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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wend(e)-hals bis Wendels-tag (Bd. 6, Sp. 1244 bis 1245)
 
   Wend(e)-hals m.:
1. 'der Vogel Wendehals (Jynx torquilla)', Wendehals [Pirmas LU-Altr Friesh LA-Maik], Winn- [ NW-Kallstdt LA-Gommh BZ-O'schlettb LA-Mörzh], Wind- [Heeger Tiere II 9]; vgl. PfWB Dorn(en)dreher 2, PfWB Drehhals 1 a. —
2. 'der Vogel Wiedehopf (Upupa epops)', Wendhals [ LA-Diedf]; Syn. s. PfWB Wiedehopf. — -häuter m.: 'Werwolf'. Ma hot aa als Wendehaiter Pl. zu dene gsacht, weil se ihr Haut rumgedreht hawen: Bei Tach waren se Mensche un bei de Nacht Welf [W. Gutting in: Feierowend 1966 Nr. 22].
 
 
Wend-eisen n.: 'Verstellvorrichtung am Vorderpflug zur Einstellung der Furchenbreite', Wenneise (-aisə) [KU-Hüffl O'alb Roßb Schellw Theisbgstg Kus RO-Rehborn KL-Fischb Hütschhs KB-Boland Bubh Mauchh Zell FR-Bockh Klein Wag. 119 Gal-Dornf]; vgl. PfWB abwenden 1 a, PfWB anwenden 3. a. 1788: Ein Vorder und Hinterpflug mit schaare und sech samt Zog und Wenneisen [Kurpf. A. 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. RhWB Rhein. IX 422.
 
  
Wendeisen-nagel m.: 'Stift, der das Wendeisen arretiert', Wenneisenḁḁl (ˈwęnaisə̩nl) [ KB-Zell]; vgl. PfWB Wendnagel.
 
 
Wendel1 Pl.: 'zwei auseinanderlaufende Hölzer, zwischen denen vorn die Deichsel steckt', Wennel [KU-Rutsw/L (Klein Wag. 107)]. Die Bez. gilt auch für zwei auseinanderlaufende Balken am Hinterwagen; vgl. Abb. 9 Backen. LothWB Lothr. 537 and. Bed.
 
  
Wendel2, Wendelin m.:
1. PN.
a. 'der heilige Wendelinus', Mönch und Einsiedler in den Vogesen, 6. Jh. n. Chr., sein Grab in Sankt Wendel ist ein bedeutender Wallfahrtsort; Volksheiliger, Nothelfer und Patron für viele Anliegen, bes. für das Vieh; ein Fest ihm zu Ehren am 20. oder 23. Oktober; vgl. PfWB Wendelsmarkt, -tag. Heiliger Wendelinus und die annere! [Kühn Palz 100]. Sankt Wändelin gäb uns Gnad [Ehrhardt 120]. Volksbr.: Steht eine Kuh vor dem Kalben, dann opfert man dem heiligen W. eine Kerze [Franz 229]. —
b. männlicher VN, Wennel [vereinzelt, Rohr 210]; Zs.: PfWB Drehwendel. VR.: De Wendel kummt, de W. kummt, / de W. is schon da; / de W. hat in die Hosse geschiß, / was saht dann do sein Fraa? [ PS-Saalstdt]. —
c. FN, nur in der Wend. Do geht's zu wie in Wennel's, 's werd gekocht un ausgeschott [ Gal-Brig Dornf Rußl]. —
2. ON. 'die Stadt St. Wendel', Sḁngd Wännel [Hussong Kirkel 127]. — RhWB Rhein. IX 419; LothWB Lothr. 537.
 
 
Wendel+-benden Pl.: ehem. FlN; a. 1385: in den wendelbünden [MüPfUrk. 378 (KB-Ilbh)]. a. 1533: von der Windelbunden anne [BrPr. 62 Bl. 2v (KB-Ilbh)]. M. Halfer in: Alzeyer Geschichtsbl. 24 1989 S. 67. — -drehe f.: 'Bohrwinde mit Knarre, Handbohrer mit ausgelenktem Handgriff in der Mitte', Wenneldreh [ KU-Rutsw/L].

[Bd. 6, Sp. 1245]

 
  Wendelin(us)- s. PfWB Wendel2; Wendelns ein Klickerspiel s. PfWB Wändelns.
 
  
Wendels-markt m.: 'Markt am Tag des heiligen Wendelinus', in Sankt Wendel abgehalten, Wennelsmärd [ KU-Konk Rathsw Kus]. — -tag m.: 'Tag des heiligen Wendelinus (20. Oktober)', Wennelsdaag [ KL-Miesb Ramst]. Volksbr.: an dem Montag im Oktober, der dem W. am nächsten kommt, wird ein Fest zu Ehren des Heiligen gefeiert, in KL-Ramst erstmalig 1710; das Fest heißt auch Keschdekerb Kästenkirbe [PfMus. 1931 Heft 1/2 25 Die Rheinpfalz 19. 10. 1990 und 19. 10. 1991].