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Welsch-gasse bis Welschkorn-gans (Bd. 6, Sp. 1237 bis 1239) | |||
Welsch-gasse, f. Welsch-gockel, m. Welsch-gückel, m. Welsch-hahn, m. Welsch-huhn, n. Welsch-hünkel, n. Welsch-kätzchen Welsch-kirsche, f. Welsch-kohl, m. Welsch-korn, n. Welschkorn-gans, f. Welschkorn-grutzen, m. Welschkorn-hacke, f. Welschkorn-haus, n. Welschkorn-jahr, n. Welschkorn-laub, n. Welschkorn-pflanze, f. Welschkorn-sack, m. Welschkorn-schnecke, f. Welsch-land, n. Welsch-lauch, m. Welsch-nuß, f. Welschnuß-baum, m. Welt, f. welt Welt-achse, f. Welters-bach, ON Welters-graben, m. Welters-steinchen, n. Welt-geschichte, f. Welt-krieg, m. Welt-meister, m. Welts-dame, f. Welts-getäts, n. Welts-grundbirne, f. Welts-hund, m. Welts-kalb, n. Welts-kerl, m. Welts-kuh, f. Welts-maschine, f. Welts-ochse, m. Welts-pläsier, n. Welts-schikaner, m. Welts-tier, n. Welts-weibsmensch, n. welt-verkehrt, Adj. Welt-wunder, n. wem wen Wend-achse Wend-balken, m. Wend-blech, n. Wend-brett, n. Wend-brunnen, m. Wende, f. Wend(e)-hals, m. Wend(e)-häuter, m. Wend-eisen, n. Wendeisen-nagel, m. Wendel1, Pl. Wendel2, m. Wendelin, m. Wendel+-benden, Pl. Wendel-drehe, f. Wendelin(us)- Wendels-markt, m. Wendels-tag, m. Wendel-treppe, f. wenden, schw. Wender, m. wendern Wend-frosch, m. Wend-gabel, f. Wend-haken, m. Wend-hölzer wendig, Adj. wendisch, Adj. wendling Wend-löffel Wend-maschine, f. Wend-nagel, m. Wend-pflug, m. Wend-ring, m. wendsch Wendsel-bruder, m. Wendsel-fest, n. wendseln, schw. wendsig Wend-stange, f. Wend-stecken, m. Wend-stecker, m. Wendung, f. Wend+-wurzel, f. Wend-zapfen, m. wengern wenig, Adj. wenigstens, Adv. wenn1, Konj. wenn2 wenn3 | 1. 'Truthahn', -hahn, -hohn, -hahn, -hohn, s. Hahn [verbr., Heeger Tiere II 8 Schandein Bav. IV,2 419 Lambert Penns 177 Horne Penns 40 Gal-Dornf]; Pl. -hähn, -hehn, -hohn, -hohne, s. PfWB Hahn [vereinzelt]; vgl. PfWB Truthahn, PfWB -hünkel, PfWB Rotznase 2 b β, PfWB Schnudelhahn, PfWB Welschgockel, PfWB -gückel, PfWB -huhn, PfWB -hünkel und K. 162 Gockel, Hahn. De W. kollert, von den Lauten des Truthahns [ LA-Altd]. E W. hot kenn scheene Kopp [Hartmann Kinnerspr. 21]. Un rothe [Bd. 6, Sp. 1238] emol, was es war? E ganzer W. [PfId. 197]. Welschhahne, die sin groß un dick, / Un wie sie rum stolziere! / En mancher muß zu unserm Wohl / Sei roder Kopp verliere [Birmelin Penns Poems 31]. W., ich bin reerer wie du!, sagt man mit starkem Ton auf dem letzten Wort, um den W. zu imitieren und zu reizen [ LA-Nußd]. RA.: so rot wie e W. 'rot vor Zorn' [ ZW-Bechhf]; eitel wie e W. [ LU-Opp]; e Kopp wie e W. 'ein roter, zorniger Kopf' [ HB-Breitft]. Er hat e Rotznas wie e W. 'Ihm hängt der Schleimstrang aus der Nase wie der Hautlappen am Schnabel des W.' [mancherorts Feierowend 1949 Nr. 20 S. 7 Feierowend 1954 Nr. 6 S. 2 Krieger 43]. Er blost sich uf wie e W. 'droht zornig' [ KU-Herschw/Petth]. KR.: Rot un bloo, das steht net schien, W. loß dein Rotznans giehn!, Zuruf der Kinder an den W. [ KU-Kaulb]. — 2. Neckname für die Bewohner von LA-Frankw [ LA-Frankw]. — RhWB Rhein. IX 413 Welsch; LothWB Lothr. 536; ElsWB Els. I 341; ALA II 126; Kretschmer 380 ff. — -huhn n.: 'Truthahn, -henne'; vgl. PfWB Welschhahn. a. 1751: Zu denen Gänßen und Welschhünern ... soll auch ein ... Hirth bestellt werden [Zweibr I 671 (HB-Altstdt)]. LothWB Lothr. 536; ElsWB Els. I 346, II 823. — -hünkel n.: 1. 'Truthenne, vereinzelt auch Truthahn', -hinkel [mancherorts, Heeger Tiere II 8 Kamm 68 Krämer Gal 241]; Dim. -hinkelche, Pl. -cher [vereinzelt]; vgl. PfWB Welschhahn; das W. neckse 'reizen' mit em rore Sackduch [ KB-Bubh]. RA.: e Rotznas han wie e W. 'einen Schleimstrang aus der Nase hängen haben wie ein Truthahn den Hautlappen am Schnabel' [ KU-Bedb RO-Rehborn]. Der blost sich uf wie e W. 'droht zornig' [ Gal-Einsiedel]. Volksgl.: Welschkarn 'Maiskörner' eingeweecht in Fett, wu Fassenachtkuche drin gebacke sin werre, fiedert mer die Welschhinkel, no gehn sie net fert, ihr Oier zu lege [Fogel Beliefs Penns Nr. 875]. — 2. eine Hühnerrasse [ KU-Odb]. — -kätzchen 'Weidenkätzchen' s. PfWB Wilgenkätzchen. — -kirsche f.: 'die Kornelkirsche (Cornus mas)'. a. 1577: Wir haben in vnserm Land nicht mehr dan(n) ein geschlecht der Welschen Kirsen, nemlich die roten. Was frembd ist, nennet man bey vns Welsch, also heißt dise frucht bey vns Welsch Kirsen, z Latin heißt der baum Cornus, Crania [Bock Kreutterbuch 360v/61r]. ElsWB Els. I 470; Marzell I 1171. — -kohl m.: 'Wirsingkohl', -kohl [ PS-Erfw]. — -korn n.: 'das Getreide Mais (Zea mays) und seine Körner', -korn [verbr., Carl Pfalz im Jahr 310 Kamm 68 Thielen 122 Wilde 167 Horne Penns 37], -ka(r)n [Beam Penns 107 Penns-DeitschEck 10. 7. 1937, Buffington Penns Var. 234 Nr. 30, 246 Nr. 43]; vgl. PfWB Pferdszahn, PfWB Mais, PfWB Weizen 2, PfWB Zahnmais; Zs.: Feld-, Gäulswelschkorn; won mei Welschkon zeidich is [Reichard Penns 290]. Er schmeißt de Hinkel Welschkärn hie [Birmelin Penns Gezw. 63]. Mer sieht Tomate, Welschkorn, Zwiwwle, Beere / un zwischedrin en Kranz vun gold'ne Ähre [Wilms Land und Lewe 115]. Dann schießt des W. in die Heeh / Un wachse aa die Kolwe schee [Birmelin Penns Poems [Bd. 6, Sp. 1239] 27]. RA.: Ein blindes Huhn findet auch einmal ein W. [ PS-W'fischb]. BR.: Welschkärn planzt mer im Krebs oder Leeb [Fogel Beliefs Penns Nr. 981]. Wann's Bascht am W. dick is, gebt's en härter Winter; wann's W. zum Bascht raus wachst, gebt's en gelinder [Fogel Beliefs Penns Nr. 1187]. Volksgl.: Reib en Warz mit re Welschkärn un vergrḁb si unnich der Dachdrapp (Dachtraufe) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1693]. Volksbr.: W. ist Bestandteil des Würzwisches [ NW-Geinsh]. VR.: Sin die Bletter geel am Nascht, / Dann werd's Welschkarn aw gebascht (basten) [PennsDeitschEck 5. 10. 1935]. a. 1573: An etlichen Orten zehent man das W. mit der Zehentruthen [F. Poth: Die wirtschaftlichen Verhältnisse ... LA-Edh. o. O. 1929 19]. a. 1577: Vnser Germania würt bald Felix Arabia heissen, die weil wir so vil frembder gewa(e)chß von tag z tag, auß frembden Landen inn vnsern grund gewenen, vnder welchen das groß Welschkorn nicht das geringest, on zweiffel erstmals von Kauffleutten auß warmen feißten Landen z vns gefrt worden [Bock Kreutterbuch 233r]. a. 1747: Item Kraut Wirsching und anderes Gemüs nach der Observanz: Welschkorn, Flachs ... [Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 10 (LA-Edh)]. a. 1787: 2 simern welsch Korn [WernbgVormR]. LothWB Lothr. 536; ElsWB Els. II 822/23.
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