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Ruhe1 bis Ruhe-pfosten (Bd. 5, Sp. 639 bis 641) | |||
Ruhe1, f. Ruhe2 Ruh(e)-bank, f. Ruh(e)-bett, n. Ruh(e)-bott, m. Ruh(e)-haus, n. Ruh(e)-kissen, n. ruhe-los, Adj. ruhen, schw. Ruhe-ort, m. Ruhe-pfosten, m. Ruhe-platz, m. (n.) Ruher(t), m. Ruhet(s), m. Ruheter, m. Ruhe-stand, m. Ruhe-stock, m. Ruhe-stunde, f. Ruhe-tag, m. Ruhe-zeit, f. ruh-hören ruhig, Adj. ruhiglich, Adj. Ruhle, f. Ruhm, m. rühmen, schw. rühmlich, Adj. Ruhne Ruh-pelz, m. Ruhr, f. Rühr-bickel, n. Rühr-bund, m. Rühre, f. Rühr-ei, n. rühren, schw. Rührer, m. rührerisch Rühr-hacke, f. rührig rührisch Rühr-kette, f. Rühr-kuchen, m. Rühr-pflug, m. Rührt-euch, n. Ruhs(el), n. Ruin, m. Ruine, f. ruinieren, schw. ruk Ruksel-taube, f. ruksen, schw. rucksen, schw. Rukser, m. Ruckser, m. Rückser, m. Ruks-taube, f. Rucks-, f. Rulade, f. Ruland, m. Ruländer, m. Rulands-traube, f. rullieren Rullo Rülp, m. Rulper, Gen.? Rülpes, m. rülpsen, schw. Rülpser, m. rülpsig, Adj. Rülps-wasser, n. Rülze, f. rülzen, schw. Rülz-heim, ON rülzisch, Adj. Rum, m. Rumba, m. Rum-bach, ON Rum-bott, m. rumessieren Rum-keil, m. Rummen-, m. Rum-kette, f. Rummel1, f. Rummel2, f. Rummel3, m. Rummel-fladen, m. rummelibus Rummel(n)-acker, m. Rummel(n)-blätter, Pl. Rummel(n)-boz, m. Rummel(n)-futter, n. Rummel(n)-grete, f. Rummel(n)-grube, f. Rummel(n)-grutzen, Pl. Rummel(n)-grutzer, m. Rummel(n)-grutzler, m. Rummel(n)-haufen, m. Rummel(n)-kasten, m. Rummel(n)-kaule, f. Rummel(n)-kaute, f. | 1. wie schd., Ruh [verbr. (außer mittl. u. südl. VPf), PfId. 117 Christmann Kaulb 28 Mang 138 Schneckenburger 43 Höh 160 Lambert Penns 127 Krämer Gal 177], Rouh [ HB-Webh], Roh [ HB-Peppk], Ruuch [verbr. Umg. Land südl. VPf], Rug [LA-Impfl Rhodt GH-Leimh N'potz PfId. 118], Rouch [ LA-Offb], Ruck [ GH-Kuhdt]; Zs.: Gemüts-, Mittags-, Nacht-, PfWB Sonntagsruhe; Abl.: PfWB Geruhe, PfWB Unruhe. Loß mich in R.! [IB-Herbh, verbr.]. Dau kannscht meich jo en R. lonn [ WD-Niedkch]. Sie hot kä Rascht un kä R. [ GH-Kand], kän R. un kän Rascht [ LU-Opp], gennt sich ken R. un ken Rascht [ KU-Bedb]. Er hot kän R. in soim Arsch 'hat kein Sitzfleisch' [ LU-Opp]. Der hat mer kä Minut R., von einem sehr lebhaften Jungen [ ZW-Battw]. Er hot nit so lang R., als mer Ame sagt, dass. [ LA-Nd'hochstdt]. Die Sach will net se R. kumme 'Die Sache will kein Ende nehmen' [ KU-Schmittw/O]. Schmeiß em ebbes in die Ribbe, daß er R. hot! 'Versuche, ihn durch Bestechung zufriedenzustellen!' [ LU-Opp]. Heer Ruh! 'Hör auf!' [RO-O'mosch, verbr. NPf, LU-Iggh, PfId. 118 Thielen 92]. Gibscht R.! dass. [ NW-Kallstdt]. Do heert's R. 'Hier ist das Ende' [ NW-Meckh]. Mudder, der hot kän R. 'er belästigt mich' [ BZ-Dernb]. Er dut R. stifde 'einen Streit schlichten' [ PS-W'fischb, mancherorts], R. mache, dass. [ ZW-Dellf, LU-Iggh GH-Jockgr], R. schaffe, dass. [ ZW-Mauschb], R. biede, dass. [ BZ-Sarnst], R. in die Bud brenge, dass. [ HB-N'alth]. Nor met de R. un de Hoffmannstrobbe! 'Nichts überstürzen!' [Thielen So rerre mer 104]. Der hot seine Hänn die (ewich) R. versproch 'Er hat aufgehört zu arbeiten', von Rentnern, auch von Faulenzern [ KB-Bischh, KU-Bedb RO-Obd KL-Katzw PS-Hintwdth LU-Opp NW-Haßl]. Wenn sich ein Gast nicht setzen will heißt es: Setzen eich doch e bissel, Ehr tragen jo sunscht unsere Kinner die Ruuch enaus! [BZ-Dernb, verbr., Schandein Bav. IV,2 403]; auch: Traa uns die Ruh net fort! 'Nimm doch Platz!' [Pirmas, verbr.]. Wammer in en Haus geht, soll mer sich setze oder mer nemmt de Leit die R. [Fogel Beliefs Penns Nr. 440]. Der is die gut R. selwer, von einem Phlegmatiker [ KU-Patb, GH-Jockgr]. Der läßt sich net aus de R. bringe, dass. [ RO-Als]. R. im Saal, wann die Madam danzt! [Bergz (Kamm 115)]. Grußformel: Gunaacht un e angenehmi R.! [GH-Zeisk, verbr.]. Sie hot R. vor em (weil er impotent ist) [ LA-Mörzh]. Wammer alt es, heert mer (gehört man) in sein R. 'Wenn man alt ist, ist es am besten, wenn man stirbt' [ KU-Schmittw/O]. Jetz hot die arm Seel R. (gesagt, wenn [Bd. 5, Sp. 640] jemand gestorben ist, auch wenn jemand ein lang und hartnäckig verfolgtes Ziel erreicht hat) [GH-Kand, verbr.]. Er is in seiner R. 'ist gestorben' [ KU-Schmittw/O], hot soin R. (hot die ewich R.), dass. [ LU-Opp]. Die Dore hun ehre R. [ KB-Kriegsf]. Wammer uf em Goddesacker leit, hot mer sein R. [ KU-Schmittw/O]. Er loßt de Doure net die R. 'ist untröstlich' [ BZ-Dernb]. Der Selbstmörder hot im Grab kän R. [ebd.]. VR. s. PfWB blau 4 i, PfWB Laden 1 a. a. 1343: vnd eime ieclichen menschen not ist, daz is also hie of erden werbe, daz iz ewicliche nach disem leben ruwe epphahe bi vnserm Iesu Christo [OttbgUrkb. 422/23]. — 2. a. 'Freiplatz beim Fangspiel', Ruh [nördl. u. mittl. VPf], Ruuch [verbr. Umg. Land südl. VPf], Rug [ BZ-Pleisw/O'hf], das Ruh [Ingb KB-Zell], das Ruuch [ LU-Iggh], der Ruuche [ GH-Otth]; vgl. PfWB Ruhebott; Syn. s. PfWB Bott 1, K. 63. Die F. mit Genus n. u. m. sind vermutlich Kurzformen aus Zs. wie PfWB Ruhehaus, -platz o. ä. — b. 'Rastplatz'. An de Ruuch im Wald stellen mer ab [ BZ-Dernb]. — c. 'Essenszeit', Ruh [ NW-Frankeck]. — d. s. PfWB Unruhe. — 3. FlN, amtl. In der Ruhe, mda. An de Ruuch [ LA-Nußd], amtl. Bei der Ruhe(n) [ FR-Grünstdt NW-Mußb LA-Edh]. — Südhess. IV 1510 ff.; RhWB Rhein. VII 582 ff.; LothWB Lothr. 420; ElsWB Els. II 245. 1. 'Bank neben der Landstraße', Ruuchbank u. Ruhbank [mancherorts mittl. u. südl. VPf vereinzelt WPf]. Einige dieser Bänke sollen während der napoleonischen Zeit errichtet worden sein. Daß sie auch PfWB Napoleonsbank geheißen haben, wird von Ph. Gimmel bestritten [Der Wasgau-Bote 13/1934]. Bei de Ruhbank am Wegkreiz / do ruft er 'Hühott!' [Kölsch 44]. — 2. = PfWB Ruhebott, Ruhbank [ SP-Mechth]. — 3. a. FlN, amtl. An der Ruchbank [LA-Wollmh (Der Wasgau-Bote 13/ 1934) LA-Ilbh]. — b. ON, Dorf im Kr. PS, Ruhbank [Christmann SN I 517]. — Südhess. IV 1512; LothWB Lothr. 420; ElsWB Els. II 63. — -bett n. : wie schd., Ruhebett [ BZ-Dernb]. — -bott m. : 'Freiplatz beim Fangspiel', Ruhbott [ HB-Lu'thal]; vgl. PfWB Ruhe 2 a, PfWB Ruhebank 2, PfWB -haus, PfWB -ort, PfWB -pfosten, PfWB -platz 2, Ruher(t), PfWB Ruhestand, -stock, PfWB Ruhle, Ruh(sel), PfWB Runkel; Syn. s. PfWB Bott 1, K. 63. — -haus n. : = PfWB Ruhebott, Ruhhaus [Germh], Dim. Ruhhaisel [ SP-Ottstdt], als Ruhaus gedeutet [ HB-O'bexb]. Südhess. IV 1512. — -kissen n. : im SprW.: E gut Gewisse isch e sanfdes Ruhekisse [ LA-Arzh]. E frei G'wisse is en gut R. [Penns (Miller)]. Südhess. IV 1512; RhWB Rhein. VII 584. 1. 'rasten, schlafen', ruhe [verbr., Christmann Kaulb 28 Mang 139 Müller Dietschw 57 Lambert Penns 127 Krämer Gal [Bd. 5, Sp. 641] 177], ruuche, seltener ruge [verbr. mittl. und südl. VPf Bertram § 194], ruje [ KU-Diedk PS-Schönau]; Zs.: PfWB ab-, PfWB ausruhen; die Glirrer r. losse [ LU-Alsh/Gr]; net r. un net raschde [ KU-Schmittw/O]. Er ruucht e bissel [ BZ-Dernb]. Die Dore soll mer ruhe losse [ KU-Schmittw/O Gal-Dornf]. Grußformel beim Vorbeigehen auf dem Felde: Werd geruht? [ NW-Weish/S]. — 2. a. 'aufhören, unterlassen'. Gell, du ruugscht nit! 'Hör auf (das Verbotene zu tun)! [ BZ-W'rohrb]. Kumm, ruh!, dass. [ NW-Geinsh]. Rutt! 'Schluß!' [ Don-Schowe Torscha]. Du ruhscht net, bisd' krank werscht [ BZ-Dernb]. SprW.: Zwee Gewisse sollen net ruhe uf eem Kisse [ Don-Alexhs]. — b. (räuml.) 'zu Ende sein'. Wo 's Feld ruht 'an der Gemarkungsgrenze' [ NW-Meckh]. — Südhess. IV 1512/13; RhWB Rhein. VII 584/85; LothWB Lothr. 420; ElsWB Els. II 245, ALA I 118.
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