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Weg-warte bis wehcheln (Bd. 6, Sp. 1146 bis 1148) | |||
Weg-warte, f. Weg-weiser, m. weg-werfen, st. weg-wimmeln, schw. weg-wischen, schw. weg-wünschen, schw. Weg-zehrung, f. weg-zus, Adv. Weh, n. weh, Adj. wehcheln, schw. Wehe1, f. Wehe2 Wehe3 wehen, schw. Weh(e)-stand, m. Weh(e)-tag, m. Wehle Weh-leid, n. weh-leidig, Adj. wehmeln, schw. Weh-milch, f. Weh-mutter, f. Wehr1, n. (m.) Wehr2, f. wehren, schw. Wehrens, n. Wehr-holz, n. Wehr-stand, m. Weh-tat, f. weh-tun Weh-weh, n. Weh-winsel, f. weh-winseln, schw. Weib, n. Weibchen Weibel1 Weibel2 Weibels-rück, m. Weibels-wiese, f. Weiber-arbeit, f. Weiber-arm, m. Weiber-bank, f. Weiber-bein, n. Weiber-born, m. Weiber-braten, m. Weiber-doktor, m. Weiber-fastnacht, f. Weiber-feind, m. Weiber-gesprach, n. Weiber-haar, n. Weiber-handel, m. Weiber-haube, f. Weiber-hudel, m. weiberisch, Adj. Weiber-kappe, f. Weiber-kirchmantel, m. Weiber-kleider, Pl. Weiber-klopfer, m. Weiber-kores, n. Weiber-kram, m. Weiber-kraut, n. Weiber-krieg, m. Weiber-mann, m. Weiber-mutzen, m. Weiber-narr, m. weiber-närrisch, Adj. Weiber-schenkel, Pl. Weiber-schmus, m. Weiber-schossel, m. Weiber-schoten, m. Weiber-schuh, m. Weiber-seite, f. Weiber-sommer, m. Weiber-sterben, n. Weiber-stühle, Pl. Weiber-suppe, f. Weiber-tanz weiber-toll, Adj. weiber-zunge, f. weibisch, Adj. weiblich, Adj. Weibs-arbeit, f. Weibs-arm, m. Weibs-bild, n. Weibs-geziefers, n. Weibs-hemd, n. Weibs-hut, m. weibsig, Adj. Weibs-kittel, m. Weibs-knie, n. Weibs-leute, Pl. Weibsleute-arbeit, f. Weibsleute-leuts-, f. Weibsleute-geschwätz, n. Weibsleute-gespräch, n. Weibsleute-hemd, n. Weibsleute-narr, m. weibsleute-närrisch, Adj. weibsleute-leuts-, Adj. | 1. 'die Blume Wegwarte (Cichorium intybus)', Wegwart [vereinzelt]. a. 1577: Die blawe zame Wegwart ist nn mehr auch im brauch bei allen menschen [Bock Kreutterbuch 99v]. — 2. 'eine ältere, unverheiratete Frau', aldi Wegwart [BZ-Rohrb (Wilde Notizen)]. — Mhd. wëgewarte 'Cichorium' ( Lexer Lexer III 730). — RhWB Rhein. IX 344. — -weiser m.: 1. 'richtungsweisendes Schild', -weiser [vereinzelt]. — 2. übertr. a. 'Nase' [ KU-Föckbg PS-Hermbg]; Syn. s. PfWB Nase 1. — b. 'menschlicher Kothaufen am Wegrand' [ PS-Erfw]; Syn. s. PfWB Scheißdreck. RA.: De W., gebt acht un trerem die Äje nitt aus! 'Tritt nicht hinein!' [ PS-Erfw]. — 3. FlN, amtl. Am Wegweiser [ KU-Lauteck]. — RhWB Rhein. IX 344; ElsWB Els. II 868 Wegwiser. [Bd. 6, Sp. 1147] [vereinzelt Krämer Gal 240]. Er hot de Leffel (sein Lewe) eweggeworf 'ist gestorben, hat Selbstmord begangen' [mancherorts]. Die hot's gar net so weit eweggeworf 'Sie hat es zugegeben' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Was mer weit wegwerft, muß mer vun weit holle [Don-Gert, Thielen So rerre mer 123]. Rhein. IX 346. — -wimmeln schw.: 'unpassende Karten abwerfen', Skatausdruck, -wimmle [ GH-Schwegh]. — -wischen schw.: 'auswischen, ausreiben, tilgen', -wische [vereinzelt, Lambert Penns 175]. — -wünschen schw.: 'jemanden oder etwas an einer anderen Stelle haben wollen', -winsche [ KU-Bedb]. RA.: jemand ewegwinsche 'jemandem den Tod wünschen' [ KU-Schmittw/O KB-Mauchh]. 1. 'körperlicher Schmerz, Wunde', Weh (wē) [mancherorts, Glass 129 Schneckenburger 22 Don-Lenauheim]; vgl. PfWB Schmerz; Zs.: PfWB Augen-, PfWB Bauch-, PfWB Brust-, PfWB Buckel-, PfWB Glieder-, PfWB Haar-, PfWB Hals-, PfWB Hüften-, PfWB Klicker-, PfWB Kopf-, PfWB Kreuz-, PfWB Leib-, PfWB Magen-, PfWB Mutter-, PfWB Ohr-, PfWB Ranzen-, Schädel-, PfWB Weh-, PfWB Zahnweh. Vorne de Kopp isch abgeschlah un die Schuller än Weh [Kraus Arwed 12]. Doch sinn mer krank unn hann mer Weh, verstehn mer oft die Welt nimmeh' [Schneider Dillje 118]. Die Tande kimmt bei alle Weh [Ranssweiler 72]. SprW.: Weh muß Weh vertreiwe [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'Kummer, Leid' [mancherorts]; Zs.: PfWB Heimer-, PfWB Heim-, PfWB Herz-, PfWB Leidweh; RA.: sein Weh un Ach klaa'e [ KL-Reichb LU-Opp]. — 3. weitere Zs. in PfWB Fingerweh. — RhWB Rhein. IX 350/51 weh 3; LothWB Lothr. 534; ElsWB Els. II 776. 1. 'Schmerzen verursachend, krank', weh [allg., Christmann Kaulb 11 Mang 117 Müller Dietschw 71 Otterstetter 48 Lambert Penns 176 Krämer Gal 240], wäih (węi) [ LU-Altr], wih [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB ach; Zs.: PfWB sterbensweh, PfWB wind-und-weh; e weejes Been [Hussong Kirkel 170]; sich weh dun [verbr.]; weh mache 'sich weh tun' [ LA-Ilbh]. Die gruuß Zih (de Leib, de Hals, die Knoche usw.) dud mer weh [mancherorts]. Es esch (werd) em weh 'Er fühlt sich krank' [ BZ-Dernb]. 's Pettche es wih worr 'Der Pickel hat sich entzündet' [ RO-Rehborn]. Nix dut weher als wammer sich verbrennt [ KL-Reichb]. Do hawenem die Rippe wehgeduun [Karch Gimmdg/Muttstdt 96]. Vun änrer Zeit, die wo uns arisch weh geduh hat [Kröher Lyoner 102]. Dess schännschte iss an dere Sach, meer hat noch känner weh gemach [Damm Nachtdischlamp 16]. Un iss mer summers weh un wund [Birmelin Penns Gezw. 66]. RA.: Der dut sich arich weh 'Es fällt ihm schwer' [ RO-Dielkch]. Der dut sich net weh [Bd. 6, Sp. 1148] 'strengt sich nicht an' [vereinzelt]. Dem dud kehn Zahn me weh 'Der ist schon tot' [mancherorts]. Moi ganzer Seelsack hot mer weh g'dan [ LU-Opp]. Wann em sein Dummheit weh deht, deht er kreische wie e Buuchmaarder [NPfGV 8/1934], ... mißt er Daach un Nacht kreische [Bergz (Kamm 90)]. Er hot sich weh debei g'dan 'Er hat sich überschuldet' [ LU-Opp]. SprW.: Was mer gern macht, duht ähm nit weh [Bergz (Kamm 86)]. Wann's hinne weh dut, soll mer vorre uffhere [Thielen So rerre mer 117]. Was mer net weeß, dut em net weh [Fogel Prov. Penns Nr. 1819]. Denk net drḁ, noo duts ḁ net weh [Fogel Prov. Penns Nr. 283]. BR.: Märzeschnee dud Frucht un Weinstock (Weize) weh [RO-Als NW-Frankeck GH-Zeisk Steinmetz]. Volksgl.: Wammer me Kind, as juscht uff die Welt kumme is, net en aldi Windel aadutt, grickt's en weher Arsch [Fogel Beliefs Penns Nr. 149]. Wammer in's Feier spaut, grickt mer'n weh Maul [Fogel Beliefs Penns Nr. 1417]. Wann die Krehnḁge 'Hühneraugen' weh duun, gebt's wiescht Wetter [Fogel Beliefs Penns Nr. 1113]. Volksmed.: Der beim Rebschnitt austretende Saft wirkt bei wehen Augen [ LA-Mörzh Rhodt], bei Sommersprossen [ LA-Rhodt]. VR.: Wann ich danze geh, / dut mer mei Fuß net weh. / Nore wann ich arweite muß, / is es aus mit meim Fuß [ Gal-Bagbg]. Mutter, koch mer Zwiwweltee, / mein Laib, der dud mer weh; / jetzt is mer's in die Schiller gesteh, / o weh, o weh, o weh! [ KU-Bedb]. Lach! Dann lacht die Welt mit dir, / Um so greeßer dei Pläsier; / Heil! Dann heilschte ganz allee / Um so mehner dut's der weh [Birmelin Penns Gezw. 142]. Un hen mer uns mol weh geduh, / Dann kummt sie glei un frogt uns: »Wu?« / Heeli, heeli, Hinkeldreck! / Bis märrje frih is alles weg! [Birmelin Penns Gezw. 73]. Weitere VR. s. PfWB Doktor 2, PfWB drei 3, PfWB schänden 1, PfWB schelten 1 b. — 2. Interj. des Bedauerns, des Schmerzes, der Drohung, weh, o weh [mancherorts, Schandein Ged. 251], wai [vereinzelt, (jidd. Lautform)]; wehe dem!, Warnung [vereinzelt]. Wehedeem, du machschd das! [Hussong Kirkel 171, 19]. O weh, do hawwich ebbis schienis angerecht! [ PS-Erfw]. RA.: O weh deiner! 'Laß das sein!' [Kaislt]. Scherzh. Drohung: »O weh, 's kummt raus!« - »Was?« - »'s Männel aus'm Krankehaus!« [ LA-Essing]. Var.: »'s Hinkel aus'm Hihnerhaus!« [ LA-Essing]. — RhWB Rhein. IX 349/ 50; LothWB Lothr. 534; ElsWB Els. II 775; DSA 33; MRhSA II 133, 138.
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