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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wetz-kumpf(en) bis Wiandotte (Bd. 6, Sp. 1297 bis 1298)
 
Wetz-kumpf(en), m.
Wetz-papier, n.
Wetz-rillen, Pl.
Wetz-stahl, m.
Wetz-stein, m.
Wetzstein-händler, m.
wetz-steinig, Adj.
Wetzstein-kumpf(en), m.
Wetzstein-scheide, f.
Weyher, ON
Wiandotte
Wibbel-
wibbeln
Wichs-bürste, f.
Wichse, f. m.
Wichs, f. m.
Wichsel
wichsen, schw.
Wichser, m.
Wichser-tüchel, n.
Wichs-griffel, m.
Wichs-hännes'chen, n.
Wichs-kasten, m.
Wichs-männchen, n.
Wichs-schachtel, f.
Wicht, m.
wichtig, Adj.
Wichtig-tuer, m.
Wick, f.
wick
Wicke, f.
Wickel, m.  (f.)
Wickel-band, n.
Wickel-binde, f.
Wick(e)ler, m.
Wickel-gamaschen, Pl.
Wickel-haspel, f.
Wickel-hose, f.
Wickel-kind, n.
Wickel-kranz, m.
Wickel-macherin, f.
wickeln, schw.
Wickel-puppe, f.
Wickel-schnur, f.
Wickel-schurz, n.
Wickel-stock, m.
Wickel-stroh, n.
Wickel-wark, m.
Wicken-blume, f.
Wicken-gewanne, f.
Wicken-schrot, n.
Wicken-wacken, Pl.
Wicken-wacker, -wackes-wacker, -wackes, Pl.
Wick-hafer, m.
Wickler
Widder, m.
Widder-gasse, f.
Widders-wiese, f.
Widder-tod, m.
Wide
Widekadelmel, f.
wider, Präp.
Wider-ballen, m.
wider-bellen, schw.
Wider-borste, f.
wider-borstig, Adj.
wider-boxen, schw.
wider-bumpen, schw.
Wider-bumper, m.
Wider-bürste, f.
wider-bürstig, Adj.
Wider-den-Hunger, Pl.
wider-drücken, schw.
wider-einander, Adv.
wider-fahren, st.
wider-fliegen, st.
wider-gehen, st.
wider-haarig, Adj.
wider-halten, st.
wider-hauen, st.
wider-knassen, schw.
Wider-knuppchens, n.
wider-kommen, st.
wider-laufen, st.
wider-leben, schw.
wider-legen, schw.
wider-lehnen, schw.
widerlich, Adj.
Wider-machelns, n.
wider-pappen, schw.
Wider-part, m.
wider-placken, schw.
Wider-rede, f.
wider-reden, schw.
wider-rennen, schw.
Wider-rist, m.
Wider-ruf, m.
wider-rufen, st.
Wider-schein, m.
wider-schlagen, st.
   Wetz-kumpf(en) m.: = Wetzsteinkumpf(en), Wetzkump (wedskumb) [HB-Alth NW-Kallstdt Lambert Penns 178], -kumbe (-kumbə) [ HB-Alth Brenschb FR-Flomh NW-Bobh Freinsh Herxh], -kumpf (-kumbf) [ LA-Roschb], -koom [Beam Penns 109], -komp [ Gal-Engelsbrunn Rosenburg]; vgl. PfWB Kumpf 1 d; Syn. s. PfWB Schlotterfaß und K. 333. Rhein. IX 468. — -papier n.: 'Schmirgelpapier zum Wetzen des Griffels', -babier (-baˈbīr) [ LA-Edh]; vgl. PfWB Griffelwetzer. — -rillen Pl.: 'länglich-ovale bzw. rundliche Vertiefungen im Stein', meist an Kirchenportalen, -rille [vereinzelt]. W. sind zwar sicher mit einer bestimmten Absicht angebracht worden, jedoch nicht als Steinmetzzeichen. Über ihre eigentliche Bedeutung herrscht weitgehend Unklarheit, schriftliche Überlieferungen dazu sind bisher nicht nachweisbar. Weiteres s. bei R. Wilms: Wetzrillen an Kirchen der Zweibrücker Umgebung. Relikte eines in Vergessenheit geratenen Brauchtums. In: PfH 28/1977 81-86 und 29/1978 150-153; HRG V 1337-40. Mögliche sprachliche Relikte finden sich in der RA.: uff den hun ich gewetzt! 'Auf den habe ich Wut!' [verbr.]; s. PfWB wetzen 1 a und in pfälzischen Sagen, die in den W. Kratzspuren des Teufels sehen als Zeichen seiner Wut über den Bau einer Kirche; s. hierzu V. Carl: Pfälzer Legenden. Otterbach-Kaiserslautern 1981 124/ 25. — -stahl m.: 'Gerät des Metzgers zum Messerschärfen', am Gürtel getragen, -stahl (-dāl) [KU-Schmittw/O BZ-Dernb Lambert Penns 178]; vgl. PfWB Stahl 2 a. De W. fer die Kneib, der war magnetisch [Kröher Lyoner 90]. RhWB Rhein. IX 468. — -stein m.:
1. 'feinkörniger, harter Stein in länglicher Form zum Schärfen von Messern, Sicheln, Sensen', -stään, -staan, -steen, s. PfWB Stein [verbr., Glass 130 Krieger 46]; vgl. PfWB Stein 4. Der W. daut (taugt) nix [ KU-Schmittw/O]. Hool de W. ausem Kump unn wetz dei Sens! [ IB-Ommh]. Die Sens werd am W. gewetzt [ KU-Wolfst]. RA.: Er kann schwimme wie en W. 'geht im Wasser unter' [ LU-Alsh BZ-Dernb Dierb GH-Kand]. Der sitzt do wie e Krott uf em W. [ Gal-Dornf]. Wenn beim Mähen die Sense auf einen Stein trifft: Das war e W.! [ ZW-L'wied]. Fluch: Dunner W. noch emol! [ KU-Blaub]. a. 1790: ein Kumpf und wetzstein [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 Inventa-

[Bd. 6, Sp. 1298]
rium aus BZ-Wernbg]. — Wetzsteine können aus verschiedenen Arten von Sandsteinen, Tonschiefern oder Kalksteinen hergestellt werden ( DWB DWb. XIV, I,2 802). Sie wurden bei fliegenden Händlern gekauft, die aus der Mosel- und Eifelgegend kamen. Ein W. war zerbrechlich und wurde sorgfältig gehütet. Stark abgewetzte Steine wurden zum Messerwetzen in der Küche verbraucht (G. Altenkirch: Heimatkundliche Beiträge 1979 S. 42). Inzwischen ist ein W. meist ein Kunststein [ ZW-L'wied]. —
2. 'glitschiger Streifen in schlecht gegangenem oder gebackenem Backwerk', von Brot [ GH-Leimh], von Käsekuchen [ LA-Birkw]; vgl. PfWB wetzsteinig. —
3. FlN, amtl. Im Wetzstein [ KL-Gerhbn]. Name für einen sieben Meter hohen, roh behauenen Sandstein: dem Riesen Goliath sein W. [Dimel 23]. — RhWB Rhein. IX 468/69; ElsWB Els. II 601.
 
 
Wetzstein-händler m.: 'wer Wetzsteine verkauft', Wetzstäinhännler [KU-Schmittw/O, BZ-Stein (Ehrhardt 22)].
 
 
wetz-steinig Adj.: 'speckige, wässrige, harte, glitschige Streifen habend', von schlecht ausgebackenem Brot und Kuchen, wetzstäänich, -staanich, -steeni(s)ch [KU-Kaulb Schmittw/O LU-Alsh Land BZ-Dernb Bayer Hackm. 80 SOPf (Heeger Nachl.) Hussong Kirkel 170 Schmitt Billh. 98 Thielen 122]; vgl. PfWB wasserämig, PfWB Wetzstein 2; Gegenteil: luck 1 b, PfWB rößig. RhWB Rhein. IX 469; ElsWB Els. II 602.
 
  
Wetzstein-kumpf(en) m.: 'an einem Gurt getragener Wetzsteinbehälter des Mähers', mit Wasser, Essig oder feuchtem Gras gefüllt, in älterer Zeit meist aus einem Kuhhorn oder aus Holz bestehend, Wetzstäänkump [ IB-Bliesmg/Bolch ZW-Ixh KL-Stelzbg], -gumpf [ LA-Insh], -gumm [ LU-Neuhf], -kumbe [ KU-Körbn NW-Wachh]; Dim. -kummche [Lu'haf]; vgl. PfWB Kumpf 1 d, PfWB Wetzhorn, PfWB -kumpf(en), Wetzsteinfaß; Syn. s. PfWB Schlotterfaß und K. 333. — -scheide f.: = Wetzsteinkumpf(en), -schääd [ NW-Elmst]; Syn. s. PfWB Schlotterfaß und K. 333.
 
  
Weyher ON: Name eines Dorfes im Kr. LA, mda. Weier [ LA-Wey]; vgl. Herxheimweyer, PfWB Kapsweyer, PfWB Weierhof, PfWB Weiher 4. um 1250: Wilre [MüPfUrk. 2161]. Zur Entwicklung des ON (Schwund des -l- und Diphthongierung s. Dolch-Greule SN 489/90). Neckname für die Bewohner: Käsebrot 2, weil dies hier eine Spezialität ist [ LA-Burrw Hainf]. In W. esch's Keesebrout deier! [ LA-Roschb]. Neckverse: Weyherer Keesebrot, stechen eier Mutter mi'm Kochleffel dot [ LA-Hainf]; Var.: ... schlag dei Mudder mit Lumbe dot! [ LA-Wey]. In Roschbach sitzt de Kuckuck uff em Dach, in Rhodt sitzt er uff em Droht, in Weyher sitzt er uff de Eier, in Burr sitzt er uff de Scheier! [Seebach Volkshumor 127]. Christmann SN I 628.
 
 
Wiandotte eine Hühnerrasse s. PfWB Wyandotte;