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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Scheide-ring bis Scheinchen (Bd. 5, Sp. 909 bis 911)
 
Scheide-ring, m.
Scheide-rinne, f.
Scheide-rücken, m.
Scheide-sieb, n.
Scheide-stand, m.
Scheide-stein, m.
Scheide-wand, f.
Scheide-zeichen, n.
Scheidung, f.
Schein, m.
Scheinchen, n.
scheinen, st.,  schw.
schein-heilig, Adj.
Scheinheiligkeit, f.
scheinig
scheins-halber, Adv.
scheins-weise, Adv.
schein-tot, Adj.
Scheiß
Scheiß-bohne, f.
Scheiß-dreck, m.
Scheißdreck(s)-grübler, m.
Scheißdreck(s)-hand, f.
Scheißdreck(s)-käfer, m.
Scheißdreck(s)-krabbeler, m.
Scheißdreck(s)-krümeler, m.
Scheiße, f.
Scheiß-eck
scheiß-egal, Adj.
scheißen, st.
Scheißer
Scheißerei, f.
scheißerig, Adj.
scheiß-freundlich, Adj.
Scheiß-gasse, f.
Scheiß-hafen, m.
Scheiß-haken, m.
Scheiß-haufen, m.
Scheiß-haus, n.
Scheißhaus-imme, f.
Scheiß-hosen, Pl.
scheißig, Adj.
Scheiß-käfer, m.
Scheiß-kerl, m.
Scheiß-kirbe, f.
Scheiß-klee, m.
Scheiß-kram, m.
Scheiß-kraut, n.
Scheiß-kübel, m.
Scheiß-lappen, m.
Scheiß-leiter, f.
Scheiß-loch, n.
Scheiß-melde, f.
Scheiß-pfraume, m.
Scheiß-preuße, m.
Scheiß-tüpfen, m.
Scheiß-wetter, n.
Scheit, n.
Scheitel, m.,  f.
Scheitel-frisur, f.
scheiteln, schw.
scheiten, schw.
Scheiter-haufen, m.
Scheit-holz, n.
Schej, f.
schek
Schek
Scheke
Schelben, m.
Schelber, m.
Schelee
Schelle, f.
schellen, schw.
Schellen-as, f.
Schellen-band, n.
Schellen-blume, f.
Schellen-geläute, n.
Schellen-haken, m.
Schellen-kappe, f.
Schellen-könig, m.
Schellen-kopf, m.
Schellen-kraut, n.
Schel(l)-, n.
Schall-, n.
Schellen-rotlauf, m.
schellern
Schell-fisch, m.
Schel(l)-kraut
Schelm, m.
Schelmen-acker, m.
Schelmen-delle, f.
Schelmen-gasse, f.
Schelmen-gewanne, f.
Schelmen-gieße, f.
Schelmen-graben, m.
Schelmen-grübe, f.
Schelmen-kappe, f.
Schelmen-krappen, m.
Schelmen-tal, n.
Schelmen-teich, m.
   Scheide-ring m.: 'Eisenring zum Zusammenhalten des Holzkopfes am Scheidekeil', Schäädring [ PS-Schmalbg]. — -rinne f.: 'kleiner Graben auf der Wiese, der die Grundstücksgrenze bildet und das Wasser ableitet', Schäädrinn, Pl. -rinne [NW-Gönnh, südl. VPf (PfL 30. 1. 1932)], -renn [ LU-Böhl]. — -rücken m.: FlN, Berg, der den Stifts- und Stadtwald scheidet, Scheidrick [Kaislt]. — -sieb n.: ein Sieb in der Windmühle, Schaadsieb [ LU-Altr]. — -stand m.: 'Stand mit Scheidewand im Stall', Schaadstand [ LU-Altr]. — -stein m.: 'Grenzstein', Schäädstään [SP-Harths NW-Geinsh Gimmdg Hamb LA-Böbing Edk Gommh Land Mart Venn GH-Sondh]; vgl. Satz-, PfWB Schiedstein. a. 1354: ob zwen begerten scheidstein zu seczen und sich gutlich vertrugen [Grimm Weist. V 690 (ZW-Hornb)]. a. 1528: Item 4 ß. 3 Pf. den veldt vieren vor Scheyd Steyn zwischen hanns Riesen vnnd dem heligen geyst in eckern ... zu setzen [GgHospR]. ElsWB Els. II 600. — -wand f.: 'Scheidewand zwischen zwei Ständen im Stall', -wand [mancherorts VPf SWPf südl. WPf], Schaad- [ RO-Bistschd]; Syn.: PfWB Verschlag, PfWB Gerüst 4, PfWB Mittel 1, PfWB Mittelwand, PfWB Scheide 2b, Scheidmauer, PfWB Stallgerüst, PfWB Standwand, PfWB Stange, PfWB Unterscheide, -schiet, -schlag, PfWB Wand, PfWB Zwischeling, PfWB Zwischening, PfWB Zwischenwand. a. 1464: riegel, balcken vnnd scheidwende [LibSecrM Copb. 296]. Südhess. V 224/25. — -zeichen n.: 'das Läuten der Totenglocke', Schäädzääche [ GH-Scheibhdt]; vgl. PfWB Scheide 2d, PfWB Zeichenläuten. ElsWB Els. II 892.
 
  
Scheidung f.:
1. wie schd., von der Ehe, Scheidung [ KB-Kriegsf], Schäärung [ BZ-Dierb], Schäälung [IB-Ensh (Glass 94)]; Zs.: PfWB Ehe-

[Bd. 5, Sp. 910]
scheidung; in Sch. läwe [ebd.]. —
2. s. die Abl. Ent-, Verscheidung. Südhess. V 225; RhWB Rhein. VII 1007.
 
  
Schein m.:
1.
a. 'Lichtausstrahlung', Schein, Schoi(n), Schein [verbr. (zur Verbr. s. PfWB Wein), Christmann Kaulb 16 Mang 122 Müller Dietschw 60 Schneckenburger 50 Höh 54], Schinn [IB-Ensh (Glass 102), lothr. SWPf]; Zs.: PfWB Licht-, PfWB Sonnen-, PfWB Sternen-, PfWB Wetterschein. —
b. 'Mond, Mondschein' [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts O-PS]; Zs.: PfWB Voll-, PfWB Hornungs-, Mond(en)- 1, PfWB Neuschein; als Simplex und in attr. Wend. zur Bez. der Mondphasen. Neumond: neie Sch. [ LA-Ranschb], leere Sch. [ LA-Birkw Burrw Roschb BZ-Dierb GH-Nd'lustdt]; Zunehmender Mond: Schei [ BZ-Apphf]; neie Schei(n) [ PS-Bundth NW-Haardt LA-Frankw Hainf O'hochstdt BZ-Ingh Klingmst GH-Hay Kand Schaidt Vollmw]; frische Sch. [ GH-Kand]; junge Sch. [ NW-Mußb]; gude (gure) Sch. [ NW-Lach/Speyd SP-Harths LA-Roschb]; zunemme(n)de Sch. [verbr. mittl. u. südl. VPf]. De Schein nemmt zu [ GH-Max'au]. Vollmond: gude Sch. [ SP-Harths]. 's esch Schein [ BZ-Albw Pleisw/O'hf]. Abnehmender Mond: abnehme(n)de Sch. [ SP-Harths LA-Roschb Maik]. Nooch Meddernacht kimmt de Sch. an Himmel 'Nach Mitternacht geht der Mond auf' [ GH-Leimh]. RA.: 's esch leerer Sch. 'Mir ist das Geld ausgegangen' [LA-Mörzh, Roschb Walsh BZ-Schweighf PfL 12. 9. 1925]. 's isch Sch. in de Kaß, dass. [ PS-Erfw]. BR.: Kraut oder Winterkopfsalat im alde Schein des Spätherbstes gepflanzt, schießt im kommenden Jahr nicht [NW-Hamb u. Umg. (Wilde Notizen)]. Wann de Weistock im leere Schei blieht, nemmt er ab bis ins Faß (dann gibt es wenig Wein) [ BZ-Albw]. Fällt die Baumblüte in den leere Schein, so gibt es wenig Früchte [Wilde 9]. Die Weiden soll man im zunemmede Sch. (im gude Sch.), die Reben im Vollschein schneiden [ BZ-Albw, SP-Harths]. D' Räwe schneidt mer, wann Schei isch, bloß nit, wann er im letschde Verdel steht [ GH-Vollmw]. Ich schneid kän Rewe, 's isch leer Sch. [ LA-Birkw]. WR.: Wann nei Schei kummt, ännert sich 's Weder [ LA-Maik]. Bei zunehmende Schei gibt's besser Wedder, bei leere Sch. gibt's Rechewedder [ LA-Freimh]. Volksgl.: Sou geht's ähm hald, wammer im abnemmende Schei(n) uff d' Weld kummt unn Bech hott [Kunnrädel 106]. —
c. 'Schatten' in der WR.: Sieht de Dachs uf Lichtmeß sein Schein, geht er noch vier Woche in sein Loch nein [ LU-Alsh/Gr]. —
2.
a. 'Fruchtknospe, Blütenstand der Reben', Schein, auch Pl. die Schein, die Scheine [verbr. Weinbaugebiete, Wilde 246, Don-Schowe Torscha], Schän [ FR-Kl'niedh]; vgl. PfWB Traubenblut; Abl.: PfWB Geschein; nach Wilde 202 auch: 'hervorbrechende junge Triebe des Weinstocks'. Die Schein kummen [ NW-Kallstdt, BZ-Heuchh].

[Bd. 5, Sp. 911]
De Stock hat Schein [ RO-Schiersf]. De Schein kummt in die Blut 'Die Rebknospen platzen auf' [ KU-Wolfst]. Die Schein fangen an zu blihe [Rockhs]. Winzerregel: Viel Schein, wenich Wein [KB-Zell, Gauh RO-Odh LA-Impfl]. —
b. s. die Zs. PfWB Mond- 2, PfWB Rotschein.
3. 'Bescheinigung, Quittung, Urkunde, Papiergeld' [KB-Rams, verbr.]; Zs.: PfWB Tauf-, PfWB Tausendmark-, PfWB Toten-, PfWB Fahr-, PfWB Führer-, PfWB Fünfzigmark-, PfWB Gewerbe-, PfWB Impf-, PfWB Leichen-, PfWB Leseholz-, PfWB Schuldschein. —
4.
a. 'Anschein' [vereinzelt]; Zs. PfWB Augen-, PfWB Vorschein; 'm Schein nooch lache [Lu'haf]. —
b. 'Ahnung, Vorstellung' [Kiefer 23, mancherorts]. RA.: Der hat kä Schei vun erer Ladern 'hat keine Ahnung vom Fach' [Krieger 20]. — Südhess. V 225/26; RhWB Rhein. VII 1013; LothWB Lothr. 442; ElsWB Els. II 416.
 
 
Scheinchen n.: 'Fenster, Lampe, Auge', pfälzische Händlerspr., Schainche [FR-Carlsbg (Kluge Rotw. 438)]. Wolf 4849. RhWB Rhein. VII 1013 Schein 2b.