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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Normal-klicker bis nöt (Bd. 5, Sp. 163 bis 164)
 
  Normal-klicker m.: eine Klickerart (mit einem Durchmesser von 12 mm und einem Gegenwert von zwei Berbse, s. PfWB Berbs), Normalklicker [Frankth]; Syn. s. PfWB Schießklicker. — -maß n.: Deutsches N. (DNM) 'genormte Abmessung für Bienenrähmchen', Imkerspr., Normalmaß [ BZ-Klingmst]. Südhess. IV 1006. — -wäsche f.: 'Trikotwäsche der Frau'. Sie trecht Normalwäsch [ LA-Gommh, KU-Bedb]. Südhess. IV 1006.
 
  
Normann m.: eine Pferderasse. Pl. Normänner [ SP-Mechth]. Südhess. IV 1006; RhWB Rhein. VI 240.
 
 
nöselig 'unzufrieden' s. PfWB näselig; noseln1, nöseln 'nörgeln' s. PfWB naseln, PfWB näseln.
 
  
noseln2 schw.:
1. 'bezahlen', nosele [ KU-Schmittw/O], nousle [ NW-Deidh], nossele [GH-N'potz (PfId. 101)]; vgl. PfWB nosen. —
2. 'Unzucht treiben' [Klein Prov. 33]. — Jidd. noss(n)en (Wolf 3811). — Südhess. IV 1006.
 
 
nosen schw.: 'geben', nosene [FR-Carlsbg (Kluge Rotw. 438)], nousene, nousne [PfH 26/ 1975 28 (um 1830)]; vgl. PfWB noseln. — Jidd. noss(n)en (Wolf 3811). — Südhess. IV 1006.
 
  
Not f.:
1. wie schd., Not [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 18, 79 Mang 122 Schneckenburger 26, 45], Nout [Umg. Land, KL-Lind (Höh 56, 77) WD-Niedkch]; Zs.: PfWB Atem-, PfWB Hungers-, PfWB Kramm(en)- 2, PfWB Rheinsnot; in N. komme [ZW-Bottb, verbr.], in die N. kumme [ NW-Frankeck]; aus de N. kumme [ LU-Opp]; aus der N. e Tugend mache [Spey NW-Haßl]. RA.: met Mih un N. [KL-Stelzbg, verbr., Krämer Gal 156]. Do is N. am Mann 'größte Bedrängnis' [ KU-Kaulb]. Wann's ganz an Eck un N. geht 'wenn es zum Äußersten

[Bd. 5, Sp. 164]
kommt' [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]; vgl. PfWB Eck 2k. Sein Verstand hot N. gelitt [Rockhs, LU-Oggh]. Antwort auf die Frage Wie geht's?: 's geht (sou) fad' (für die) Nout [ GH-Hatzbühl Hay]. SprW.: N. lehrt bäre (beten) [ ZW-Battw, NW-Frankeck LA-Nd'hochstdt Wollmh GH-Kand]. Hochmut muß N. leide [PS-Saalstdt, mancherorts, auch Penns Don Gal Buch]. Froinde in de N. gehe hunnert uf e Lot [ LU-Opp, Don-Gottlob]. Spar in de Zeit, so hoschde in de N. [ NW-Kallstdt]. Berrelbrot, berrere N. (Bettelbrot, bittere N.) [ KU-Schmittw/O]. Diebsbrout, Galchedoud, biddere Nout - äächenes Brout, Gnade Gott [LA-Impfl]. In de N. freßt de Deiwel Schnoge (un der Fuchs Lais) [ Gal-Dornf, Bagbg], Fliege [ Don-Gottlob], Micke [Krieger 21], Zusatz: un er frogt net anner Leit, wie sie schmecke [Reichard Penns 189]. In de allergreeschde N. schmeckt die Worscht a ohne Brot [Lu'haf]. Wann vorbei is die N., dann kummt de Doud [ WD-Niedkch]. BR.: Morjendrot, Dreck un N. [ PS-Münchw]. Volksgl.: ... wann mer in de N. is, heb en Maulwarf bis er dot is [Birmelin Penns Gezw. 65]. VR. s. PfWB ene, PfWB Schote, PfWB Schuhmacher. —
2. in den Verb. krumme N. u. schwere N. 'Fallsucht' [Heeger Vhk. 123]; Zs.: PfWB Kramm(en)- 1, PfWB Schwer(e)not. Verwünschung: Krie die krumme N.! [Schandein Sprachsch. 46]. Kriescht net die krumm N.! [RO-Sippf PfId. 101]. — Südhess. IV 1007 ff.; RhWB Rhein. VI 242 ff.; Lothr. 386/87; ElsWB Els. I 794.
 
 
not Adj.: = PfWB nötig. n. sein, n. tun (mit Dat.) War der das not? [Krämer Gal 156]. 'nötig haben, gezwungen sein'. Hot der das not geduu? 'Hast du das nötig gehabt?' [ebd.]. Es tut mir noath (noth) 'Ich muß die Notdurft verrichten' [Klein Prov. 32]. a. 1444: alle schiff und geschirre und was in der mulen noit ist [Zweibr I Bl. 79r]. a. 1531 (1585): so es sach were, das einer junkfrau not were zu zeihen, so soll sie zeihen mit einem kranz [Grimm Weist. V 672 (PS-Wallhalb)]. a. 1537: Item soofft steinsetzens oder maßung von notten, das soll gescheen durch das geriecht [PfWeist. 611 (RO-Gaugrw)]. a. 1602: so oft und viel daß not sein wird [LU-Assh (alte Akten)]. a. 1717: Item ob ein gemeindsmann bauholtz noth hat, der soll es an den burgermeister fordern [PfWeist. 2 (KU-Adb)]. DWB DWb. VII 920.
 
  
nöt Adv.: 'ungern, widerstrebend, schlecht', neet [IB-Hass Heckdh PS-Donsied KB-Kriegsf Kirchhbol NW-Geinsh Haßl Spey BZ-Albw SOPf (Heeger Nachl.) PfId. 101], neeit [LA-Essing Herxh Rhodt Siebdg Venn PfId. 100]. Wannd' net gern gehscht, gehscht halt n. [ LA-Rhodt]. Das trickelt awwer n. [Kirchhbol]. Och, der Hannes hott sich nore arig n. ins Schicksal gebb [Kühn Hamet 15]. Er is so n. fortgang 'mit Todesahnung in den Krieg gezogen (und gefallen)' [ IB-Hass].

[Bd. 5, Sp. 165]
Der Soldat ist neet 'schweren Herzens' aus dem Urlaub zurück an die Front [ ZW-Lambsbn]. Scherzh. Trauerspruch; einem Mann, der seine ungeliebte Frau verloren hat, in den Mund gelegt: Ach, du lieb herzich Goldichi in dem Loch, Loch, Loch, ich han dich so neet gehatt un so geren verlore [ KL-Fischb]. WR.: Fallt de Schnee in de Dreck, geht er n. weg [ BZ-Stein]. Südhess. IV 1009; RhWB Rhein. VI 250; LothWB Lothr. 382; ElsWB Els. I 794.