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Wendel1 bis wendern (Bd. 6, Sp. 1244 bis 1246) | |||
Wendel1, Pl. Wendel2, m. Wendelin, m. Wendel+-benden, Pl. Wendel-drehe, f. Wendelin(us)- Wendels-markt, m. Wendels-tag, m. Wendel-treppe, f. wenden, schw. Wender, m. wendern Wend-frosch, m. Wend-gabel, f. Wend-haken, m. Wend-hölzer wendig, Adj. wendisch, Adj. wendling Wend-löffel Wend-maschine, f. Wend-nagel, m. Wend-pflug, m. Wend-ring, m. wendsch Wendsel-bruder, m. Wendsel-fest, n. wendseln, schw. wendsig Wend-stange, f. Wend-stecken, m. Wend-stecker, m. Wendung, f. Wend+-wurzel, f. Wend-zapfen, m. wengern wenig, Adj. wenigstens, Adv. wenn1, Konj. wenn2 wenn3 wenne, Interj. Wennerich Wenzel, m. wenzeln Wepse wer, Pron. Werb-deichsel, f. werbe, Adv. Werbe, f. werben, schw. Werber, m. Werb(e)-ring, m. Werb(e)-nagel, m. Werbung, f. Werd werden, st. Werf, m. Werfel, m. Werfe, f. Werfel-katör Werfel-klicker, m. Werfelns, n. werfen, st. Werfer, m. Werf-klicker, m. Werg, n. Wergel, Gen.? Wergel-beer Wergel-holz wergeln wergen, Adj. Werg(en)-gabel, f. Werg(en)-garn, n. Werg(en)-schurz, m. werg-leinen, Adj. Werg-stopfer, m. Werg-wiese, f. Werifikatör, m. Werjel-holz Werk, n. Werk+-axt, f. Werk-bank, f. Werk-biene, f. Werk-diel Werk-eisen, n. Werkel-birne werkeln, schw. werken, schw. Werker Werk-führer, m. Werk-land, n. Werk-leute, Pl. Werk-montag, m. Werks, n. werks Werk+-schuh, m. Werk-statt, f. Werk-stück, n. Werk-tag, m. | 1. PN. a. 'der heilige Wendelinus', Mönch und Einsiedler in den Vogesen, 6. Jh. n. Chr., sein Grab in Sankt Wendel ist ein bedeutender Wallfahrtsort; Volksheiliger, Nothelfer und Patron für viele Anliegen, bes. für das Vieh; ein Fest ihm zu Ehren am 20. oder 23. Oktober; vgl. PfWB Wendelsmarkt, -tag. Heiliger Wendelinus und die annere! [Kühn Palz 100]. Sankt Wändelin gäb uns Gnad [Ehrhardt 120]. Volksbr.: Steht eine Kuh vor dem Kalben, dann opfert man dem heiligen W. eine Kerze [Franz 229]. — b. männlicher VN, Wennel [vereinzelt, Rohr 210]; Zs.: PfWB Drehwendel. VR.: De Wendel kummt, de W. kummt, / de W. is schon da; / de W. hat in die Hosse geschiß, / was saht dann do sein Fraa? [ PS-Saalstdt]. — c. FN, nur in der Wend. Do geht's zu wie in Wennel's, 's werd gekocht un ausgeschott [ Gal-Brig Dornf Rußl]. — 2. ON. 'die Stadt St. Wendel', Sḁngd Wännel [Hussong Kirkel 127]. — RhWB Rhein. IX 419; LothWB Lothr. 537. [Bd. 6, Sp. 1245] 1. 'etwas auf die andere Seite drehen, umwenden', von gemähtem Gras (Heu) und Getreide, von abgetragener Kleidung usw., wenne (wenə, węnə) [allg., Bertram § 265 Christmann Kaulb 66 Henn Mda.-Int. 101 Höh 76 Kamm 68 Müller Dietschw 71 PfId. 151 Schneckenburger 46 Lambert Penns 177 Krämer Gal 241 Don-Schowe Torscha], wende (wendə, węndə) [ PS-Schönau], wenge (węŋə) [ GH-Neubg], winne (winə) [ KU-Börsbn Dietschw Eisb Herschw/Petth RO-Als Nd'mosch KL-Stelzbg PS-Heltbg H'einöd BZ-Dierb Gossw Münchw Silz Stein Wernbg Wilgws GH-Erlb Leimh Wind], wande (wandə) [ PS-Hirschth], wanne (wanə) [ PS-Bobth Bruchw/Bärb Fischb]; s. K. 389; Part. Perf. gewend [mancherorts, Henn Mda.-Int. 101 PfId. 151], gewinn [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB kehren1 1 a, PfWB stürzen, PfWB wendseln; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ent-, PfWB ver-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB über-, PfWB umwenden; e gewendti Jobb 'eine auf die linke Seite des Stoffes umgearbeitete Jacke' [ FR-Bockh]; Kläärer (en Aanzuch) w. losse [vereinzelt]; Hai (Gras, die Schor) w. 'Gemähtes zum besseren Trocknen mit einer Gabel auflockern und umwenden' [verbr., Bernhard 186], war meist Frauenarbeit; met de Sichel w. 'mit Hilfe einer Sichel gemähtes Getreide umwenden' [ KU-Schmittw/O]; uf die anner Seit w. [ KL-Erfb]; Flääsch w. 'in Salzlake eingelegtes Fleisch umdrehen' [mancherorts]; (Brode-)flääsch (Kotlett, Pannkuche) w. 'in der Pfanne, im Bräter wenden' [ LA-Gommh]; die Därem w. 'die Innenseite des Darmes vom geschlachteten Tier nach außen kehren', Arbeit des Metzgers zur Gewinnung von Wurstdarm [ KU-Schmittw/O LU-Opp]. Der Stoff esch noch gut, velleicht kann mer's w. [ GH-Zeisk]. Mer hun's schun zweemol w. misse, d. i. das Grummet [Burgey Keschte 76]. 's Bett w. 'Das Bett 2 c 'Dreschgelege' umwenden und auch von der anderen Seite dreschen' [ KU-Schmittw/O]; and. Bed.: 'ein Bett frisch beziehen' [ KU-Schmittw/O]. RA.: die Hosse w. '(im Freien) seine Notdurft verrichten' [verbr., Krämer Gal 241]; alles 's unnerscht unn 's owwerscht w. 'alles durchsuchen' [ KU-Schmittw/O]; De Geldbeil is gewendt 'Der Geldbeutel ist leer' [ KU-A'glan]. Er [Bd. 6, Sp. 1246] hat de Mache gewendt 'sich erbrochen' [ PS-Erfw]. Das Blaat hat sich gewendt 'Die Situation ist jetzt eine andere' [ KU-Hundh FR-Albsh]. Der esch g'wendt un g'stürzt, Wortspiel, das einem Weber aus GH-Freckf nachgesagt wird, der in einem gewendeten Anzug auf der Treppe stürzte [Hebel 39/40]. Grußformel beim Vorübergehen an arbeitenden Leuten: Wenne? [ BZ-Dierb GH-Kand], duuner w.? [ KU-Schmittw/O]. a. 1757: 1 Gewender alter Rock [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. — 2. 'die Richtung einer Bewegung ändern, umkehren', de Plug (am Enn vun de Foor) w. 'mit dem Pflug am Ackerende umkehren' [mancherorts, Bernhard 186 Klein Wag. 121 PfId. 151]. De Wind wendt sich [ SP-Harths]. RA.: kää Aag devun (vun ebbes) w. 'nicht wegsehen können' [Land, vereinzelt]. Er sperrt 's Maul uff, daß e Haiwaa drin w. kann 'gähnen' [ RO-Obd]. 's wendt mer oom Hals 'Es wendet bei mir am Hals, d. h. ich bin der Sache überdrüssig' [ KU-Schmittw/O]. a. 1331: daz sollen sie keren vnde wenden vor der vorgenant iunffrau Metzen sele [OttbgUrkb. 382]. — 3. 'sich bewegen (können)' [vereinzelt]. Er kann sich net w. [RO-Sippf]. RA.: sich (net) winne un (net) wenne 'sich (nicht) bewegen' [ RO-Dielkch KB-Biedh FR-Albsh LU-Altr NW-Elmst Frankeck GH-Nd'lustdt]. Er wendt (windt) unn weicht net 'Er bleibt hartnäckig; er will nicht gehen', [mancherorts, PfId. 151 PfMHk. 7/8 1925 183 Krämer Gal 241]. Drüwe üwer de Brück stehr e föchterlich langer Kerl un wendt un weicht net [Westrich (PfId. 178)]. Ich kann mich drehe un w., wie ich will 'Es geht nicht, es ist nicht zu ändern' [Krieger 42, KB-Bubh Bernhard 186]. Ich muß mich drehe un w. kinne 'Ich muß Platz haben' [ BZ-Albw]. Er wääß sich net se w. un se drehe 'Er weiß nicht, wie er sich zu benehmen hat' [ KU-Bedb]. — 4. 'mit einem Anliegen zu jemandem gehen', sich oon äine w. [vereinzelt]; an die falsch Adress w. [vereinzelt]. Do wenne Sie sich jetzt an e letz 'falsche' Adress [Müller Lottche 23]. Un wann Se noch miener wisse winn, dien Se sich norre unschiniert an mich w. [ GH-Erlb]. — RhWB Rhein. IX 419 ff; LothWB Lothr. 537 wenne; ElsWB Els. II 835. 1. 'Gerät zum Heuwenden', Wenner (węnər) [mancherorts, Lambert Penns 177]; Zs.: PfWB Heuwender. — 2. a. = PfWB Wendpflug [ KU-O'alb ZW-Battw FR-Dirmst]. — b. 'Verstellvorrichtung am Pflug' [KU-Etschbg Klein Wag. 119]; vgl. PfWB Wendeisen; Zs.: PfWB An- 4, PfWB Umwender. — 3. weitere Zs.: PfWB Anwender 3. — RhWB Rhein. IX 424/25.
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