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reiteln bis reiter-gar (Bd. 5, Sp. 493 bis 497) | |||
reiteln, schw. Reitel-rinde, f. reiten, st. Reiter1, m. Reiter2, m. Reiter-ameise, f. Reiter-ball, m. Reiter-beine, Pl. Reiter-brunnen, m. Reiterei, f. reiter-gar, Adj. Reiter-gaul, m. Reiter-haufen, m. Reiter-hof, m. reitern, schw. Reiter-peitsche, f. Reiter-pfad, m. Reiter-salbe, f. Reiter-schule, f. Reiter-sieb, n. Reiter-stiefel, Pl. Reit-gaul, m. Reit-gerte, f. Reit-haken, m. Reit-hose, f. Reit-kissen, n. Reit-knecht, m. Reit-peitsche, f. Reit-pfad, m. Reit-pferd, n. Reit-sattel, m. Reitsche, f. Reitschel, f. reitscheln, schw. Reit-schemel, m. reitschen, schw. Reit+-schmied, m. Reit-schule, f. Reitschul-gaul, m. Reitschul-geld, n. Reitschul-knecht, m. Reitschul-mäden, n. Reit-stiefel, Pl. Reit-trense, f. Reitung Reit-woilach, m. Reit-zaum, m. reizen, schw. Reiz-fütterung, f. Rekel rekeln Rekems Reklame, f. reklamieren, schw. rekognoszieren, schw. rekommandieren, schw. Rekrut, m. Rekruten-zeit, f. Relä (Relais), m. Religion, f. Religions-stunde, f. religiös, Adj. Rels-berg, ON Rembo Remedur, f. Remigius, m. Remigius-berg, m. Remigius-land, n. Remischen, n. Remischen-stecher, m. Remise, f. Remlingen, ON Remmi-demmi, n. Remont, m. Rempart Rempelei, f. rempeln, schw. Rems, m. +Rendel-stab, m. Reneklode, f. Reneklode-baum, m. Reneklode-kuchen, m. Renett-apfel, m. Renette, f. regenieren, schw. renken, schw. Renn, m. Renn-acker, m. Renn-bahn, f. Rennel-stab rennen, schw. Rennen, n. Renne-pfad Renner, m. Rennerei, f. Renn-fest, n. Renn-gaul, m. Renn-pfad, m. Renne-, m. Renn-weg, m. | 1. 'die Bindkette des beladenen Wagens mit dem Reitel 1 a spannen', auch: 'den beladenen Wagen mit Bindkette und PfWB Reitel 1 a spannen', räädle [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts nördl. VPf vereinzelt südl. WPf], räädele [verbr. nördl. VPf vereinzelt mittl. u. südl. VPf NWPf], räddele [ PS-Rodalb], räärele [vereinzelt WPf RO-Bayf KB-Dreis FR-Carlsbg Gr'karlb O'sülz Tiefth NW-Freinsh LA-Mörzh BZ-Dimb], rääerle [ KU-Haschb/G RO-Winnw KL-Frankst KB-Eisbg NW-Dürkh], räärle [vereinzelt WPf FR-Bissh N'lein Saush NW-Hardbg LA-Essing BZ-Bindb GH-Hay], räälele [ LA-Leinsw Roschb], rääele [ ZW-Dietriching KL- [Bd. 5, Sp. 494] Drehthhf Trippstdt NW-Ungst GH-Zeisk], rääle [ KU-Eisb Nerzw Rutsw/G HB-Webh PS-Erfw LU-Fußgh LA-Böching Ilbh Nd'hochstdt BZ-Barbr Darst Dernb Dierb Gleisz/Gleishb Nd'ottb Pleisw/O'hf Steinf Völkw Wilgws BZ-Wind], reedele [ IB-Bebh], raadele [ FR-Bobh NW-Ellstdt], raadle [ GH-Wörth], raarele [RO-Sippf KB-Albish FR-Albsh Bockh], raarle [ KU-Adb Bechb Obw/T WD-Bub RO-Münchw], rarrele [ KB-Marnh], raalele [ LU-Altr], raaele [ KU-Kreimb RO-Gundw KL-Niedkch], raale [KU-Rathskch RO-Börrstdt Dörnb Teschmosch PS-Bundth KB-Biedh Gauh Harxh Jakobsw Lauth Marnh Niefh Rams Stauf Zell FR-Colgst Hettldh Kindh Mühlh]; Zs.: PfWB zusammenreiteln; Syn.: PfWB aufbinden 1aδ, -brechen2, -brüchen, -pritschen, -reiteln, -rummen, -rungen, -rüsten 1, -sprenkeln, -sprießen, -wiegen 2, PfWB binden 3dα, PfWB brücken 1, PfWB gurten, PfWB knebeln 2 b, PfWB rummen, PfWB rungen, PfWB spannen, PfWB sprengeln, PfWB sprenkeln, PfWB stellen, PfWB zusammenreiteln; de Waa r. [KB-Albish, verbr.]. Wammer Puhl fährt, muß mer e Faß räärele [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich bin grad wie geräädelt 'wie eingeschnürt', von zu engen Kleidern, nach einer üppigen Mahlzeit [BZ-Dernb, verbr.]. — 2. a. = PfWB verhauen 1, räädele [ ZW-Bottb]; Abl.: PfWB verreiteln. — b. s. die Zs. PfWB schnappreiteln. — Südhess. IV 1353/54; RhWB Rhein. VII 285; ElsWB Els. II 235. 1. a. 'sich auf einem Reittier (insbes. Pferd) fortbewegen', reide, roide [verbr. VPf O-PS, Lambert Penns 123 Don-Schowe Torscha], reire [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Christmann Kaulb 16 Mang 121 Müller Dietschw 56], (raijərə) [Höh 86, 91], reile [ LU-Altr], reide, reiðe, reire [Krämer Gal 174]; Part. Perf.: g(e)ridde [VPf O-PS, Lambert Penns 123], geredde [Heeger Südostpf. 9], gerirre [ NW-Ellstdt], gererre [ GH-Nd'lustdt], geritt [KU-Diedk, mancherorts WPf, Schneckenburger 45 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 174], gerett [HB-Limb (PfId. 115), mancherorts WPf, Mang 98], gereitt [ IB-Blieskst]; Zs.: PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB herum-, PfWB kaputtreiten; subst.: Pfingst-, Quackreiten; in die Schwemm reile 'das Pferd zum Waschen an den Rhein oder Altrhein reiten' (meist im Sommer sonntags früh) [ LU-Altr]. Er hot sich wund geritt [ KL-Reichb], hot sich e Keppoorsch gerett, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er war bei de Reidende (bei der reitenden Artillerie) [ LA-Gommh]. RA.: uf ääm r. 'jemanden schikanieren' [NW-Hardbg, verbr.]; ään in die Dinde r. 'jemanden in eine unangenehme Lage bringen' [ NW-Hardbg]; uf Schuschders Rappe r. 'zu Fuß gehen' [KB-Bennhs, verbr.]; Var.: ouf Schuh- [Bd. 5, Sp. 495] machers Rappe r. [ WD-Niedkch]; uf em därre Schimmel r. 'beim Fahren auf der Langwiede oder auf dem Wiesbaum sitzen' [KL-Fischb (Kleeberger 99)]; de Schimmel r. 'mit dem (weißbauchigen) Krug im Keller Wein holen' [ LA-Venn]; 's Schimmele in de Keller r., dass. [PfL 2. 12. 1933]. Den hot de Deiwel geridde 'zu einer bösen Tat oder zu einem lustigen Streich verführt' [NW-Haßl, verbr.]; vgl. PfWB Teufel, PfWB Deuhenker. Verwünschung (vereinzelt mit dem Unterton der Anerkennung oder Bewunderung): Dich soll de Deiwel r.! [Bergz (Kamm 82), mancherorts]. De Deiwel soll dich dreimol r.! [ LU-Oggh]. Es reit' alles die Sau nunner 'Der Bankerott ist unvermeidbar' [ GH-Hagb]. Den reit' de Bock 'Er ist weibstoll' [Rockhs]. Awerham (Abraham), reit sachte! 'Mach langsam!' [ KU-A'glan]. SprW.: Wann de Bellmann uf en Gaul kummt, reit' er'm 's Kreiz ein [BZ-Dernb, verbr.], Var.: reit' er ne dot [ KU-Diedk], reit' er's ('s Perd), bis es hin is [ Don-Gottlob]; Wann de Bauer... [ HB-Kirrbg]. Wer langsam reit', kummt grad so weit, awwer net um die nämlich Zeit [Hebel 44]. Frieh gesaddelt, spoot geritt [KU-Ulm (Zink Notizen)]. VR. (Kniereiterreime): Reit' e Reider iwwer de Grawe; / Fällt er nein, do muß er's hawe. / Fällt er in die Hecke, / fressen ihn die Schnecke. / Fällt er an die Steine, / dun ihm weh die Beine. / Fällt er in den Grawe, / fressen ihn die Rawe [ HB-Kirrbg]. Reide, reide, Reßche, / dart drowe steht e Schleßche. / Dart schaue drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seid, / die anner spinnt Weid, / die anner spinnt e roder Rock / far unser liewer Herrgott [Don-Werb (Schmidt 132)]. Troß, troß, trill, / de Bauer hot e Fill. / Das Fillche will net laafe, / de Bauer will's vekaafe. / Roit de Roider in de Grawe, / plumps, do loit er drin [ LU-Opp]. Weitere VR. s. PfWB Doktor 2, PfWB dreschen 1 b, PfWB troß 1, PfWB Graben 1, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB Reiter, PfWB Sachsen, PfWB Soldat. Einen Neujahrsspruch s. PfWB Landau 1. — b. α. 'auf dem Wagen mitfahren' [mancherorts NWPf, Klein Wag. 144]. Einladung eines Fußgängers: Wollen Sie r.? [Kus]. Setz dich uf de Waa, dann kannschde reire [ KU-Krottb]. Ach, ach, 's (Kind) därf r.! sagt man, wenn man ein kleines Kind auf dem Wagen ein Stückchen Wegs mitfahren läßt [ KU-Kaulb]. a. 1444: Item gewappnet reden myn hern zu dienst [KellR Lichtenberg bei Kus]. — β. 'auf dem Rücken tragen (getragen werden?)', reire [ KB-Kriegsf]. — c. 'schaukeln', reire, selten: reide [verbr. NPf]; vgl. PfWB reitscheln. Mer hun emol gerett [ KB-Kriegsf]. — d. 'begatten'. α. vom Stier, reide [ PS-Hintwdth Lu'wink Schönau LU-Böhl Iggh LA-Herxhwey BZ-Böllbn Gleisz/gleishb Ingh GH-Bellh Kuhdt Mindlach], reire [ NW-Geinsh LA-Leinsw Nd'hochstdt Roschb Siebdg BZ-Annw]. De Stier reit' [ BZ-Gleisz/ [Bd. 5, Sp. 496] Gleishb], hot die Kuh gererre [ LA-Essing]. — β. vom Hahn, rääde [Spey NW-Haßl LA-Böbing]; Abl.: PfWB gereiten. — γ. vom Menschen. Volksgl.: Wann die Fraa herrlich is iwwerm reide, gebbt's en Bu, wann net, en Medel [Fogel Beliefs Penns Nr. 1904]. — 2. Neckverse s. PfWB Venningen, PfWB Freckenfeld, PfWB Rimschweiler. — Südhess. IV 1354 ff.; RhWB Rhein. VII 342 ff.; ElsWB Els. II 301. 1. 'wer reitet', auch: 'Soldat, der bei der Kavallerie dient', Reider [verbr., Christmann Kaulb 16 Lambert Penns 123], Roider [mancherorts VPf], Ridder [lothr. SWPf]; Küraß-, Quack-, Schul-, Stegreifreiter. Die Gail henke die Kepp un aa die Reider [PennsDeitschEck 3. 12. 1946]. RA.: Er hot Bään wie e R. 'Er hat O-Beine' [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Reiterbeine. De schnellschde R. is de Dod [ KL-Reichb]. Reim (nach der Tabakmarke A.B. mit der Abbildung von drei Reitern): A.B., drei Reider, drei Ziech (Züge), do leit er [ KU-Kaulb Kreimb Schmittw/O]. VR. (Knierreiterreim): Hoppe, hoppe, Reider, / wenn er fällt, dann schreit er. / Fällt er in den Graben, / fressen ihn die Raben. / Fällt er in die Hecken, / fressen ihn die Schnecken. / Fällt er in den Sumpf, / macht der Reider plumps [Gal-Dornf, in Var. verbr.]. Weitere VR. s. PfWB Euter, PfWB Gaul 1 a, PfWB hoppe, PfWB reiten 1 a. a. 1630: Erstlich 17 reutter eins ins ander des tags für Speiß und Tranks 1 gerechnet [Niedhammer 87]. — 2. a. = PfWB Reiterameise, Reiler [ KU-Bedb]. — b. s. die Zs.: Bach-, Ellen-, Land-, PfWB Schamasreiter. — 3. s. PfWB Reiterhof. — 4. 'kleine Brotstücke' s. PfWB Reiter2 3. — Südhess. IV 1356/57; RhWB Rhein. VII 348/49; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. II 303. 1. a. 'weitmaschiges Getreidesieb', Reider [PS-Erfw BZ-Stein, verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB Reitersieb; vgl. PfWB Rede2, PfWB Reder1, PfWB Radensieb; Zs.: Ähr(en)-, Kern-, Korn-, Stroh-, PfWB Spelzenreiter. a. 1596: 2 Reuter Zum frucht seubern [WerschwSchR Bl. 615r]. — b. das Getreidesieb als Hohlmaß [ BZ-Stein]. — 2. 'Sprossenholz, auf dem das Heu trocknet'. 's Hei sitzt uf em Reider [ HB-Brenschb]. — 3. a. 'reiterähnliches (s. Bed. 1a) quadratisches Muster, das die Mutter dem Kinde mit dem Messer auf das Butterbrot zeichnet'; Reider (Reiderche) drufmache [ KL-Miesb, Germh]. — b. 'kleine Brotstücke mit Butter, Wurst oder Käse, die dem Kinde zugeschnitten werden'; Reirer (Reiderche, Reiderlich) schneire [LA-Birkw, verbr.]; vgl. PfWB Mundvoll. — Südhess. IV 1357; RhWB Rhein. VII 286/87; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. II 304. [Bd. 5, Sp. 497] 349; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. I 36. — -ball m., -ballens, -ballchens n.: ein Spiel der Knaben, Reiderball [NW-Frankeck Kallstdt PfH 16/1931], -balles [ NW-Elmst LA-Gommh], -ballches [ RO-Obd]; vgl. Ritterball. Die Spieler bilden zwei Gruppen, die Reiter und die Pferde. Die Reiter setzen sich auf die Pferde und werfen sich den Ball zu. Wird der Ball nicht aufgefangen, laufen die Reiter davon und die Pferde werfen nach ihnen. Treffen sie, werden die Rollen vertauscht [ RO-Obd]. Südhess. IV 1358; RhWB Rhein. VII 348 /349. — -beine Pl.: 'O-Beine', -bään [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Reiter 1. Südhess. IV 1358. — -brunnen m.: FlN, Brunnen im Käshofener Tal. Den kleinen Kindern erzählt man, sie kämen aus dem Reiderbrunne [ HB-Kirrbg]. Nach der Sage zogen die Wassernixen am R. einen von Kroaten verfolgten herzoglichen Reiter in die Tiefe [Feierowend 37/ 1966].
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