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weisel-richtig bis Weis-macher (Bd. 6, Sp. 1206 bis 1210) | |||
weisel-richtig, Adj. Weisel-richtigkeit, f. Weisel-zelle, f. Weisen weisen, st. Weisen-heim, ON Weiser Weis-heit, f. Weisheits-zahn, m. weis-machen, schw. Weis-macher, m. weis-nasig, Adj. Weiß Weißen weiß, Adj. Weiß-äcker, Pl. Weiß-alben, Pl. Weiß-apfel, m. Weiß-arsch, m. Weiß-bart, m. Weiß-becher, m. Weiß-becker, m. Weiß-bier, n. Weiß-binder, m. Weiß-blume, f. weiß-bluten, schw. Weiß-brot, n. Weiß-dorn, m. Weiße, f. weiße-blaß, Adj. Weißel, f. Weißeler, m. weißeln, schw. weißen, schw. Weißen-berg, m. Weißen-berger, m. Weißen-burg, ON Weißen-burger, Adj. Weißen-furt, f. Weißen-stein, m. Weißersonntags-woche, f. weiß-fett, Adj. Weiß-fisch, m. weiß-fleischig, Adj. Weiß-frucht, f. Weiß-gewann, f. Weiß-glut, f. weiß-glütig, Adj. Weiß-haar, n. Weiß-hafer, m. Weiß-halm Weiß-herbst, m. Weiß-jörgen, m. Weiß-kappe, f. Weiß-kappes, m. Weiß-käse Weiß-kern, m. Weiß-klee, m. Weiß-kleien, Pl. Weiß-kopf, m. weiß-köpfig, Adj. Weiß-korb, m. Weiß-korn, n. Weiß-kraut, n. Weißkraut-haupt, n. Weißkraut-kopf, m. Weiß-kuchen, m. Weiß-laib, m. Weißlaibs-kopf, m. Weiß-land, n. Weiß-lauter, m. Weiß-leber, f. Weißling, m. Weißlings-garten, m. Weiß-mehl, n. Weißmehl-kloß, m. Weißmehl-knopf, m. Weißmehl-kuchen, m. Weißmehl-sieb, n. Weiß-most, m. Weiß-mühle, f. Weiß-pfennig, m. Weiß-pfraume, f. Weiß-rübe, f. Weißrüben-hengste, Pl. Weißrüben-samen, m. Weiß-schimmel, m. Weiß-tanne, f. Weiß-teig, m. Weis-stein, m. Weiß-tiger, m. Weiß-tunkens, n. Weißwaren-geschäft, n. Weiß-wäsche, f. Weiß-wein, m. Weiß-wiese, f. Weiß-wurzel, f. Weiß-zeug, n. Weistum, n. Weisung, f. | [Bd. 6, Sp. 1207] dem Schwärmen wird das Bienenvolk auf seine W., d. h. auf das Vorhandensein von Eiern hin, untersucht. — -zelle f.: 'besonders große (gedeckelte) Zelle in der Bienenwabe, die für eine Königin vorgesehen ist', -zell [ KU-Langb HB-Bexb ZW-A'hornb Bubhs L'wied RO-Rehborn KL-Matzb BZ-Klingmst GH-Wörth]; vgl. PfWB Königszelle; Weiselzelle einsetze 'einem weisellosen Volk gedeckelte Weiselzellen einsetzen' [ BZ-Klingmst]; kinschtliche Weiselzelle, an einem in flüssiges Bienenwachs getauchten Bleistift bildet sich die Form einer künstlichen W. [ BZ-Klingmst]. 1. 'zeigen, herzeigen, sich zeigen', weise (waisə) [verbr., Henn Mda.-Int. 101, 115 Juner 104 Kamm 68 Kühn Hamet 142 Mang 121 Müller Dietschw 70 PfId. 152 Schandein Ged. 252 Lambert Penns 176 Krämer Gal 240], wäise [IB-Ommh (Walle 41)], wisse (wisə) [HB-Seyw, lothr. SWPf]; Part. Perf. st.: gewess (gəwęs) [Henn Mda.-Int. 101, 115 Mang 151 »Donnersberg« (PfId. 150)], gewiss [Münch Werke I 48 Schneckenburger 59 Krämer Gal 240], gewiess [Bliesgau (PfId. 150)], gewisse [LU-Alsh NW-Haßl Spey Heeger Südostpf. 17 Lambert Penns 176]; schw.: gewiest (gəwīst) [ IB-Reinh]; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB be-, PfWB ent-, PfWB er-, PfWB vor-, PfWB her-, hin-, PfWB nachweisen; weis emol [PfId. 151]. De Hund weist die Zähn [verbr. ges. Pf außer SWPf], ... wiest die Zähn [ HB-Medh Seyw IB-Habkch]; de Finger w. 'sich im Unterricht melden' [ LU-Altr]; die Zung w. 'Zunge herausstrecken' [ KL-Fischb]. Weis mer emol dein Zingelche!, sagt die Mutter zum kranken Kind [ KL-Fischb]. Geh niwwer un wies, wie du rusgebutzt bischt! 'Geh und zeig, wie hübsch du gekleidet bist!' [ IB-Bliesmg/Bolch]. Es Kind weist sich 'zeigt stolz seine schöne Kleidung' [ FR-Bockh]. Wies ma mol dinne Uffgawe! 'Zeig mir mal deine Hausaufgaben!' [IB-Ensh (Glass 130)]. Die Tribb weisen schun Same, vom Ansetzen der Knospen [ LA-Burrw]. Er weist's norre nit 'Er läßt sich nichts anmerken' [ NW-Hardbg]. Es will uns juscht weise wie schee as es wär [Birmelin Penns Gezw. 85]. Die Hannoremsbas hot uns im ganze Haus erumgefehrt un hot uns alles gewess [ KU-Schmittw/O]. Waart's noore ab, das weist sich bald [Ranssweiler 72]. Wie s'Kind off de Welt war un's de Mamme besser gang isch, han se's rer gewies [Kraus Putscheblum 60]. Un 's nutzt nicks, - Ehr missenem de Johann halt weise!, aus einem autobiographischen Werk des Naturdichters und Zeitungsträgers Johann Nauerz, Kaislt [Firmenich II S. 7]. RA.: sich stulz w. 'eingebildet sein' [ KU-Herchw]; met de Fenger ouf äine w. 'jemanden eines Fehlverhaltens bezichtigen, jemanden verächtlich machen' [ WD-Niedkch, mancherorts], auch umgekehrt: mit'm Finger uf die Leit w. [ PS-Gersb]; w., wu en de Schuck drickt 'auf ein Problem hinweisen' [ NW-Hardbg]; de Großvadder (Himmel) w. 'ein Kind an Kopf oder Armen in die Höhe ziehen' [Bd. 6, Sp. 1208] [ GH-Zeisk]. Des werd sich w. [PS-Rodalb (Bernhard 187) Krieger 40]. Weeß mer's, es werd sich w.! [Feierowend 5/1953 Nr. 24]. Er horrem de Orsch gewess 'ihm den Rücken zugedreht' [ KU-Schmittw/O]. Er weist em die Feerscht (Ferse) 'Er flüchtet' [ KU-Schmittw/O]. Weischt em de kleen Finger, will er die ganz Hand han [Steinmetz]. Die Rewe (Wingert) weisen sich schään 'Die Reben treiben gut aus' [ LU-Alsh, FR-Grünstdt]. Zurechtweisung, Androhung oder Verabreichung von Prügel: die Stern (Stirne) w. [ KU-Schmittw/O]; w., wo de Peffer wachst [ KU-Heinzhs]; w., wo Hase laafe (wo de Has laaft) [ KL-Fischb]; w., wo er dehääm is [ KU-Theisbgstg]; w., wu Barthel den Moscht holt [ BZ-Dernb]. Ich will's em w. [ PS-Bundth]. Dem hän se 's gewesse [ LA-Nußd]. Dem hun ich emol die Zähn gewess [ KB-Albish]. Ich will der w., was Moses un die Profete geleert hänn! [ LU-Opp]. Dann weis ich dr, was de Butter in Määnz gelt, un was drei Linse for e Subb kochen! [Kühn Kumödi 59]. Dem han ich gewiest, was drei Erbse for Brih gin (kochen) [ IB-Reinh, BZ-Dernb]. Jemanden fortschicken, abweisen: Weis die Pritsch! 'Dreh dich um und geh weg!' [ IB-Hass]. Er weist ihm die Dier (Tür) [Fogel Prov. Penns Nr. 304, KU-Bedb LA-Mörzh]. Dem hun ich's gewiss, wu d'r Zimmermann 's Loch geloss hot! [ Gal-Brig, Don-Schowe]. Dem hunnich emol de Weg gewess [ KU-Schmittw/O]. SagSprW.: Es wird sich weise, saat der Dincher un hot in die Farb g'schiß, Wortspiel mit weisen und weißen [Land]. Es werd sich weise, saat de Maurer, es werd sich rausstelle, saat de Kihhert [Krieger 42]. BR.: Kummt de Froscht im Januar nicht, so weist er im März sein G'sicht [ LU-Alsh]. Volksgl.: Wammerm Neimuund Geld weist, grikt mer mee [Fogel Beliefs Penns Nr. 1260]. Mer derf net noch me Gewitter oder an der Himmel mit em Finger weise [Fogel Beliefs Penns Nr. 1227]. Kranker, weischt mer dei Fuß, liegscht zur Buß; weischt mer dei Händ, liegscht zum End [ Don-Neufutok]. KR.: Das Kind hält den Maikäfer mit zwei Fingern und sagt: Maikäwwer, weis mer dei Spielche (Spiegelchen), sonscht brech eich der Hals oun Bein [ WD-Niedkch]. Schneck, Schneck, Schnore, / Weis mer dein vier Ohre! / Streckschde se net glei eraus - / Werf ich dich zum Haus enaus! [Schandein Bav. IV,2 352, NW-Kallstdt]. — 2. a. 'rechtliche, verbindliche Weisungen geben, anweisen, unterweisen, verweisen, leiten'. a. 1408: was das selbe gerihte wise und erkenne zum rehten [StArch. Spey Missivbuch I Bl. 39v]. a. 1421: daß die 21 scheffen uff montag nach St. Jacobs tag anne Domini 1421 zu Erfweiler seind gewesen und hant gewiesen als hernach geschrieben steht [ABlieskst 68]. a. 1537: soll man, so einen sin gerichtsher abfordert, an iren herren oder richter wissen [SchWeist. RO-Falkst S. 83]. a. 1549: Wa aber der weinsticher im Dorf oder gemarcken nit were, sol man sie zu dem dorfmeyster weysen, damit die fuerleut nit gehindert werden [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. — b. 'durch [Bd. 6, Sp. 1209] amtliche Weinprüfer zum Ausschank bestimmen'. a. 1567: vnd wer da wein schencken will, der soll den burgermeister darbei nemmen, vnd soll ihm daß faß weißen [PfWeist. 322]. — Mhd. wîsen schw. 'anweisen, belehren, unterrichten, wissen lassen; zeigen'; mhd. wîsen n. 'die Erlaubnis zum Ausschanke des Weines' ( Lexer Lexer III 941/42). — RhWB Rhein. IX 390 ff.; LothWB Lothr. 545 wisen; ALLG I K. 154; ElsWB Els. II 867/68; ALA I K. 141. [Bd. 6, Sp. 1210] heitszahn, -zḁhn, -zohn, s. PfWB Zahn [mancherorts], -haatszḁhn [ KU-Kaulb], -heetszahn [ KL-Siegb], -heetszaun [ NW-Geinsh]; Pl. -zähn, -zihn, s. PfWB Zahn [verbr.]. De W. daucht nix [ LU-Alsh]. RA.: Wammer mit em W. de Verstand nit kriet, bleibt mer sein Lebdaag e dummer Kerl [Kus]. Der kriet alleweil sein Weisheitszähn 'Jetzt wird er vernünftig' [ FR-Bockh]. Dem fehlt de W. 'Er ist recht dumm' [ BZ-Nd'horb]. Volksgl.: Wer die Weisheitszähne früh bekommt, wird nicht alt [ KU-Kaulb]. Rhein. IX 388. 1. 'jemandem etwas vortäuschen, von etwas nicht Zutreffendem überzeugen wollen, überlisten'; eem (een, äine) ebbes weismache (waismaxə) [mancherorts, Höh 141 Lambert Penns 176 Krämer Gal 240]; Syn. s. PfWB betrügen, PfWB lügen; sich nix w. losse [ NW-Freinsh]. Loß der vun dem nix w. [Krieger 45 Feierowend 16/1953 S. 2]. Des machscht 'm annere weis! [ NW-Hardbg]. Der hot'n was weisgemacht [ RO-Dielkch]. Mich kannscht nix w. [ LU-Böhl]. Do hot die Betz sich weisgemacht / Der Schtiwwer wär verbei [Birmelin Penns Poems 98]. Ihr Hauptbläsier war: de Leit ebbes weiß zu mache [Sommer Humor 33]. RA.: Des kannst eener w., wu die Hosse mit de Beißzang anzieht [ LU-Friesh], ... wo käin Knebb oon de Hosse hot [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'belehren' (hier noch urspr. Bed.). a. 1305: vnde bat vnd belut vns von des kuniges wegen, daz wir in wise mechten, welche kontschaft die beste vnder den zwein were [OttbgUrkb. 264]. — F.: Das Verb kann mit Akk. und Dat. Obj. stehen: Akk.: mach mich nix weis [ LA-Gommh]; Dat.: mach mer nix weis [ GH-Kand]. — Mhd. einen wîs machen 'belehren, bekannt machen mit' ( Lexer Lexer III 936). — Rhein. IX 387 Z. 35.
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