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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schiff bis Schiffer2 (Bd. 5, Sp. 968 bis 970)
 
Schiff, n.
Schiffahrt
Schiffe(l)
schiffeln1, schw.
schiffeln2
Schiffelns, n.
Schiffels-kopf, m.
schiffem, Num.
schiffen, schw.
Schiffer1, m.
Schiffer2
Schiffer3
schiffern
Schiffer-scheiße, f.
Schiffer-stadt, ON
Schiff-fahrt, f.
Schiffich, m.
Schiff-mann, m.
Schiff-nobel, m.
Schiffon (Chiffon), m.
Schiffonjee, n.,  m.
schiff-reich, Adj.
Schiff(s)-mühle
Schiff(s)-reiter, m.
Schiff(s)-schaukel, f.
schiften
Schifter, m.
Schikago (Chicago), ON
Schikane, f.
Schikanen-buckel, m.
Schikanen-kappe, f.
Schikanen-kopf, m.
Schikanen-körbchen, n.
Schikanen-krämer, m.
Schikanen-kraut, n.
Schikanen-macher, m.
Schikaner, m.
Schikanör, m.
schikanieren, schw.
schikanig, Adj.
Schiko-ärmel, m.
Schikores, m.
schikorum, Adj.
Schilbe
schilchen, schw.
Schilcher, m.
schilchsen, schw.
Schild, m.,  n.
Schilder-haus, n.
Schild+-gerechtigkeit, f.
Schild-krotte, f.
Schild-laus, f.
Schild-wache, f.
Schild-wirt, m.
Schilee1, n.,  m.
Schilee2
Schilee-buckel, m.
Schilee-sack, m.
Schilee-weste, f.
Schilf, n.
Schilfen, (m.?),  Pl.
Schilfen-gras, n.
schilfig, Adj.
Schilie-bienchen
schilken, schw.
Schilks-auge, n.
schilksen, schw.
Schilkser, m.
schilksig, Adj.
Schiller
Schiller-kragen, m.
Schiller-locken, Pl.
schillern, schw.
Schilli-bienchen, n.
Schilling, m.
schilsen, schw.
Schilter
Schimmel, m.
Schimmel-bach, f.
Schimmel-bauer, m.
schimmelig, Adj.
schimmeln, schw.
Schimmel-pferd, n.
Schimmel(s)-pfuhl, m.
schimmern, schw.
Schimmi, m.
Schimmi-fritz, m.
Schimmi-schuh, m.
Schimmi-strumpf, m.
Schimpf, m.
schimpfen, schw.
schimpferlich, Adj.
schimpfieren, schw.
schimpflich, Adj.
Schimpf-name, m.
Schimpf-rede, f.
Schina (China), n.
Schinägel, f.?
schinägeln, schw.
Schina-nägelchen, Pl.
   Schiff n.:
1.
a. 'großes Wasserfahrzeug', Schiff [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 13, 89 Mang 96 Müller Dietschw 64 Schnekkenburger 41], Scheff [lothr. SWPf (Keiper Nachl.) GH-Leimh], Schöff (sic!) [»Bliesg« (PfId. 128)]; Zs.: PfWB Dampf-, PfWB Schlepp-, PfWB Segelschiff. 's Sch. fahrt (geht) [LU-Alsh/Gr, verbr.]. 's Sch. fahrt uf em Rhein [ LU-Altr]. Sein Sch. fahrt ball ab [ LA-Gommh]. Er hot uf em Rhein e Sch. g'fahre [Spey]. Der war uf em Sch. 'hat als Soldat bei der Marine gedient' [ NW-Freinsh]. RA.: Ausdruck der Entrüstung: Des gibt's uf käm Sch.! [Thielen So rerre mer 108]. Einen VR. s. PfWB Brezel 1. —
b. 'Kahn, Nachen', Dim. Schiffel, Schiffche [ LA-Bornh, mancherorts], Scheffche [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; Zs.: Weidschiff. a. 1540: Item soll keiner kein wardlof (s. PfWB Wartolf) stecken, dan er schwebs mit ein schieff kann hin faren [Grimm Weist. VI 414 (GH-Leimh)]. —
c. 'gebasteltes Spielzeugschiffchen'. Die Kinner machen Schiffcher aus Babier (aus Nußschale) [Kaislt, verbr., Gal-Dornf]. —
d. s. die Zs.: PfWB Luftschiff. —
2.
a. 'Behälter zur Warmwasserbereitung in der Platte des modernen Küchenherdes (1930)', Schiff [verbr.], Dim. Schiffche [ RO-Dielkch]; Zs.: PfWB Ofenschiff. 's Schiff im Herd [ KB-Kriegsf]. —
b. 'Weihrauchgefäß in der kath.

[Bd. 5, Sp. 969]
Kirche', Dim. Schiffel [ LA-Venn]. —
c. 'unterer Bau der Kirche' [ LU-Böhl]; Zs.: PfWB Kirchenschiff. —
d. 'Loch für Klicker- und Bohnenspiele der Kinder', Dim. Schiffche [ KU-Kreimb], Schiffel [ BZ-Gleisz/Gleishb]; Syn. s. PfWB Kaute 1gα. —
e. 'Werkzeug des Webers, mit welchem der Querfaden in den Zettel des Gewebes gezogen wird', Dim. Schiffche [ KU-Kaulb], Schiffel [LA-Venn, Lambert Penns 133]. —
f. in der Verb. Schiff un G'scherr. α. 'Gesamtheit der für den bäuerlichen Betrieb notwendigen Geräte' [LA-Venn, mancherorts, PfId. 52], 'alles, was zu einem <''>geordneten Hauswesen« gehört' [ NW-Geinsh]; e Bauregut met Haus un Hof un Schiff un Gescherr [ RO-O'mosch]. a. 1529: von den pferden auch schiff vnd geschirr zu beschlagen in der Eern [GgHospR]. a. 1746: Ahn Pferdt schiff und geschirr [Kurpf. 973-976 (FR-Flomh)]. a. 1771: Hauß, dabey auch Vieh Schiff und Geschirr, Haußrath, Webstuhl [BrPr. 572 (KB-Bischh)]. —
β. 'Geräteausrüstung eines Gewerbes'. a. 1444: Symons smyd ist gedinget, das er ... alle schiff und geschirre und, was in der binge und zu hoiffe und in der mulen noit ist, machen soll [Zweibr I Nr. 541]. a. 1750: Schiff und Geschirr: Ein dollen bohrer Ein riegel bohrer Ein handt seeg [SSp v. d. Leyen Fasz. 100 (Inventarium BZ-Wernbg)]. —
3. 'alte Frau, älteres Mädchen' [Beam Penns 92]. — Lexer Lexer II 729/30; Südhess. V 288/89; RhWB Rhein. VII 1115 ff.; LothWB Lothr. 441; ElsWB Els. II 397/98; DWB DWb. IX 53 ff.
 
 
Schiffahrt s. PfWB Schiff-fahrt; Schiffe(l) 'Bohnenschote' s. PfWB Schefe.
 
  
schiffeln1 schw.:
1.
a. 'mit Rindenschiffchen spielen', schiffele [ KU-Lauteck]. —
b. 'mit flachen Steinen über das Wasser werfen' [ KU-Lohnw]. —
2. 'harnen', von kleinen Kindern [ ZW-Wiesb]; vgl. PfWB schiffen; Syn. s. PfWB pissen. — ElsWB Els. II 398 schifflen, 400 schüfelen.
 
 
schiffeln2 'Unkraut ausstechen' s. PfWB schüffeln.
 
  
Schiffelns n.: ein Klickerspiel, Schiffels [ LU-Oggh BZ-Gleisz/Gleishb]; Syn. s. PfWB Klickerchens. Spielverlauf: Auf den Boden wird mit farbiger Kreide ein Schiffchen gezeichnet, in das die Klicker gesetzt werden. In einiger Entfernung davon wird ein Strich gezogen. Wer mit seinem Klicker dem Strich am nächsten kommt, beginnt mit dem Werfen auf die Klicker im Schiffchen. Wenn er verfehlt, ist der nächste an der Reihe. Ein Klicker gilt als gewonnen, wenn er aus dem Schiffchen rollt. Wer seinen Klicker verliert, darf in der jeweiligen Runde nicht mehr mitmachen [ BZ-Gleisz/Gleishb]. Südhess. V 289.
 
  
Schiffels-kopf m.: FlN, Bergname, amtl. Großer u. Kleiner Schiffelskopf [ PS-Lembg].
 
 
schiffem Num.: 'die Zahl 70' in der Sprache der Viehhändler, schiffem [GH-Nd'- u. O'lustdt (Rapp Schum 252)]. Ich geb' der bes meis schiwwem schuck fer doi beheime 'Ich gebe dir 270

[Bd. 5, Sp. 970]
Mark für deine Kuh' [Spey (Wolfgang Kauer in: Rheinpfalz 2. 1. 1987)]. — Hebr. schiv'im.
 
  
schiffen schw.: gesellschaftsfähige, mitunter vornehme Bez. für 'harnen', meist von Männern (im Wirtshaus, bei Reisen usw.), schiffe [verbr.]; vgl. PfWB schiffeln; Zs.: PfWB anschiffen; Syn. s. PfWB pissen. De Mann schifft (dut sch.) [KU-Wolfst, verbr.]. RA.: Er hot gege de Wind geschifft 'leidet an einer Geschlechtskrankheit' [ LU-Altr]. Südhess. V 289/90; RhWB Rhein. VII 1118; ElsWB Els. II 398.
 
  
Schiffer1 m.: 'wer einer Schiffsmannschaft angehört', Schiffer [mancherorts, vorn. Rheinorte, Lambert Penns 133]; vgl. Schiffig, PfWB Schiffmann; Zs.: PfWB Luftschiffer. In dere Wertschaft verkehren Schiffer [ LA-Gommh]. Südhess. V 290; RhWB Rhein. VII 1118/19.
 
 
Schiffer2 s. PfWB Schiefer;