bätzen
Wiesen-bauer, m.
Wiesen-beil, n.
Wiesen-betzen, m.
Wiesen-bletz
Wiesen-blume, f.
Wiesen-bocksbart, m.
Wiesen-born, m.
Wiesen-bruch, n.,  m.
Wiesen-brünkel, n.
Wiesen-brunnen, m.
Wiesen-distel, f.
Wiesen-dünger, m.
Wiesen-eck, n.
Wiesen-egge, f.
Wiesen-fuchsschwanz, m.
Wiesen-furt, f.
Wiesen-futter, n.
Wiesen-gärre, f.
Wiesen-garten, m.
Wiesen-gasse, f.
Wiesen-gewanne, f.
Wiesen-ginster, m.
Wiesen-graben, m.
Wiesen-gras, n.
Wiesen-grund, m.
Wiesen-gückel, m.
Wiesen-gülte, f.
Wiesen-hacke, f.
Wiesen-hafer, m.
Wiesen-haue, f.
Wiesen-heu, n.
Wiesen-hobel, m.
Wiesen-huppser, m.
Wiesen-hure, f.
Wiesen-karst, m.
Wiesen-klee, m.
Wiesen-kleid, n.
Wiesen-knopf, m.
Wiesen-kohl, m.
Wiesen-köhl, m.
Wiesen-königin, f.
Wiesen-korb, m.
Wiesen-krebs, m.
Wiesen-kuh, f.
Wiesen-kümmel, m.
Wiesen-land, n.
Wiesen-luft, f.
Wiesen-maus, f.
Wiesen-meier, m.
Wiesen-meister, m.
Wiesen-messer, n.
Wiesen-mühle, f.
Wiesen-nägelchen, n.
Wiesen-pappel, f.
Wiesen-pfad, m.
Wiesen-pfuhl, m.
Wiesen-placken, m.
Wiesen-platz, m.  (n.)
Wiesen-plätz, m.  (n.)
Wiesen-putzen, n.
Wiesen-quelle, f.
Wiesen-quetsche, f.
Wiesen-rech, m.
Wiesen-rechen, n.
Wiesen-rinne, f.
Wiesen-rütscher, m.
Wiesen-schabe, f.
Wiesen-schaumkraut, n.
Wiesen-schleppe, f.
Wiesen-schnarkser, m.
Wiesen-schnur, f.
Wiesen-schübel, m.
Wiesen-seil, n.
Wiesenseil-haspel, f.
Wiesen-stengel, m.
Wiesen-strang, m.
Wiesen-stück, n.
Wiesen-tal, n.
Wiesen-taler, f.
Wiesentaler-hof, m.
   Wies-bach ON: Name einer Siedlung im Kr. Zweibr, mda. Wiesbach [ ZW-Wiesb]. Neckname für die Bewohner: Schisser [ ZW-Wiesb], Neckverse: Wiesbach - Schießbach / leit im Grawe / wo die schene Mädcher sinn / die stinke wie die Rawe [ ZW-Kl'bundb]; W. leit im Grawe, Suppedeckel ohne Hawe [ ZW-Kl'bundb]. a. 1279: Wisebach [Dolch-Greule SN 490]. Christmann SN I 629. — -baden ON: Name der Landeshauptstadt von Hessen, Wissbare (wisbārə) [vereinzelt, PfId. 152]. — -baum m.:
1. 'die Stange, die über den beladenen Heuwagen gelegt und an beiden Enden festgebunden wird', Wißbaam (wisbām, -bm) [verbr. mittl. Pf nördl. VPf vereinzelt SPf Juner 105 Kleeberger 121 Krieger 46 Mang 149 Müller Dietschw 72 Lambert Penns 179 Danner Penns 89 Krämer Gal 242], -boom (-bm) [ KU-Kübbg], -bääm (-bm) [mancherorts nordwestl. NPf mittl. VPf Heeger Südostpf. 15], -bäim (-bęim) [ KU-Schmittw/O], -baum (-baum) [ KB-Albish], Wissebaam (wisəbām, -bm) [KL-Landstl PS-Glashtt Rodalb (Bernhard 189) Steinalb], Wiesbaum [Klein Prov. 252], Wies-

[Bd. 6, Sp. 1329]

[Bd. 6, Sp. 1331]
baam (wīsbām, -bm) [mancherorts SWPf vereinzelt übrige Pf], Wiesboom (wīsbōm) [HB-Böckw Seyw IB-Ballw Bebh Ensh (Glass 130) Habkch Ingb Nd'würzb Rubh], Wiesbääm (wīsbm) [ KU-Bedb Godhs Gumbsw Haschb/R Hüffl Jul Kollw Patb Reichsth Theisbgstg Ulm RO-Als Odh KL-Mehlb NW-Duttw SP-Harths], Wiesebaam (wīsəbām, -bm) [ HB-Einöd Lu'thal Schwarzack IB-Lautzkch Schnapp ZW-Bottb Ernstw Hornb], Wieseboom (wīsəbm) [IB-Seelb Dimel 166], Wejsbaam (węisbām) [ KU-Schellw], Weesbaam (wēsbām) [ KU-Albess Altkch Bledb Dennw/Frohnb Ehw Frohnhf Herchw Herschw/Petth Konk Körbn Krottb], Weesbääm (wēsbm) [ KU-Erdb Etschbg Haschb/G Quirnb]; zur Verbr. s. K. 396 und Klein Wag. 113; Syn.: PfWB Heubaum 1, PfWB Ladbaum 1, PfWB Langbalken. Zur Sachkunde: Der W. wird der Länge nach über die Heu- oder Strohladung gelegt. Das vordere Ende wird vorne am Wagen festgebunden. Über das hintere Ende des W. wird in zwei Strängen das Bindseil gelegt und an der Bindachse befestigt. Diese wird mit einem Paar Bindlöffel gedreht und das Bindseil gespannt. Der W. wird niedergezogen und drückt die Ladung fest zusammen; s. Abb. 24. Statt Bindseil wurden auch Ketten verwendet. Andere Verwendungen des W.: als Hebel an der Kelter [ KB-Gauh], zum Aufhängen des geschlachteten Schweines [ KU-Haschb/G]; met'm W. binne [ KU-W'mohr]; de W. winne [ ZW-Bechhf]. De Peter un de Philp vun Marem (Marnheim), / Die han e Wißbaam unnerm Arem, / Am dicke Enn e Eiseklumpe, / For um 'es Dor eninzustumbe ... De Philp un Peter sterme los, / De Wißbaam schwenke se zum Stoß [Münch Werke I 113/ 14]. RA.: e Kerl (Mann) wie e W. 'stattlich, groß' [ KU-Schmittw/O Don-Gert]; so lang wie e W., dass. [ Buch-Illisch]; e Schnut, daß mer kinnt e W. druff lehe 'dicke Lippen' [ RO-Rehborn]. Volksbr.: Ein W. wird vor das Kirchenportal gelegt als Sperre für das Paar nach der Trauung [Carl Pfalz im Jahr 215]. a. 1530: zwo wagen leytern vnd ein wißbaum zu machen [GgHospR]. a. 1679: vor 2 wißbäum geben [GgHospR]. a. 1788: Ein Vorder und Hinterwagen mit schemmel, Laithnägeln ... und Wiesbaum [Kurpf. A. 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. —
2. 'ein überaus großer Mann' [ NW-Gönnh]; Syn. s. PfWB Riese 1. — RhWB Rhein. IX 506/07; LothWB Lothr. 541 Wiesbam; ElsWB Els. II 45.
 
  
Wiesbaum-binder m.: 'Seil zum Niederbinden des Wiesbaumes', Wißbaambinner [ PS-Burgalb]; Syn. s. PfWB Ernteseil. — -halter m.: = PfWB Wiesbaumleiter, -halder [ PS-Schopp]; Syn. s. PfWB Reff 1 b. — -kopf m.: 'der durch eine Kerbe abgesetzte vordere Teil des Wiesbaumes', in diese Kerbe wird das Seil gelegt, -kopp [PS-Wallhalb NW-Geinsh GH-Berg Klein Wag. 113]. Rhein. IX 506. — -leiter f.: 'fächerförmiges Lattengestell vorne am Heuwagen', -läder [ KL-Schallodb PS-Gersb]; Dim. -läderche [ ZW-Mittb]; Syn. s. PfWB Reff 1 b. — -seil n.: 'Seil zum Niederbinden des Wiesbaumes', -saal [ RO-

[Bd. 6, Sp. 1332]
Münchw], -sääl, -seel [ RO-Alsbr NW-Neidfs LA-Burrw Maik]; Syn. s. PfWB Ernteseil. Rhein. IX 507. — -strang m.: = PfWB Wiesbaumseil, -strang [ KL-Alsbn]; Pl. -sträng [ BZ-Nd'ottb Schweighf GH-Berg Neubg]; Syn. s. PfWB Ernteseil. ElsWB Els. II 633. — -strick m.: = PfWB Wiesbaumseil, -strick [KU-Schellw KL-Drehthhf PS-Rodalb LA-Böching BZ-Steinf Krämer Gal 242]; Syn. s. PfWB Ernteseil. Mit Wennleffel is de W. um die Wennachs angezoo worr [ Gal-Dornf].
 
  
Wies-born m.: FlN, amtl. Im Wiesborn [ KU-Lauteck]. a. 1724: in Wießborn [Bachordnung in: Bll. f. Geschichte und Heimatkunde der Glan- und Lautergegend 1894 Nr. 2].