Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Real-schisser bis Rebe (Bd. 5, Sp. 419)
 
  Real-schisser m.: Spottbez. für den Realschüler, Relleschisser [Pirmas (Kieffer 62)]; vgl. PfWB Lattenschisser. — -schule f.: wie schd., -schul [verbr.]. Südhess. IV 1279. — -schüler m.: wie schd., -schiler [verbr.]. Südhess. IV 1279.
 
 
Reb-auge s. PfWB Rebenauge; Rebbach s. PfWB Reibach.
 
 
Reb-balken m.: 'Balken, an den der Rebstock gebunden wird'; vgl. PfWB Wingertsbalken. a. 1575: also namen sie rebbalken, backscheit, stangen vnd waß sie kundten erwischen [Zweibr I 1394 (BZ-Wilgws)].
 
 
Rebbe s. Rabbi(ner).
 
  
Reb-beet n.: = PfWB Rebenschule, Rebbeet [ FR-Heßh].
 
 
rebbeln s. PfWB räppeln, PfWB ribbeln.
 
  
Reb-bock m.: 'Hirschkäfer (Lucanus cervus)', Rebbock [ KU-Adb]; vgl. PfWB Rebenschnitter 1; Syn. s. PfWB Hirschkäfer 1, K. 203.
 
  
Rebe f.:
1.
a. 'einjähriger Trieb des Weinstocks, auch der Weinstock selbst', Reb (rb), Pl. Rewe (rwə) [verbr., Christmann Kaulb 12, 90 Wilde 198, 201, Lambert Penns 122], Sg. Rew, Pl. Rewe [KU-Rothsbg (Mang 95)], Sg. Räib, Pl. Räiwe [ LA-Edk]; Zs.: PfWB Aufschlag-, PfWB Peterles-, PfWB Blind-, PfWB Bodem-, PfWB Bogen-, PfWB Trag-, PfWB Einleg-, Kilians-, PfWB Korb-, PfWB Lorenzer-, PfWB Samen-, PfWB Schleif-, PfWB Schnitt-, PfWB Setz-, PfWB Steck-, PfWB Wein-, PfWB Wurzelrebe; blenne Rewe

[Bd. 5, Sp. 420]
'zur Vermehrung ausgesuchte starke Reben' [ LA-Wey]; Rewe in der Barb 'Wurzelreben', vgl. PfWB Barbe2 1 [ NW-Deidh]; zahme Rewe 'Fruchttriebe'? [ KB-Boland]; zwische de Rewe 'Zeilenbalken'[ LA-Burrw]; Rewe setze 'nachpflanzen' [KB-Gauh, verbr.], anlege [ SP-Mechth, NW-Meckh], ausstocke [ LA-Rhodt]; Weinbergsarbeit im zeitlichen Frühjahr: Rewe schneide (schneire) [verbr.], raffe (sammle) 'die abgeschnittenen Reben einsammeln' [ RO-Rehborn]. Abgeschnittene Reben werden zu Häufchen zusammengetragen (vgl. PfWB Glecke 1 c); drei Glecken werden zu einem Rebenhäsel 1 zusammengebunden [ NW-Gimmdg]. Mit de Rewe kammer Feier anmache [ LU-Alsh]. Die Rewe blude (wenn aus der Schnittfläche der Rebsaft austritt) [ GH-Kand], weine, dass. [ BZ-Heuchh], greine, dass. [ KB-Zell]. Die Rewe kneppen 'Die Rebaugen entwickeln sich' [ LA-Rhodt]. D' Rewe kummen, treiwen schäi (schlecht); kriegen dicke (dinne) Ääge, dicke (dinne) Nase 'Die jungen Reben entwickeln sich gut (schlecht)' [ LA-Roschb BZ-Heuchh]. D' Rewe blihen (bringen viel Same) [ BZ-Klingmst]. Weitere Arbeit: Rewe bie'e [ RO-Callb]. Met dinne Weire bindt mer die Rewe on [ KU-Schmittw/O]. Winzerregeln: Märzeschnee dut de Beem un Rewe weh [ Rußl-Worms]. Beim leere Schein (bei Neumond) schneidt mer kä Rewe [ LA-Mörzh]. Sin die Rewe am Järgedag (Georgstag, 23. 4.) noch blott un blinn, soll sich fräe Mann, Weib un Kinn [LA-Nd'hochstdt, in Var. verbr.]. Wann die Rewe erfrieren in der Woll, trinkt mer de Wein mit der Boll [Land]. Leichden die Rewe uf Pingschde iwwer de Rhein, dann gibt's gude Wein [ FR-Grünstdt]. Brauchtum: Ein Winzerjunge, der zum ersten Mal Reben setzt, bekommt beim Setzen des ersten Rebstocks eine tüchtige Ohrfeige [ BZ-Schweig]. a. 1554: Item in solchen dorfern und bann hat unser gnädigst. herr eigene reben, die dan die unterthanen in der frohn hacken, rühren, schneiden, inführen und in summa bauen und erhalten müssen [ABlieskst 92]. —
b. 'Waldrebe (Clematis vitalba)', Pl. Wilde Räwe [NPf mittl. VPf (Wilde 253)]; Zs.: PfWB Gummel-, PfWB Gundel-, PfWB Gunkel-, PfWB Waldrebe. In de Bääm hängen wilde Rewe [ LA-Gommh]. —
2. FlN, amtl. In den Reben [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB Rebenberg. — Südhess. IV 1280/81; RhWB Rhein. VII 202/03; LothWB Lothr. 406; ElsWB Els. II 218.