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Schwolles bis schwören (Bd. 5, Sp. 1621 bis 1623) | |||
Schwolles, m. Schwolleschee, m. Schwolleschee-bein, n. Schwolleschee-gaul, m. Schwolleschee-massik, m. Schwolles-kopf, m. schwollig, Adj. Schwoll-kopf, m. schwoll-kopfig, Adj. schwoll-köpfig, Adj. Schwoll-maul, n. schwören, st. Schworm schwormig Schwoster-feder, f. Schwucke, f. schwuderig, Adj. schwul, Adj. schwül, Adj. Schwülben schwulchen, schw. Schwulcher, m. Schwüle, f. schwülig, Adj. schwulig-warm, Adj. Schwulität, f. schwullachtig, Adj. Schwulle Schwulst Schwumme schwummerig, Adj. schwummerlich, Adj. Schwund, m. Schwung, m. Schwung-band, n. Schwungband-eisen, n. Schwung-feder, f. Schwung-rad, n. Schwupp, m. schwupp, Interj. Schwuppch, m. schwuppchen, schw. Schwupp-dich, m. schwupp-dich, Interj. schwuppen, schw. Schwupper, m. schwupps, Interj. Schwur, m. Schwur-gericht, n. Schwutt se Sebastian, m. -zwiebel, f. Sebb Sebel-baum Seben- sebeln sebern sebo, Interj. Sech, n. Sechel1, m. Sechel2, Gen.? Sech-fuß, n.(!) Sech-haft, n. Sech-haken, m. Sech-kamm, m. Sech-kette, f. Sech-öse, f. Sech-pflug, m. Sech-ring, m. sechs, Num. Sechsahm-faß, n. sechs-ähmig, Adj. Sechs-bätzner, m. Sech-schloß, n. Sechs-eck, n. sechs-eckig, Adj. Sechser, m. Sechser-almosen, n. Sechser-bock, m. Sechserchen sechserlei, Adj. sechs-hundert, Num. Sechskreuzer-stück, n. Sechsling, m. sechs-mal, Adv. Sechs-morgen, Pl. Sechs-pfründner, m. sechs-pfünder, Adj. Sech-sprenkel, m. Sechsprenkel-haft, f. Sechsprenkel-haken, m. Sechsprenkel-halter, m. Sechsschritt-walzer, m. sechst, Num. Sechstel, n. Sechster, m. Sechst-klässer, m. sechsund-dreißig, Num. sechsund-sechzig, Num. | 1. 'Angehöriger der leichten Reiterei, Kavallerist, Ulan', Schwolleschee ('wolə̩ē) [KU-Bechb Bedb Brück Diedk Dittw Kaulb Kreimb IB-Ommh ZW-Battw Zweibr RO-Dielkch Lettw KL-Hirschhn Kaislt Reichb LU-Friesh Oggh Opp NW-Elmst Frankeck LA-Gommh Ilbh Land Nd'hochstdt Wollmh GH-Büchbg Kand, Guentherodt Frz. 52 Juner 94 Kamm 60 Otterstetter 109 Wilms Alph. 35, 51], Schwollescheer ('wolə̩ēr) [PS-Geisbg, Kühn Schnitze I 56], Schwollecheer ('wolə̩χēr) [ KB-Kriegsf], Schwollechee [Thielen 104], Schwollischee ('woli̩ē) [PS-Erfw KB-Kerzh, Heeger Südostpf. 24 Hartmann Teemaschin 134], Schwollichee [IB-Ensh (Glass II 61)], Schwollischer [ BZ-Dernb], Schwollenhee [Bd. 5, Sp. 1622] [ NW-Freinsh], Schwullischee [ WD-Niedkch]; Pl. wie Sg.; vgl. PfWB Schwollax, PfWB Schwollenhuppser 3 b, -klopfer 2 ; zu de Schwollischee eingereiht werre [ PS-Erfw]. Er is bei de Schwolleschee [ LU-Opp]. Die Schwolleschee sin leichde Reirer [ KL-Reichb]. Jawohl, ehr Herre, zu de Schwolleschee mecht isch [Kunnrädel 111]. Dä Ald do iwwe, dä woor frier bei de Schwolleschee [Braun Lääsebuuch 211]. Ich han bei de Schwolleschee gedient, bei de dridde Eskadron [ KL-Reichb]. Ou, das isch e strommer Kerl, der hat noch in Saargeminn beij de Schwollichee gedient [IB-Ensh (Glass II 61)]. Der scheppt sich e Haufe raus, daß kee Sch. driwer kommt, von einem Vielfraß [ KL-Ottbg]. Die Schwollescheh schmacken zu laut (riechen zu stark) / Nooch de Gäul - sie sin aach nit bropper [Firmenich II 17]. Gell, wann er jetzert do wär, dei Sch. vun Zweebricke [Heeger Kerwe 47]. Griener Rock, gestraafte Hosse. / 's geht nix iwer e Schwollescheer! [Kühn Schnitze I 56]. RA.: so stolz (stramm) wie e Sch. [Otterstetter 109]; Bään wie e Sch. 'krumme Beine' [ KU-Kaulb, vereinzelt]. Wo uf Vadder un Mudder net heert, kommt noo Zwääbrigge bei die Schwolleschee [ KU-Dittw]. — 2. 'kräftiger, derber, sturer Kerl', Schwolleschee [vereinzelt, Runck Hand 29]; e beeser sturer Schwolleschee [Damm Nachtdischlamp 93]. Wann ich denne sieh! / So e uffgteschwemmter Schwolleschee! [Damm Nawwel 67]. Un noch ebbes, du Schwolleschee: / Am Zehne lichscht im Nescht [Runck Hand 83]. — 3. 'ein Mann mit sehr krummen Beinen', Schwollichee [Glass Klutzkopp 117]. — 4. a. Pl. 'unpaarige Schuhe, zwei Schuhe, die nicht zusammenpassen', in der Schuhverarbeitung, Schwolleschee [PS-Rodalb (Bernhard 169)]. — Frz. chevau-léger 'leichter Reiter' bzw. chevau-légers 'leichte Reiterei'. —
Aus den Nachträgen 4. b. nur Pl. 'Schuhe, die nicht richtig gezwickt sind und sich daher verziehen', Schwolleschee [Pirmas]. Südhess. V 934; Schwäb. V 1232 Schwaleschee. 1. 'dicker, aufgedunsener, unförmiger Kopf', -kopp [verbr., Karch Gimmdg/ Muttstdt 236 Hussong Kirkel 154 Schandein [Bd. 5, Sp. 1623] Sprachsch. 67]; vgl. Schwell-, Schwollen- 1, PfWB Schwolleskopf. Er hot en Sch. [ NW-Elmst]. Der hot der awwer en Sch.! [ FR-Bockh]. Der harre Sch. ufsitze [ KL-Weilb]. — 2. a. 'Mensch mit dickem, unförmigem Kopf' [KU-Diedk Kaulb Land]; vgl. PfWB Schwollenkopf 2 a. Des isch e rausgefressener Sch. 'Mensch mit einem feisten, gutgenährten Kopf' [Land]. — b. 'eigensinniger, unnachgiebiger, dummer Mensch' [mancherorts, PfId. 130 Otterstetter 261]; vgl. PfWB Schwollenkopf 2 b; Syn. s. PfWB Starrkopf. Du Sch.! [ KU-Körbn]. Loß doch den Sch. laafe! 'Laß doch den Eigensinnigen seiner Wege gehen!' [ RO-Semb]. — c. 'aufgeblasener Mensch, Wichtigtuer' [Pirmas, Braun Lääsebuuch 211]. — 3. Pl. Neckname für die Bewohner von PS-Hengsbg, Schwollköpp [Seebach Neckn. 13]. — Südhess. V 934; RhWB Rhein. VII 2087. 1. 'einen dicken Kopf habend', schwollkoppich [ KU-A'glan], -keppich [ KU-Kaulb Kreimb LU-Neuhf]. — 2. 'eigen-, starrsinnig, unversöhnlich' [ KU-Kaulb Kreimb]; Syn. s. PfWB halsstarrig. Du mit deine schwollkeppische Maniere! [Hartmann Unkel 79]. 1. 'einen Eid leisten', schweere (wērə) [verbr., Christmann Kaulb 10 Höh 51 Mang 87 Müller Dietschw 68 Otterstetter 48 Lambert Penns 147 Krämer Gal 195]; Part. Perf. geschwor [WPf, Henn Mda.-Int. 100 Mang 151], g(e)schwore [VPf, Lambert Penns 147]; Zs.: PfWB ab-, PfWB be-, PfWB ver-, PfWB zusammenschwören; PfWB Geschworener; falsch (e Meineid) sch. [LU-Opp, verbr.]. Er schwert e Meineid [ KU-Brück]. Do hätt ich Eide druf geschwor: / Das wär e Märche un nit wohr [Münch Werke I 152]. RA.: druf sch. kenne 'etwas für so sicher halten, daß man einen Eid darauf schwören könnte' [ KL-Mehling, mancherorts]; sch. fer Knopp un än Klicker (fer nix un wirrer nix) 'leichtfertig schwören' [ PS-Erfw]. VR.: Meiner Seel is krumm geschwor, / leck mich 'm Arsch, 's is doch net wohr [ Gal-Bagbg]. Batsche, batsche, Kuche, / mein Lebdag nimmi fluche. / Batsche, batsche, Beere, / mein Lebdag nimmi schweere [ KU-Kaulb Kreimb]. a. 1425: der soll vor ein Kirch gen Zaißkamm kommen, undt zu den Heiligen schwören [Vogel 49]. a. 1532: die virtzehenn scheffen sollen eynnen geschwornnen budell hann [PfWeist. 265 (KB-Dreis)]. a. 1537 (Abschr. 1604): soll den gerichts herrn geloben vnnd schwiren [Schöffenweistum RO-Falkst 90]. a. 1628/29: Erstlich, ein ieder christlicher mensch, der wegen erhoblich vrsachen mitt einen eidt zu schweren ... belegt wird, der soll auffheben drey finger (es folgt eine interessante religiös motivierte Ausdeutung der Schwurgeste) [PfWeist. 810 (FR-Gr'karlb)]. — 2. 'feierlich versprechen, fest [Bd. 5, Sp. 1624] versichern' [verbr.]. Er hat mer geschwor, daß er des nimmeh macht [ KL-Ottb]. Ich han, Herr Richter, ich schweere's / bloß riwwer un niwwer gucke gesollt [Kraus Arwed 20]. Wer ewisch Lieb schweert, un s'werd wohr, / der kommt als bloß in Biecher vor [Kraus Putscheblum 20]. Erscht mime se de Charmante, / wetze un winsele hinner uns her, / schwaduddele, schweere un dichte segar [Kraus Putscheblum 42]. De Sepp, das dun ich schweere, / der werd mich eschtimeere [Kraus Putscheblum 55]. Häufig in festen Wendungen: Er hat hoch un heilich geschwor (Stään un Bään geschwor), daß er kummt [Kaislt, mancherorts]. — Südhess. V 935; RhWB Rhein. VII 2088; LothWB Lothr. 473; ElsWB Els. II 530.
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