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Pfälzisches Wörterbuch 
 
rühren bis Ruhs(el) (Bd. 5, Sp. 643 bis 645)
 
rühren, schw.
Rührer, m.
rührerisch
Rühr-hacke, f.
rührig
rührisch
Rühr-kette, f.
Rühr-kuchen, m.
Rühr-pflug, m.
Rührt-euch, n.
Ruhs(el), n.
Ruin, m.
Ruine, f.
ruinieren, schw.
ruk
Ruksel-taube, f.
ruksen, schw.
rucksen, schw.
Rukser, m.
Ruckser, m.
Rückser, m.
Ruks-taube, f.
Rucks-, f.
Rulade, f.
Ruland, m.
Ruländer, m.
Rulands-traube, f.
rullieren
Rullo
Rülp, m.
Rulper, Gen.?
Rülpes, m.
rülpsen, schw.
Rülpser, m.
rülpsig, Adj.
Rülps-wasser, n.
Rülze, f.
rülzen, schw.
Rülz-heim, ON
rülzisch, Adj.
Rum, m.
Rumba, m.
Rum-bach, ON
Rum-bott, m.
rumessieren
Rum-keil, m.
Rummen-, m.
Rum-kette, f.
Rummel1, f.
Rummel2, f.
Rummel3, m.
Rummel-fladen, m.
rummelibus
Rummel(n)-acker, m.
Rummel(n)-blätter, Pl.
Rummel(n)-boz, m.
Rummel(n)-futter, n.
Rummel(n)-grete, f.
Rummel(n)-grube, f.
Rummel(n)-grutzen, Pl.
Rummel(n)-grutzer, m.
Rummel(n)-grutzler, m.
Rummel(n)-haufen, m.
Rummel(n)-kasten, m.
Rummel(n)-kaule, f.
Rummel(n)-kaute, f.
Rummel(n)-keller, m.
Rummel(n)-kopf, m.
Rummel(n)-loch, n.
Rummel(n)-maschine, f.
Rummel(n)-miete, f.
Rummel(n)-mühle, f.
Rummel(n)-nase, f.
Rummel(n)-samen, m.
Rummel(n)-schlag, m.
Rummel(n)-schrubber, m.
Rummel(n)-stück, n.
Rummel(n)-suppe, f.
Rummel(n)-torschten, Pl.
Rummelschaft
Rummelse, f.
Rummel-stück, n.
rummen, schw.
rummenieren
Rummen-keil
Rumm-holz, n.
Rumm-kette, f.
Rumm-knebel, m.
Rumm-reitel, m.
Rumor, m.
rumoren, schw.
Rumpel1, m.
Rumpel2, f.
Rumpel-di-boschur, f.
Rumpel-eck, n.
Rumpeler, m.
Rumpel-kammer, f.
Rumpel-kasten, m.
Rumpel-kiste, f.
rumpeln, schw.
   rühren schw.:
1.
a. '(sich oder etwas) ein wenig bewegen', rihre, Part. Perf. gerihrt [verbr. VPf O-PS mancherorts südl. WPf, Lambert Penns 125], rehre, Part. Perf. gerehrt [verbr. WPf NPf, Christmann Kaulb 28 Mang 140 Müller Dietschw 56 Schneckenburger 32 Höh 66, Don-Schowe Torscha], rähre [ PS-Geisbg], rihre u. rehre [Krämer Gal 178]; Zs.: PfWB an-, PfWB berühren. Wie de dich rihrscht, krieschde ää! (eine Ohrfeige) [KB-Kerzh, verbr.]. Rihr dich net vum Ort! [ KL-Reichb]. Die sitze so dick ufenanner, daß mer sich net r. kann [ KU-Schmittw/O]. Rihrt eich! (milit. Kommando) [ LU-Altr]; vgl. PfWB Rührteuch. RA.: Wer noochkumme will, muß sich r. 'sich beeilen' [ BZ-Dernb]. In meim Bauch rihrt sich ebbes 'Ich habe Hunger' [ebd.]. Er rihrt sich, rihrt die Händ 'ist fleißig' [ LU-Altr]. Do muß mer sich r. 'sich Mühe geben' [ NW-Wachh]. Ich kann kän Glied mehn r. (vor Müdigkeit) [KU-A'glan, verbr.], kan Finger mehn r., dass. [KB-Kriegsf, verbr.]. Ich rihrn Finger mehn 'arbeite nicht mehr', auch: 'verwende mich nicht mehr (in einer Sache)' [ KB-Albish, mancherorts], kan Hand mihn, dass. [ KU-Kaulb], n Glied, dass. [ PS-Schmalbg]. Er kann kän Glied r. (vor Schreck) [ PS-Geisbg]. 's hot en schun zwäämol de Schlag gerehrt 'Er hat schon zwei Schlaganfälle gehabt' [ KU-Schmittw/O, mancherorts, Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB treffen 1 c. Verwünschung: De Schlagg soll dich r.! [Pirmas, Rockhs LA-Gommh Höh 27 Otterstetter 40]. 's rehrt un reet (regt) sich kääns 'Es ist niemand (mit Hilfe) zur Stelle' [ KU-Schmittw/O]. Das steht fescht, do loß ich net dran r. 'ändern' [ BZ-Dernb]. Bei dem därf sich kääner r. 'darf niemand widersprechen, aufbegehren' [ KU-Schmittw/O]. Er rehrt sich nimmin 'ist tot' [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
b. '(einen Stoff mit einem Löffel o. ä.) in kreisförmige Bewegung bringen'; Zs.: PfWB ab-, PfWB an- 2, PfWB auf- 1 u. 2, PfWB daran-, PfWB durcheinander-, PfWB durch-,

[Bd. 5, Sp. 644]
ein- 1 a, 2, 3, ver-, herum-, hinein-, um-, zusammenrühren; Latwerg (Mus, Dääg, Worscht) r. [LU-Alsh/Gr, verbr.]; Budder r. = PfWB buttern1 1 [ IB-Bliesmg/Bolch Habkch Nd'würzb Rubh RO-Hochst Imsb KB-Bennhs Mörsf O'wies LA-Herxhwey]; e Aai an (in) die Sopp r. [ KU-Kaulb]; 's Blut r. beim Schlachten [KU-Bedb, verbr.]. Wammer metzlen, sellscht du 's Blut r. [ BZ-Dernb]. RA.: Er rihrt em (ihm) Dreck unner de Lehme 'durchkreuzt seine Pläne' [LU-Muttstdt, Land]. Er muß iwweral r. un stubbe 'Durcheinander, Streit stiften; hetzen' [ PS-Erfw], r. un schiere, dass. [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]. Scherzh. RA.: Du muscht die Wassersupp r., bis se dick werd [ BZ-Dernb]. SprW.: Wann mer im Dreck rehrt, no stinkt's [ Don-Schowe]. Reim, der beim Spiel Hurrsau 1 a vom Sautreiber gesungen wird, wenn er die Sau 4 bα in die Mittelkaut gebracht hat: Rühre, rühre, Löchelcher, der Letzte kriet die Knöchelcher [ KL-Ramst]. VR. s. PfWB Karlemann, PfWB Reihe. Ein Knabenspiel mit Taschentüchern: Knibbel r. [ KL-Bann]; Zs.: PfWB Blutrühren. a. 1588: vier Malz schauffeln damit man das Malz Rirdt [WerschwSchR]. —
c.
α. (den Acker, Brachland) leicht pflügen, vom Unkraut säubern' [ KU-Bedb O'alb WD-Niedkch KL-Reichb Weilb RO-Lettw BZ-Annw Dernb, Don-Schowe]; vgl. PfWB Rührpflug; de Acker r. [ KU-Schmittw/O]. a. 1553: im jahr vier tag einen zu habern, den andern brachen, rühren, folgendts in der saat erren [ABlieskst 30]. a. 1574: zum dritten mal zu rürn [Grimm Weist. V 664 (RO-Imsw)]. —
β. '(den gepflügten Acker) eggen' [ KU-Schmittw/O Bedb Brück RO-Obd KL-Weilb, Don-Schowe]. —
γ. '(den Weinberg) flach umhacken, scharren, vom Unkraut säubern' [verbr. Weinbauorte, Wilde 199]; vgl. PfWB rissern 2; Zs.: PfWB nachrühren. a. 1471: froner hant die wingart gerurt [KSchArch., Bl. 18]. — +δ. '(den Garten) hacken, jäten'. a. 1529: krut zu setzen, zu rieren [GgHospR]. —
d. '(beim Klickerspiel) streifen, treffen'. Er hot gerihrt [ BZ-Dernb]. —
e. 'begatten', vom Rind. Hot er se (der Zuchtstier die Kuh) gerihrt? [ BZ-Dernb]. —
2. übertr.
a.
α. intrans. gerihrt (gerehrt) sein 'innerlich bewegt, ergriffen sein' [FR-Albsh, verbr.]. Scherzh.: Er war gerihrt wie Abbelmus [ BZ-Dernb]. RA.: Das rihrt mich net 'interessiert mich nicht, geht mich nichts an' [Krieger 39, RO-Obd]. —
β. trans. 'innerlich ergreifen, bewegen'. Das Lied hot en gerihrt [ BZ-Rambg]. —
b. s. die Zs. PfWB auf- 3, 4, PfWB be-, PfWB ein- 1 b, PfWB herrühren. Südhess. IV 1515/16; RhWB Rhein. VII 587 ff.; ElsWB Els. II 282.
 
  
Rührer m.:
1. = Latwerg(en)rührer, Rihrer [PfPr. 7. 10. 1934 Feierowend 47/1965 Lambert Penns 125]; vgl. PfWB rühren 1cα. —
2. = PfWB Rührpflug [ PS-Eppbn Lu'wink Schweix]. —
3. s. die Zs. PfWB Aufrührer. — Südhess. IV 1516/17;

[Bd. 5, Sp. 645]
RhWB Rhein. VII 592; ElsWB Els. II 283.
 
 
rührerisch s. PfWB aufrührerisch.
 
  
Rühr-hacke f.: 'Hacke zum Rühren', Rihrhack [ LA-Siebdg]. Zu PfWB rühren 1cγ.
 
 
rührig s. PfWB auf-, PfWB ehrenrührig; rührisch s. PfWB aufrührisch.
 
  
Rühr-kette f.: 'durch einen verlängerten Faßspund führende Kurbel, an deren Achse im Faßinnern verschiedene Ketten befestigt sind, womit die Hefe im gärenden Most aufgerührt wird', Winzerspr., -kett [ KB-Zell]. Südhess. IV 1517. — -kuchen m.: eine Kuchensorte, -kuche [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Bundkuchen; Südhess. IV. — -pflug m.: 'Pflug zum leichten Umpflügen', -pluck [ KU-Hinzw RO-Nd'mosch Rehbn]; vgl. PfWB rühren 1cα, PfWB Rühre 1, PfWB Rührer 2, PfWB Spitzpflug. Südhess. IV 1518; RhWB Rhein. VII 592; ElsWB Els. II 144.
 
 
Rührt-euch n.: in den Wend.: 's gibt kä Rihrteich 'Das Vorhaben muß ohne Unterbrechung verwirklicht werden' [Thielen So rerre mer 104]. Do gebbt's kee R. 'Da gibt es keine Gnade' [Kaislt].
 
  
Ruhs(el) n.: = PfWB Ruhebott, Rugs [ LU-Assh], Rugsel [ FR-Studh LU-Friesh Hochd Lu'haf].