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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schwittjee bis Schwitz-gekräuter (Bd. 5, Sp. 1617 bis 1619)
 
Schwittjee, m.
Schwitz, m.
Schwitz-bad, n.
Schwitze
Schwitzemann-tanz, m.
schwitzen, schw.
Schwitzens, Gen.?
Schwitzer, m.
Schwitz-friesel, n.,  m.
Schwitz-fuß, m.
Schwitz-gekräuter, Pl.
Schwitzhens
Schwitzich, n.
schwitzig, Adj.
Schwitz-kur, f.
Schwitz-tee, m.
Schwof, m.
schwofeln
schwofen, schw.
Schwoferei, f.
Schwoher
Schwolescher
schwolig, Adj.
Schwollax, m.
Schwoll-backen, m.
Schwoll-brunnen, m.
Schwolle, f. m.
Schwollen, f. m.
Schwollen-hüpfer(t), m.
Schwollen-huppser, m.
Schwollen-klopfer, m.
Schwollen-kopf, m.
Schwollen-schieber, m.
Schwollen-treter, m.
Schwolles, m.
Schwolleschee, m.
Schwolleschee-bein, n.
Schwolleschee-gaul, m.
Schwolleschee-massik, m.
Schwolles-kopf, m.
schwollig, Adj.
Schwoll-kopf, m.
schwoll-kopfig, Adj.
schwoll-köpfig, Adj.
Schwoll-maul, n.
schwören, st.
Schworm
schwormig
Schwoster-feder, f.
Schwucke, f.
schwuderig, Adj.
schwul, Adj.
schwül, Adj.
Schwülben
schwulchen, schw.
Schwulcher, m.
Schwüle, f.
schwülig, Adj.
schwulig-warm, Adj.
Schwulität, f.
schwullachtig, Adj.
Schwulle
Schwulst
Schwumme
schwummerig, Adj.
schwummerlich, Adj.
Schwund, m.
Schwung, m.
Schwung-band, n.
Schwungband-eisen, n.
Schwung-feder, f.
Schwung-rad, n.
Schwupp, m.
schwupp, Interj.
Schwuppch, m.
schwuppchen, schw.
Schwupp-dich, m.
schwupp-dich, Interj.
schwuppen, schw.
Schwupper, m.
schwupps, Interj.
Schwur, m.
Schwur-gericht, n.
Schwutt
se
Sebastian, m.
-zwiebel, f.
Sebb
Sebel-baum
Seben-
sebeln
sebern
sebo, Interj.
Sech, n.
Sechel1, m.
Sechel2, Gen.?
Sech-fuß, n.(!)
Sech-haft, n.
Sech-haken, m.
Sech-kamm, m.
  Schwittjee m.: 'leichtlebiger, unsolider, aufschneiderischer, geckenhafter, hochstaplerischer Mensch', Schwittjee (wid'jē, 'widjē) [mancherorts ges. Pf, Guentherodt Frz. 226 Kamm 60 Kieffer 74 Kühn Hamet 138 Runck Hand 29 Thielen 103 Wilms Alph. 51]; vgl. PfWB Schwippjee, PfWB Schwitte 2 b. So e Sch.! [Krieger 16]. Heer mr uff, de Mäd se winke, Schwittjeh! [Kühn Schnitze 199]. »He?!« hot die Bawett hinne als geknoddert. »Gu' mol, so'n Schwiddjeh!« [Hartmann Unkel 79]. Kinschtler sinn Loddel ... un gewwen sich norre mit lidderliche Weibsbilder ab. Iwwer mein Schwell kummt soo en Schwiddjee nit mehr [Feierowend 21. 12. 1957 6]. Südhess. V 930; RhWB Rhein. VII 2084; Hess.-Nass. III 903 Suitier; Schulz-Basler IV 590, 593.
 
 
Schwitz m.:
1. 'Schweiß', Schwitz [Lambert Penns 148]. —
2. vgl. PfWB Fensterschwitz. — Südhess. V 931.
 
  
Schwitz-bad n.: wie schd., Schwitzbad [ KB-Kriegsf LA-Gommh]. Er nimmt e Sch. [ LA-Gommh]. Südhess. V 931.
 
 
Schwitze in PfWB Mehlschwitze.
 
 
Schwitzemann-tanz m.: 'Tanz zur Beendigung der Flachsernte'. »Ein als Bock verkleideter Bursche tanzt den Schwitzemanntanz und springt, allerlei Schabernack treibend, vom Tisch herunter. Nach der Höhe des Sprunges beurteilt man die Höhe des Flachses im kommenden Jahr« [Stoll 73/74, 219]. »Beim Brechfest tanzte man den Schwitzemanntanz, derart, daß die Frauen, die allein tanzten, ihre Röcke zusammenrafften, so daß sie ein hosenartiges Aussehen bekamen. Die Musik wurde von den Umstehenden mit einem Gesange begleitet: Der Schwitzemann hat Hosen an mit 67 Ellen dran« [Becker Vk. 204].
 
  
schwitzen schw.:
1. 'Schweiß aus den Poren absondern', schwitze (widsə) [verbr., Christmann Kaulb 86 Henn Mda.-Int. 288 Schneckenburger 23, 45 Lambert Penns 148 Krämer Gal

[Bd. 5, Sp. 1618]
195]; Zs.: PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB herausschwitzen; PfWB Nachtschwitzen. Ich sein naß geschwitzt [ KB-Kriegsf]. Der schwitzt arig leicht [ KL-Reichb]. Er is dorch un dorch naß g'schwitzt [ NW-Kallstdt]. Der Dokder verschreibt Bulver zum Schwitze [ PS-Erfw]. Der eßt, daß er schwitzt [ LU-Limbghf]. Mer muß sch., daß eem 's Wasser iwer d'Stern lääft [ LA-Mörzh]. E Deiwelshitz als wie zum Brote; / De Rotbart hat geschwitzt no' Note [Münch Werke I 71]. Im Juli kummt mer an die Ärn, / Der Bauer schwitzt, doch schafft er gärn [Birmelin Penns Poems 26]. RA. (bei starkem Schwitzen): Ich schwitz wie e Brore (Braten) [LU-Böhl, verbr.], wie e Sau [ KU-Diedk, vereinzelt], wie e Baarch (s. PfWB Barg) [ KU-Herschw/Petth], wie e Fenschter [Schandein Notizen], wie die Fraa Lehmann [Kaislt, NPfGV 1926 18]. Ich schwitz, daß mer 's Wasser zu de Stiwwelrohr rauslääft [ LA-Mörzh]. Is des e Hitz, do schwitze jo die Faulenzer im Schatte [Krieger 61]; weitere RA.: Blut sch. 'in schwere Bedrängnis, Angst kommen' [NW-Freinsh, verbr.]; unner de Nas sch. 'einen Tropfen an der Nase hängen haben' [ FR-Kindh]. Dem lern ich emol sch. 'Den lasse ich hart arbeiten' [ LU-Opp]. Finf Minudde vorm Schwitze heer uff! (mit der Arbeit), scherzh. Rat [ LA-Siebdg]. Des sin die Richtiche, wo beim Esse schwitze un beim Schaffe friere! [Feierowend 13/1957 2]. Es läßt sich nix aus de Ribbe schwitze 'Zusätzliches Geld ist nicht aufzutreiben' [Thielen So rerre mer 103]. Ich kanns doch nit dorch die Rippe sch.!, entgegnet einer auf Vorhaltungen, wenn er ungeniert Blähungen streichen läßt oder uriniert, auch vom männlichen Samen [ LU-Opp, mancherorts]. SprW.: Faule Gail schwitze gern [ KU-Bechb Trahw]. Liewer schnell geschwitzt wie lang geschafft [Krieger 42]. Wer im Summer net schwitzt un im Winder net friert, der esch net g'sund [ BZ-Dernb]. BR.: Wenn die Pferde ohne viel Anstrengung schwitzen, gibt es Regen [ KU-Bedb]. Volksmed.: Mittel gegen Erkältung: e paar Himder (Hemden) misse naß geschwitzt werre [ ZW-Battw, mancherorts]. »Zum Schwitzen holt man auch in einem Sacke einen Ameisenhaufen, steckt in den Backofen den Sack und diesen glühendheiß in das Bett und legt sich selber darauf« [Schandein Bav. IV,2 405]. VR.: Bei Auschderlitz, do hot's geblitzt, / do hun die Russe Blut geschwitzt [ KU-Schmittw/O]; Var. s. PfWB Austerlitz. Scherzvers: Hitze hot se, saat se, hät se, / schwitze dät se, saat se, dät se / am Vergißmeinicht (s. PfWB Vergiß-mein-nicht 2 b) [ KB-Kriegsf]. —
2.
a. 'an der Schnittstelle Saft absondern', von Rebstöcken [ LA-Edk]; vgl. PfWB greinen 2 a, PfWB schweißen 1 b, PfWB weinen. De Stock schwitzt [ LA-Edk]. —
b. 'Feuchtigkeit, Kondenswasser ansetzen' [mancherorts]. Die Wand schwitzt [ KL-Weilb]. BR.: 's Brunnerohr (Wasserleitungsrohr) schwitzt, 's gibt Rechewedder

[Bd. 5, Sp. 1619]
[ LA-Gommh, KL-Kindsb GH-Scheibhdt]. 's gibt anner Wedder, de Brunne schwitzt [ LU-Neuhf]. Unser Keller schwitzt (die Kellerwände sind feucht), 's gebt Rään [ KL-Matzb]. Wann die Steen schwitze, gebts Reche [Fogel Beliefs Penns Nr. 1225]. »Schließlich versichern uns manche Wetterpropheten, daß schwitzende Steine z. B. in de Hauseere (s. PfWB Hausern) auf baldigen Regen hindeuten« [Gimmel in PfL 10. 12. 1927]. —
3. übertr.
a. 'in eine unangenehme, bedrängende Situation geraten' [vereinzelt]. Do (bei der Prüfung) is er ganz schee ins Sch. kumm [ KL-Ottb]. Mich bringsche (bringst du) so schnell net ins Sch. 'Mich bringst du kaum in Verlegenheit' [ KL-Schallodb]. —
b. 'bezahlen, hergeben' [KU-Schmittw/O Bergz (Kamm 60) Germh]; Syn. s. PfWB bezahlen 1; en halwe Batze sch. [Schandein Notizen]. Er hot awer keen Penning geschwitzt [PfId. 130]. —
c. vgl. PfWB verschwitzen 2 b. — Südhess. V 931/32; RhWB Rhein. VII 2085; Lothr. 474; ElsWB Els. II 533.
 
 
Schwitzens Gen.?: 'langes Wams', Schwitzens [RO-Feilbg (PfId. 130) Germh], Schwitzends [NW-Dürkh (PfId. 130)], Schwitzhens [Westrich (PfId. 130)]. — Verdunkeltes Kompositum mit Bestimmungsw. zu PfWB schwitzen ? Vgl. engl. sweater zu sweat 'schwitzen'.
 
 
Schwitzer m.: 'heißer Tag', Schwitzer [Beam Penns 99]. RhWB Rhein. VII 2086 and. Bed.
 
  
Schwitz-friesel n., m.: 'mit Fieber einhergehender leichter Ausschlag', Schwitzfriesel [ GH-Neubg]; zum Grundw. s. PfWB Friesel. — -fuß m.: 'Schweißfuß', -fuß, häufig im Pl. -fieß [mancherorts]; vgl. Schweiß-, PfWB Stinkfuß. Der hot Schwitzfieß [ KB-Kerzh]. Südhess. V 932; RhWB Rhein. VII 2085/86. — -gekräuter Pl.: 'schweißtreibende Kräuter', Schwitzgegreider [Lambert Penns 148].