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Nürs(t) bis Nußbaum(en)-holz (Bd. 5, Sp. 179 bis 184) | |||
Nürs(t), m., f., n. Ürst, m., f., n. nuscheln, schw. Nuseler, m. nuseln1, schw. nuseln2, schw. nusen, schw. Nuß, f. Nuß-bach, ON Nuß-baum, m. nuß-baumen, Adj. Nußbaum(en)-holz, n. Nußbaum(en)-laub, n. Nuß-blatt, n. Nuß-born, m. Nuß-brot, n. Nuß-dorf, ON Nussel, f. nusseln, schw. nüsseln, schw. Nüssels, n. nussen1, schw. nussen2, schw. Nusser, m. Nuß-gebäck, n. Nuß-gebackenes, n. Nuß-gehäuse, n. Nuß-guts(el), n. Nuß-häher, m. Nuß-hände, Pl. Nuß-häufchen, n. Nuß-jahr, n. Nuß-kähle, m. Nuß-kamm, m. Nuß-kern, m. Nuß-knacker, m. Nuß-kolben, m. Nuß-kolte, f. Nuß-kopf, m. Nuß-läufel, f. Nuß-makrone, f. Nuß-maul, n. Nuß-öl, n. Nuß-schäfel, f. Nuß-schale, f. Nuß-schalsich, f. Nuß-schnaps, m. Nuß-schwinge, f. Nuß-speicher, m. nusteln, schw. Nüster, f. Nute, f. Nut-hobel, m. Nutsche, f. Nütschel, f. nutscheln, schw. nutschen, schw. Nutz, m. Nutzen, m. nutz nütz Nutzbarkeit, f. Nutzen nutzen1, schw. nützen, schw. nutzen2 Nutz-holz, n. nutzig nützig Nutz-kuh, f. nützlich, Adj. Nutz-nießung, f. Nutzung, f. Nutz-vieh, n. nuzen Nymphe, f. O, n. o1, Interj. o2, Interj. ö, Interj. oa, Interj. ob, Konj. Ob-acht, f. obacht-geben, st. obacht-passen, schw. Ob-dach, n. Obedeldok O-bein, n. O-beinig, Adj. obel, Adj. obel-schelig, Adj. oben, Adv. oben-an, Adv. oben-daran, Adv. oben-darauf, Adv. oben-daraus, Adv. oben-daroben oben-darüber, Adv. obendig, Präp. oben-draußen | 1. 'hölzerne Wurfschaufel (aus einem Stück) für Getreide, Kartoffeln, Obst, Malz', s. Abb. 69, Nihrscht (nrd) [verbr. nördl. VPf RO-Callb Gal-Hohenbach], Nihrsch (nīr) [ NW-Ellstdt Herxh], Ihrscht (īrd) [verbr. östl. Teil der NPf Kleeberger 124 Gal-Bolech Brig Josbg Neudorf], Ihrsch [ KL-H'spey], Ehrscht (rd) [verbr. mittl. u. westl. NPf NWPf Kr. KL PfId. 42 NPfGV 2. 2. 1926 Feierowend 38/1959 Kühn Hamet 105]; Pl. wie Sg. [ KU-Bedb Obw/T KL-N'hemsb]; zur Verbr. in der Pf. s. K. 305; Zs.: Grundbirn(en)nürst; Syn.: PfWB Bolle 2, PfWB Grundbirnengreife, -schaufel, -schöpfer, -schüppe, PfWB Holzschaufel, -schüppe, PfWB Schaufel, PfWB Schöpfer, PfWB Schüppe, PfWB Wurfschaufel, -schüppe, PfWB Wurf. RA.: Wer Unnötiges einkauft, dut met em Ehrscht ufscheppe [ PS-Geisbg]. Er hot de Brei merrem E. kriet, von einem Menschen mit großem Mund [ KL-Weilb]. Mer määnt, sein Modder hätt en mit em E. gefiddert, dass. [ RO-Alsbr]. a. 1521: 3 niersch uff die spicher [GgHospR]. a. 1539: vndt dieselbe frucht, die soll mann schön machen mit dem besem vndt nierst [PfWeist. 127 (RO-Bistschd)]. a. 1596: 2 Niersch [WerschwSchR Bl. 609r]. a. 1658: 12 Mltr. Korn, mit dem Nierst und Beßem schön gemacht ... sollen die Herren haben [SSp, Weistum der Hüberschaft zu Schönborn]. a. 1748: Ein Nerst [Kurpf. 973-76 (FR-Flomh)]. a. 1763: 1 erst [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. a. 1767: ein Erst und Säge [ebd. 940-42 (KU-Einöll)]. a. 1773: 1 Nierst [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. a. 1787: 1 Nierst [ebd. 940-42 (KU-Einöll)]. — 2. 'hölzerne [Bd. 5, Sp. 180] Handschaufel zum Ausschöpfen des Wassers aus dem Nachen', der/die Nihrscht [ LU-Altr Opp], der Nihrsch [Frankth], der Ihrscht u. Ihrsch [ GH-Leimh], Ihrsch [ GH-Leimh]; vgl. PfWB Schöpfer, Schöpfkübelchen. a. 1480: also ver (sofern) er dasz waszer gewerffen magk, mit dem nürsch, sol man yne vngehindert laszen [HagbWeist. 3]. — 3. 'schaufelartiges Gerät zum Schöpfen der Jauche'. Mit 'm Nihrscht hun ichs Puhlloch ausgeläppert [Krämer Gal 156]. — 4. 'Kartoffelgabel', Ihrscht [ KB-Morschh]. — Überwiegend Gen. m.; Gen. f.: Nihrscht [ FR-Bockh Hettldh NW-Kallstdt Leistdt], Nihrsch [ NW-Ellstdt], Ihrscht: [ KL-Fischb KB-Gauh Weihf NW-Bobh Gönnh]; Gen. n.: Erscht KU-Sand NW-Esth. — Vgl. E. Christmann in: Teuth. 5/1929 199 ff.; Lexer Lexer II 102 norsch, nursch. — Südhess. IV 1025 Nürsch; RhWB Rhein. II 170 Ersch, IX 81 Üse, IX 1384 zu Öse; DWB DWb. VII 1008/09. 1. a. 'Frucht mit harter Schale und eßbarem Kern', das Simplex bezeichnet meist die Walnuß, seltener (als Kurzform einer Zs.) eine andere Nußart, Nuß, Pl. Niß [allg., Christmann Kaulb 19 Mang 108 Müller Dietschw 53 Schneckenburger 45 Krämer Gal 157], Pl. Nusse [ Don-Schowe], Dim. Nißche [WPf], Nißje [ IB-Ensh], Nissi [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB Baum-, Johannis-, PfWB Grübel-, PfWB Hasel-, PfWB Kribbel- 1, PfWB Meisen-, PfWB Muskat-, PfWB Rot-, Weihnachts-, PfWB Wal-, PfWB Welschnuß; därre Niß 'reife Nüsse' [ BZ-Dernb], frihe Niß eine Nußsorte [ LA-Gommh]; daawe Niß 'Nüsse ohne Kern' [ LU-Opp], s. PfWB taub 4a; krätziche Niß 'schlecht schmeckende Nüsse' [ KU-Schmittw/O]; Niß kolde 'die äußere Schale von der reifen Nuß entfernen', vgl. PfWB kolten 1a. Die Niß hänge schun in de Kolde 'sind reif', vgl. PfWB Kolte 3a [ RO-Als]. Die N. hat Schal un Käre [ KU-Herschw/Petth]. 5 Nüsse sind e Hoifel Niß [ BZ-Dernb]. Niß un Brot schmecke gut sesamme [ BZ-Dernb]. RA.: Er schlaat druf (fällt driwwer her) wie e Blinner in die Niß [KU-Herschw/Petth, NPf (Wilde 182), mancherorts Don Gal Buch], wie e Narr in die Niß [ KU-Schmittw/O]. Er wächst unner sich wie e [Bd. 5, Sp. 181] ![]() [Bd. 5, Sp. 183] N. in de Kischt, von Menschen, die infolge Alters oder Krankheit abnehmen, kleiner werden [Hebel 13]. Der hockt do wie siwwe Niß [ NW-Wachh], wie finf Niß [NPf (Wilde 183)], steht do wie drei Niß [ FR-Beindh]. Der Sorglose stewwelt in de Dag enin wie e Blinner in die Niß [ KU-Gries]. Das gibt e hardi N. ze knacke 'wird ein schwieriger Fall' [Land]. Er geht in die Niß 'Er stirbt bald' [PS-Winz Pirmas (Kieffer 56)]. Derbe Drohung: Mit dem seine Knoche bengel ich noch Niß [ ZW-O'hs]. SprW.: Wu Nusse sin, dart sin a Hewwel 'Knüppel' [ Don-Schowe]. Muß is e harde Nuß [Penns (Barba)]. On e horde N. kammer sich die Zehn ufbeiße [ KU-Schmittw/O]. E daawi N. macht viel Verdruß, von einer Frau, die keine Kinder bekommt [Krieger 28]. BR.: »Regnet es auf Johanni, so werden die Nüsse wurmig« [Schandein Bav. IV,2 378]. Weitere BR. s. PfWB Bartholomäus 1, PfWB Johanni, Johahannistag 1, PfWB Margarete 1 a, PfWB Margaretentag. Volksgl.: Wann die Niß geroden, geroden aach die Kinner [verbr. (Wilde 183)]. Dies Johr gerode die Buwe net! Die Niß sin verfrore [Pirmas (Wilde 183)]. Brauchtum: An de Weihnachde krien die Kinner Niß [LU-Alsh, verbr.]. De Nikolaus hot Äppel un Niß im Sack [ RO-Bistschd]. Vergoldete, versilberte oder in Mehl gewälzte Nüsse, vorher entkernt und zusammengeleimt, dienten als Christbaumschmuck [RO-Dielkch, verbr.]. Kleine Kinder neckt man, indem man ihnen eine solche leere N. zum Öffnen gibt [ KU-Schmittw/O]. Rätsel: Wer's net sieht, hebt's uf, wer's sieht, läßt's leie (wurmstichige Nuß) [Hebel 120]. Kinderspiele: Die Kenn schnellere an Weihnachde oum Niß [ WD-Niedkch, mancherorts]. Die Nüsse werden auf einem Schneller ausgespielt. Es wird auch ein Hainfelche aus vier Nüssen gesetzt und mit dicken Klickern oder Kugeln danach geworfen; Wer es trifft, hat es gewonnen. Die jungen Burschen karteten früher um Nüsse [(1930) KU-Schmittw/O]. Ausführliche Angaben zu Brauchtum, SprW., Spiele s. Wilde 181 ff. a. 1490: nosse ... die sal er nit swingen iß sy do by eyn knecht vß dem closter [Lgb. Ramsen]. a. 1492: Item für ein malter noiß ein pfund heller [PfWeist. 11 (FR-Albsh)]. a. 1521: nüß zu swingen [GgHospR]. a. 1522: von Niessen die gewaschen (gewachsen) vff myns gn. hernn güettern [LandsbgKellR]. — b. s. PfWB Pimpernuß 1. — 2. übertr. a. sachl. α. 'Rad an der Windmühle (Putzmühle), welches das Schüttelwerk bewegt' [ KU-Bedb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Obd KB-Bennhs LU-Friesh]; Syn.: PfWB Klapper 1c, PfWB Schnecke. — β. Teil der Haspel 1a [ KU-Kaulb]. — γ. 'Ohrfeige'; e Nuß gewwe, Niß gewwe [ KL-Weltb FR-Gerolsh BZ-Annw Gal-Josbg]; vgl. PfWB Knuß, PfWB nussen; Zs.: PfWB Pfeffer- 2, PfWB Kopfnuß. Ich gebb der e paar Niß! [Germh]. — δ. Zs.: PfWB Pfeffer- 1, PfWB Pimper- 2, PfWB Brunst-, Was- [Bd. 5, Sp. 184] sernuß. — b. persönl. α. 'kleines, liebes Kind', Nissi, e klään N. [ KU-Schmittw/O]. — β. Zs.: PfWB Pimpernuß 3. — γ. 'junges, hübsches Mädchen', Nüßle [Klein Prov. 35]; e g'sundi N. [ LU-Friesh]. — δ. Zs.: PfWB Pimper- 3, PfWB Kribbelnuß 2. — Südhess. IV 1028 ff.; RhWB Rhein. VI 288 ff.; LothWB Lothr. 389; ElsWB Els. I 788. 1. wie schd., Nußbaam, -bääm, s. PfWB Baum [verbr.], Pl. Nißbääm [LU-Opp Wilde 180]. Nußbääm mache veel Schare (Schaden, wegen ihres Schattens) [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er is uf em N. versoff 'Er hat sich erhängt' [Eid 88]. Sei Vadder is uf em N. versoff, von einem unehelichen Kinde [KU-Schmittw/O, mancherorts NPf, LA-Gommh]; Var.: Sei Mudder... [ NW-Geinsh]. Die hän ihrn Eid unner'me Nußbaam g'schwore, s. PfWB Eid [ FR-Quirnh]. SprW.: Uf leere Nußbääm schmeißt mer kän Prichel [Hebel 47 Feierowend 1955/31 7]. De Mescht nutzt iweraal, un wannd'n uf de N. hingscht (hängst) [ BZ-Dierb]. Volksmed.: erste Hälfte 18. Jh.: Nußbaum ich komme zu dir, nimmt die siebenundsiebzigerlei Fieber vor mir. Ich will dabei verbleiben im Namen Gott des Vaters, Gott des Sohnes, Gott des heiligen Geistes [GH-Schaidt (Der Wasgau-Bote 11/1934)]. a. 1482: da der noisbaume jnn stet [LandsbgZb. Bl. 8r]. a. 1629: die baum, so zu verbauwen nutzlich vndt duchtig sein, als bellenvndt nusbaum [PfWeist. 754 (FR-Gr'karlb)]. — 2. FlN, amtl. Bei dem Nußbäumchen [ HB-Höch]. — Südhess. IV 1030; RhWB Rhein. VI 296/97; ElsWB Els. II 44.
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