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Pfälzisches Wörterbuch 
 
obig bis Obst-bau (Bd. 5, Sp. 204 bis 208)
 
obig, Präp.
Oblei, f.
obligieren, schw.
oblong, Adj.
Ob-mann, m.
Obrig-heim, ON
Obrigkeit, f.
obsenat
obsonat
Ob-sicht, f.
Obst, n.
Obst-bau, m.
Obst-bauer, m.
Obst-baum, m.
Obstbaumblüten-tracht, f.
Obstbaum-leiter, f.
Obstbaum-risser, m.
Obstbaum-schere, f.
Obstbaum-schule, f.
Obstbaum-spritze, f.
Obstbaum-stück, n.
Obstbau-verein, m.
Obst-blut, f.
Obst-breche, f. m.
Obst-brecher, f. m.
Obst-dörre, f.
Obst-erne, f.
Obst-ernte, f.
Obst-ertrag, m.
Obst-essig, m.
Obst-flecken, Pl.
Obst-frau, f.
Obst-garten, m.
Obst-geld, n.
Obst-gestellasch, n.
Obst-grutzen, m.
Obst-haken, m.
Obst-handel, m.
Obst-händler, m.
Obst-händlerin, f.
Obst-hang, m.
Obst-horde, f.
obstinat, Adj.
Obst-jahr, n.
Obst-käubel, m.
Obst-keller, m.
Obst-kelter, f.
Obst-kern, m.
Obst-korb, m.
Obst-kratte, f.
Obst-kuchen, m.
Obst-kur, f.
Obst-latwerge, f.
Obst-leiter, f.
Obst-made, f.
Obst-markt, m.
Obst-mühle, f.
Obst-nasche, f.
Obst-pflücker, m.
Obst-presse, f.
Obst-saft, m.
Obst-schale, f.
Obst-spanner, m.
Obst-spiel, n.
Obst-strauch, m.
Obst-stück, n.
Obst-stütze, f.
Obst-trester, m.
Obst-wein, m.
Obst-wurm, m.
ob-wendig, Präp.
och, Interj.
och
ocha, Interj.
Ochdem
ocher, Adj.
Ochse, m.
Öchsel
ochsen, schw.
Ochsen-acker, m.
Ochsen-auge, n.
Ochsen-bauer, m.
Ochsen-blume, f.
Ochsen-blut, n.
Ochsen-born, m.
Ochsen-brunnen, m.
Ochsen-bube, m.
Ochsen-braten, m.
Ochsen-büffel, m.
Ochsen-busch, m.
Ochsener, m.
Ochsen-fisel, m.
Ochsen-fleisch, n.
Ochsen-fuhre, f.
Ochsen-fuhrwerk, n.
Ochsen-furz, m.
Ochsen-geißel, f.
Ochsen-gerte, f.
Ochsengrozium-pflaster, n.
Ochsen-grund, m.
   obig Präp.: 'oberhalb', Ggs. PfWB untig, owwich (owiχ) [mancherorts NWPf NPf VPf, PfId. 103 Müller Dietschw 54 Kamm 49 Don-Tscherwk Werb], uwwich [KU-Rothsbg (Mang 152)]; in manchen Orten um 1930 nur noch von alten Leuten gebraucht; vgl. PfWB ober 1; PfWB obwendig. Er wuhnt o. unserm Haus [ PS-Schindhd]. Volksmed.: Windgalle ame Gaul reibt mer mit me Hunnskopp un legt en noh o. die Diir im Geilstall [Fogel Beliefs Penns Nr. 735]. a. 1596: obig dem weg der Ins bruch gehet [WerschwSchR]. a. 1604: das dritte theil obig der Seltenbach [Lgb. 120 259 (FR-Tiefth)]. a. 1658: obig dem schwartz höbel [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 13]. a. 1723: obig der Brücken [GGA Böbinger Renov.]. a. 1754: obig den Heydenbrünnlein [Kurpf. 165921 (NW-Weidth)]. — Zum Suffix -ig vgl. PfWB aufig, PfWB gegig, PfWB hintig, PfWB nebig, PfWB ohnig, PfWB übig, PfWB untig, PfWB wegig, PfWB widig, PfWB zwischig. Südhess. IV 1050; RhWB Rhein. VI 320.
 
 
Oblei f.: 'Besitz, Einkommen aus einer Stiftung zum Seelenheil u. ä.'; a. 1588: so bemeltes Haus inn der schefferey hinder sich gethan vnd die Oblaye im Bhrüell zusamen gerechnet [WerschwSchR]. a. 1588: im Bhrüell nach gerecht vnd die Oblay vber hauffen getragen [ebd.]. — Mhd. oblei, obleie 'Opfer, Abgabe an eine Kirche' ( Lexer Lexer II 138), aus mlat. oblagia. — Schwäb. V 22; DWB DWb. VII 1110.
 
  
obligieren schw.: 'zu Dank verpflichtet sein', nur Part. Perf.: oblischiert (obli'trd) [KU-Reipkch Pirmas NW-Gönnh LA-Dammh Land Leinsw Siebdg BZ-Ingh Guentherodt Frz. 119], obrischiert [ NW-Freinsh]. Dankesformel: Ich bin aach oblischiert [Keiper 66]. — Frz. obliger. — Südhess.

[Bd. 5, Sp. 205]

[Bd. 5, Sp. 207]
IV 1050.
 
 
oblong Adj.: 'viereckig', ableng [NW-Dürkh (PfId. 9)]. — Lat. oblongus, frz. oblong.
 
  
Ob-mann m.: 'Aufseher der Arbeitsleute, bes. bei Weinbergs-, Waldarbeiten', Obmann [ KL-Mölschb NW-Forst Haardt Hamb Haßl Kallstdt Meckh Wachh LA-Diedf]. Südhess. IV 1050.
 
 
Obrig-heim ON: Dorf im Kr. FR, Owwerkum [mancherorts]. Neckname der Einwohner: Owwerkumer Bachnase [Umg. v. FR-Obrigh].
 
  
Obrigkeit f.: wie schd., Obrichkeit [ ZW-Battw]. a. 1563/64: Von dem streicht die Oberkeit vortan bergüber hier im Sinne von obrigkeitlicher Grenze? [ZweibrKirkBeschr. 18]. a. 1563/64: Von dan gehet die Oberkeit vortan durch den Eulenborn Walt, dass. [ebd. 19]. um 1580: der soll von der oberkeit gestrafft werden [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 18. Jh.: so ist er der Oberkaidt zu Otterbach und Sampach ein grin Besthaupt, das ist das best Vieh zu geben schuldig [Knapp 116]. Südhess. IV 1050.
 
 
obsenat, obsonat s. PfWB obstinat.
 
 
Ob-sicht f.: 'Aufsicht'. a. 1724: Auf Feuer und Licht soll gute O. gehalten werden [PfMus. 1884 45 (Feuerordnung Spey)].
 
  
Obst n.: wie schd., Obs (ōbs) [mancherorts mittl. WPf NWPf NPf VPf vereinzelt übrige Pf, Christmann Kaulb 17, 50, 80 Heeger Südostpf. 14 Müller Dietschw 53 Wilde 286 PfId. 102 Lambert Penns 115], Oubs (ǫubs) [mancherorts mittl. u. südl. VPf, Bertram § 97, 229 Heeger Südostpf. 14 Wilde 286], Obscht (ōbd, obd, ǫbd) [RO-Rehborn KL-Reichb PS-Gersb vereinzelt VPf, Mang 104, 143 Höh 75 Schneckenburger 47 Lambert Penns 115 Don-Tscherwk Krämer Gal 157], Oubscht (ǫubd) [NW-Ruppbg LA-Böbing GH-Sondh Höh 75], Obst (ōbsd) [mancherorts mittl. VPf KU-Brück KL-Weilb PS-Geisbg Schmalbg BZ-Albw], (obsd, ǫbsd) [mancherorts, Bertram § 97 Lambert Penns 115], Oubst [mancherorts SOPf, Bertram § 97], Ubst (ūbsd) [ RO-Rehborn]; ohne Pl.; Zs.: PfWB Brech-, PfWB Dörr-, PfWB Edel-, PfWB Fall-, PfWB Feg-, PfWB Früh-, PfWB Kelter-, PfWB Kern-, PfWB Lager-, PfWB Misch-, Schüttel-, PfWB Spalier-, PfWB Spät-, PfWB Stein-, PfWB Straßen-, PfWB Wildobst; O. breche [ KB-Albish, mancherorts]; O. abmache [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; O. därre [ KB-Kriegsf, mancherorts]; eingemacht O. 'eingekochtes O.' [ LU-Friesh]. 's O. esch zeirich (zeitig) [ BZ-Dernb]. Das Johr kann's veel O. gewwe, die Bääm sihn gut aus [ KU-Schmittw/O]. Gerichte, zu denen O. gegessen wird: Weckknepp mit O., Grumbeerepannekuche mit O., Grieskleeß mit O., Dampnurrle mit O. [ RO-Obd]. RA., wenn der Frost die Blüten vernichtet hat: 's O. is for deßjohr geß [ KU-Schmittw/O]. BR.: Irres (Ist es) an Mariä schön un hell, gibt's veel O. uf alle Fäll [ KU-Nerzw, LU-Alsh]. Märzeschnee dut O. un Weinstock weh [ KB-Harxh]. Kummt Newwel

[Bd. 5, Sp. 208]
wann die Bääm blihn, so werscht du net viel O. erziehn [ LU-Alsh]. Es gebt ken O. wann's in die Bliet wedderleecht (wetterleuchtet) [Fogel Beliefs Penns Nr. 1087]. Wann viel Eis is zwische Grischdag un Neijohr, gebt's viel O. [ebd. Nr. 1155]. Wann die Beem blihe in de dunkle Nachte (bei Neumond) gebt's ken O. [ebd. Nr. 1085]. Volksmed.: Vun unzeirich O. kriet mer die Ruhr [ KL-Reichb]. a. 1530: wyßkrut, ruben, rettich, zwybel, morreln vnd der glychen muß vnd obs [GgHospR]. a. 1537: es syhen velden, haiwwachs, Obs vnd was daruff wechst vnd aller nützung [ZweibrUrkb. 114]. um 1580: Item wann ein Mann, Frau, Knecht, Mägt oder Kinder, betretten würde, der dem andern sein Obs bey tag oder nacht abbreche, schütte, oder schläge [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 16. Jh.: Ist des glöckners belohnung deß obs, so inn der gemeinen wegen wächßt [PfWeist. 669 (LA-Gleisw)]. a. 1745: Es soll auch keiner dem andern auff sein eigenguth im feldt obs weder lesen noch schüttlen [PfWeist. 716 (ZW-Gr'bundb)]. — F.: Die Verbreitung der Formen läßt keine klare räumliche Gliederung erkennen. Offensichtlich ist Obs, wie auch die historischen Belege zeigen, altmundartlich und direkt aus mhd. obez herleitbar. Jünger (jedoch nach Ausweis der auslandspfälzischen Belege nicht sehr jung) scheinen dagegen die dem nhd. Obst vergleichbaren Formen Obscht, Obst zu sein. — Südhess. IV 1050/51; RhWB Rhein. VI 325/26; LothWB Lothr. 390; ElsWB Els. I 10.
 
  
Obst-bau m.: wie schd., Obsbau [ KL-Fischb]. Südhess. IV 1051. —