| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Weck bis Weck-holder (Bd. 6, Sp. 1116 bis 1119) | |||
Weck, m. Wecken, m. Weck-acker, m. Weck-auflauf, m. wecken1, schw. wecken2 Wecker, m. Wecker-tanz, m. Wecker-uhr, f. Weck-, f. Wecke-rupfen Weck-füllsel, n. Weck-holder Weck-knopf, m. Weck-kuchen, m. Wecklingen, ON Weck-mehl, n. Weckmehl-kuchen, m. Weck-rupfen, n. Weck-sack, m. Weck-samen, n. Weck-schnitte, f. Weck-stück, n. Weck-suppe, f. Wedel1, m. Wedel2, m. wedeln, schw. weder, Konj. Wederich Wedler Weed, f. weeden, schw. Weed(en)-brunnen, m. Weed(en)-garten, m. Weed(en)-gasse, f. Weed(en)-graben, m. Weed(en)-platz, m. Weed(en)-treppe, f. Weed(en)-wiese, f. Weel Wees Wees'chen Weeträä Weetree Wefze Weg, m. weg, Adv. weger, Adv. hin-weg, Adv. hin-weger, Adv. weg-achielen, schw. weg-ackern, schw. weg-beißen, st. weg-bläffen, schw. weg-blasen, st. weg-bleiben, st. Weg-blume, f. weg-brechen, st. weg-brennen, schw. weg-bringen, schw. weg-brunzen, schw. weg-drücken, schw. Wege-breit, m. Wegedorn-beere, f. Wegel wegeln, schw. Wegeln-burg, f. wegen1, Präp. m. Gen., m. wegen2, schw. Weger-arsch, m. Wegerich, m. Wegerich-tee, m. weger(t), Adv. Wege-spreit weg-essen Wege-tret(er), m. weg-fahren, st. weg-fallen, st. weg-fangen, st. weg-fegen, schw. weg-fingern, schw. weg-fliegen, st. weg-fressen, st. weg-führen, schw. weg-geben, st. weg-gehen, st. wegger Weg-gericht, n. weg-grappschen, schw. Weg-gras, n. weg-grippsen, schw. weg-gucken, schw. weg-haben, schw. weg-hacken, schw. weg-hängen, schw. weg-heben, st. weg-hexen, schw. weg-holen, schw. weg-hören, schw. wegig, Konj. | 1. 'Weißbrötchen mit Längsrille', Weck (węg, weg) [allg., Bernhard 187 Castleman Zweibr 30 Christmann Kaulb 66 Mang 88 Müller Dietschw 71 Schneckenburger 33 Lambert Penns 174 Danner Penns 108 Krämer Gal 239], Wecke [Klein Prov. 228 Stoll 37]; Pl. Weck [ges. Pf], Wecke [Beam Penns 106]; Dim. Weckche [WPf], Weckle [VPf], Weckele [ PS-Erfw], Dim. Pl. Weckcher [vereinzelt, Beam Penns 106]; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Pfennigs-, PfWB Pfetter-, PfWB Prüfungs-, PfWB Butter-, PfWB Tabaks-, PfWB Doppel-, PfWB Eier-, PfWB Examen-, PfWB Fizen-, PfWB Halbkreuzer-, PfWB Hoden-, PfWB Königs-, Kreuz-, PfWB Kümmel-, PfWB Leichen-, PfWB Lücken-, PfWB Milch-, PfWB Mohn-, PfWB Neujahrs-, PfWB Oster-, PfWB Roten-, PfWB Salz-, PfWB Schlitz-, PfWB Semmel-, PfWB Spitz-, PfWB Stahl-, PfWB Staub-, PfWB Steigungs-, PfWB Stollen-, PfWB Stutzen-, PfWB Wasser-, PfWB Zeil-, Zukker-, PfWB Zweipfennigsweck; s. Abb. 110: traditionelle Weckformen; Weck austroon 'Brötchen austragen' [ KU-Schmittw/O]; en halwe (doppelde, merwe 'mürber') W. [vereinzelt]. Beim Bäcker sin se ingedrung / Un hannem all die Weck verschlung [Münch Werke I 84]. Morgens drag ich Weck rum vor de Schul [Karl Räder: Verlowung im Pälzer- [Bd. 6, Sp. 1117] wald. Neustadt/Haardt 1913 16]. Die Weck daaft se in Brödcher um [Sommer Hausapothek 27]. Sinn die Weck wegg? - Die Weck sinn all all [PS-Rodalb (Bernhard 211)]. Ich hett gärn neuneneunzich Weck! [Damm Nawwel 69]. Jesses, was han mir do alles fer Weck! [Kröher Lyoner 99]. RA.: Der hot keen Kreizer (drei Penning) mehn vor 'n Weck 'ist verarmt' [ NW-Weish/S]. Die Aajer gehn alleweil wie die Weck uf em Lare 'Die Eier verkaufen sich zur Zeit gut' [ ZW-L'wied]. Es geht so schnell (so wolfel 'wohlfeil') wie e Weck vom Lade [Rockhs, Schandein Sprachsch.]. Des koscht's, wie de Weck uf em Lade [ LU-Muttstdt]. Er harem (hat dem) Bäcker e Weck gestohle, sagt man bei Schluckauf [ PS-Erfw, KU-Bedb LA-Nußd]. Mei Döchder gehn ab wie frische (warme) Weck 'heiraten rasch' [Krieger 32, KU-Kaulb Münch Werke I 231]. Bohne dun mich krone, Weck un Weißbrot is mei bitterer Dod [ KU-Kaulb, KL-Weilb Gal-Dornf]; Var. s. PfWB bitter 2. Unbestimmte Antwort auf die Frage, was es Neues gibt: Frische Weck un kleene Kinner [Land]. Wette: Ich hab' eher 'n Schobbe Bier durch de Strohhalm getrunke, als du 'n Weck gesse hoscht [LU-Muttstdt (Wilde 148)]. Volksbr.: Der W. ist ein Gebildbrot zu verschiedenen Festen oder Anlässen: Neujahr [HB-Breitft NW-Ellstdt Stoll 37]; Fastenzeit [Zweibr]; Ostern [RO-Höring PS-Bundth O. Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: Westmärkische Abhandlungen 5/1941/42 S. 281]; Erntedankfest backen die Bäcker Wecken und verteilen sie an die Kinder [ FR-Ebertsh]; zum Totenmahl [ NW-Gönnh]. Der W. als Abgabe für ein Stück Land s. PfWB Weckakker [Carl Pfalz im Jahr 94/95]. KR.: Hupp, Hupp, geh eraus! / Flieg iwers Bäckerhaus, / Hol drei Weck eraus. / Mer ener, / Der ener, / Un dem annere ah enner! [PS-Lembg (Wilde 259), KU-Schmittw/O J. Hoffmann: Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897, 71 Kamm 100 Schandein Bav. IV,2 352]. Hannsgebiebche (Johannisboben) flieh', / Flieh in Beckers Garte, / Hol mer e Weck un der e Weck, / Die annere kennen warte [J. Sprissler in: Der Trifels 24. 12. 1933]; weitere KR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Bein 2, PfWB Emil 1, PfWB Herrgottsvogel, PfWB Huppe, PfWB Huppert 1 a, PfWB Rübe 1 a, PfWB Storch 1. a. 1541: zweyen schulern zwo maß wein vnd zween weck geben [GgHospR]. a. 1549: Item welicher bekker eyn eynunge mit wecken oder brott bricht [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. a. 1550: vnd soll denn hubenern ... zu jeglichem gericht gebenn ein maß weins vnd ein weck [PfWeist. 61 (HB-Alth)]. a. 1570: befielt der Rat den Bäckern, die weck nicht mehr an einander zu stossen [StArch. Kaislt Ratsprotokoll S. 279]. a. 1590: Item die Becker sollen die Weck ... zu 1 vnd 2 Pfennig werthen [ZweibrUrkb. 130]. a. 1759: So viel aber die Mahlzeit bey Kindtaufen betrifft, soll nur die Auftischung von Brod, Wecken, Kuchen oder Bretzeln ... erlaubt sein [NPfGV 1906 S. 80: Verfügung gegen Mißbräuche bei Hochzeiten und Kindtaufen]. — 2. 'keilförmiges Werkzeug aus Eisen'. a. [Bd. 6, Sp. 1118] 1596: 1 Eyßen wecken [WerschwSchR Bl. 613]. — 3. a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Bunz. — b. 'Hoden des Ebers' [Heeger Tiere I 18]. — 4. a. 'die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', bes. ihre Frucht [NW-Geinsh LA-Böbing Marzell I 1094]; vgl. PfWB Weckrupfen; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. — b. 'weibliche Blüte oder Frucht der Erle', Dim. Weckle [Germh], Dim. Pl. Weckelcher [Germh, LA-Venn (Wilde 54)]. — 5. 'wer viel ißt' [ LA-Wollmh]; Syn. s. PfWB Dicksack. — 6. eine weitere Zs.: PfWB Tollweck. — In Bed. 2 ist noch die urspr. Bed. erhalten: mhd. wecke 'Keil' ( Lexer Lexer III 721), das Gebäck hat seinen Namen von der urpr. keilförmigen Gestalt. — RhWB Rhein. IX 327 ff.; LothWB Lothr. 533; ElsWB Els. II 808; DWB DWb. XIII 2784 ff.; Eichhoff WA 59 Brötchen. [Bd. 6, Sp. 1119] einer aufgehängten Flasche Wein am nächsten ist, dem gehört sie als Belohnung [Stoll 70]. — -uhr, Weck-f.: = PfWB Wecker, Weckeruhr [ KL-Reichb NW-Frankeck LA-Mörzh Wollmh GH-Kand], Weck- [Lambert Penns 175].
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||