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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Näh-wachs bis Namens-gedächtnis (Bd. 5, Sp. 61 bis 63)
 
Näh-wachs, n.
Näh-zeug, n.
Nähzeug-schublädel, n.
nälich, Adj.
Nällen, m.?
Namen, m.
Namen-buch, n.
namen-los, Adj.
namens, Adv.
Namens-freund, m.
Namens-gedächtnis, n.
Namens-pate, m.
Namens-tag, m.
Namens-tasse, f.
Namens-vetter, m.
nam-haft, Adv.
nämlich, Adj.
Nammchen, n.
Namperlein, n.
namsen, schw.
Nanane, f.
Nananu, f.
Nane, f.
naneln, schw.
Nanette, f.
Nängel-eisen, n.
Nängeler, m.
nängeln, schw.
nangeln, schw.
Nänger-arsch, m.
Nängerer, m.
Nangerer, m.
nängerig, Adj.
Nänger-lieschen, n.
Nänger-mäulchen, n.
nängern, schw.
nangern, schw.
Nänger-nessel, f.
Nänger-sack, m.
Nanking-hosen, Pl.
Nanzig, ON
Napf, m.
Näpfe, f.
Naphthalin, n.
Naphthalin-papier, n.
Napoleon, m.
Napoleon(s)-bank, f.
Napoleon(s)-bart, m.
Napoleon(s)-brücke, f.
Napoleon(s)-butterbirne, f.
Napoleon(s)-hut, m.
Napoleon(s)-kirsche, f.
Napoleon(s)-stein, m.
Näpp
nappen, schw.
Näppes, m.
Narbe, f. m.
Narb(en), f. m.
narbig, Adj.
närbig, Adj.
Narde
Narr, m.
narren, schw.
Narren-anstalt, f.
Narren-ball, m.
Narren-berg, m.
Narren-berger, Pl.
Narren-beutel, m.
Narren-bläß, m.
Narren-born, m.
Narren-boz, m.
Narren-dings, Pl.
Narren-doktor, m.
Narren-fährte, f.
Narren-franz, m.
Narren-gesicht, n.
Narr-, n.
Narren-getippel, n.
Narren-gokel, m.
Narren-hände, Pl.
Narren-hang, m.
Narren-haus, n.
Narren-hund, m.
Narren-kappe, f.
Narren-kleid, n.
Narren-knöchel, n.
Narren-kopf, m.
Narren-monat, m.
Narren-possen, Pl.
Narren-pritsche, f.
Narren-quetsche, f.
Narren-seil, n.
Narren-sepp, m.
Narren-stieber, Pl.?
Narren-streich, m.
Narren-stück, n.
Narren-tal, n.
Narren-vieh, n.
Narren-ware, f.
Narren-wetter, n.

[Bd. 5, Sp. 61]
  Näh-wachs n.: 'Wachs zum Glätten des Nähgarns', Nähwachs [verbr.]. Südhess. IV 911. — -zeug n.: 'was zum Nähen nötig ist', -zeich [ KU-Bedb, mancherorts]; vgl. PfWB Strickzeug. Südhess. IV 911; Rhein. VI 61.
 
  
Nähzeug-schublädel n.: 'kleine Schublade im Tisch, in der das Nähzeug aufbewahrt wird', Nähzeichschublädel [ LA-Nußd]. +Nalde f.: 'Form eingeschmolzener Münzen (als Eichmaß) für die Wertbestimmung umlaufender Münzen'. a. 1466: aus des gemeinen Kaufmanns Budel wurden 6 fl. entnommen und diese gewissenhaft zu einer Nalden zusammengeschmolzen [Niedhammer 224]; vgl. PfWB Stahl. — Mhd. Nâlde 'Nadel' ( Lexer Lexer II 14).
 
  
nälich Adj.:
1.
a. 'schwächlich, mager, kränklich', nelich [KU-Patb Müller Dietschw. 52], nälich [SOPf (Heeger Nachl.)]. Das Kind is arg nälich [ KU-Herschw/Petth]. Die Kuh is nelich [ KU-A'glan]. RA.: Wer's glaabt, werd selich (Var.: Wer Bier trinkt, werd selich); wer nix ißt, werd n. [SOPf (Heeger Nachl.)]. —
b. 'verkümmert'. Wenn die Getreidekörner so dünn und leicht sind, daß sie durch die Siebe der Windmühlen fallen, dann sind sie nelich [ KU-Kaulb O'alb]. —
c. 'dünn, fein' [NPf (Thielen 77)]. —
2.
a. 'unwohl'. 's is mer so n. 'Ich bin so hungrig' [ KU-Trahw RO-Duchr]. — Südhess. IV 908 nährlich; RhWB Rhein. VI 69; LothWB Lothr. 378 nälich.
 
  
Nällen m.?: 'Saugläppchen', Nälle [ FR-A'lein]; Syn. s. PfWB Schnuller.
 
  
Namen m.:
1. 'Eigenname', Name (nāmə, -ān-, --) [verbr., Christmann Kaulb 7 Mang 84, 143 Müller Dietschw 52 Altenhofer 9 Höh 26, 48 Schneckenburger 17, 50 Wood Schärf.Penns 285], Namme [PS-Busbg LA-Ilbh Wollmh BZ-Dierb Bergz (PfId. 99) GH-Kand], (nąmə) u. (nmə) [Heeger Südostpf. 17], Nome [KU-Schmittw/O, mancherorts NPf, Don-Schowe Torscha Krämer Gal 154], Name u. Nome [Lambert Penns 108]; Pl.: wie Sg. [verbr.], Nämme [mancherorts südl. VPf]; Zs.: Tauf-, Familien-, PfWB Vater(s)-, Vor-, PfWB Nach-, Orts-, PfWB Ruf-, PfWB Spitz-, PfWB Spott-, PfWB Un-, PfWB Uz-, Zuname; eme Kind (einem Neugeborenen) e N. gewwe; sein N. unnerschreiwe; e falsche N. angewwe (gegenüber der Polizei); all met N. kenne [verbr.]; e Mann mit N. Schmitt [ LU-Opp]. Er kennt en nore dem N. noo (nicht persönlich) [ KU-Schmittw/O]. 's Kind kriet em Patt sein N. [ RO-Callb]. Dem sein N. fährt mer als vor em Maul erum 'fällt mir augenblicklich nicht ein' [ KU-Schmittw/O, mancherorts], fällt mer net ums Verrecke in [ebd.]. Denne N. kann ich gor net behalle [ebd.]. Der is so dumm, daß er noch net emol sein N. schreiwe kann [ebd.]. Dem sein N. kann kä Sau lese, von einer unleserlichen Unterschrift [ebd.]. Wann er dem sein N. heert, kummt er aus em Haisi 'gerät er in Zorn' [ KU-Schmittw/

[Bd. 5, Sp. 62]
O]. Er dut uf eme annere sein N. 'unter falschem Namen, mit betrügerischer Absicht' borje (kaafe) [verbr.]. RA.: in seim N. 'in seinem Auftrag oder Befehl'; die drei hechschde Name (die beim Brauchen genannt werden) 'die Dreieinigkeit' [verbr., Krämer Gal 154]; (na), in Gott(e)s N. 'meinetwegen' [verbr., auch Don Gal Buch]; em Kind e N. gewwe 'eine Bezeichnung für einen neuen Begriff oder Sachverhalt suchen' [verbr.]; 's Kind merrem rechde N. nenne 'auf den Kern der Sache kommen' [ KU-Schmittw/O]. Dem sein Fraa hot alles uf em N. 'Der Besitz der Eheleute ist auf den Namen der Frau im Grundbuch eingetragen' [verbr.]. Gehn in Gotts N.!, sagt man dem Bettler, wenn man ihm nichts gibt [ Don-Schowe Torscha]. Gotts Name is nit g'fluucht [Bergz (Kamm 82)]. SprW.: De N. vume Narre findscht an alle Sparre [ BZ-Dierb, mancherorts]. Volksgl.: En Kind, as der recht N. net kriggt wanns gedaaft wärd, lebt net lang [Fogel Beliefs Penns Nr. 30]. Me Kind därf mer net der N. gewwe vun Leit, as schun aus der Familie g'stärwe sin, oder es wärd net alt [ebd. Nr. 33]. Var.: Den Namen früh verstorbener Geschwister wählt man nicht, damit das Neugeborene nicht auch früh sterben muß [ KU-Bedb KB-Kriegsf LU-Böhl LA-Gommh]. Wammer nein Owed nein Sterne zehlt, der eerscht as mer Hands scheekt (engl. shake 'schütteln'), hot der N. vum Mann, as mer kriggt [Fogel Beliefs Penns Nr. 183]. Brauchtum: Der N. für das Kind wird von den Eltern bestimmt. Oft macht es der Pate zur Bedingung, daß das Kind seinen Namen allein oder mit einem anderen zusammen erhält [Pirmas]. »Zur Zeit besteht eine wahre Sucht nach recht seltenen und vornehmen Namen. Je kleinlicher die Verhältnisse, desto vornehmer muß der N. sein« [(um 1930) PS-Erfw]. Vgl. auch Becker Vk. 105, 163, 214. Zur Erinnerung an einen Verunglückten wird in einen nahen Baum der Name, das Datum des Unglücks und ein Kreuz eingeschnitten [ PS-Petbch]. AR.: Anna ist ein schöner N., Forts. s. PfWB Vaterland [ BZ-Billh]. Ein Abendgebet s. PfWB Baum 1. a. 1322: In gotz nammen [SpeyUrk. 274]. o. J.: da der Glan in die Naa fluzzet und sinen namen verluset [Grimm Weist. V 676 (Kus)]. a. 1423: bit namen hern Jacob Scholteszen, capplan zu Grinstad [PfWeist. 160 (FR-Bockh)]. a. 1629: vndt das seinig an obs, krautt, ruben, drauben, oder wie das namen haben moge [ebd. 789 (FR-Gr'karlb)]. —
2.
a. 'Ruf; guter, schlechter Ruf'. Er hot e gure (kän gure, en beese, schlechde) N. [KL-Reichb, verbr.]. Er macht sich e gure (e große, scheene, schlechde, wieschde) N. [KU-Kaulb, verbr.]. Dau hoscht mer e schlechde N. gemacht 'Du hast mich verleumdet' [ WD-Niedkch]. Der macht sich alleweil e N. 'Er tut sich hervor, wird berühmt' [ LU-Opp]. Er macht seim N. Ehr, dass. [ KU-Schmittw/O]. Des

[Bd. 5, Sp. 63]
därfschde der nit g'falle losse, des bischde deim gude N. schullich [ LU-Opp, mancherorts]. Ich loß mer mein ehrlicher N. nit nämme [ PS-Erfw]. Rat der Mutter an die Tochter: Hol der nore e N.! [ LU-Oggh]. SprW.: Wer de N. Wulf hot, hot en 'Einen schlechten Ruf wird man nicht mehr los' [ WD-Niedkch]. —
b. 'Rechtstitel'. a. 1346: alle die nütze und name, die si dar ufe genomen oder genozzen hant [MüPfUrk. 2177]. — Südhess. IV 911/12; RhWB Rhein. VI 70 ff.; LothWB Lothr. 378; ElsWB Els. I 769.
 
  
Namen-buch n.: 'Fibel', veraltet, Nammebuch [ BZ-Dierb]. ElsWB Els. II 10; DWB DWb. VII 338.
 
  
namen-los Adj.: wie schd., namelos [ LU-Opp, vereinzelt].
 
  
namens Adv.: wie schd., name(n)s, nome(n)s [vereinzelt]; e Mann n. Schmitt [ LU-Opp].
 
  
Namens-freund m.: = PfWB Namensvetter, Namesfreind [ LU-Böhl]. — -gedächtnis n.: wie schd. Ich hun e schlecht Nomesgedächtnis [ KU-Schmittw/O]. —