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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Rosen-stock bis Rosine2 (Bd. 5, Sp. 591 bis 592)
 
   Rosen-stock m.: wie schd., Rosestock, Rouse-, Pl. -steck [verbr.]; vgl. PfWB Rosenbaum. Die Aaue am R. sihn gut aus [ KU-Schmittw/O]. VR.: Hoppsa, heisa, Riwebrih, / 's sin so schäne Mädcher hie, / Mädcher wie die Rosesteck, / Buwe wie die Zoddelbeck [Wilde 212, Bergz (Kamm 120)]; Var. s. PfWB Eck 1, PfWB Hafersack 1 a, PfWB Katharina-Elisabeth, PfWB Zottelbock. Volksgl.: »Rupft man auf Johanni des Mittags zwischen 11 und 12 Uhr das Laub eines Rosenstockes ab, so blüht er im Herbste dann wieder« [Schandein Bav. IV,2 380]. Vgl. auch PfWB Nachgeburt. Südhess. IV 1462; RhWB Rhein. VII 514; ElsWB Els. II 585. — -strauß m.: wie schd., -strauß [verbr., vorn. VPf]; vgl. PfWB Rosenmädchen. Südhess. IV 1462/63; Rhein. VII 514. — -stück n.: FlN, amtl. Rosenstück [ RO-Gaugrw Imsw]. RhWB Rhein. VII 514 and. Bed. — -tal n.:
1. FlN, amtl. Im Rosental [ KL-Bann]. um a. 1640: ein halben morgen feldts vnden am Rosenthal [LeyArch. A. 730n, Bl. 8 (LA-Burrw)]. —
2. PN, Name eines Pferdehändlers in der RA.: 's is ääner vum Rosedal seine Luxusgail, von einem schlechten, alten Pferd [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. IV 1463; RhWB Rhein. VII 514. — -tor n.: nur im Reim bei einem Spiel der Mädchen: Wer will durch das Rosentor, / der komm her und tritt davor. / Seid ihr klug, seid ihr fein, / ihr sollt Rosenjungfrau'n sein [ KU-Diedk]. — -wasser n.: wie schd., -wasser [ KL-Reichb NW-Kallstdt BZ-Dernb]. Südhess. IV 1463; Rhein. VII 514. — -wurzel f.: 'die Pflanze Sedum maximum', -worzel [ BZ-Rohrb]; vgl. PfWB Fingerweh. — -zwacken m.: 'Rosenzweig', -zwacke [Zweibr (Wilms Alph. 57)].
 
  
rosig Adj.:
1. 'von rosaroter Färbung, frischem Aussehen', rosich [mancherorts]; vgl. rosa-, PfWB rosenrot; e rosich Gesicht [ KB-Kriegsf]; e rosich Mädel [ LU-Opp]. Wie rosisch du uf ämol

[Bd. 5, Sp. 592]
bliehscht [Kraus Gutsjer 39]. —
2. 'gut, angenehm' [mancherorts]. Noch em Krieg war 's Läwe net so arch r. [ LA-Gommh]. Sie is in rosicher Laune 'in bester Stimmung' [ LU-Opp]. 's sieht net so rosich aus 'Die Aussichten sind schlecht' [KU-Schmittw/O, vereinzelt, Krämer Gal 177]. — Südhess. IV 1463.
 
  
Rosine1 f.:
1. wie schd., Rosin (rǫˈsīn), Pl. -e (-ə) [KU-Bedb Kaulb ZW-Battw Gr'bundb RO-Dielkch Pirmas NW-Wachh LA-Göckling Land Wey BZ-Dierb Otterstetter 57], Dim. Rosinche, Dim. Pl. Rosincher [ FR-Albsh], Rosäin (rosęin) [ NW-Wachh], Rosein (rosain), meist Pl. Roseine (rosainə) [PS-Gersb KB-Kriegsf LU-Friesh NW-Hardbg Kallstdt LA-Nd'hochstdt Venn Mang 122 Bertram § 94 Wilde 246 Lambert Penns 126 Don-Schowe Torscha, Krämer Gal 177], Roseine, Dim. Pl. Roseinle [LA-Gommh Heeger Südostpf. 10], Rosoine [ LU-Opp]; die groß R. 'Sultanine' [ ZW-Battw]; Schneckenudle mit Roseine [Hartmann Unkel 72]. Drohung: Ich schlah der e paar uf de Giwwel, daß de die Stern for Rosine anguckscht [Schuler Baurekerb 13]. RA.: Er hot (große) Rosine (Roseine) im Kopp 'hat hochfliegende Pläne, baut Luftschlösser' [Pirmas, NW-Hardbg, mancherorts]; Var.: Er hat große Rosine im Sack [PfId. 117]; vgl. auch PfWB Korinthe, PfWB Sultanine. Liebkosung: Häsje, Seelche, sieß Rosinche [Kraus Gutsjer 51]. a. 1752: Wir untersagen auch hiermit alle Verfälschung, so mit Zucker, Rosinen oder anderen dem menschlichen Leibe unschädlichen Dingen [Verbot des Markgrafen von Baden Durlach gegen die Weinschmierer in LA-Rhodt, nach: PfMus. 1887 95]. —
2. im Weinbau auch: 'edelfaule, verkümmerte Weinbeere' [ FR-Albsh, mancherorts Weinbauorte]. — Südhess. IV 1463; RhWB Rhein. VII 515; ElsWB Els. II 290.
 
 
Rosine2 f.: weibl. VN, Rosin (ˈrosīn), Rosinche (roˈsīnə) [Kaislt, vereinzelt]. RA.: Er tappt in die Welt wie die Rosin' uff Meesenem, von einer Magd, die nach Meisenheim geschickt wurde, ohne zu wissen warum [Hebel 38]. Südhess. IV 1463 Rosina.