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Pfälzisches Wörterbuch 
 
wickeln bis Wicken-wacken (Bd. 6, Sp. 1304 bis 1305)
 
wickeln, schw.
Wickel-puppe, f.
Wickel-schnur, f.
Wickel-schurz, n.
Wickel-stock, m.
Wickel-stroh, n.
Wickel-wark, m.
Wicken-blume, f.
Wicken-gewanne, f.
Wicken-schrot, n.
Wicken-wacken, Pl.
Wicken-wacker, -wackes-wacker, -wackes, Pl.
Wick-hafer, m.
Wickler
Widder, m.
Widder-gasse, f.
Widders-wiese, f.
Widder-tod, m.
Wide
Widekadelmel, f.
wider, Präp.
Wider-ballen, m.
wider-bellen, schw.
Wider-borste, f.
wider-borstig, Adj.
wider-boxen, schw.
wider-bumpen, schw.
Wider-bumper, m.
Wider-bürste, f.
wider-bürstig, Adj.
Wider-den-Hunger, Pl.
wider-drücken, schw.
wider-einander, Adv.
wider-fahren, st.
wider-fliegen, st.
wider-gehen, st.
wider-haarig, Adj.
wider-halten, st.
wider-hauen, st.
wider-knassen, schw.
Wider-knuppchens, n.
wider-kommen, st.
wider-laufen, st.
wider-leben, schw.
wider-legen, schw.
wider-lehnen, schw.
widerlich, Adj.
Wider-machelns, n.
wider-pappen, schw.
Wider-part, m.
wider-placken, schw.
Wider-rede, f.
wider-reden, schw.
wider-rennen, schw.
Wider-rist, m.
Wider-ruf, m.
wider-rufen, st.
Wider-schein, m.
wider-schlagen, st.
wider-schmeißen, st.
wider-schnärren, schw.
Wider-schockens, n.
wider-spenstig, Adj.
wider-sprechen, st.
Wider-spruch, m.
Wider-stand, m.
wider-stehen, st.
wider-stellen, schw.
Wider-storren, m.
Wider-stoß, m.
Wider-stößelns, n.
wider-stoßen, st.
wider-stumpen, schw.
wider-tappen, schw.
Wider-teil, m.
wider-treten, st.
wider-tun, st.
Wider-werfen(s), n.
Wider-wille, m.
wider-wuppen, schw.
widig, Präp.
Widu
Widum
Widuz, (m.?)
wie1, Adv.
wie2, Konj.
Wiebel, m.
wiebel-äßig, Adj.
wiebeln, schw.
wiebel-stichig, Adj.
Wiebel-sucht, f.
Wiechen, m.
Wiecher, m.
wiechen, schw.
Wiechen-garn, n.
Wiechen-licht, n.
Wiechen-schraube, f.
Wiecher
Wiede1, f.
Wiede2
   wickeln schw.:
1. 'umhüllen, umbinden, aufrollen', z. B. von Säuglingen mit Windeln, von Stickholz mit Strohlehm (Wickel 5), wickele (wigələ) [verbr. WPf Müller Dietschw 72 Schneckenburger 54 Beam Penns 109 Krämer Gal 242], wickle (wiglə) [verbr. VPf Bernhard 188 Ehrhardt 131 Lambert Penns 178]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB auf- 1, PfWB aus-, PfWB darum-, PfWB ein-, PfWB ent-, PfWB ver-, PfWB herauf-, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB hinauf-, PfWB schief-, PfWB um-, PfWB ver-, PfWB zuwickeln; PfWB gewickelt 1; die Hoor w. 'Locken drehen' [ LU-Opp]; Hai lare un w. 'Heu laden' [ NW-Dürkh]; e Duch um de Hals w. [mancherorts]. RA.: schief (falsch) gewickelt sein 'sich irren' [vereinzelt, Kamm 97 Sommer Humor 79]. Den kammer um de (kleene) Finger w. 'Er ist ein gutmütiger, nachgiebiger, gefügiger Mensch' [verbr., Kamm 90 Krieger 39 mancherorts Gal]. Er hot 'n ins Schnuppdiechel gewickelt 'Er hat ihn (seinen Penis) in sein Taschentuch gewickelt, weil er Tripper hat' [SOPf (Heeger Nachl.)]. Volksgl.: en Strump vum linke Fuß (de linkse Strump) um de Hals w., bei Halsweh [ PS-Erfw NW-Kallstdt]. Stehl en Spiellumbe (Spüllumpen) un wickel en me lahme Gaul ums Been [Fogel Beliefs Penns Nr. 774]. Wann en Baam net trage will, wickelt mer'n Lumpe der Obet fer (Abend vor) Krischdag noch Sunnunnergang un mer sagt: In dere Nacht is Krischtus gebore. Du bischt noch ni verfrore. Ich wickel dich mit Lumpe. Nau hängscht du dich mit Klumpe [Fogel Beliefs Penns Nr. 1064]. Die Neijohr wickelt mer en Strohseel um die Obschtbeem, damit sie besser tragen sollen [Fogel Beliefs Penns Nr. 1046]. Volksbr.: E Mädel derf heirate, wann's de Zopp dreimol um die Nos wickle kann [ Don-Gottlob]. KR.: Ich wasche meine Hände, / trockne sie ab, / steck sie in den Sack, / steck sie in die Seite, / mach wickle, wickle Weide [Bergz (Kamm 105)]. Saft, Saft, Seire, / Wickl, wickl Weire! / Main Messer will net schneire [PS-Rodalb (Wilde 257)]; Forts. u. weitere KR. s. PfWB Roß, PfWB Weide1 2 a. —
2. 'verhauen, prügeln, schlagen' [verbr., Kühn Hamet 143]; Zs.: PfWB ab- 2,

[Bd. 6, Sp. 1305]
PfWB durch-, PfWB ein- 2 b, PfWB ver- 2 a, PfWB herwickeln; Syn. s. PfWB durchhauen 2, PfWB verhauen 1; eene w. [ KL-Wörsb]. Du wirst gewickelt!, Drohung [ GH-Freckf]. —
3. 'tüchtig essen' [KU-Schmittw/O NW-Deidh SOPf (Heeger Nachl.) Bayer Hackm. 80 Bernhard 188 Kühn Hamet 142 PfId. 151 Otterstetter 210 Vogelgesang Bliesmg 176], »fast nur bei Geburtsjg. 1914-1930 üblich« [Höh 122]; vgl. PfWB spulen 2 a, PfWB Wickel 7, PfWB Wickeler 1; Zs.: PfWB auf- 2, PfWB einwickeln 2 c; Syn. s. PfWB essen, PfWB vollfressen, PfWB wamschen 1 a. Um 6 Uhr se Nacht wickele [Kühn Kumödi 20]. Lobt der Preuß sein Pumbernikkel, / Un der Schwob sein Hutzelbrod: / Wann ich als mein Bretzel wickel, / Hotts uff dere Welt kän Not [Kühn Palz 74]. Och, e Werschtche ganft'r 'stiehlt er' sich! ... Wickelt 's Werschtche aus dr Fauscht [Kühn Hamet 51]. — In dieser Bed. auch belegt in der Sprache (dem Jenisch) der Eifler Hausierer [Kluge Rotw. 491, Wolf Nr. 6226]. — RhWB Rhein. IX 480/81; LothWB Lothr. 540 wiklen; ElsWB Els. II 809/10 wicklen.
 
 
Wickel-puppe f.:
1. 'Neugeborenes, Säugling', Wickelbopp (wigəlbǫb) [KU-Bedb Pirmas (Kieffer 81) KB-Kerzh]. Mer hat en gut un trei gepflegt / Un wie e W. gehegt [Münch Werke I 187]. Wickelbobbe, g'sund un rund / Un mit große Aage [Sommer Hausapothek 44]. —
2. 'Säuglingspuppe als Spielzeug' [Rockhs]. —
3. 'Gebildbrot in Form eines gewickelten Säuglings'. »Außerdem finden wir die Wickelpuppen mit den angedeuteten kreuzweise liegenden Bändern als Vollgebäck, das in irdener Form gebakken wird« [O. Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: WestmAbhandl. 5/1941/42 S. 260]. — RhWB Rhein. IX 480. — -schnur f.: 'Nabelbinde oder Band zum Wickeln des Säuglings', -schnur [ KU-Bedb RO-Dielkch Don-Schowe Torscha]. Rhein. IX 480; LothWB Lothr. 540. — -schurz n.: 'Schürze, die um den Leib gewickelt wird', -schorz [ KU-Etschbg]; Syn. s. PfWB Schurz. — -stock m.: 'waagrecht liegende Spule für Flachs', -stock [Lambert Penns 178]. — -stroh n.: 'wirres, zu einem Bündel gewickeltes Stroh, meist vom Hafer', -stroh [KU-Kaulb Kreimb Schandein Bav. IV,2 207]; vgl. PfWB Wirrstroh. a. 1758: 15 Gebund wikkel Stroh [SSp Kurpf. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. a. 1788: 20 Gebund Wickelstroh [SSp F29/11 (KU-Dittw)]. Rhein. IX 480. — -wark m.: 'Schreckgespenst', -wark (-warg) [ PS-Windsbg]; Syn. s. PfWB Nachteule 1 b.
 
 
Wicken-blume f.: 'Garten- oder Zaunwinde (Convolvulus purpureus oder sepium)', Wickeblumm [IB-Nd'würzb Rohrb (Altenkirch in: Heimatkundliche Beiträge 1982 II Nr. 182 S. 15) IB-Seelb (Wilde 274) »Westrich« (Wilde 274)]. VR.: Grasgrini Wiggeblumm / Do iwwe seh'n ich mein Mamme kumm [IB-Seelb (Wilde 274)]. Schneeweißi Wiggeblumme, / Morje soll mein Schätzle kumme [»Westrich« (Wilde 274)]. — -gewanne f.: FlN, mda. -gewännel Dim. [GH-Rülzh (Wilde Notizen)]. Zink FlN 26. — -schrot n.: 'grob gemahlene Wicken', -schrot [ Don-St. Andreas]. — -wacken,

[Bd. 6, Sp. 1306]
-wacker,

[Bd. 6, Sp. 1306]
-wackesPl.: Necknamen für die Bewohner von mehreren pfälzischen Orten der WPf, Anspielung auf die wenig attraktive Arbeit des Steinehauens, Wickewacke (wigəwagə) für KU-Frankb [ KL-Olsbr], KU-Heinzhs [Seebach Neckn. 35], KU-Obw/Tiefb [ KU-Wolfst], KU-Relsbg [ KU-Einöll], IB-Hass [ IB-Rohrb], IB-Herbh [ IB-Rubh], ZW-Gr'steinhs [ ZW-Dietriching], ZW-Mörsb [ HB-Kirrbg], ZW-Rosk [Seebach Neckn. 35], KL-Fockbg [Seebach Neckn. 35], -wacker (wagər) für KL-Heimkch [KL-Heimkch Seebach Neckn. 31], KL-Olsbr [ KL-Wörsb], -wackes für IB-Eschring [Glass Klutzkopp 130]; Neckvers: NN'er Wickewacke met de derre (dicke) Arschbacke, met de krumme (derre) Sohle, de Deiwel soll se (sell auch) hole für KU-Eßw Kaulb Kreimb Rehbn HB-Altstdt Kirrbg IB-Eschring ZW-Gr'steinhs Kl'bundb Kl'steinhs KL-Olsbr; vgl. PfWB Ricke-racke. RhWB Rhein. IX 478; Seebach Volkshumor 31 ff., 94.