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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schinken bis Schinken-wurst (Bd. 5, Sp. 984 bis 985)
 
Schinken, m.
Schunken, m.
Schinken-ärmel, m.
Schinken-fleisch, n.
Schunken-, n.
Schinken-fresser, m.
Schinken-hächse, f.
Schinken-klopfen, n.
Schinken-klopferleins, n.
Schinken-knochen, m.
Schinken-nudeln, Pl.
Schinken-plätschen, n.
Schinken-plätscher, m.
Schinken-wurst, f.
Schinken-zirkel, m.
Schinnoos
Schippe
Schirget, m.
Schirm, m.
Schurm, m.
Schirm-drachen, m.
Schirmels-blume, f.
schirmen, schw.
Schirm(en)-flicker, m.
Schirm(en)-geld, n.
Schirm(en)-hafer, m.
Schirm(en)-herr, m.
Schirm(en)-macher, m.
Schirm(en)-mütze, f.
Schirm(en)-schwamm, m.
Schirm(en)-wald, m.
Schirms-verwandter, m.
Schiro-meter
Schirrach, m.
Schirreb, m.
schirren, schw.
Schirrget
Schirrling, m.
Schirr-wagen
Schirting, m.
Schisse, f. m.
Schiß, f. m.
Schissem, Gen.?
Schissen, m.
Schisser, m.
schisserig, Adj.
Schisser-liese, f.
Schisser-lumpen, m.
schissern, schw.
Schisser-pfraume, f.
Schiß-haken, m.
schissig
Schißlamäng, f.
Schiß-melde, f.
Schiß-pfraume, f.
Schitt
schitz
schiwwem
Schlabambel
Schlabber, m.,  f.
Schlabber-base, f.
Schlabber-brühe, f.
Schlabberer, m.
Schlabberes, m.
Schläbberes, m.
schlabber-fett, Adj.
Schlabber-gusche, f.
Schlabber-haube, f.
schlabb(e)rig, Adj.
Schlabber-kappe, f.
Schlabber-kraut
Schlabber-lappen, m.
Schlabber-maul, n.
Schlabber-milch, f.
schlabbern, schw.
schläbbern, schw.
Schlabber-schnüsse, f.
Schläbber-schnute, f.
Schlabbersin, f.
Schlabber-täsche, f.
Schlabber-tuch, n.
Schlabbes
Schlabutz, f.
Schlacht, f. m.
Schlachten, f. m.
schlacht
Schlacht-axt, f.
Schlacht-bank, f.
schlachten, schw.
Schlachter, m.
Schlächter, m.
Schlacht-feld, n.
Schlacht-fest, n.
Schlacht-geschirr, n.
Schlacht-gewicht, n.
Schlacht-hafen, m.
Schlacht-haus, n.
schlachtig, Adj.
schlächtig
Schlacht-kessel, m.
   Schinken, Schunkenm.:
1.
a. 'Schinken (des geschlachteten Schweins)', Schinke (iŋgə), Schunke (uŋgə) [verbr. (geogr. Scheidung unmöglich; Schunke überwiegt, Schinke ist im Vordringen; vielerorts erscheinen beide F. nebeneinander, wobei Schunke mehr von der älteren, Schinke von der jüngeren Gener. verwendet wird)], Schunke [PfId. 129 Christmann Kaulb 15, 69 Mang 101 Müller Dietschw 68 Höh 53 Bertram S. 49/50 Heeger Südostpf. 9 Krämer Gal 194, mancherorts Don Buch], Schunke u. Schinke [Lambert Penns 146], Schonke (oŋgə) [WD-Niedkch HB-Kirrbg Don-Schowe Torscha Lenauheim]; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Vorder-, PfWB Hinter-, Roll-, PfWB Sauschinken; geraachde Sch. 'geräucherter Sch.' [Claus 27]. De Sch. werd ausgebäänt (ausgebeint) [ WD-Niedkch]. Die Schunke henkt mer in de Schornschde [ KU-Schmittw/O]. Gerichte: Sch. un Keppelsalat (Kopfsalat) [ BZ-Albw]; Aajer in die Pann schlae, Sch. un Speck dromm [ ZW-Gr'bundb]. Nach erfolgreicher Brautwerbung gibt es Brot mit Budder, Käs, Worscht un Sch. [ LU-Böhl]. Vgl. auch PfWB Osterschinken. RA.: eem de Sch. rolle 'einen verhauen' [ KL-Wörsb]. Der det aach die Worscht noch em Sch. schmeiße 'mit geringem Einsatz etwas Wertvolleres bekommen' [ LA-Gommh, mancherorts]; Var.: mit Brot noch em Sch. werfe [ LU-Opp], e Brotworscht (Bratwurst) geje'n (noo'm) Sch. schmeiße [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Umgekehrt: Er dut mi'm Sch. noo de Brotworscht schmeiße 'wegen eines kleinen Vorteils viel riskieren' [NW-Freinsh, Kaislt Thielen So rerre mer 108]. De darfscht aa emol dei Sch. bei meim Kraut koche 'bei mir einen Vorteil erzielen', ironisch [ WD-Niedkch]. Quackvers: Quack, Quack, drei Eier im Sack, e Stick Schunke un e Stick Speck, sunscht gehn mer nimmeh vor de Deer eweg [ HB-Altstdt]. Einen Spottreim s. PfWB Kommunist; ein Rätsel s. PfWB Bampel 1 e. —
b. 'Oberschenkel, Gesäß', derb. Aufforderung: Hock dich uf dei Schinke! 'Setz dich!' [Krieger 46]. SprW.: Wann die Schinke en Herr krigge, g'heere se weg 'Wenn ein Mädchen einen Freund hat, soll es heiraten' [ LU-Opp]. —
2. von alten, abgenützten, abgetragenen Dingen.
a. 'altes Gewehr', Schunke [KU-Konk SOPf (Heeger Nachl.) Hee-

[Bd. 5, Sp. 985]
ger Tiere I 17]. Do loßt 'r schun sein Sch. krache [Kühn Hamet 8]. —
b. 'altes, rostiges, abgebrauchtes Messer'; Schunke, selten: Schinke; daneben: e alder Sch., e roschdicher Sch. [mancherorts ges. Pf]; vgl. Krottengiks(er); Zs.: PfWB Krottenschinken. —
c. 'verschlissenes Buch'; en alder Sch. [ LA-Nd'hochstdt]. —
d. 'altes, mageres, abgetriebenes Pferd'; e alder Sch. [ ZW-Mittb]; Syn. s. PfWB Mähre 1 b. —
3.
a. 'dummer Mensch' [Pirmas (Otterstetter 251)]. —
b. s. die Zs. PfWB Jammerschinken. —
c. Schimpfw.: en krummer Sch. [ GH-Kand]. —
d. Neckname der Bewohner von KU-Konk, Pl. Schunke [Umg. KU-Konk]. Spottreim: Die Jule hat mich lieb, / Sie sagt, sie wär von Kunke. / Un wer die Jule krieht, / Der krieht en alte Schunke [Vogelsgesang 47]. — Südhess. V 308 ff.; RhWB Rhein. VII 1141 ff.; LothWB Lothr. 469, ALLG I 335; ElsWB Els. II 422, ALA II 91.
 
  
Schinken-ärmel m.: wie schd., Schinkeärmel [ KU-Kaulb KL-Weilb LA-Venn]; vgl. PfWB Schikoärmel. Am Hut e halwer Vogel Strauß, / Am Kleed e Masse Seide, / Un Schinkeärmel owe dran [Ney 187]. Südhess. V 310; RhWB Rhein. VII 1145. — -fleisch, Schunken-n.: 'Fleisch vom Schinken', Schunkeflääsch, -flaasch; Schinke-, s. PfWB Schinken u. PfWB Fleisch [verbr., Lambert Penns 146]; gedärrdes Sch. [ BZ-Dernb]. Südhess. V 310; RhWB Rhein. VII 1145. — -fresser m.: 'Reiseprediger', Schimpfw., Schunkefresser [ KU-Schmittw/O]. Südhess. V 310, RhWB Rhein. VII 1145/46 and. Bed. — -hächse f.: 'Schinkenknochen', Pl. -heese [ NW-Haßl]. RhWB Rhein. VII 1146. — -klopfen, -klopferleinsn.: = PfWB Schinkenplätschen, -kloppe [ KU-Kaulb]. Die Kinner hän Schinkeklopperles g'spielt [PfRh. 1977 78]. — -knochen m.: wie schd., -knoche [verbr.]. Südhess. V 310; RhWB Rhein. VII 1146. — -nudeln Pl.: 'Nudeln und Schinken im Backofen gebacken', ein Gericht, -nudle [ LU-Opp, RO-Dielkch]. — -plätschen n.: 'ein Spiel, bei dem jemand auf das Hinterteil geschlagen wird und der Betreffende erraten muß, wer geschlagen hat', -plettsche [Zweibr (Wilms Alph. 48)]; vgl. PfWB Schinkenklopfen. — -plätscher m.: 'Lehrer', scherzh., -pletscher [ KU-Schmittw/O]. Schunkeplätscher sollt' er werre [Müller Butterbärwel 50]. — -wurst f.: eine Wurstsorte, -worscht [ KB-Kriegsf FR-Tiefth]. Südhess. V 310; RhWB Rhein. VII 1146. —