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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Werfer bis werg-leinen (Bd. 6, Sp. 1261 bis 1263)
 
   Werfer m.:
1. 'besonders dicker Klicker', Werfer

[Bd. 6, Sp. 1262]
(węrr) [ KU-Patb]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
2. vgl. PfWB Minen-, Stern(en)werfer.
 
  
Werf-klicker m.: 'besonders dicker Klicker', Werfklicker [ KU-Ehw Krottb Sand Theisbgstg HB-Seyw]; Syn. s. PfWB Schießklicker.
 
  
Werg n.:
1. 'grobe Flachs- oder Hanffasern', aus dem 1. Arbeitsgang mit der groben Hechel, auch Hanfabfall zusammen mit verwirrten Fasern, für grobe Tuche, oft blaugefärbt für Arbeitskleidung, Werg (węrg, wrg) [KU-Albess Etschbg Glmünchw Kaulb Kollw Schmittw/O Theisbgstg W'mohr ZW-Dietriching Wiesb RO-Bistschd Finkb/Gersw O'hs Rehbn Sippf KL-Hirschhn PS-Bobth KB-Boland Kriegsf Mörsf Stett NW-Haßl Lach/ Speyd Spey GH-O'lustdt Heeger Südostpf. 27 Mang 95 Wilde 88 Krämer Gal 241], Werch (węrχ) [vereinzelt, Christmann Kaulb 13, 66], Werrick [Lambert Penns 172]; vgl. PfWB Mäsch; Zs.: Ä-, Ab-, Grobwerg, Regenwergentuch. Die Hoor sinn wie W. 'verfilzt' [ RO-Alsbr]. Aus W. hot mer Sackleine un Strick gemach [Krämer Gal 241]. Ebbel orrer Beere for W.! riefen die Hausierer in Dörfern der VPf [Wilde Notizen]. RA.: Sitzt do wie e Maus im e Wickel W. [NPfGV 1926 S. 18]. Der hat selwer W. am Rock (Rocken, Stecken) 'Er ist selbst nicht frei von Schuld' [Hebel 23, KU-Schmittw/O KL-Katzw BZ-Rohrb Schandein Sprachsch. Thielen So rerre mer 123 Wilde 90]. Rätsel von der Katze: Vore e Klingel Gaare, in der Mitt e Wickel W. un hinneno e Spazierstecke [ Don-Gottlob]. Volksbr.: »Solange ein Mädchen W. plicken mußte, durfte es keine fremden Spinnstuben besuchen« [Feierowend 1949 Nr. 25 S. 6]. 14. Jh.: Item wer ein werg wirfet, der sol nid minre werfen dane zwene strenge unde ses gebont [StArch. Kaislt Zunftordnung 3]. a. 1758: 7 lb Werk [Kurpf. 1580/90 (KU-Rothsbg)]. —
2. 'feinere Flachs- oder Hanffasern', aus dem 2. Arbeitsgang mit der feinen Hechel, für Hemden, Tisch- und Handtücher [KL-Kottw/Schwand Weilb LA-Impfl]; Zs.: PfWB Leichtwerg. Se spinnt reen W. 'feines W.' [LA-Impfl]. —
3. Weitere Zs.: PfWB Sichelwerg. — Es ist möglich, Werg wie PfWB Werk zu ahd. wërah, mhd. wërc, wërch 'Werk, Tat, Handlung, Arbeit, zubereiteter Rohstoff' ( Lexer Lexer III 770 ff.) zu stellen (Kluge-Seebold22 788). — RhWB Rhein. IX 440/41; LothWB Lothr. 538 Werk II; ElsWB Els. II 850; Hess.-Nass. IV 628/29 u. K. 38; DWB DWb. XIV, I,2 312 ff.
 
   Wergel Gen.?:
1. 'Bündel von Flachs, das auf dem Spinnrocken steckt', Wergel (węrgəl) [ KU-Föckbg], Wärjel [Lambert Penns 172 Penns-DeitschEck 10. 8. 1946]. —
2. 'Spinnrocken, Spule am Spinnrad', Wirkel [NW-Lach/Speyd Klein Wag. 108]; vgl. PfWB Wirtel 1; Syn. s. PfWB Kunkel1 u. K. 268; s. Abb. 90 a und b.
 
 
Wergel-beer, -holz s. Wärgelbirne, PfWB -holz; wergeln 'sich wälzen' s. PfWB wärgeln.
 
  
wergen Adj.: 'aus Werg gesponnen und gewebt', von grobem Gewebe für Säcke, Arbeitskleidung, altmda., werge (węrgə) [verbr., Schmitt Billh. 87

[Bd. 6, Sp. 1263]
Krämer Gal 241], wirke (wirgə) [IB-Eschring BZ-Dörrb Eußth Nd'horb GH-Bellh Knitth Nd'lustdt], werricke [Lambert Penns 172]; vgl. PfWB wergleinen; Zs.: PfWB grob-, PfWB rauh-, PfWB reinwergen; werge Duuch (Zeich) [mancherorts]; e bloo werkene Schorz (Hosse) 'aus blauem Leinen' [vereinzelt]; wergenes Duch (Zeich) for Säck [PS-Busbg Krämer Gal 241]; zwei Arten von wergenem Gewebe: raan w. 'reines, feines' und grob w. 'grobes, rauhes' [ NW-Haßl]. a. 1425: wircken breits duchs, von halp wircken linen duche [LeinArch. Löhne]. a. 1747: Item Ein hänffen und ein würken leytuch [Kurpf. 978-976]. a. 1790: An Leinwand und Getüch: 27 Pfd. wergen Garn [SSp F29/11 (KU-Dittw)]. a. 1788: ein werken Leintuch [Kurpf. A. 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. RhWB Rhein. IX 441; ElsWB Els. II 850 wirken, werken; DWB DWb. XIV, I,2 322/23 wergen; XIV, II 551 wirken.
 
 
Werg(en)-gabel f.: 'Spinnrocken, Kunkel, worauf zu spinnendes Werg gesteckt wird', Werrickgawwel [Lambert Penns 172]; Syn. s. PfWB Kunkel1 1 a und K. 268. DWB DWb. XIV, I,2 324. — -garn n.: 'aus Werg gesponnenes grobes Garn'; a. 1790: 5 Pfd. grob werg Garn [SSp F29/11 (KU-Dittw)]. — -schurz m.: 'Arbeitsschürze des Bauern', Wergschorz [ NW-Forst]; bloe Wergeschorz [ KB-Kriegsf SP-Ottstdt].
 
 
werg-leinen Adj.: 'aus Flachsfasern gewebt'; vgl. PfWB wergen; werkleinene Hember in jeder Fasson [Hartmann Teemaschin 27].