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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schale bis Schales-ei (Bd. 5, Sp. 858 bis 860)
 
   Schale, Schäle, Schälte2f.:
1.
a. α. 'das Innere einer Frucht oder eines Samens umhüllende fest(er)e Schicht', Schal (āl, l), meist Pl. Schale (ālə, lə) [verbr., Christmann Kaulb 6 Mang 82, 143 Schneckenburger 49 Bertram § 269, Lambert Penns 131 Krämer Gal 182], Schol (l) (für die Haut der Traubenbeere) [ FR-Albsh NW-Ungst LA-Edk], Scheel, Pl. Scheele [mancherorts SWPf], Schelt [Ingb u. Umg. (Wilde 6)]; vgl. PfWB Balg 1 b; Zs.: PfWB Apfel-, Birnen-, PfWB Grundbirnen-, Haselnuß-, PfWB Nuß- 1, PfWB Obst-, PfWB Rüben-, PfWB Zwiebelschale; RA.: in feiner Schal 'gut gekleidet' [Krieger 16]. Die Grumbeere losse noch die Schale gihn (ein Zeichen der Unreife) [ KU-Schmittw/O]. Scherzh. Spruch vom Kartoffelessen: Was brauche mer uns zu queele, mer esse se mit de Scheele [ HB-Kirrbg]; einen weiteren Spruch s. PfWB Grundbirnenqual. —
β. 'äußere grüne Schale der Nuß', Schal, grini Schal, Pl. Schale [vereinzelt VPf südl. WPf], Scheel, Pl. Scheele [ IB-Ensh HB-Alth], Scheelt [ HB-Walsh]; Zs.: PfWB Nußschale 2; Syn. s. PfWB Kolte 3 a, K. 251. —
γ. 'Schote, Hülse, insbes. der Bohne', Pl. Schale [vereinzelt VPf südl. WPf], Scheele [vereinzelt lothr. SWPf]; vgl. K. 58; Zs.: PfWB Bohnenschale. —
δ. 'Deckblättchen der schwellenden Knospe des Weinstocks', Schol (l) [ LA-Maik]; vgl. PfWB Wolle. —
ε. 'Baumrinde', Schal u. Schel(l) [mancherorts westl. WPf NWPf (neben PfWB Rinde), Don-Lenauheim Lovrin], Schal [vereinzelt übrige Pf]; vgl. DWA 11,8; Zs.: PfWB Weidenschale. — xζ. 'Haarschuppen', Pl. Schale [ Don-Sekitsch Tscherwk Buch-Illisch]. —
b.
α. 'harte Umhüllung des Vogeleis' [verbr. wie 1aα]; Zs.: PfWB Eier- 1, PfWB Eischale. RA.: 's Hinkel hot e Schal ins Ei geleet 'Das Ei ist schalenlos' [ KL-Stelzbg]. SprW.: Besser e halb Ei wie e leer Schal 'Besser ein wenig als gar nichts' [ KU-Schmittw/O]. —
β. s. die Zs. PfWB Hirnschale. —
2.
a. α. 'Obertasse', Schal, auch Dim. Schälche [mancherorts NWPf nördl. VPf, Don-Schowe Torscha, Lambert Penns 131]; Zs.: PfWB Kaffee-, PfWB Teeschale 1; Syn. s. K. 267, Kümpfchen; e Schal voll Kaffee [ NW-Haßl]; e Schälche Kaffee (Tee) [ KU-Brück]. Schenk em e Schal Kaffee ein! [ PS-Fehrb]. —
β. 'Untertasse', Dim. Schälche [ KU-Rutsw/L Kus FR-Grünstdt]; Syn. s. PfWB Platte 3 b. —
b. 'kleine Metzgermulde', Schale [ BZ-Dimb]. —
c. s. die Zs. PfWB Strang-, Waagschale. — Südhess. V 164/65, 165/66; RhWB Rhein. VII 874 ff.; LothWB Lothr. 432; ElsWB Els. II 406, ALA II 113.
 
 
Schal-ei s. PfWB Schal(en)ei; schalen s. PfWB ein-, PfWB verschalen.
 
  
schälen schw.:
1.
a. α. '(Gemüse, Eier u. a.) von der Schale befreien; entrinden', schele (ēlə),

[Bd. 5, Sp. 859]
selten: schäle (lə) [verbr., Christmann Kaulb 10 Mang 91 Müller Dietschw 64 Altenhofer 10 Schneckenburger 20, Lambert Penns 131 Krämer Gal 257, verbr. Don Buch Rußl], (eilə, ęilə) [Umg. Land, Heeger Südostpf. 8 Bertram § 62], (eilə) [ HB-Breitft], (ilə) [LU-Altr (Bertram § 62)], schile (īlə) [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB schalsen; Zs.: PfWB ab-, PfWB einschälen; Grumbeere (Riewe, Äbbel, Beere) sch. [NW-Freinsh, verbr.]; Rinne sch. 'Lohrinde sch.' [ RO-Hainzth]. RA.: Die is wie aus em Aai gescheelt 'sauber, schön gekleidet; hübsch' [ ZW-Bechhf, mancherorts]. Dem hun ich emol die Riewe gescheelt 'gehörig die Meinung gesagt' [KB-Kriegsf, verbr. NPf VPf, Hebel 33 Thielen So rerre mer 33], 'verhauen' [ KL-Wörsb]; vgl. Bed. 2b. Die Beer (Birne) is schun gescheelt 'Die Angelegenheit ist erledigt' [Kaislt]. Der ißt kän Beer, wann se net zwäämol (seltener: dobbelt, dreimol) gescheelt is 'Er ist vorsichtig, schlau, pedantisch' [NW-Frankeck, mancherorts, Wilde 22 Feierowend 35/1953 7]. VR.: Die Grumbeere sin gequellt, do kann sich jerer schele, so viel wie's ihm gefällt [ KL-Reichb]. Weitere VR. s. PfWB etwas I1a, PfWB Ei 1a, PfWB verzählen 1a, PfWB Grundbirne 1, Wilde 10. a. 1522: 2 symer speltzen den jungen hynkelln zw. kern geschelt sie mit vff zw. zygenn [LandsbgKellR]. a. 1537: Item weißen wir, daß kein Inwohner ... auf denen Eichbäum nit schöhlen, abhauen oder stimmlen soll [Trippstadter Weist.]. —
β. '(von sich) die Schale, die Haut abstoßen' [verbr.]. Die Grumbeere schele sich (wenn sie noch nicht reif sind) [ RO-Als]. Die Libbe schelen sich [ LU-Alsh/Gr]. De Gaume scheelt sich [Frankth]. Die Haut scheelt sich [ RO-Dielkch]. —
b. 'flach, oberflächlich pflügen', schele [PS-Geisbg, mancherorts, Klein Wag. 121 Krämer Gal 257 Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Schälpflug; de Acker sch. [ LU-Friesh]. —
2.
a. 'sich ausziehen, die Kleider wechseln', vereinzelt auch scherzh., sich schele [NW-Frankeck, verbr.]; vgl. PfWB kolten 2 e; Zs.: PfWB ausschälen. —
b. eem e paar sch. 'einen verhauen' [ ZW-Battw]; vgl. RA. Bed. 1a; Syn. s. PfWB verhauen 1. —
c. s. die Zs. PfWB be-, PfWB davonschälen. — Südhess. V 166/67; RhWB Rhein. VII 878 ff.; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 407, 963.
 
  
Schal(en)-ei n.: 'Ei ohne harte Kalkschale', Schaleaai, -ei, s. PfWB Ei [ KU-Aschb PS-Vinn NW-Ellstdt], Schalaai [ KU-Kaulb Odb ZW-Battw LU-Iggh]; vgl. PfWB Schalchensei; RA.: ebbes angreife wie e Sch. 'sehr behutsam behandeln' [ KU-Kaulb]. Südhess. V 166, 167; RhWB Rhein. VII 877.
 
 
Schälen-prügel m.: 'geschälter Prügel', Scheleprichel [Pirmas (Kieffer 68) PS-Rodalb (Bernhard 158)]; vgl. PfWB Schälbengel, PfWB -prügel. — -rippchen n.: = PfWB Schälrippchen, Schälerippche [Pirmas (Kieffer 68) PS-Rodalb (Bernhard 158)].
 
  
Schal(en)-waage f.: 'Waage mit Waagschalen',

[Bd. 5, Sp. 860]
Schalwoog [ LU-Opp], Schal(e)- [Lambert Penns 131], Schalle- [Beam Penns 85]. Südhess. V 167; DWB DWb. VIII 2106.
 
  
Schäler m.:
1.
a. 'wer schält', Scheler, Schäler [mancherorts]; Zs.: PfWB Rindenschäler 1. —
b. Neckname der Bewohner von BZ-Rohrb W'rohrb, Pl. Scheler [ BZ-Gossw Silz]. —
2.
a. 'Pflug zum leichten Pflügen', Schäler [ KB-Zell]; vgl. PfWB schälen 1b, PfWB Schälpflug. —
b.. s. die Zs. PfWB Grundbirnen-, PfWB Rindenschäler 2. —
3. s. die Zs. PfWB Baumschäler. — Südhess. V 167; RhWB Rhein. VII 881.
 
 
Schales m.:
1. 'dicker Kartoffelpfannkuchen', Schales [KU-Brück Kaulb Quirnb IB-Ensh HB-Kirrbg Kaislt PS-Th'eischw Rapp Schum 251]; vgl. PfWB Tatsch; Zs.: PfWB Grundbirnenschales. —
2. s. die Zs. PfWB Apfelschales. — Südhess. V 167; RhWB Rhein. VII 882.
 
  
Schales-ei, Schals-, Schalets-n.:
1. 'Ei ohne harte Kalkschale', Schalesaai, -ei, s. PfWB Ei [KU-Adb Hefw Herschw/Petth Kaulb IB-Ensh HB-Kirrbg ZW-Hornb RO-Schiersf Sippf ZW-Gr'bundb L'wied KL-Erzhs Lind Wörsb PS-Fehrb Windsbg NW-Frankeck Kallstdt], Schals- [ KU-Hundh KB-Albish Bubh NW-Weidth], Schalets- [ KU-Ulm]; vgl. Schalchens-, PfWB Schalenei. —
2. 'unbefruchtetes Hühnerei' [ RO-Semb]. — Das Bestimmungsw. zu PfWB schal 2 oder schallos? — RhWB Rhein. VII 877.