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Reuel bis Reute (Bd. 5, Sp. 510 bis 515) | |||
Reuel, m., f. reuen, schw. Reu-geld, n. Reu-kauf, m. reulich, Adj. Reunion, f. Reusch-bach, ON Reuse, f. Reuse-loch, n. reuse-trocken, Adj. Reute, f. Reut-hacke, f. Revansche (Revanche), f. revanschieren (revanchieren), schw. Revers, m. revidieren, schw. Revier, n. Revier-förster, m. Revision, f. Revisor, m. Revolte, m. Revolution, f. Revolver, m. Revolver-schnauze, f. Revolver-schnute, f. Rewelle, f. rewellen rewellieren rewellisch Rewüster, m. Rex, m. Rezept, n. Rhabarber, m. Rhabarber-gutsel, n. Rhabarber-kuchen, m. Rhabarber-marmelade, f. Rhabarber-mus, n. Rhabarber-rippe, f. Rhabarber-saft, m. Rhabarber-salat, m. Rhabarber-schmiere, f. Rhabarber-stengel, m. Rhabarber-stock, m. Rhabarber-wein, m. Rhein, m. Rhein-blume, f. Rhein-gewanne, f. Rhein-gönheim, ON Rhein-hessen, n. Rhein-land, n. Rhein-länder, m. Rheinland-Pfalz, n. Rein-luft, f. Rein-ort, m. Rein-pfalz, f. Rein-schiffsmühle, f. Rein-schnake, f. Rein-see, m. Rheins-not, f. Rhein-ufer Rhein-wald, m. Rhein-wasen, m. Rhein-wasser, n. Rhein-wind, m. Rhein-zabern, ON rheumatisch, Adj. Rheumatis(mus), m. Rhinozeros, n. Rhodt, ON ri Ribbel, m., f. Riebel, m., f. Ribbel-brei, m. Ribbel-deisem, m. Ribbeler, m. Ribbel-käse, m. Ribbeln-, m. Ribbel-kuchen, m. Ribbeln(s)-, m. Ribbelchens-, m. Ribbel-milchsuppe, f. ribbeln, schw. riebeln, schw. rippeln, schw. Ribbel-stadt Ribbel-suppe, f. Ribbeln-, f. Ribbelchens-, f. ribbschen, schw. ribbsen, schw. Ribo, f. Richard, m. Rich-farn, m. richt, Adv. richt-ane richt-aus Richt-bahn, f. Richt-braten, m. Richte1, f. Richte2 | 1. 'enger Durchgang zwischen zwei Häusern', der Reil [verbr. NPf nördl. Hälfte der WPf nördl. VPf LU-Iggh NW-Weidth GH-Minf, PfId. 112, 115 Kühn Hamet 130], die Reil [ KU-Elschb Gries RO-Finkb KL-Hauptstl Mölschb Schneckhs Trippstdt PS-Harsbg KB-Dreis FR-Merth Mörsch LU-Limbghf Schauh], der Raail [ ZW-L'wied RO-O'hs Schweisw KL-Fischb], der Rääel [ KU-Hachb], der Raul [verbr. NWPf, NW-Gönnh, Müller Dietschw 56], die Raul [KU-Breitb Diedk Kus Nerzw Rutsw/G [Bd. 5, Sp. 511] ![]() [Bd. 5, Sp. 513] Wahnwg], der Raaul [ KU-Adb], der Rauel [ KU-Föckbg Frankb Kreimb Obw/Tiefb Roßb Wolfst RO-Rehborn KL-Nanzdzw], die Rauel [Kus], der Raal [ KU-Reichsth], die Ruul [ KU-Quirnb], Dim. Reilche [KB-Standbl FR-Carlsbg Frankth], Raul, Pl. Rail [ KU-Krottb KL-Morb], Raul, Pl. Raule [ WD-Niedkch]; zur Verbr. s. K. 317; Syn.: PfWB Prangel2 2, PfWB Gang 6 b, PfWB Gasse 2 a, PfWB Rugel2, PfWB Schlupf, PfWB Schlupfwinkel, PfWB Suhe, PfWB Suhle, PfWB Winkel. Ich kriech dorch Dohle, dorch alle Reil [Kühn Hamet 19]. De Wind stoßt sich im Reil [ KL-Weilb]. a. 1590: Suen vnd Reuel sauber zu haltenn [ZweibrUrkb. 170]. a. 1715: und muß ein offener Fluß oder Reyhel gehalten werden [StArch. Kaislt, Grundbuch 4/II 22]. — 2. ehem. FlN. a. 1560: ein wingart am Rauhel gelegen [KSchArch., Gültbuch Kloster Offenbach/ Glan, Bl. 19]. a. 1759: Ein Garthen in Borrweg, geforcht oben der Reuel oder Pfad [Kurpf. 884 (RO-Duchr)]. — Lat. rivulus (Dittmaier Rhein. FlN 241 Christmann in: ZfMf. 1966 269 Post Rom. 77/78). — Südhess. IV 1265/66; RhWB Rhein. VII 161. [Bd. 5, Sp. 514] NPf vereinzelt VPf, PfId. 114 Christmann Kaulb 20, 49 Mang 125, 200 Müller Dietschw 56 Höh 61, 156 Otterstetter 63, Krämer Gal 172, mancherorts Don Gal Buch], rauelich [KL-Olsbr Kühn Hamet 129], (rliχ) [ ZW-Bottb]; e raulich Esse [ KU-Schmittw/O]; e raulicher Wein [ RO-Lettw]; e raulich Wedder [ KU-Breitb Schmittw/O WD-Niedkch ZW-Battw KB-Bennhs]; e raulich Kläid [ WD-Niedkch]; e raulicher Dinde 'verdünnte Tinte' [ KU-Schmittw/O]; raulich Land 'mageres Ackerland' [ KU-Bedb]; e raulicher Boort 'ein Bart mit schwachem Haarwuchs' [ KU-Schmittw/O]; rauliche Trauwe 'Trauben mit spärlichen, kleinen Beeren' [ RO-Callb KL-Olsbr]; e raulicher Stock 'ein schlecht tragender Rebstock' [ KU-Reipkch]; e raulich Kerlche (Männche, Minsch), auch subst. e Raulicher 'ein kleiner, magerer, unscheinbarer Mensch' [Zweibr KL-Bann PS-Burgalb], e raulich Ding, dass. von Mensch und Tier [ KU-A'glan], e raulicher Mannskerl 'ein häßlicher Mensch' [ KL-Bann]; e raulich Kind 'ein unartiges Kind' [ KU-Roth]; e raulicher Brurer 'ein liederlicher Mensch' [ WD-Niedkch]; e raulicher Hund (Vool, Vieh, Dier) 'ein verdorbener, nichtsnutziger Mensch', auch Schimpfw. [KB-Kriegsf, verbr.]; die rauliche Babbsäck [Kraus Unser Babbe 21]; r. schmacke [ebd.]. Der Bien is r. 'Das Bienenvolk ist weisellos' [ KU-Krottb, Adb]. 's Gras ('s Fuder, die Wiß) is r. [RO-Schiersf, verbr. WPf NPf]. Er hot e raulich Kart (beim Kartenspiel) [ KU-Bedb]. 's werd mer ('s is mer) r. [KU-Herschw/Petth, mancherorts, auch Don Gal Buch, Hebel 33]. Eich schlan der hinnich die Ohre, daß der's r. werd! [ KU-Kaulb]. Er hat en an dem raulich Märe verbrennt 'ist durch intime Beziehung mit diesem unsittsamen Mädchen geschlechtskrank geworden' [ KL-Reichb]. Ja fallt der Wei'wachs raulich aus, / Die Grumbër dut gerore [Schandein Ged. 108]. Doch in der rauliche Därkei / Werd em der Mage lotter [Woll 63]. Mer meent, es gäb kee greeßer Glick, / Als wie die raulig Bolidik [Münch Werke I 178]. Volksmed.: ... eine Buche, deren Stamm sich teilte um weiter oben wieder zusammenzuwachsen, von der die Leute sagten: »Das ist ein ungebohrtes Loch, wo man 'rauliche' Rinder durchstecken soll« [Heeger Vhk. 31]. — Mhd. riuwelich, md. rûwelich 'bekümmert, betrübt' ( Lexer Lexer II 474, vgl. auch Christmann Kaulb 20, Otterstetter 63). — RhWB Rhein. VII 372/73; ALLG I 249. [Bd. 5, Sp. 515] mungswort zu PfWB Reich 1 b (a. 1600: Reichs- u. Reuschbach) [Christmann SN I 494]. 1. 'auf einen Reifen gespanntes, in eine Spitze auslaufendes Netz für den Fisch- und Aalfang', Reis [ LU-Altr], Räis [ HB-Webh]; Zs.: PfWB Aalreuse; Syn. s. PfWB Leggarn. RA.: Mach dich aus de Reise! 'Verschwinde!' [ KU-Adb]. a. 1480: Item wan ein arman rüsen fürdt vff die weyde (zum Fischfang) da so er kein schatze zu machen, vnd als balde er mit dem schiff nit darzu gefaren magk, so sol er die rüsen wieder hin wegk thun [HagbWeist. (MHVPf. 1870 IV, S. 5)]. a. 1495: Item soll man in der Müllauw kein reußen ingraben [PfWeist. 357 (LU-Edigh)]. a. 1596: Von einer Reisen vff die weyer Vnnd zwaien schöpff hammen zu stricken [WerschwSchR Bl. 280v]. a. 1599: Es soll auch keiner zwo reysen neben einander in die Bach legen [DirmstAWeist. (FR-Beindh)]. — 2. s. die Zs. PfWB Käsereuse. — Südhess. IV 1377; RhWB Rhein. VII 373; ElsWB Els. II 292.
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