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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ringel-hupe bis Ringel-stechen (Bd. 5, Sp. 546 bis 547)
 
   Ringel-hupe f.: 'Schalmei aus Weidenrinde', Ringelhupp [ LA-Offb]; vgl. PfWB Farze 1. ElsWB Els. I 360 Ringelhipp. — -lochkuchen m.: = PfWB Lochkuchen, Rinkellochkuche [ KB-Gauh].
 
  
ringeln schw.:
1.
a. 'mit Ringen versehen'. a. 1425: von zwein gerinckelten oder innen gebrisen (s. PfWB breisen) schuhen [LeinArch. (Löhne)]. —
b. 'rund einkerben', auch: 'einen Teil der Rinde spiralförmig ablösen'; e Stecke ringele [KU-Kaulb Schandein Sprachsch. 69 Mang 100]. Em Schullehre es de Stecke vebroch, er war geringelt [ KU-Kaulb]. a. 1751: Das Baum stümlen, schächten, ringlen und Klopfen, wovon selbige gemeiniglich verdörren, soll ernstlich verbotten seyn [Zweibr I 671, Altstadter Dorfordnung]. —
c. Grumbeere r. 'einen Teil der Kartoffelschale ringförmig entfernen' [KU-Schmittw/O Wilde 116]; die so im Ofen gebratenen [ KU-Schmittw/O] oder im Eisentopf gedämpften [ KU-Kaulb LU-Neuhf Opp] Kartoffeln heißen geringelde Grumbeere oder kurz Geringelde [mancherorts]; Geringelde un griner Salat [ PS-Fehrb]. Einen VR. s. PfWB Montur 3. —
d. Äbbel (Obst) r. 'schälen' [ RO-Dielkch NW-Wachh]. —
e. 'gestochene Torfstücke zum Trocknen an der Luft ringförmig stapeln'. »Der Torf wurde gewöhnlich zweimal geringelt« [LU-Oggh (Kreuter 84)]. —
2. 'kräuseln, winden, krümmen'; Zs.: PfWB zusammenringeln; geringelde Hoor 'lockiges Haar' [ FR-Bockh], vgl. PfWB Ringelhaare. Em Kind sei Hoorcher ringeln sich [Krämer Gal 175]. Die Schlang ringelt sich [ KU-Kaulb]. Er ringelt sich vor Schmerze [ LA-Gommh]. Die Sau ringelt de Schwanz [LA-Impfl, KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Ringelschwanz. RA.: d' Nans ringle 'rümpfen' [ LA-Gommh], 'in Verlegenheit kommen' [ GH-Zeisk]. —
3. 'mit der Ringelwalze (den Ackerboden) bearbeiten' [ KB-

[Bd. 5, Sp. 547]
Mauchh FR-Albsh]. —
4. übertr.
a. = PfWB verhauen 1; eene ringele [ KU-Erdb, RO-L'meil N'hemsb Semb KL-Enkb Olsbr]. —
b. 'plagen, ärgern' [ KU-Eisb KL-Alsbn]. — Südhess. IV 1415; RhWB Rhein. VII 442; ElsWB Els. II 268/69.
 
  
Ringel-reihen m.: 'Spiel, bei dem sich die Kinder bei den Händen fassen und im Kreis tanzen', Ringelreihe [ HB-Bexb, mancherorts]; vgl. PfWB Ringel 1 e. — -rose f.:
1. = PfWB Totenblume 1 a, Ringelros [GH-Wörth (Wilde 209) Lambert Penns 125]; vgl. PfWB Ringelblume 1. —
2. 'Goldrute (Solidago virgaurea)' [KL-Landstl u. Umg. (Wilde 74)]; vgl. PfWB Fuchsschwanz 2aδ. — Südhess. IV 1415; RhWB Rhein. VII 441.
 
  
Ringels-bach f.: FlN, amtl. In der Ringelsbach [ KL-Gimsb]. — -berg m.: FlN, amtl. Ringelsberg [LA-Burrw PfRh. 12/1934]. — -born m.: FlN, amtl. Beim Ringelsborn [ KL-Gimsb].
 
  
Ringel-schwanz m.: 'gekrümmter Schwanz', vom Hund, Ringelschwanz [ KB-Kriegsf], vom Schwein; Met Schlappohr un 'me R. [Müller Hahnepeter 96]. Zu PfWB ringeln 2. Südhess. IV 1415; RhWB Rhein. VII 441. — -spinner m.: eine Raupenart, -spinner [ NW-Kallstdt]. Südhess. IV 1415. — -stechen n.: Ringelsteche, ein Wettkampf, an dem 12 Burschen teilnahmen, wobei sie die an einem Pfahle befestigten Ringe beim Vorüberreiten herausstechen mußten. Wer zuerst 3 Ringe herausstach, bekam den ersten Preis [Gundelwein Der Billigheimer Purzelmarkt, in: PfW 10/ 1909, S. 172]; vgl. PfWB Räpstuchspringen. Südhess. IV 1415; Schwäb. V 360. —