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Scheiß-eck bis Scheiß-haufen (Bd. 5, Sp. 913 bis 915) | |||
Scheiß-eck scheiß-egal, Adj. scheißen, st. Scheißer Scheißerei, f. scheißerig, Adj. scheiß-freundlich, Adj. Scheiß-gasse, f. Scheiß-hafen, m. Scheiß-haken, m. Scheiß-haufen, m. Scheiß-haus, n. Scheißhaus-imme, f. Scheiß-hosen, Pl. scheißig, Adj. Scheiß-käfer, m. Scheiß-kerl, m. Scheiß-kirbe, f. Scheiß-klee, m. Scheiß-kram, m. Scheiß-kraut, n. Scheiß-kübel, m. Scheiß-lappen, m. Scheiß-leiter, f. Scheiß-loch, n. Scheiß-melde, f. Scheiß-pfraume, m. Scheiß-preuße, m. Scheiß-tüpfen, m. Scheiß-wetter, n. Scheit, n. Scheitel, m., f. Scheitel-frisur, f. scheiteln, schw. scheiten, schw. Scheiter-haufen, m. Scheit-holz, n. Schej, f. schek Schek Scheke Schelben, m. Schelber, m. Schelee Schelle, f. schellen, schw. Schellen-as, f. Schellen-band, n. Schellen-blume, f. Schellen-geläute, n. Schellen-haken, m. Schellen-kappe, f. Schellen-könig, m. Schellen-kopf, m. Schellen-kraut, n. Schel(l)-, n. Schall-, n. Schellen-rotlauf, m. schellern Schell-fisch, m. Schel(l)-kraut Schelm, m. Schelmen-acker, m. Schelmen-delle, f. Schelmen-gasse, f. Schelmen-gewanne, f. Schelmen-gieße, f. Schelmen-graben, m. Schelmen-grübe, f. Schelmen-kappe, f. Schelmen-krappen, m. Schelmen-tal, n. Schelmen-teich, m. schelmicht, Adj. xschelmisch, Adj. Schel-sucht schel-süchtig Schelt-einung, f. schelten, st. Schelter, m. f. Schelterin, m. f. Schelterei, f. schelterig, Adj. Schelt-namen, m. Schelt-wort, n. Schember1, m. Schember2 Schemel, m. Schemel-äcker, Pl. Schemel-brett, n. Schemel-kipfen, Pl. Schemel-klotz, m. Schemel-nagel, m. Schemel-storren, m. Schemel-stühlchen, n. Scheminee, Gen.? schemisch (chemisch), Adj. Schemise, Gen.? Schemise-kleid, n. Schemisett, n. | 1. 'den Darm entleeren', scheiße [verbr. (außer lothr. SWPf)], schisse [lothr. SWPf (Keiper Nachl.), Glass 102]; Part. Perf.: gescheß, seltener geschiß [WPf NPf, Krämer Gal 183], [Bd. 5, Sp. 914] g'scheß [Mang 98, 195], g'schiß [ Don-Schowe Torscha], g'schisse [VPf, Lambert Penns 132]; Zs.: PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB darauf- 1, PfWB ver-, PfWB voll- 1, PfWB hinein-, PfWB hinscheißen; Syn.: PfWB abprotzen, PfWB pfeifen 1e, PfWB pferchen 4, PfWB kacken 1, PfWB machen 1bζ, PfWB misten 1, PfWB schissern, vgl. PfWB entleeren. RA.: dorch die Zähn sch. 'sich übergeben, erbrechen' [ BZ-Annw, Apphf Nd'ottb HB-O'bexb NW-Kallstdt LA-Roschb], Syn. s. PfWB brechen1 PfWB AI3b; iwwer de Rääl (s. PfWB Reitel 2a) sch. 'rückständig sein' [ KB-Kriegsf]. Der scheißt iwwer drei Elle geche de Wind in e Flasch 'hat starken Durchfall' [Land]. Der hot (macht) e Gesicht wie geschessener Ebbelbrei 'hat ein blasses, fahles Gesicht' [ KB-Boland, mancherorts]. Grin scheiße die Gens, abwertend von grasgrüner Farbe [ LU-Altr]. Dem scheißt kä Spatz uf die Nas, scherzh. von einem mit Schildmütze [ LU-Alsh/Gr]. Abschätzig von einem, der mit seinem Vermögen prahlt: Der mit seine g'schissene paar Wingertcher (Äcker)! [ NW-Kallstdt]. Er stellt sich dran wie 's Kind beim Scheiße 'gibt sich ungeschickt' [Bergz (Kamm 83)]. Mer määnt, dem wär in die Aue geschiß, von einem, der etwas übersieht, im günstigen Augenblick nicht zugreift [ KU-Blaub]. Derbe Aufforderung an einen hartnäckig Schweigenden: Red, deit, orrer scheiß Buschdawe! [KU-Kaulb, (mit Var.) verbr.]. Die Ärmel erufgeschärzt, in die Hänn gespauzt un uf die Arwet geschiß, von vorgetäuschter Geschäftigkeit [ KU-Diedk, ähnlich LU-Opp]. Ich scheiß der ins Maul 'Auf deine Worte gebe ich nichts' [ RO-Alsbr]. Ich scheiß der was (ebbes) 'Du bekommst nichts' [mancherorts, Gal-Dornf]. De Hund scheißt der was (ebbes, enn), dass. [NW-Haßl, verbr., Heeger Tiere I 21]. Derber Ausdruck tiefer Verachtung: Dem scheiß ich uf de Kopp un stell en in de Keller, bes er groe Hoor kriet [ KU-Kaulb]. Die scheißt dere schun verzeh Daa uf de Kopp 'Sie ist ihr schon zwei Wochen böse' [ KB-Harxh]. Der scheißt gleich in die Hosse 'ist ängstlich, verliert schnell den Mut' [NW-Wachh, verbr.]. Drohung: Wann ich dich krie, hoschd eh 's letschde Mol gescheß [ PS-Burgalb]. Wann de Hund net gescheß hett, herrer de Has kriet, scherzh. von einem Mißerfolg [KU-Schmittw/O, verbr.]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Dreiverdel uf Glocke, wann de Hund scheißt, gebt's Brocke [ KB-Kriegsf, mancherorts]; Zusatz: wann die Katz scheißt, gibt's Brih, des kriegscht morche frih [ LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Der Deiwel scheißt immer uf de greeschde Haufe [ NW-Wachh Rußl-Katht Sulz]. Gemeent un g'schiß sin zwee [ Don-Schowe Torscha]. Weitere SprW. s. PfWB Vogel 1a, PfWB Horn 1a, PfWB Kram 1aα, PfWB Nest 1, PfWB Sau 1a. Ein Rätsel s. PfWB Bock 4 a. Volksgl.: Er hot en de Weg geschiß 'hat ein Geschwür am Auge' (vgl. PfWB Wegschisser, Syn. s. PfWB Gerstenkorn 2). Wer an [Bd. 5, Sp. 915] der Weg scheißt, kriggt en Wegschisser [Fogel Beliefs Penns Nr. 1560]. VR. s. PfWB Faß 1a, PfWB Franzose 1 a, PfWB krachen 4, PfWB kreideweiß, PfWB Lauer1, PfWB Mehlsack, PfWB Meise 1 a, PfWB Nachtpatsche 1. Einen hist. Beleg s. PfWB lesen I 1 a. — 2. s. die Zs. PfWB an-, PfWB be-, PfWB darauf- 2, PfWB voll- 2, PfWB herumscheißen. — Südhess. V 230 ff.; RhWB Rhein. VII 1014 ff.; LothWB Lothr. 444; ElsWB Els. II 435/36. 1. 'Durchfall', Scheißerei [Don-Werb (Jakob Hw.)]. — 2. 'Kleinigkeit' [ KU-Schmittw/O]. Südhess. V 234.
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