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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Opfer-stock bis opponieren (Bd. 5, Sp. 263 bis 264)
 
   Opfer-stock m.:
1. 'verschlossener Kasten, Behälter zur Aufnahme von Geldspenden in der Kirche', Opperstock [KU-Bedb Brück Kaulb Schmittw/O RO-Dielkch Lettw PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Oggh NW-Elmst Frankeck LA-Gommh Land Venn Christmann Kaulb 16 Mang 102 Müller Dietschw 53], Opfer- [ GH-Kand, vereinzelt], Owwer- [HB-Brenschb Eid 90]; Geld in de O. werfe [ PS-Erfw]. RA.: Der steht (hockt) do wie e O., von einem Menschen, der steif und stumm dasteht (dasitzt) [ LU-Oggh, mancherorts, Don-Schowe]. Der is dumm wie e O. [ HB-Brenschb]. —
2. 'begriffsstutziger, steifer Mensch, der nichts zu reden weiß' [KL-Reichb Müller Dietschw PfId. 103 Don-Tscherwk]. Un die keen Schneid hunn, keen Geschick, das bleiwen Opperstöck [Müller Butterbärwel 55]. — Südhess. IV 1098; RhWB Rhein. VI 357 Offerstock; ElsWB Els. II 585. — -teller m.: 'Teller zur Aufnahme der Kollekte', -deller [ KU-Brück]. Südhess. IV 1098. — -tier n.: 'aus Wachs geformte Tiere, meist Schafe, die (neben Wachshänden, Wachskerzen) an Wallfahrtstagen vor der Kirche verkauft werden und von den Gläubigen als Wachsspende in der Kirche dargebracht werden', -dier [ LU-Oggh]. Südhess. IV 1098.
 
  
Opferung1 f.: ' Teil der Hl. Messe (Offertorium)', Opferung [ BZ-Dernb, vereinzelt in kath. Orten]. Südhess. IV 1098; RhWB Rhein. VI 358 Offerung.
 
 
Opferung2 f.: 'Handreichungen bei Bauarbeiten'. a. 1596: zwo Personen ... die abermalen Hans Steinmetzen ... In vffführung füer vermelts schornsteines Im garttenhauß Opfferung gethan [WerschwSchR 393v]. Auf der Vorderseite des Blattes, auf die sich die oben zitierte Stelle bezieht, steht: In Aufführung vnd Zurichtung eines Newen schornsteins Im garttenhaus handtreichung gethan [ebd. 393r]. — Zur Etymologie s. PfWB Opferknecht.
 
  
Opodeldok n.: 'Einreibemittel gegen Gliederschmerzen, Wundbalsam', Obbedeldok (obə'dęldog) [ KU-Schmittw/O PS-Geisbg BZ-Dernb]. — Wortschöpfung von Paracelsus (vgl. Brockhaus-Wahrig IV 916). — Südhess. IV 1098; RhWB Rhein. VI 402/03.
 
  
Oppau ON: Siedlung im Kr. LU, heute Stadtteil von Lu'haf, Obba (oba) [mancherorts VPf (nähere Umg.)], Obbau [mancherorts]. Wegen der vielen Maurer hatte es den Beinamen Maurerdorf. Neckname der Einwohner: Obbaer Dambnudelstärmer (zur Herkunft s. PfWB Dampfnudelstürmer). Obbare (Oppauer) Buckskin eine baum-

[Bd. 5, Sp. 264]
wollbiberne Stoffart [ LU-Friesh Lu'haf]. Nach Hochwasserschäden zogen Oppauer bettelnd mit folgendem Spruch durch das Land: Ich bin vun Obba, des Korn is uns versoffe, die Grumbeere sin uns verfault [ LU-Opp]. Der Name, a. 808 Hophowa, wird von Christmann SN I 451 aus einem ehemaligen FlN Hopfaue 'Hopfenau' hergeleitet. Südhess. IV 1098.
 
  
oppen schw.: 'im Kartenspiel fragen, ob das Spiel abgegeben wird, abrufen im Schafkopfspiel', obbe [ KU-Bedb LU-Opp LA-Venn]. Kammer (Kann man) o.? Frage des Spielers [ KU-Bedb, LU-Opp]. — Aus frz. au pot?, vgl. RhWB Rhein. VI 405 Oppo.
 
 
oppenieren s. PfWB opponieren. Opferknecht.
 
  
Opperment n.: 'Arsenik', heute nur noch in dem fluchenden Ausruf: Gift un Obberment! [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Poperment. a. 1460: vmbe 4 lott opperment dem smyede bracht [KellR Lichtenberg bei Kus]. — Mhd. ôrpermint, opermint ( Lexer Lexer II 168), dies aus. lat. auripigmentum. DWB DWb. VII 1291.
 
 
opponieren schw.: 'seine Meinung zur Geltung bringen, widersprechen, sich widersetzen', oppeniere [mancherorts SOPf vereinzelt übrige Pf, Kieffer 57 Kühn Hamet 75], oppniere, oppneere [mancherorts Gal]; sich o. 'sich widersetzen' [Krämer Gal 158]. Mein Aldi iß do immer fix, / Iß die mol uff re Leier, / Badd alles Obbenire nix [Kühn Schnitze I 5]. Südhess. IV 1098; RhWB Rhein. VI 405; ElsWB Els. I 58.